Wiesentheid

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Wiesentheid
Wiesentheid
Deutschlandkarte, Position des Marktes Wiesentheid hervorgehoben

Koordinaten: 49° 48′ N, 10° 21′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Kitzingen
Verwaltungs­gemeinschaft: Wiesentheid
Höhe: 249 m ü. NHN
Fläche: 33,37 km2
Einwohner: 4918 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 147 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97353
Vorwahlen: 09325, 09383
Kfz-Kennzeichen: KT
Gemeindeschlüssel: 09 6 75 178
Marktgliederung: 10 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Balthasar-Neumann-Str. 14
97353 Wiesentheid
Website: www.wiesentheid.de
Erster Bürgermeister: Klaus Köhler (Freie Wähler)
Lage des Marktes Wiesentheid im Landkreis Kitzingen
Landkreis BambergLandkreis SchweinfurtLandkreis WürzburgLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimWiesenbronnSegnitzRüdenhausenRödelseeObernbreitMartinsheimMarktsteftMarkt EinersheimMarktbreitMainstockheimMainbernheimKleinlangheimKitzingenGeiselwindCastell (Unterfranken)BuchbrunnAlbertshofenAbtswindWillanzheimWiesentheidVolkachSulzfeld am MainSommerachSeinsheimSchwarzach am MainPrichsenstadtNordheim am MainIphofenGroßlangheimDettelbachBiebelriedLandkreis HaßbergeKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Wiesentheid ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Kitzingen. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Wiesentheid.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiesentheid liegt in der Planungsregion Würzburg (Bayerische Planungsregion 2). Durch den Ort fließen der Sambach (Castellbach) und der Fasanenbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt zehn Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Gemarkungen sind Feuerbach, Geesdorf, Reupelsdorf, Untersambach und Wiesentheid.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Volkach, Prichsenstadt, Geiselwind, Abtswind, Rüdenhausen, Kleinlangheim und Schwarzach am Main.

Naturräumliche Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturräumlich liegen Wiesentheid und seine Gemeindeteile im Steigerwaldvorland. Wiesentheid selbst ist in der sogenannten Keuperlandstufe zu verorten, die von mehreren 10 bis 20 m tiefen Taleinschnitten geprägt wird. Im Osten beginnt der Anstieg in Richtung des Steillands.[3] Weite Teile des Gemeindegebietes sind im Schwanbergvorland mit seinen kleinen Hügeln zu finden. Um Reupelsdorf schließt sich westlich das Dimbacher Flugsandgebiet an, das wesentlich flacher in Richtung des Mains orientiert ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 918 wurde der Ort als „wiesenheida“ erstmals urkundlich erwähnt. Wiesentheid war ehemals Sitz der reichsunmittelbaren Herrschaft Wiesentheid. Sie wurde 1681 von Fürstbischof Peter Philipp von Dernbach zu Bamberg und Würzburg mit Unterstützung des Kaisers Leopold gegründet. Erster Inhaber der Herrschaft war der Neffe des Fürstbischofs, Johann Otto von Dernbach zu Wiesentheid, Herr zu Arnfels in Steiermark und Wallenfels in Kärnten, Kaiserlich wirklich Geheimer Rat und Kammerherr, Erbmarschall des Herzogtums Franken († 1697). Seine beiden ersten Ehefrauen starben und auch die gemeinsamen Kinder. Seinen Tod ahnend, setzte er seine erst 17-jährige dritte Ehefrau, Eleonore Charlotte geb. Gräfin von Hatzfeld-Gleichen, als Alleinerbin ein. Über sie kam die Herrschaft Wiesentheid an den Grafen Rudolf Franz Erwein von Schönborn, den sie 1701 heiratete. Die Herrschaft lag im Fränkischen Reichskreis und wurde 1806 durch Bayern mediatisiert, von diesem im Zuge von Grenzbereinigungen an das Großherzogtum Würzburg abgetreten, mit dem es 1814 endgültig an das Königreich Bayern zurückfiel.

In den Jahren von 1614 bis 1617 war Wiesentheid Schauplatz von 91 Hexenprozessen, wobei 1617 vier Frauen und ein Mann auf dem dortigen Trudenplätzlein hingerichtet wurden. Einer der größten Hexenbrenner von Franken, Johann Georg II. Fuchs von Dornheim, wurde im Schloss Wiesentheid geboren.

