Großwoltersdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Großwoltersdorf führt kein Wappen
Großwoltersdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großwoltersdorf hervorgehoben
Koordinaten: 53° 4′ N, 13° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberhavel
Amt: Gransee und Gemeinden
Höhe: 68 m ü. NHN
Fläche: 52,66 km2
Einwohner: 793 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16775
Vorwahl: 033082
Kfz-Kennzeichen: OHV
Gemeindeschlüssel: 12 0 65 117
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Baustraße 56
16775 Gransee
Webpräsenz: gransee.de
Bürgermeister: Ingo Utesch (Bürgerinitiative Wolfsruh)
Lage der Gemeinde Großwoltersdorf im Landkreis Oberhavel
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Über dieses Bild

Großwoltersdorf ist eine Gemeinde im Norden des Landkreises Oberhavel in Brandenburg und gehört zum Amt Gransee und Gemeinden.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großwoltersdorf gliedert sich nach seiner Hauptsatzung[2] in die sechs Ortsteile

sowie die Wohnplätze[3] Eichelkamp, Kelkendorf, Neue Siedlung, Plantage, Wolfsluch und Zernikower Mühle.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großwoltersdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1490 gehörte Großwoltersdorf zur im Kern reichsunmittelbaren Herrschaft Ruppin der Grafen von Lindow-Ruppin.

Zernikow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1362 wurde Zernikow erstmals urkundlich erwähnt. Um 1490 war Zernikow ein Teil der im Kern reichsunmittelbaren Herrschaft Ruppin unter der Landesherrschaft der Grafen von Lindow-Ruppin. Mitte des 17. Jahrhunderts war das Rittergeschlecht derer von Zernikow überschuldet. Nach diversen anderen Besitzern erwarb Kronprinz Friedrich 1737 das Gut Zernikow und schenkte es 1740 seinem Kammerherrn Michael Gabriel Fredersdorff (1708–58). Dieser erweiterte das Gut, wobei das Gutshaus 1746 nach Plänen aus Knobelsdorffs Baubüro entstand. 1747 wurde eine Maulbeerplantage angelegt, 1751 neben weiteren Alleen auch die Maulbeerallee (heutzutage denkmalgeschützt).

1750 heiratete Fredersdorff die Bankierserbin Caroline Maria Elisabeth Daum (1730–1810). Nach Fredersdorffs Tod († 1758) heiratete sie 1760 Johann Freiherr von Labes (1731–1776). Ihre Kinder waren Amalie Karoline von Labes (1761–1781) und Hans von Labes (1763–1831), der spätere Erbauer der Burg Schlitz. Amalie Karoline von Labes heiratete 1777 den Joachim Erdmann Freiherr von Arnim (1741–1804); die gemeinsamen Kinder waren Carl Otto genannt Pit von Arnim (1779–1861) und der spätere romantische Dichter Ludwig Achim (1781–1831) verheiratet mit Bettina von Arnim (* 4. April 1785 in Frankfurt am Main; † 20. Januar 1859 in Berlin).

Der letzte Herr auf Zernikow war bis 1945 Friedmund Freiherr von Arnim (* 1898–1946) und seine Frau Clara von Arnim, geb. von Hagens (* 1909–2009).

Gemeindegebietsveränderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. Juli 1950 wurde die Gemeinde Buchholz zusammen mit den anderen Orten des Fürstenberger Werders aus dem mecklenburgischen Landkreis Neustrelitz in das Land Brandenburg umgegliedert.[4] Während die übrigen dieser Gemeinden unmittelbar zum Landkreis Templin kamen, gehörte Buchholz für zwei Monate zum Landkreis Ruppin und wurde anschließend ebenfalls in den Landkreis Templin eingegliedert. Mit der Verwaltungsreform von 1952 kamen die Gemeinden Altglobsow, Buchholz, Burow, Großwoltersdorf, Wolfsruh und Zernikow zum Kreis Gransee im Bezirk Potsdam.

