HC Bozen

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HC Bolzano - Bozen Foxes
Größte Erfolge
Vereinsinformationen
Geschichte HC Bozen (seit 1933)
Standort Bozen, Südtirol
Spitzname Foxes
Vereinsfarben rot, weiß
Liga Erste Bank Eishockey Liga
Spielstätte Eiswelle
Kapazität ca. 7.200 Plätze
Geschäftsführer ItalienItalien Otto Massimo
Cheftrainer KanadaKanada Clayton Beddoes
Kapitän ItalienItalien Anton Bernard
Saison 2018/19 4. Platz (Hauptrunde)
6. Platz (Platzierungsrunde)
Playoff-Viertelfinale

Der HC Bozen (ital.: HC Bolzano) ist ein italienischer Eishockeyverein aus Bozen in Südtirol, der in der österreichischen Erste Bank Eishockey Liga spielt.

Der Verein ist 19-facher italienischer Meister und damit auch italienischer Rekordmeister, zudem konnte der Klub dreimal die Coppa Italia, den Pokalwettbewerb der italienischen Liga, gewinnen. Ebenso gewann der HC Bozen drei Mal die Supercoppa Italiana. Zu den größten internationalen Erfolgen gehören der Gewinn der Alpenliga in der Saison 1993/1994 und des Sechs-Nationen-Turniers[1], auch Europäischer Ligacup[1] genannt, im Jahr 1994.

Seine Heimspiele trägt der HC Bozen in der 7.200 Zuschauer fassenden Mehrzweckhalle „Eiswelle“ (ital. Palaonda) aus, auch der Frauen-Eishockeyverein HC Eagles Bozen ist in der Eiswelle zu Hause.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der HC Bozen wurde im Jahr 1933 gegründet und trug in den ersten zwanzig Jahren seine Heimspiele auf einer Natureisbahn in der Nähe des Bozner Zugbahnhofes aus. Erst 1953 übersiedelte der Club in die Bozner Messehalle, womit erstmals Kunsteis zur Verfügung stand. Elf der insgesamt neunzehn italienischen Meistertitel wurden dort gewonnen, ehe die Mannschaft 1994 die für die Eishockey-Weltmeisterschaft der Gruppe A neu errichtete Eiswelle bezog. Zur selben Zeit nahm die Mannschaft auch an der Alpenliga teil, einem internationalen Eishockeywettbewerb, an dem auch Mannschaften aus Slowenien und Österreich beteiligt waren. Neben einem Meister- und drei Vizemeistertiteln in diesem Bewerb konnte die Mannschaft auch sieben weitere italienische Titel gewinnen, den letzten davon im Jahr 2012. Dazu kam der dreimalige Gewinn der Coppa Italia, des Pokalwettbewerbs der italienischen Liga. Weitere Erfolge waren drei Gewinne der Supercoppa Italiana und des Sechs-Nationen-Turniers, auch Europäischer Ligacup genannt, im Jahr 1994.[1]

Im Jahr 2013 bewarb sich der HC Bozen um die Aufnahme in die österreichische Erste Bank Eishockey Liga (EBEL), nachdem frühere Anträge ein ums andere Mal am Widerstand des italienischen Eishockeyverbandes gescheitert waren. Die chaotischen Verhältnisse im italienischen Eishockey ebneten dem Club jedoch den Weg zu einer Teilnahme, da kurz zuvor ein Großteil der Clubs aus der zweiten Spielklasse zur Teilnahme an der ebenfalls supranationalen Inter-National-League freigegeben worden war.[2]

Für die Teilnahme an der EBEL wurde unter der Führung von Sportdirektor Dieter Knoll und Cheftrainer Tom Pokel ein völlig neues Team zusammengestellt, um in der gegenüber der italienischen Liga stärkeren EBEL konkurrenzfähig zu sein. Bei der Kaderplanung wurden auch einige sogenannte Italo-Kanadier berücksichtigt, also kanadische Spieler mit italienischen Wurzeln. In der EBEL trat der HC Bozen in seiner ersten Saison als HCB Südtirol auf. Bozen schaffte es erst im letzten Augenblick, einen Kader aufs Eis zu bringen. Das Budget der Weißroten war ein Viertel oder gar ein Fünftel von jenem der österreichischen Spitzenklubs. Allgemein wurde damit gerechnet, dass der HCB Südtirol abgeschlagen in der unteren Tabellenhälfte landen würde. Doch dann sicherte sich die Mannschaft gleich im ersten Jahr sensationell den Meistertitel (Sieg in der Overtime im entscheidenden fünften Match in Salzburg). Damit gewann zum ersten Mal ein Team, das nicht in Österreich beheimatet ist, die Meisterschaft. Auch in den folgenden vier Spielsaisonen erreichte der HCB Südtirol immer wenigstens das Viertelfinale. In der Spielzeit 2017/18 konnte dann sogar der zweite Titel eingefahren werden, nachdem man in der Regular Season lange Zeit am letzten Platz gestanden und sich erst im letzten Spiel der Zwischenrunde für die Playoffs qualifiziert hatte. Meister dieses Erfolges waren der Finne Kai Suikkanen, der ab Dezember das Traineramt übernahm, und sein Landsmann Pekka Tuokkola, der ebenfalls in der laufenden Saison zu den Füchsen wechselte, um deren Tor zu hüten.