Wüstungen und Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wüstung Hertrichshausen wird in der Literatur im Siedlungsdreieck Wiesentheid, Obersambach und Gräfenneuses verortet. Die Siedlung wurde wohl im 14. Jahrhundert verlassen. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde. Bis zum 30. Juni 1972 gehörte Wiesentheid zum Landkreis Gerolzhofen, den man bei der Kreisreform auflöste. Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Reupelsdorf eingegliedert.[4] Am 1. Januar 1977 kam Geesdorf hinzu. Feuerbach folgte am 1. Januar 1978 und Untersambach am 1. Mai 1978.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Wiesentheid 1961–2018
  • 1961: 3153 Einwohner[5]
  • 1970: 3476 Einwohner[5]
  • 1987: 3806 Einwohner
  • 1991: 4032 Einwohner
  • 1995: 4338 Einwohner
  • 2000: 4696 Einwohner
  • 2005: 4815 Einwohner
  • 2010: 4764 Einwohner
  • 2015: 4775 Einwohner
  • 2018: 4820 Einwohner

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 3888 auf 4820 um 932 Einwohner bzw. um 24 %. Quelle: BayLfStat

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Pfarrhaus Wiesentheid
Neues Schloss

Erster Bürgermeister ist seit Mai 2020 Klaus Köhler (Bürgerblock), er wurde am 15. März 2020 mit 50,2 % der gültigen Stimmen gewählt.[6] Sein Vorgänger war von Mai 2008 bis April 2020 Werner Knaier (CSU).

Die 16 Sitze im Marktgemeinderat (ohne Bürgermeister) sind nach der Gemeinderatswahl vom 15. März 2020 wie folgt verteilt:

  • CSU: 4
  • SPD: 1
  • Bündnis 90/Die Grünen: 1
  • Bürgerblock (Freie Wähler): 5 (Stand 01/2021 ist ein Gemeinderat aus der Gruppe ausgetreten und fraktionsloses Gemeinderatsmitglied)
  • Bürgervereinigung Geesdorf: 1
  • Christliche Wählergemeinschaft: 1
  • Freie Wähler Feuerbach: 1
  • WOW – Junge Liste: 1
  • Wählergemeinschaft Reupelsdorf: 1

Die Steuereinnahmen betrugen im Jahr 2014 6.322.639,07 €, davon waren 3.040.199,87 € Gewerbesteuereinnahmen.

Für das Jahr 2014 beträgt der Gesamthaushalt 14.144.904,74 €, mit enthaltenem Investitionsvolumen von rund 5.406.527,23 Euro.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Wiesentheid
Blasonierung: „Vor blauem Himmel auf grüner Wiese drei Stengel roten Heidekrauts, aus einem silbernen Hügel wachsen; davor ein goldener Löwe, doppelgeschwänzt und mit blauer Krone.“[8]

Das Wappen der Gemeinde Wiesentheid ist ein Hoheitszeichen, dessen Nutzung ausschließlich dem amtierenden Bürgermeister zusteht. Durch diesen werden ebenfalls weitere Nutzungsrechte vergeben z. B. für Vereinswappen etc.

Wappenbegründung: Die Figuren Heidekraut und Wiese sollen den Ortsnamen Wiesentheid symbolisieren. Der Löwe verweist dagegen auf die Grafen von Schönborn, die noch heute in Wiesentheid wohnen. Ihr Wappen zeigt ebenfalls einen schreitenden Löwen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • FrankreichFrankreich Wiesentheid pflegt seit 1972 eine lebendige Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Rouillac im Département Charente. Bis 2008 fanden unter der Regie des Partnerschaftskomitees und der örtlichen Schulen und Vereine über 50 offizielle und unzählige private Begegnungen statt.
  • DeutschlandDeutschland Am 29. April 2008 unterschrieb Altbürgermeister Walter Hahn als letzte Amtshandlung eine Freundschaftsbekundung mit der Stadt Hagenbach in der Pfalz. Viele Einwohner Hagenbachs waren während des Zweiten Weltkrieges bei Familien in Wiesentheid untergebracht.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nächtliches Wiesentheid mit Rathaus und Historischem Pfarrhaus