Seit 1957 fanden auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Großwoltersdorf drei Gemeindegebietsveränderungen statt. In zwei Fällen handelte es sich um Eingemeindungen, im dritten Fall um eine Gemeindeneugründung.[5]

Wirkungsdatum Aufgelöste Gemeinde Aufnehmende Gemeinde Art der Veränderung
1957-01-01 Burow Altglobsow Eingemeindung
1974-04-30 Altglobsow
Buchholz
Zernikow Eingemeindung
1998-09-27 Großwoltersdorf (bis 1998)
Wolfsruh
Zernikow
Großwoltersdorf Gemeindeneugründung

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 428
1890 434
1910 464
1925 496
1933 462
1939 461
1946 756
1950 678
1964 498
1971 473
Jahr Einwohner
1981 409
1985 422
1989 413
1990 411
1991 405
1992 401
1993 398
1994 403
1995 406
1996 408
Jahr Einwohner
1997 413
1998 1 001
1999 994
2000 992
2001 1 000
2002 977
2003 990
2004 982
2005 966
2006 932
Jahr Einwohner
2007 937
2008 916
2009 908
2010 860
2011 811
2012 810
2013 807
2014 803
2015 793

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[6][7] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Großwoltersdorf besteht aus 10 Mitgliedern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister.

  • Wählergemeinschaft Großwoltersdorf 3 Sitze
  • CDU 3 Sitze
  • Wählergemeinschaft Bürgerinitiative Wolfsruh 2 Sitze
  • Die Linke 1 Sitz
  • Piraten 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahlen am 25. Mai 2014)[8]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ingo Utesch (Bürgerinitiative Wolfsruh) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 72,0 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren [9] gewählt.[10]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gutshaus in Zernikow
Fredersdorff'sches Erbbegräbnis
Dorfkirche Wolfsruh

In der Liste der Baudenkmale in Großwoltersdorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

  • Gutshaus in Zernikow, in dem Achim von Arnim als Kind häufig seine Ferien verbrachte. In dem Haus informiert ein Museum über den romantischen Dichter. Dort findet das Ritterfest und das Maulbeerfest am 1. Wochenende im August statt; im Inspektorenhaus werden Lesungen und in der alten Brennerei Ausstellungen veranstaltet.
  • Zernikowsche Dorfkirche mit Patronatsloge unter der Empore. Die Restaurierung der Kirche wurde in den Jahren zwischen 1999 und 2004 unter anderem von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert. An der Empore hängen die Stifterporträts: Hans Reichs Freiherr von Labes auf Zernikow (* 6. Januar 1731; † 27. Juli 1776); Amalia Caroline von Arnim geb. von Labes (* 13. Mai 1761; † 14. Februar 1781); Carolina Maria Elisabeth von Labes geb. Daum (* 27. Juli 1730; † 10. März 1810); Michael Gabriel Fredersdorff (* 6. Juni 1708; † 17. Januar 1758), Königlich Preußischer Geheimer Kämmerer. In der unter dem Altar befindlichen Gruft liegen die Särge von Hans Ehrenteich von Schöning und seiner Frau Johanna Hedwig, geb. von Guericke (Besitzer von Zernikow 1709–30).
  • Fredersdorffsches Erbbegräbnis, das 1777 von Carolina Maria Elisabeth von Labes verwitwete Fredersdorff geb. Daum gestiftet wurde (bis 1999 restauriert). Bis nach dem Zweiten Weltkrieg standen darin die Sarkophage von Michael Gabriel Fredersdorff (* 6. Juni 1708; † 14. Januar 1758), Carolina Maria Elisabeth von Labes (* 27. Juli 1730; † 10. März 1810), Amalia Carolina von Arnim geb. von Labes (* 13. Mai 1761; † 14. Februar 1781), Hans Reichsfreiherr von Labes (* 6. Januar 1731; † 27. Juli 1776) und Freiherr Carl Otto Ludwig von Arnim (* 1. August 1779; † 9. Februar 1861)
  • Inspektorenhaus in Zernikow (heutzutage Gasthof).
  • In Zernikow mehrere Alleen, darunter eine Lindenallee und Maulbeerallee.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großwoltersdorf liegt an der Landesstraße L 222 zwischen Menz und Gransee.

Der Bahnhof Großwoltersdorf lag an der Bahnstrecke Gransee–Großwoltersdorf, auf der der Personenverkehr 1969 eingestellt wurde.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[11] 556 564 573 553 549 549 551 540 544

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großwoltersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Großwoltersdorf vom 5. März 2009 1998 PDF
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg: Gemeinde Großwoltersdorf
  4. II lit. b Nr. 2 Verordnung zur Durchführung des Gesetzes vom 28. Juni 1950 über die Änderung der Grenzen der Länder. Vom 13. Juli 1950. Provisorische Regierung der Deutschen Demokratischen Republik.
  5. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (= Beitrag zur Statistik. Band 19.7). Potsdam 2006, S. 26 (PDF-Datei; 0,3 MB).
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel. S. 14-17
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  8. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  9. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  10. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  11. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3