Hönningen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hönningen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Liers ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum deutschen Maler siehe Heinz Liers.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Hönningen
Hönningen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Hönningen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 28′ N, 6° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Ahrweiler
Verbandsgemeinde: Altenahr
Höhe: 200 m ü. NHN
Fläche: 10,02 km2
Einwohner: 1047 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 104 Einwohner je km2
Postleitzahl: 53506
Vorwahlen: 02643, 02695
Kfz-Kennzeichen: AW
Gemeindeschlüssel: 07 1 31 029
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Roßberg 3
53505 Altenahr
Webpräsenz: www.hoenningen-ahr.de
Ortsbürgermeister: Hans-Josef Weber (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Hönningen im Landkreis Ahrweiler
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Über dieses Bild
Hönningen
Brunnenhaus
Kleine Gasse im Dorfkern

Hönningen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Altenahr an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Ahrtal, in einer nach Nordwesten verlaufenden Flussschleife der Ahr.

Hönningen liegt etwa sieben Kilometer südwestlich von Altenahr und 23 km südwestlich von Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie zwölf Kilometer von Adenau und dem Nürburgring. Hönningen ist über die B 257 Bonn–Bitburg oder mit Busanbindung vom Haltepunkt Ahrbrück an der Unteren Ahrtalbahn zu erreichen.

Zu Hönningen gehören der Ortsteil Liers und der Wohnplatz Liersbachtal.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hönningen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Hönningen weist auf eine fränkische Siedlung hin. Es wurde früher Hunighofen genannt. Schon seit der Mitte des 7. Jahrhunderts ist die Metzer Abtei St. Arnulf in Hönningen begütert. Das mundartliche „Hünge“ hat hier seinen Ursprung. Im Jahre 1084 tritt die Abtei St. Arnulf ihren Besitz in Hönningen an das Stift St. Kunibert in Köln ab. Aus diesem Grunde ist auch der hl. Kunibert der Kirchenpatron der Pfarrei Hönningen. Der Liber valoris nennt Hönningen 1316 als Pfarrei Hönningen. Die Rechte in Hönningen gehen 1494 an die Johanniter-Kommende in Adenau, die bereits seit 1291 in Hönningen begütert waren.

Über 300 Jahre gehörte Hönningen mit seinen Filialen Dümpelfeld, Niederadenau und Liers dem Johanniterorden. Der Erweiterungsbau der Kirche wurde 1896 eingeweiht. Auf dem Schlussstein der Kirche befindet sich neben dem Johanniterkreuz das Wappen derer von Orsbeck, die als Herren von der Wensburg auch Grundherren von Hönningen waren. Herrschaftlich gehörte Hönningen bis 1246 zur Grafschaft Are; seit dieser Zeit zum kurkölnischen Amt Altenahr, in dem es eine eigene Vogtei war. 1816 kam Hönningen zur Bürgermeisterei Brück im Kreis Adenau. Im Jahr 1932 kam Hönningen mit der Bürgermeisterei Brück zum Kreis Ahrweiler und 1935 bei der Zusammenlegung der früheren Bürgermeistereien Altenahr und Brück zum preußischen Amt Altenahr.[3]

Aus Hönningen stammt das später weitverzweigte Adelsgeschlecht Hoyningen-Huene, erstmals urkundlich erwähnt 1176 mit Erenbold de Hoingen.

Liers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1265 erstmals erwähnte Ort besaß schon vor der Kapelle ein Bethaus, deren Glocke 1633 gegossen wurde. 1668 wurde die heutige Kapelle dem Hl. Bartholomäus geweiht. Es ist ein kleiner, schlichter einschiffiger Saalbau aus Bruchstein, 10,70 m lang und 4,60 m breit. Der Altar aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts hat in der Nische eine Holzskulptur der Muttergottes, zu beiden Seiten Holzskulpturen des Hl. Bartolomäus und des Hl. Dionysius. Im Innern befindet sich ein um 1600 entstandenes Vesperbild, ein Holzreliquiar und ein vergoldeter Kelch, beide aus dem 18. Jahrhundert.