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ensemble Schloß Wiesentheid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mühlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Untere Papiermühle bei Feuerbach

Das Wiesentheider Gemeindegebiet wird von mehreren kleinen Bächen durchzogen, die zumeist dem Main zufließen. Sie eigneten sich besonders gut für die Anlage von Mühlen. Insgesamt zwölf Mühlen säumten die Ufer im heutigen Gebiet der Marktgemeinde. Die ältesten Mühlen versorgten Wiesentheid selbst mit Getreide, wobei mit der sogenannten Klesenmühle bereits seit dem 14. Jahrhundert nachweislich ein Betrieb bestand. Die meisten Mühlenanlagen datieren allerdings auf das 16. Jahrhundert.

Da die Schüttung der Bäche Sambach, Fasanenbach und Schirnbach zu stark für die Mühlräder waren und man auch die fischreichen Gewässer nicht aufstauen wollte, entstanden vor den Mühlen oftmals Mühlbäche, die von den Hauptflüssen abgezweigt wurden. Im Laufe der Zeit differenzierte sich auch die Nutzung der Mühlen. In Feuerbach spezialisierten sich zwei Betriebe auf die Herstellung von Papier, daneben richtete man Sägewerke ein, die mit der Wasserkraft angetrieben wurden. Loh- und Ölmühlen bestanden ebenfalls.

Im 19. Jahrhundert gerieten die kleinen Mühlbetriebe um Wiesentheid zunehmend durch größere in wirtschaftliche Bedrängnis. Man begann die Mühlen mit neueren Antriebsarten auszustatten, um die Rentabilität zu erhöhen. Zu dieser Zeit entstanden auch meist die heute noch vorhandenen Bruchsteinhäuser als Hauptgebäude. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann das große Mühlensterben um Wiesentheid. Die kleinen Betriebe gingen nach und nach ein, heute besteht lediglich noch in der Reupelsdorfer Fuchsenmühle ein Sägewerk.[10] Mehrere ehemalige Mühlen sind heute Wiesentheider Ortsteile.

Name Gewässer Gemarkung Zustand Eckdaten
Dornmühle Schirnbach Feuerbach abgegangen Entstehung um 1800, Stromversorgung bis um 1950
Erlachsmühle Sambach Wiesentheid stark verändert Ersterwähnung 1691, Aufgabe 1941
Freundsmühle Mühlgraben, Fasanenbach Wiesentheid erhalten Ersterwähnung 1548, besteht bereits vorher, Namen: Untere Mühle, Hirschenmühle, Gärtnersmühle, Aufgabe 1964
Fuchsenmühle Schwarzach Reupelsdorf stark verändert Ersterwähnung 1543, als Sägewerk in Betrieb
Hahnsmühle Mühlbach, Fasanenbach Geesdorf abgegangen Aufgabe in den 1960er Jahren
Klesenmühle Mühlgraben, Sambach Wiesentheid stark verändert Ersterwähnung 1327, Namen: Obere Mühle, Glasermühle, Herrenmühle, Kläsenmühle, Aufgabe unklar
Linsenmühle Schirnbach Feuerbach stark verändert Entstehung um 1810, Namen: Linzenmühle, Dorfmühle, Aufgabe um 1980
Lohmühle Mühlbach, Fasanenbach Wiesentheid stark verändert Ersterwähnung 1686, Aufgabe vor 1950
Mühle in der Gartenstraße Fasanenbach Wiesentheid stark verändert wohl in den 1930er Jahren erbaut, Aufgabe nach 1945
Obere Papiermühle Sambach Feuerbach stark verändert Papiermühle gegründet 1773, Aufgabe 1862
Untere Papiermühle Sambach Feuerbach erhalten Ersterwähnung 1406, Namen: Frühwaldsmühle, Heinrichsmühle, Johannitermühle, Aufgabe um 1978
Untersambacher Mühle Sambach Untersambach stark verändert Ersterwähnung 1589, Namen: Sambachermühle, Aufgabe vor 1962

Sagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Heimbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Sagen in Wiesentheid drehen sich um den sogenannten Heim- oder Hainbach, der zwischen dem Markt und Rüdenhausen verläuft und dabei auch den sogenannten Heimbachtannig durchquert.