Die Zuschauerzahlen in der heimischen Eiswelle stiegen konstant an; zuletzt lag der Schnitt in der regular season über 3.000 - für italienische Verhältnisse ein mehr als beachtliches Ergebnis.

Hauptsponsor des Clubs war über viele Jahre die Supermarkt-Kette Interspar und die Brauerei Forst, seit der Saison 2015/2016 ist die Alperia AG neuer Hauptsponsor.

Neben der Kampfmannschaft betreibt der Club auch diverse Nachwuchsteams. Entgegen der in der EBEL geltenden Regelungen nimmt jedoch keine Mannschaft an der Erste Bank Young Stars League und der Erste Bank Juniors League teil.

Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader der Saison 2018/19[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 10. August 2018

Nr. Nat. Spieler Pos. Geburtsdatum im Team seit Geburtsort
31 KanadaKanada Leland Irving G 11. April 1988 2018 Barrhead, Kanada
ItalienItalien Hannes Treibenreif G 22. Mai 1997 2018 Bozen, Italien
62 ItalienItalien Tobias Brighenti D 22. Oktober 1996 2018 Bozen, Italien
51 KanadaKanada Tim Campbell D 15. Februar 1991 2018 Thornhill, Kanada
5 KanadaKanada Paul Geiger D 28. Juli 1992 2018 Stouffville, Kanada
21 ItalienItalien Daniel Glira D 25. März 1994 2016 Innichen, Italien
44 KanadaKanada Matt MacKenzie D 15. Oktober 1991 2018 New Westminster, Kanada
88 ItalienItalien Stefano Marchetti D 11. Oktober 1986 2017 Trento, Italien
40 FinnlandFinnland Markus Nordlund D 27. Juli 1985 2018 Eurajoki, Finnland
53 KanadaKanada Jordan Rowley D 03. April 1990 2018 Edmonton, Kanada
ItalienItalien Ivan Tauferer D 26. Januar 1995 2018 Bozen, Italien
18 ItalienItalien Anton Bernard – C RW 18. April 1989 2010 Bozen, Italien
20 KanadaKanada Riley Brace RW 07. März 1992 2018 Fitzroy Habour, Kanada
24 Flag of Canada and Italy.svg Massimo Carozza C 19. Mai 1996 2018 Montréal, Kanada
43 Flag of Canada and Italy.svg Daniel Catenacci C 09. März 1993 2018 Richmond Hill, Kanada
47 KanadaKanada Andrew Crescenzi C 29. Juli 1992 2018 Thornhill, Kanada
46 ItalienItalien Ivan Deluca F 28. Juli 1997 2018 Sterzing, Italien
36 KanadaKanada Brett Findlay LW 13. Oktober 1992 2018 Echo Bay, Kanada
94 ItalienItalien Daniel Frank LW 21. März 1994 2013 Meran, Italien
93 ItalienItalien Luca Frigo LW 30. Mai 1993 2016 Moncalieri, Italien
8 ItalienItalien Marco Insam LW 05. Juni 1989 2018 Wolkenstein, Italien
22 FinnlandFinnland Matti Kuparinen C 16. Oktober 1984 2018 Pori, Finnland
26 Flag of Canada and Italy.svg Angelo Miceli C 01. März 1994 2017 Montréal, Kanada
19 Flag of Canada and Italy.svg Alex Petan RW 02. Mai 1992 2017 Delta, Kanada
15 ItalienItalien Viktor Schweitzer LW 15. Juni 1992 2017 Innichen, Italien
ItalienItalien Markus Spinell RW 09. Juni 1997 2018 Bozen, Italien

Farmteamregelung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis August 2010 war der HC Eppan Pirates aus der italienischen Serie A2 das Farmteam des HC Bozen, ehe der HC Eppan die Kooperation beendete.[3] Am 22. September des gleichen Jahres wurde die Zusammenarbeit mit dem HC Eppan erneut gestartet.[4]

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Spiel gegen den SV Ritten, 30. Dezember 2006

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen: sonice.it[5]; bhsa.it[6]