Die beiden Glocken wurden 1633 und 1786 gegossen. 1743 waren Reliquien des hl. Bartolomäus vorhanden, die an seinem Feste verehrt wurden, wo dann ein kleines Opfer einging. Die Kapelle war im Besitz eines kleinen Stiftungskapitals: 1743 = 142 Taler, 1835 = 291 Taler und 1900 = 730 Mark. Aus Mitteln der Kapelle konnten 1684 und 1934 Renovierungen vorgenommen werden, denen 1865 eine Ausmalung durch die Gebrüder Georg aus Prüm folgte. 1830 waren 17 Stiftungen vorhanden, darunter die hl. Messe für Pfarrer Michael Simonis (1720–1760).

Zusammenschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1972 schlossen sich die Gemeinden Hönningen (741 Einwohner) und Liers (196 Einwohner) zur Ortsgemeinde Hönningen zusammen.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Hönningen bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][5]

Jahr Einwohner
1815 557
1835 695
1871 649
1905 681
1939 784
1950 847
Jahr Einwohner
1961 837
1970 902
1987 899
1997 955
2005 1.085
2015 1.047

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Hönningen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl CDU FWG Gesamt
2014 10 6 16 Sitze
2009 11 5 16 Sitze
2004 11 5 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Hönningen und Liers e. V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Hönningen
Wappenbeschreibung: „Von Silber vor Rot, durch Wellenschnitt gespalten, vorn ein durchgehendes schwarzes Kreuz, hinten ein silbernes Johanniterkreuz.“[7]
Wappenbegründung: Während der Feudalzeit, also um 1800, bildete Hönningen die gleichnamige Vogtei im kürkölnischen Amt Altenahr. Landesherr war somit der Kurfürst von Köln. Dessen Wappen zeigte ein durchgehendes schwarzes Kreuz in Silber. Bereits seit 1494 gehörten der Hof und das Dorf Hoynghen an der Ahr zusammen mit der Pfarrkirche der Johanniterkommende in Adenau.Diese hatten bereits 200 Jahre früher, also 1290 und 1291 in dem damaligen ‚Hunighawen‘ oder ‚Hunighofen‘ genannten Ort Eigentum erworben.

Als Hinweis auf die Verbindung und die Bedeutung, die die Johanniter in Hönningen hatten, steht im zweiten Feld des Gemeindewappens das Johanniterkreuz. Der Wellenschnitt symbolisiert den Ahr-Fluss, der Hönningen und seiner Gemarkung das landschaftliche Gepräge gibt.

Seit dem 18. Juli 1983 führt die Ortsgemeinde Hünningen das oben abgebildete Wappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Kunibert
Ehemalige Schule in Liers
  • Katholische Pfarrkirche St. Kunibert aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts
  • Hubertuskapelle von 1610
  • Mehrere Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert
  • Katholische Kapelle St. Bartholomäus, ein Saalbau von 1635
  • Ehemalige Schule, ein Bruchsteinbau aus dem Jahr 1886
  • Wanderstrecken in und um Hönningen [8][9]
  • Radwanderweg entlang der Ahr
  • Naturschutzgebiet „Teufelsley“

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Hönningen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein gemeindeeigener zweigruppiger Kindergarten mit zur Zeit über 50 Kindern ist vorhanden. Mehrere Handwerksbetriebe ergänzen das örtliche Angebot.

Einige kleinere und größere Gewerbebetriebe, so wie zwei Bankfilialen, eine Tankstelle und ein Architekturbüro sind ansässig. [10]

Die Bundesstraße 257 von Bonn nach Bitburg führt durch die Gemeinde. Der Bahnhof Hönningen (Ahr) lag an der Ahrtalbahn, die inzwischen nur noch bis Ahrbrück führt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Erich Alken (1909–1986), Mediziner
  • Johann Hubert Hoffmann (1889–1960), Landwirt, Landwirtschaftslehrer, Mitglied des Deutschen Bundestages

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hönningen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 1. Januar 2017, S. 6, abgerufen am 1. August 2017 (PDF; 1,85 MB).
  3. Ignaz Görtz: Rückblick auf neun Jahrhunderte wechselvoller Geschichte – Hönningen feierte 900jähriges Bestehen. Heimatjahrbuch 1985 des Kreises Ahrweiler (Online-Ausgabe)
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 180 (PDF; 2,1 MB)
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Wappenbeschreibung-/begründung. Ortsgemeinde Hünningen, abgerufen am 8. August 2017.
  8. Wanderroute Hönningen. Abgerufen am 6. August 2017.
  9. Wanderroute Ahrtal - Hönningen - Teufelsley. Abgerufen am 6. August 2017.
  10. Wirtschaft in Hönningen. Abgerufen am 8. August 2017.