Im nahen Dettelbach lebten vor langer Zeit die edelfreien Mattonen, die viele Klöster in der Umgebung stifteten und so die Christianisierung vorantrieben. So hatten sie auch Mönche im Ort „Wisenhaida“ angesiedelt. Nichtsdestotrotz war der alte Glauben in der einfachen Bevölkerung noch tief verwurzelt, die zauberkundigen Waldfrauen mussten sich allerdings immer tiefer in die Wälder und so auch in den Heimbachtannig zurückziehen.

Der Mattone aus Dettelbach hatte nur einen einzigen Sohn, der plötzlich erkrankte und in kurzer Zeit sein Augenlicht verlor. Der Vater versuchte alles, um dem Sohn zu helfen. Nachdem nichts geholfen hatte, erinnerte sich ein Knecht an die weise Frau im Heimbachtannig, die das Augenwasser des Baches anzuwenden wisse. Also brachte der Christ sein Kind vor die Heidin, die ihm einen Trank aus Krötenhaut und Kräutern mit dem Wasser des Heimbachs zubereitete.

Das Kind gesundete durch die Behandlung mit dem Gebräu zusehends und konnte nach wenigen Wochen gesund in die Burg in Dettelbach zurückkehren. Der Mattone zog daraufhin eine Bannmeile um den Wald. Obwohl er nun überall in der Umgebung gegen die letzten Vertreter des Heidentums kämpfte und das Christentum sich schnell verbreitete, blieb die alte Frau im Wald unbehelligt und durfte den Glauben an die alten Götter behalten.[11]

Ein Schatzfund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Gärten in der Nähe der Feuerbacher Straße soll den Gärtnern immer wieder ein großes Feuer erschienen sein. Daneben sollen mehrere mysteriöse Männer mit Büchern gestanden haben. In einem der Gärten sollte ein Brunnen gegraben werden. Als man bereits sehr tief vorgestoßen war, entdeckte man wunderschöne Asche. Als man sie auffangen wollte, um mit ihr zu düngen, verwandelte sie sich in Geld.

Die Lag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Flurstück Lag im Westen der Abtswinder Straße besteht aus einem kleinen Wald und mehreren Feldern an der Straße. Hier sollen sich viele Sagen zugetragen haben. So erzählte man sich, dass dort der sogenannte Lagfuchs umging. Die Jäger schossen nicht auf ihn, weil sie Angst vor den Flüchen des Fuchses hatten. Der Lagfuchs fraß auch den Mädchen, die hier die Tiere weideten, die Brotzeit aus den Körben.

Als ein Mädchen einmal sein Vieh in der Lag grasen ließ, kam plötzlich ein Reiter ohne Kopf aus dem Wald geritten. Er umkreiste die Viehherde und war bald darauf wieder verschwunden. Ein Bauer verlor seine Kuhherde in der Lag. Als er aus Wiesentheid Leute geholt hatte, die Kühe zu suchen, waren die Tiere wieder zurückgekehrt. Manchmal erschien in der Lag auch ein verwunschener Siebener, der ohne Kopf die Schäfer heimsuchte.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Mauritius von Balthasar Neumann
Evangelische Kirche in Feuerbach, ehemaliges Rathaus (1751)

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 83, im produzierenden Gewerbe 598 und im Bereich Handel und Verkehr 360 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren es 444 Personen. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 1554. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 80, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 58 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2016 Hektar, davon waren 1720 Hektar Ackerfläche und 246 Hektar Dauergrünfläche. Des Weiteren ist eine der Hauptstellen der Raiffeisenbank Volkacher Mainschleife - Wiesentheid ansässig.

Die Kräuter Mix GmbH hat ihren Zweitsitz in Wiesentheid. Dort werden das Küchenkraut gereinigt, geschnitten, gemahlen und gemischt. Durch eine umfassende Lagerhaltung wird eine hohe Produktverfügbarkeit für alle saisonalen Kräuter erreicht. Die Göpfert Maschinen GmbH ist ein weltweit führendes Unternehmen im Maschinenbau für die Verarbeitung von Wellpappe.