Zeit Trainer
1948–1950 UngarnUngarn Sandor Ott
1953/54 TschechoslowakeiTschechoslowakei Milan Matouš
1962–1965 Kanada und Italien Carmine Tucci
1966/67 TschechoslowakeiTschechoslowakei Lolek Cetkovský
1968/69 TschechoslowakeiTschechoslowakei Bohuslav Rejda
1972–1974 ItalienItalien Gino Camin, KanadaKanada Gerard Morin
1974/75 Sandy Archer
1975/76 Jack Holmes
1976–1979 SchwedenSchweden Gösta Johansson
1979–1981 Jack Holmes
1981–1983 TschechoslowakeiTschechoslowakei Jaroslav Pavlu
1983/84 Toni Waldmann
1984–1989 KanadaKanada Ron Chipperfield
1989–1991 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Rudi Hiti
1991 KanadaKanada Bernie Johnston
1991–1994 KanadaKanada Ron Ivany
1994–1996 Kanada und Italien Bob Manno
1996/97 ItalienItalien Adolf Insam
1997/98 ItalienItalien Roberto Varotto, PolenPolen Czesław Panek
1998/99 SchwedenSchweden Kent Johansson
1999/2000 DeutschlandDeutschland Bernd Haake
2000/01 PolenPolen Czesław Panek
2001/02 KanadaKanada Tom Coolen, ItalienItalien Robert Oberrauch
2002/03 KanadaKanada Ron Kennedy
2003/04 RusslandRussland Michail Wassiljew
2004/05 SchweizSchweiz Riccardo Fuhrer, Kanada und Italien Bruno Zarrillo
2005/06 SchwedenSchweden Johan Strömwall
2006/07 SchwedenSchweden John Sletvoll, ItalienItalien Stefan Mair KanadaKanada Doug McKay, SchwedenSchweden Morgan Samuelsson
2007/08 FinnlandFinnland Jari Helle, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jamie Dumont, KanadaKanada Doug McKay
2008/09 FinnlandFinnland Jari Helle
2009/10 Kanada und Deutschland Jamie Bartman, FinnlandFinnland Jari Helle
2010–2012 ItalienItalien Adolf Insam
2012/13 KanadaKanada Brian McCutcheon
2013/14 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Tom Pokel
2014/15 KanadaKanada Mario Simioni, KanadaKanada Don MacAdam
2015–2017 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Tom Pokel
2017 Kanada und Italien Pat Curcio
2017–2019 FinnlandFinnland Kai Suikkanen
seit 2019 KanadaKanada Clayton Beddoes

Saisonbilanz in der Erste Bank Eishockey Liga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Tabelle gibt die Bilanz des Clubs für dessen Spielzeiten in der Erste Bank Eishockey Liga wieder. Berücksichtigt wurden alle Vorrunden- und Zwischenrunden Spiele exklusive der Bonuspunkte.

Saison SP S N SNV/P NNV/P T GT TVH Punkte Rang Playoffs
2013/14 54 31 15 8 162 148 +14 70 2 Viertelfinal-Sieg gegen Fehérvár AV19 (4:0)
Halbfinal-Sieg gegen den EC VSV (3:1)
Final-Sieg gegen den EC Red Bull Salzburg (3:2)
2014/15 54 28 23 3 156 147 +9 59 7 Viertelfinal-Out gegen den EHC Linz (3:4)
2015/16 54 24 19 6 5 158 143 +15 891 4 Viertelfinal-Out gegen den EHC Linz (2:4)
2016/17 54 24 21 3 6 165 168 −3 851 6 Viertelfinal-Sieg gegen den EHC Linz (4:1)
Halbfinal-Out gegen die Vienna Capitals (0:4)
2017/18 54 20 23 6 5 155 141 +14 791 8 Viertelfinal-Sieg gegen den EC-KAC (4:2)
Halbfinal-Sieg gegen die Vienna Capitals (4:1)
Final-Sieg gegen den EC Red Bull Salzburg (4:3)
Summe 270 127 101 15 27 796 747 +49 382
1 Ab der Saison 2015/16 gilt die 3-Punkte-Regel

Spielstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimstätte des Clubs ist die 1994 in der Bozner Industriezone erbaute Mehrzweckhalle namens Eiswelle (ital. Palaonda). Sie fasst insgesamt 7.200 Zuschauer. Neben dem HC Bozen ist auch der Frauen-Eishockeyclub HC Eagles Bozen dort zu Hause.

Der Name des Bauwerks stammt von der unverwechselbaren Form der Dachkonstruktion. Für die Teilnahme an der EBEL wurden dem HC Bozen diverse Auflagen übergeben, die eine geringfügige Modernisierung (Lichtverhältnisse für TV-Übertragungen u. Ä.) notwendig machten.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Coupe des ligues européennes 1994/95 bei hockeyarchives.info (französisch), abgerufen am 17. Juli 2010
  2. Aufnahme von HC Bozen in EBEL ist fix
  3. hceppan.it: HC Bozen antwortet auf die Kritik des HC Eppan – 31 August 2010 (Memento des Originals vom 3. September 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hcb.net
  4. hcb.net: HC Bozen beginnt Meisterschaft in Klobenstein@1@2Vorlage:Toter Link/www.hcb.net (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. sonice.it: Trainer des HC Bozen
  6. bhsa.it:@1@2Vorlage:Toter Link/www.bhsa.it(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: BHSA – The Badger’s Hockey Stats Archive)
  7. Servus TV begutachtet Eiswelle (Memento des Originals vom 7. August 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hcb.net, Bericht auf der Homepage des HCB vom 1. August 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: HC Bozen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien