Albertshofen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Albertshofen
Albertshofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Albertshofen hervorgehoben

Koordinaten: 49° 46′ N, 10° 10′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Kitzingen
Verwaltungs­gemeinschaft: Kitzingen
Höhe: 187 m ü. NHN
Fläche: 3,8 km2
Einwohner: 2315 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 610 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97320
Vorwahl: 09321
Kfz-Kennzeichen: KT
Gemeindeschlüssel: 09 6 75 112
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der Verbandsverwaltung: Friedrich-Ebert-Str. 5
97318 Kitzingen
Website: www.kitzingen.de
Bürgermeister: Horst Reuther (CSU)
Lage der Gemeinde Albertshofen im Landkreis Kitzingen
Landkreis BambergLandkreis SchweinfurtLandkreis WürzburgLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimWiesenbronnSegnitzRüdenhausenRödelseeObernbreitMartinsheimMarktsteftMarkt EinersheimMarktbreitMainstockheimMainbernheimKleinlangheimKitzingenGeiselwindCastell (Unterfranken)BuchbrunnAlbertshofenAbtswindWillanzheimWiesentheidVolkachSulzfeld am MainSommerachSeinsheimSchwarzach am MainPrichsenstadtNordheim am MainIphofenGroßlangheimDettelbachBiebelriedLandkreis HaßbergeKarte
Über dieses Bild
Evangelische Pfarrkirche St.Nikolaus

Albertshofen ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Kitzingen und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Kitzingen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt am Main und ist mit der Nachbargemeinde Mainstockheim durch eine Fähre verbunden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Süden beginnend im Uhrzeigersinn): Kitzingen, Mainstockheim, Mainsondheim und Dettelbach.

Naturräumliche Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albertshofen und seine Gemarkung liegt in zwei Naturräumen. Der Osten mit den ausgedehnten Ackerflächen ist Teil des Albertshofener Flugsandgebiets, während im Westen am Main das wesentlich niederschlagsärmere Kitzinger Maintal beginnt.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Westen von Albertshofen verlaufende Main wird von den Naturschutzbehörden als Fauna-Flora-Habitat „Mainaue zwischen Grafenrheinfeld und Kitzingen“ unter Schutz gestellt. Im Osten, allerdings nicht in der Gemarkung des Ortes, liegt der sogenannte Klosterforst als Vogelschutzgebiet im südlichen Steigerwaldvorland. Ein Naturdenkmal, die alte Dorflinde vor dem Anwesen Reuß in der Ortsmitte hat sich nicht mehr erhalten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde Albertshofen 1317 durch eine Lehensgabe Gottfrieds von Hohenlohe an Otto Fuchs und seinen Bruder Konrad.

Der Ort war früher zweigeteilt. Das kleinere Unterdorf gehörte dem Kitzinger Spital. Besitzer des größeren Oberdorfes waren die jeweiligen Schlossbesitzer von Mainsondheim, bis 1592 die Herren von Crailsheim, bis 1727 die Familie Fuchs von Dornheim und seit 1727 die Freiherren von Mauchenheim, genannt Bechtolsheim.

Das Amt des Hochstiftes Würzburg/Spital Kitzingen fiel 1803 (Reichsdeputationshauptschluss) an Bayern und musste 1805 im Frieden von Pressburg Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen werden. Die hiesigen Besitzungen der Freiherren von Bechtolsheim wurden 1806 mediatisiert. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Der Ort entwickelte sich im 19. Jahrhundert von einer Weinbaugemeinde über den Obstanbau hin zu einem bedeutenden Gemüseanbaugebiet. Vor einigen Jahren wurde der Weinbau mit 16 Hektar Albertshöfer Herrgottsweg wiederbelebt.

1996 wurde der erste Bürgerentscheid Bayerns in Albertshofen durchgeführt. Thema war der geplante Bau einer Brücke nach Mainstockheim. Dieses Bauvorhaben wurde schließlich mit einer Mehrheit von 10 Stimmen abgelehnt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürgermeister: Horst Reuther CSU
  • Stellvertretende Bürgermeisterin: Katharina Riedel SPD
  • Dritter Bürgermeister: Lothar Töpfer Freie Wähler (Stand 2011)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Albertshofen.svg
Blasonierung: „Durch einen schräglinken silbernen Wellenbalken geteilt von Schwarz und Rot; vorne zwei silberne Balken, hinten drei eins zu zwei gestellte silberne Kugeln.“
Wappenbegründung: Im Wappen der erstmals 1317 urkundlich genannten Gemeinde weisen die drei silbernen Kugeln auf den Heiligen Nikolaus hin. Sie sind seine Kennzeichen. Die Kirche von Alberthofen ist ihm geweiht. Der Ort war im Mittelalter geteilt. Die Herrschaft über den kleineren Ortsteil übte das Kitzinger Spital aus. Der größere Teil unterstand den jeweiligen Schlossbesitzern. Ab 1727 waren dies die Freiherrn von Meuchenheim genannt Bechtoldsheim. Ihr Stammwappen sind zwei silbernen Balken in schwarzem Feld. Diese Attribute wurden in das heutige Wappen übernommen. Die Lage der Gemeinde am Main wird durch den silbernen Wellenbalken dargestellt. Silber und Rot, die Farben im Wappen, sind die Farben Frankens. Das Wappen wurde vom Innenministerium am 30. Januar 1969 verliehen.[2]

Fahne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Albertshofen führt eine eigene Fahne. Sie ist in den Farben Rot-Weiß gehalten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mainfähre zwischen Albertshofen und Mainstockheim

Mit der Nachbargemeinde Mainstockheim ist der Ort durch eine Mainfähre verbunden. Diese Mainüberquerung wird vor allem von Fußgängern und Radlern gerne benutzt. Sie ist jedoch auch für PKW, LKW und landwirtschaftliche Zugmaschinen zugelassen. Die evangelische Pfarrkirche bildet den Mittelpunkt des Dorfes. Sie entstand in ihrer heutigen Form im 17. Jahrhundert.