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiesentheid liegt an der Ausfahrt Wiesentheid-Rüdenhausen der Bundesautobahn 3.

Östlich wird der Markt von der Bundesstraße 286 tangiert. Sie ist von hier bis Schweinfurt kreuzungsfrei ausgebaut, als Autobahnzubringer zwischen der A 3 und der Bundesautobahn 70 und als Zufahrt nach Schweinfurt für die Berufspendler.

ÖPNV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Busverbindungen im ÖPNV stellt die Omnibusverkehr Franken GmbH im Verkehrsunternehmens-Verbund Mainfranken her: Ab Kitzingen mit den beiden werkstags regelmäßig verkehrenden Linien 8111 (über Rödelsee) und 8150 (über Gerolzhofen), teilweise einbezogen in den DB-Tarif, sowie ab Bimbach (8217), Ebrach (8163), Münsterschwarzach (8115) und Volkach (8287) mit einer Handvoll weiterer, selten verkehrender Linien.

Bahnstrecke Kitzingen-Schweinfurt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert erhielt Wiesentheid einen Anschluss an das bayernweite Eisenbahnnetz. 1893 wurde der Abschnitt Kitzingen-Gerolzhofen der sogenannten Steigerwaldbahn (auch Untere Steigerwaldbahn) fertiggestellt, Wiesentheid wurde mit einem Bahnhof ausgestattet. Die Nebenbahn verband ab 1903 Kitzingen mit dem Schweinfurter Hauptbahnhof und war damit eine der längeren Nebenstrecken in Deutschland.

Seit den 1980er Jahren begann man den Verkehr auf der Strecke zu reduzieren. 1981 fuhren zwischen Gerolzhofen und Kitzingen nur noch Personenbusse, der Güterverkehr wurde Mitte 2006 aufgegeben. Seit längerer Zeit gibt es Initiativen zur Reaktivierung des Personenverkehrs auf der stillgelegten Strecke. Anfang 2019 entbrannte ein heftiger, bis heute andauernder Streit über die Ausgestaltung der Wiederinbetriebnahme, der zum Politikum wurde.[13][14]

Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Wiesentheid verläuft der Fränkische Marienweg.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 gab es folgende Einrichtungen:

Kirchengemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wiesentheid geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Psychologe und Musikforscher Carl Stumpf
  • Gottfried von Seinsheim (um 1132–1213), Abt des Klosters Münsterschwarzach (1182/1183–1213), geboren in Reupelsdorf
  • Johann Georg II. Fuchs von Dornheim (1586–1633), Fürstbischof von Bamberg und Streiter für die Gegenreformation sowie unbarmherziger Hexenverfolger („Hexenbrenner“)
  • Johannes Seiz (1717–1779) in Wiesentheid geborener Hofbaumeister im Kurfürstentum Trier
  • Erwein von der Leyen (1798–1879), Fürst von der Leyen
  • Josef von Schmitt (1817–1890), Richter in Bayern, Präsident des OLG Augsburg
  • Valentin Fromm (1824–1877), Steinmetz
  • Valentin Ritter von Reißenbach (1839–1893), Ministerialrat, Generalsekretär in München
  • Johann Thaler (1847–1920), Jurist, Mitglied des Reichstages[16]
  • Carl Stumpf (1848–1936), Philosoph, Psychologe und Musikforscher
  • Arthur Sauer (1874–1946), Chemiker, Unternehmer und Mäzen
  • Clemens von und zu Franckenstein (1875–1942), Komponist
  • Nikolaus Fey (1881–1956), fränkischer Mundartdichter, Ehrenbürger
  • Philipp Maurer (1882–1947), bayerischer Politiker (BMP, BBM), Mitglied des bayerischen Landtages
  • Otto Weiglein (1912–1998), bayerischer Politiker (CSU), Mitglied des bayerischen Landtages, Ehrenbürger
  • Alban Wolf (1912–2002), Maler, nach Wolf wurde der Alban-Wolf-Saal im Pfarrhaus benannt
  • Franz Alfons Wolpert (1917–1978), Komponist[17]
  • Anni Placht (* 1950), Handballspielerin, 1980 Deutschlands erste Handballerin des Jahres
  • Otto Hünnerkopf (* 1951), bayerischer Politiker (CSU), Mitglied des bayerischen Landtages
  • Angelika Weikert (* 1954), bayerische Politikerin (SPD), Mitglied des bayerischen Landtages
  • Burkard Steppacher (* 1959), Politikwissenschaftler, Mitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung

