Altendorf (Landkreis Bamberg)

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Wappen Deutschlandkarte
Altendorf (Landkreis Bamberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Altendorf hervorgehoben

Koordinaten: 49° 48′ N, 11° 1′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bamberg
Höhe: 251 m ü. NHN
Fläche: 8,7 km2
Einwohner: 2111 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 243 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96146
Vorwahl: 09545
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 111
Gemeindegliederung: 2 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Jurastr. 1
96146 Altendorf
Website: www.altendorf-gemeinde.de
Bürgermeister: Karl-Heinz Wagner[2] (CSU)
Lage der Gemeinde Altendorf im Landkreis Bamberg
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Über dieses Bild

Altendorf ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die oberfränkische Gemeinde liegt im Regnitztal im Süden des Landkreises Bamberg, grenzt an den Forchheims und hat mit Altendorf sowie Seußling zwei Gemeindeteile. Durch das Gemeindegebiet fließt die Regnitz. Der Main-Donau-Kanal führt unweit des Flusses von Bamberg kommend weiter Richtung Kehlheim. Mit über 15 % des Gemeindegebietes bilden u. a. die vielen Baggerseen um Altendorf die Wasserflächen der Gemeinde.[3] Altendorf liegt in der Region Oberfranken-West.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind:

Hirschaid
Hirschaid Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Buttenheim
Hallerndorf
(Landkreis Forchheim)
Eggolsheim
(Landkreis Forchheim)

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altendorf hat zwei Gemeindeteile (in Klammern sind der Siedlungstyp und die Einwohnerzahlen Stand: 30. Dezember 2011) angegeben:[4][5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siedlungsgebiete 50 n. Chr.

Zahlreiche Funde aus der Keltenzeit beweisen die frühe Besiedlung. Um die Zeitenwende drangen Elbgermanen in die Gegend ein. Ein germanisches Gräberfeld im Bereich des Neubert-Baggersees wurde rund 450 Jahre lange genutzt. Um das Jahr 50 lag der Ort mitten im Siedlungsgebiet des Stammes der Narisker.

Während Altendorf als slawisches Runddorf erstmals im Jahre 1096 erwähnt wurde, wurde der Ortsteil Seußling bereits ab 800 als Kirchdorf genannt. Hier stand eine der 14 Slawenkirchen aus der Zeit der Slawenmission Karls des Großen. Der Pfarrsprengel Seußlings reichte bis weit in den Steigerwald hinein.

Altendorf gehörte vor der Säkularisation zum Hochstift Bamberg und ab 1500 auch zum Fränkischen Reichskreis. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1840 führte der Ludwig-Donau-Main-Kanal direkt an Altendorf vorbei. In den 1960er Jahren wurde er dort mit dem Main-Donau-Kanal überbaut.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Kirche in Altendorf ist eine Filialkirche von Sankt Bartholomäus, Buttenheim. Auf dem Gemeindegebiet gibt es noch die katholische Pfarrgemeinde Sankt-Sigismund Seußling.

Die Pfarrkirche St. Sigismund erhielt ihr Patronat, als Kaiser Karl IV. im Jahr 1354 die Gebeine des Heiligen aus Saint Maurice im Schweizer Kanton Wallis nach Prag überführen ließ. Der Schrein wurde auch in Seußling niedergestellt. Dabei blieb ein Arm des toten Königs als Reliquie in der Pfarrkirche.

Laut Zensus am 9. Mai 2011 sind 75,7 % der Einwohner römisch-katholisch und 11,5 % evangelisch-lutherisch. 12,8 % haben eine andere Religion oder sind konfessionslos.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Seußling eingegliedert.[6]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1978 wurde die Verwaltungsgemeinschaft Buttenheim, bestehend aus Buttenheim und Altendorf, gegründet. Am 1. Januar 2002 wurde diese Körperschaft aufgelöst, seither haben beide Gemeinden eine eigene Verwaltung.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 0937 Einwohner
  • 1970: 1274 Einwohner
  • 1987: 1542 Einwohner
  • 1991: 1660 Einwohner
  • 1995: 1781 Einwohner
  • 2000: 2006 Einwohner
  • 2005: 2024 Einwohner
  • 2010: 1993 Einwohner
  • 2015: 2026 Einwohner

Der Bevölkerungszuwachs betrug von 1961 bis 1970 36 Prozent. Dies ist auf die verkehrsgünstige Lage und die Erschließung umfangreicher Neubaugebiete zurückzuführen.