Der Höhepunkt im Dorfleben ist im November die weithin bekannte Höpper Kerm mit dem traditionellen Wasenziehen und Göikerschlagen.

Der Ort verfügt über die größte zusammenhängende Feldberegnungsanlage auf 380 Hektar in Bayern. Das Wasser hierfür wird, wie auch die Trinkwasserversorgung, nicht von der Gemeinde selbst gefördert und bereitgestellt, sondern vom Wasserbeschaffungsverband. Diese Körperschaft des öffentlichen Rechts rechnet auch mit den Nutzern und Haushalten ab und sorgt für die konstante Wasserqualität.

Seit 1986 findet Ende August ein alljährliches Weinfest statt.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 76, im produzierenden Gewerbe 67 und im Bereich Handel und Verkehr 85 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 74 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig am Wohnort beschäftigt waren 822. Im verarbeitenden Gewerbe einschließlich Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Im Jahr 1999 gab es 48 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 305 Hektar. Davon waren 284 Hektar Ackerfläche. Albertshofen ist eines der bedeutendsten Gemüse-Anbaugebiete Bayerns. Außerdem gibt es die Weinlage Herrgottsweg. Die Vermarktung des Gemüses erfolgt zum großen Teil über die Gartenbau-Zentrale Main-Donau.

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albertshofen ist heute Weinbauort im Anbaugebiet Franken. Eine Weinlage existiert um das Dorf, der Wein wird seit den 1970er Jahren unter dem Namen Albertshöfer Herrgottsweg vermarktet. Albertshofen ist Teil des Bereichs MainSüden, bis 2017 waren die Winzer im Bereich Maindreieck zusammengefasst. Die Muschelkalkböden mit einer Flusssandauflage um Albertshofen eignen sich ebenso für den Anbau von Wein, wie die Lage in der Maingauklimazone, die zu den wärmsten Deutschlands gehört.

Bereits seit dem Frühmittelalter betreiben die Menschen um Albertshofen Weinbau. Die fränkischen Siedler brachten wohl im 7. Jahrhundert die Rebe mit an den Main. Im Mittelalter gehörte die Region zum größten zusammenhängenden Weinbaugebiet im Heiligen Römischen Reich. Die Menschen betrieben zumeist Nebenerwerbsweinbau zur Selbstversorgung, gleichzeitig bildeten sich bereits Exportzentren insbesondere entlang des Maines heraus. Albertshofen blieb bis ins 19. Jahrhundert eine reine Weinbaugemeinde.

Der Weinbau erlebte nach der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen umfassenden Niedergang. Vor allem klimatisch weniger begünstige Lagen gab man vollständig auf. Zusätzlich erschwerte das Aufkommen von Schädlingen wie der Reblaus den Anbau. In Albertshofen ging man schließlich zum Gemüseanbau über, der Weinbau verlor seine beherrschende, wirtschaftliche Position. Konsolidieren konnte sich die Weinbauregion Franken erst wieder in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Einsatz von Düngern und verbesserte Anbaumethoden hatten dazu ebenso beigetragen wie die Organisation in Genossenschaften und die Flurbereinigung der 1970er Jahre.[3]

Die jahrhundertealte Weinkultur des Dorfes wird heute durch mehrere Weingüter im Ort repräsentiert. Mittelpunkt des Festkalenders ist das Albertshöfer Weinfest, das jährlich Anfang August stattfindet. Seit den 1980er Jahren wird in Albertshofen eine Weinprinzessin gewählt, die den örtlichen Wein präsentiert.[4]

Weinlage[5] Größe 1993[6] Größe 2019 Himmelsrichtung Hangneigung Hauptrebsorten Großlage
Herrgottsweg 15 ha 18 ha Südwesten 10–15 % Müller-Thurgau, Silvaner, Bacchus Kitzinger Hofrat

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Ambrosi, Bernhard Breuer: Deutsche Vinothek: Franken. Begleiter zu den Weinberg-Lagen, Winzern und ihren Küchen. Herford2 1993.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Albertshofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Haus der Bayerischen Geschichte: Wappen Albertshofen, abgerufen am 1. Juli 2019.
  3. Ambrosi, Hans (u. a.): Deutsche Vinothek: Franken. S. 50–52.
  4. Weinfest-Albertshofen: Weinfest, abgerufen am 28. Mai 2019.
  5. Regierung von Unterfranken: Weinbergslagen in Bayern gegliedert nach Bereichen, PDF-Datei, abgerufen am 16. Mai 2019.
  6. Ambrosi, Hans (u. a.): Deutsche Vinothek: Franken. S. 237.