Ehrenbürger und Ehrenbürgerinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Ehrenbürger Friedrich Philipp von Abert
  • Friedrich Philipp von Abert (1852–1912), Verleihung am 4. September 1887, Erzbischof von Bamberg, 1878 bis 1882 Kaplan in Wiesentheid
  • Albert Thaler (1848–1916), Verleihung am 10. Dezember 1907, 1. Bürgermeister von Wiesentheid 1894–1907
  • Joseph Abel (1866–1933), Verleihung am 8. August 1915, Pfarrer von Wiesentheid 1896–1915
  • Valentin Rumpel (1866–1929), Verleihung am 9. Mai 1920, Pallottiner, Pater in Baltimore
  • Erwein von Schönborn (1877–1942), Verleihung am 29. Dezember 1922, Arzt und Wissenschaftler
  • Johann Georg Wüchner (1866–1932), Verleihung am 26. Juli 1931, Pfarrer von Wiesentheid 1915–1932
  • Max Schmitt (–1947), Verleihung 13. September 1946, Studienprofessor
  • Wilhelm Büttner (1885–1974), Verleihung am 13. September 1946, Pfarrer von Wiesentheid 1932–1947
  • Nikolaus Fey, siehe oben, Verleihung am 1. März 1951
  • Emil Dern (1884–1960), Verleihung am 19. Juli 1954, Sägewerksbesitzer, Stifter
  • Schwester Praxedis (bürgerlich Barbara Beez, 1903–1986), Verleihung am 8. Juni 1966, Krankenschwester in Wiesentheid
  • Karl von Schönborn (1916–1998), Verleihung am 14. Oktober 1966, Verdienste um die ärztliche Fortbildung
  • Piadonna Haas (–1976), Verleihung am 15. Februar 1971, Krankenschwester in Wiesentheid
  • Josef Eugen Held (1895–1983), Verleihung am 12. Juli 1976, Landrat
  • Nikolaus Geißler (1919–1997), Verleihung am 21. August 1976, Chefarzt des BRK-Kreisverbandes Kitzingen
  • Hermann Barthel (1907–1980), Verleihung am 8. Dezember 1977, 1. Bürgermeister von Wiesentheid 1960–1971
  • Clemens Möderl (1907–1994), Verleihung am 18. März 1982, 2. Bürgermeister 1956–1968
  • Otto Weiglein, siehe oben, Verleihung am 21. Januar 1985
  • Heinz-Dieter Wunsch (1925–2011), Verleihung am 8. Mai 1995, 1. Bürgermeister von Wiesentheid 1971–1991
  • Fritz Möhringer (1921–2009), Verleihung am 24. Juni 2001, 2. Bürgermeister von Feuerbach 1971–1977
  • Walter Hahn (* 1937), Verleihung am 29. April 2008, 1. Bürgermeister von Wiesentheid 1991–2008[18]

Mit dem Ort verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria Eleonore von Dernbach

Mit Wiesentheid stehen die Mitglieder des Grafengeschlechts Schönborn in enger Verbindung, weil hier seit dem 18. Jahrhundert der fränkische Stammsitz des Hauses eingerichtet worden war (vollständige Liste siehe: Schönborn-Wiesentheid). Ganz besonders förderten die Landesherren über die Herrschaft Wiesentheid den Ort. Insgesamt standen vier Herrscher und eine Herrscherin dem Fürstentum vor.

Nach dem Zweiten Weltkrieg richteten die Grafen in ihrem Schloss mehrere Unterkünfte für Künstler und Kulturschaffende ein, deren Ateliers und Büros durch Kriegseinwirkungen zerstört worden waren. In Wiesentheid wurde der Droemer-Verlag nach dem Krieg neu gegründet, zog aber bald nach München um.