Im Zeitraum von 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 1593 auf 2120 um 527 Einwohner bzw. um 33,1 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wahlbeteiligung der letzten Kommunalwahl 2020 lag in Altendorf bei 58,4 %.[8] Der Altendorfer Gemeinderat setzt sich seit dem aus Vertretern folgender Parteien und Wählergemeinschaften zusammen[9] (2014, 2008, 2002):

  • Freie Wählergemeinschaft Seußling (FWS) 25,7 % – 4 Sitze (3, 3, 3)
  • Zum Wohle der Bürger (ZWdB) 24,2 % – 3 Sitze (3, 4,3)
  • CSU 22,3 % – 3 Sitze (3, 3,4)
  • Unabhängiger Bürgerblock (UBB) 16,2 % – 2 Sitze (3, 3, 3)
  • Aktive Bürger (AKB) 11,6 % – 2 Sitze (2, 1, 1)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2008 Karl-Heinz Wagner (CSU). Dieser wurde mit 90,26 % der Stimmen ohne Gegenkandidaten zum Bürgermeister gewählt und 2014 und 2020 ebenfalls ohne Gegenkandidaten mit 89,66 % bzw. 80,25 % wiedergewählt.[10] Sein Vorgänger war Wolfgang Rössler vom Unabhängigen Bürgerblock (UBB).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altendorf(Oberfranken).jpg
Blasonierung: „Unter rotem Schildhaupt, darin ein waagrechter silberner Schlüssel, in Gold ein schwarzes Pferd.“[11]

Wappenführung seit 1969.

Wappenbegründung: Das schwarze Pferd findet sich bereits auf einer silbernen Münze, die auf Siedlungsgelände der Kelten gefunden und vermutlich um das Jahr 80 v. Chr. geprägt wurde. Der silberne Schlüssel im Kopf des Wappens weist auf die Verbindung zum Adelsgeschlecht der Schlüsselberger hin.[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Egloffsteiner Hof stammt aus dem Jahr 1510 und die Altendorfer Mühle aus dem 18. Jahrhundert.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr im Oktober findet das traditionelle Kürbisfest statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2017 gibt es 946 Sozialversicherungspflichtige am Wohnort, bei insgesamt 1028 Beschäftigten am Arbeitsort. In der Gemeinde sind 5 Gewerbebetriebe einer Größe von über 20 Arbeitnehmern ansässig, in denen 831 Menschen arbeiten. Gab es in 2003 noch 11 landwirtschaftliche Betriebe mit einer genutzten Fläche über 5 ha, sind es in 2016 nur noch 4 dieser Größenordnung. Letztere und noch einige verbliebene Kleinstbetriebe nutzen die 380 ha landwirtschaftliche Fläche des 8,7 km² großen Gemeindegebietes.[13]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt östlich von Altendorf verläuft die Bundesautobahn 73 (Bamberg-Nürnberg).

Durch den Ort führt seit 1844 die Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg, wobei stündlich Regionalbahnen am Haltepunkt Buttenheim halten.

Westlich liegt der Main-Donau-Kanal; die nächstgelegenen Nutzungsmöglichkeiten bieten die Häfen Eggolsheim.

Freiwillige Feuerwehren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Altendorf und Seußling gibt es Freiwillige Feuerwehren.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018):

  • Eine Kindertageseinrichtung mit 145 genehmigten Plätzen, die in 2018 von 129 Kindern genutzt wurden.[14]
  • Schulhaus Altendorf der Deichselbachschule Buttenheim mit erster und zweiter Klasse.[15]
  • Seniorenhaus St. Marien der SeniVita Unternehmensgruppe[16]
  • Gemeindebücherei

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Altendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Altendorf: Gemeindegremien. Abgerufen am 19. August 2020.
  3. [1]
  4. Gemeinde Altendorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 25. März 2021.
  5. Gemeinde Altendorf, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 3. Dezember 2021.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 673.
  7. Sechstes Gesetz zur Änderung der Gliederung von Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften vom 23. November 2001 (GVBl S. 738).
  8. [2]
  9. [3]
  10. [4]
  11. Eintrag zum Wappen von Altendorf (Landkreis Bamberg) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  12. Eintrag zum Wappen von Altendorf (Landkreis Bamberg) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  13. [5]
  14. [6]
  15. [7]
  16. [8]