  • Ernst Unbehauen (* 1899 in Zirndorf, † 1980 in Rothenburg ob der Tauber), Maler, Unbehauen hatte 1945 bis 1953 sein Atelier im Schloss Wiesentheid und lebte zeitweise im Ort
  • Hedi Zöckler, auch Rose Planner-Petelin (* 1899 in Gretta bei Triest, † 1969 in Bovenden), Schriftstellerin, verfasste 1961 in Wiesentheid ihren Roman „Gäste im Schloß“.[19][20]
  • Hubertus von Gersdorff (* 1909 in Lüben/Schlesien, † 1964 in Wetzlar), Konzertpianist, gab im Wiesentheider Schloss Konzerte
  • Emeram von Lerchenfeld (unklar), Pianist

Weitere Persönlichkeiten, die mit Wiesentheid in Verbindung stehen:

  • Johann Georg Neßtfell (* 1694 in Alsfeld, † 1762 in Würzburg), Ebenist und Mechanikus, wirkte ab 1720 als Hofschreinermeister der Grafen in Wiesentheid, erwarb 1726 das Bürgerrecht
  • Hanns Fischer-Kilp (* 1889 in Schönbrunn im Steigerwald, † 1978 in Wiesentheid), Historiker und Archivar, wirkte bis 1945 im Schönborn’schen Archiv
  • Max Domarus (* 1911 in Wiesbaden, † 1992 in Würzburg), Historiker und Archivar, wirkte 1945 bis 1965 im Schönborn’schen Archiv

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Bauer: Alte und neue Wappen im Landkreis Kitzingen. In: Jahrbuch des Landkreises Kitzingen 1980. Im Bannkreis des Schwanbergs. Kitzingen 1980. S. 53–70
  • Ulrich Emmert: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25.000. Blatt Nr. 6228 Wiesentheid. München 1965
  • Johann Ludwig Klarmann: Der Steigerwald in der Vergangenheit. Ein Beitrag zur fränkischen Landeskunde. Gerolzhofen2 1909
  • Johann Ludwig Klarmann, Karl Spiegel: Sagen und Skizzen aus dem Steigerwald. Nachdruck der Ausgabe 1912. Neustadt an der Aisch 1982
  • Theophil Steinbrenner, Gerhard Wahler, Auguste Steinberger, Felix von Fokczynski (Hg.): Zwischerlichten. Überlieferte Erzählungen aus der alten Grafschaft Castell. Albertshofen² 1979

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wiesentheid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Wiesentheid – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Wiesentheid in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 29. März 2021.
  3. Emmert, Ulrich: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25.000, S. 7
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 472.
  5. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 747 und 748.
  6. https://www.statistik.bayern.de/wahlen/
  7. MainPost zum Haushalt 2014
  8. Eintrag zum Wappen von Wiesentheid in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  9. Freundschaftsbekundung zur Marktgemeinde Wiesentheid (Memento des Originals vom 20. Oktober 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hagenbach.de, Stadt Hagenbach, abgerufen am 23. Oktober 2013
  10. Dieter Krenz: Wiesentheid – Ein Streifzug durch die Geschichte. Wiesentheid 2018. S. 144 f.
  11. Steinbrenner, Theophil: Zwischerlichten. S. 19 f.
  12. Klarmann, Johann Ludwig (u. a.): Sagen und Skizzen aus dem Steigerwald, S. 203
  13. mainpost.de: Mit der Bahn durch die Schweinfurter Innenstadt, 2. August 2019. Abgerufen am 19. Januar 2020.
  14. mainpost.de: IHK: Steigerwaldbahn würde Region stärken, 20. Juli 2018. Abgerufen am 20. Januar 2020.
  15. Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Abgerufen am 8. Mai 2021
  16. Klarmann, Johann Ludwig: Der Steigerwald in der Vergangenheit. S. 215
  17. Dieter Krenz: Wiesentheid – Ein Streifzug durch die Geschichte. Wiesentheid 2018. S. 169.
  18. Dieter Krenz: Wiesentheid – Ein Streifzug durch die Geschichte. Wiesentheid 2018. S. 158–160.
  19. Kurzbiographie von Hedi Zöckler, auch Rose Planner-Petelin
  20. Weitere Kurzbiographie