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Hannes Ocik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Hannes Ocik
Nation Deutschland Deutschland
Geburtstag 8. Juni 1991
Geburtsort RostockDeutschland
Größe 191 cm
Gewicht 93 kg
Beruf Polizeiobermeister
Karriere
Disziplin Riemen
Verein Schweriner Rudergesellschaft
Trainer Uwe Bender
Nationalkader seit 2009
Status aktiv
Karriereende 2024
Medaillenspiegel
Olympia 0 × Goldmedaille 2 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Ruder-WM 3 × Goldmedaille 2 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Ruder-EM 7 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
U23-WM 1 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
Junioren-WM 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Olympische Ringe
 Olympische Spiele
Silber 2016 Rio de Janeiro Achter
Silber 2020 Tokio Achter
Logo der FISA
 Weltmeisterschaften
Silber 2013 Chungju Achter
Silber 2015 Aiguebelette Achter
Gold 2017 Sarasota Achter
Gold 2018 Plowdiw Achter
Gold 2019 Linz Achter
Logo der FISA
 Europameisterschaften
Gold 2013 Sevilla Achter
Gold 2015 Posen Achter
Gold 2016 Brandenburg Achter
Gold 2017 Račice u Štětí Achter
Gold 2018 Glasgow Achter
Gold 2019 Luzern Achter
Gold 2020 Posen Achter
Silber 2024 Szeged Achter
Logo der FISA
 U23-Weltmeisterschaften
Silber 2010 Brest Vierer mit
Gold 2011 Amsterdam Vierer ohne
Bronze 2012 Trakai Zweier ohne
Logo der FISA
 Junioren-Weltmeisterschaften
Gold 2009 Brive Achter
Letzte Änderung: 29. April 2024

Hannes Ocik (* 8. Juni 1991 in Rostock) ist ein ehemaliger deutscher Ruderer und Polizist. Er war acht Jahre lang Schlagmann des Deutschlandachters und zählt zu den erfolgreichsten deutschen Ruderern seiner Generation.

Mit dem Achter gewann er zweimal olympisches Silber (2016, 2021), wurde dreimal Weltmeister (2017–2019) und mehrfach Europameister. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn absolvierte Ocik ein Studium im Bereich Sportmanagement und ist seitdem freiberuflich für ZDF Sport als Experte und Co-Kommentator für Rudern tätig.

Sportliche Karriere

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Der 1,91 m große Ocik begann 2006 mit dem Rudersport und startet für die Schweriner Rudergesellschaft. Seinen ersten internationalen Erfolg errang er bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2009, als er Weltmeister mit dem Achter wurde. Bei den U23-Weltmeisterschaften belegte er 2010 den zweiten Platz im Vierer mit Steuermann, 2011 den ersten Platz im Vierer ohne Steuermann in Altersklassen-Weltbestzeit[1] und 2012 den dritten Platz im Zweier ohne Steuermann. 2013 trat Ocik international erstmals im Deutschland-Achter an und gewann Gold bei den Europameisterschaften 2013 sowie Silber hinter dem britischen Achter bei den Weltmeisterschaften. Nach einem Jahr krankheitsbedingter[2] Pause vom internationalen Regattageschehen kehrte Ocik 2015 als Schlagmann in den Deutschland-Achter zurück, bei den Europameisterschaften gewann der deutsche Achter vor den Briten. Bei den Weltmeisterschaften siegten wie in den beiden Jahren zuvor die Briten vor den Deutschen. Auch zum Auftakt der Olympiasaison 2016 gelang dem Deutschland-Achter ein Sieg bei den Europameisterschaften, vor heimischem Publikum in Brandenburg an der Havel siegte das deutsche Boot vor Russen und Briten. Im Finale der Olympischen Spiele 2016 war dann der Zieleinlauf wieder wie bei den Weltmeisterschaften 2013 bis 2015, hinter den Briten erhielten die Ruderer des Deutschland-Achters die Silbermedaille.

Für seine sportlichen Leistungen wurde Ocik am 1. November 2016 von Bundespräsident Gauck mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.[3]

Im Mai 2017 gewann der Deutschland-Achter mit Ocik die Goldmedaille bei den Europameisterschaften 2017. Nach Siegen beim Weltcup in Posen und Luzern blieb der Deutschland-Achter auch bei den Weltmeisterschaften 2017 ungeschlagen und siegte vor den Booten und den Vereinigten Staaten und aus Italien.

Am 8. Dezember 2017 wurde Ocik gemeinsam mit Johannes Weißenfeld, Felix Wimberger, Maximilian Planer, Torben Johannesen, Jakob Schneider, Malte Jakschik, Richard Schmidt und Steuermann Martin Sauer mit dem Award Crew of the Year ausgezeichnet. Dieser wird jährlich vom Weltruderverband FISA verliehen und ging erstmals seit der Einführung an eine deutsche Rudermannschaft.

2018 gewann der Deutschland-Achter in der gleichen Besetzung wie 2017 alle drei Regatten im Weltcup. Bei den Europameisterschaften in Glasgow siegte der Achter vor den Niederländern und den Rumänen. Anderthalb Monate später gewann der Achter auch den Titel bei den Weltmeisterschaften in Plowdiw vor den Australiern und den Briten. Zu Beginn der Saison 2019 siegte der Deutschland-Achter bei den Europameisterschaften 2019 in Luzern vor den Briten und den Niederländern. Bei den Weltmeisterschaften siegten die Deutschen vor den Niederländern und den Briten. Bei den Europameisterschaften 2020 siegten die Deutschen vor den Rumänen und den Niederländern. Im Jahr darauf siegten die Briten bei den Europameisterschaften in Varese vor den Rumänen und den Niederländern, die Deutschen erreichten den vierten Platz. Bei den Olympischen Spielen in Tokio gewannen die Deutschen ihren Vorlauf und erkämpften im Finale die Silbermedaille mit einer Sekunde Rückstand auf die Neuseeländer. Nach den Olympischen Spielen in Tokio wechselte Ocik zunächst in den Skullbereich.[4], beendete diesen Abschnitt jedoch nach durchwachsenen Ergebnissen in der Saison 2022 und kehrte anschließend nach Dortmund zum Deutschlandachter zurück.

Nach seiner Rückkehr kämpfte er sich erneut in das Team, wurde jedoch nach einem Bootsschaden im Vorfeld der deutschen Kleinbootmeisterschaften gemeinsam mit seinem Zweierpartner lediglich als Ersatzmann nominiert.

Im März 2024 wurde Ocik in Berlin gemeinsam mit den Teamkollegen aus den Jahren 2018 und 2019 nachträglich mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.

In derselben Saison gelang ihm die Rückkehr in den Deutschlandachter, in dem er wieder als Schlagmann eingesetzt wurde und mit dem er bei den Europameisterschaften 2024 die Silbermedaille gewann – die erste internationale Medaille für das Boot seit den Olympischen Spielen 2021.[5]

Beim anschließenden Weltcup in Luzern belegte das Team den fünften Platz. Im weiteren Verlauf der Saison wurde Ocik nicht mehr für das Team Deutschlandachter berücksichtigt.

Nach rund 20 Jahren im Leistungssport beendete er im September 2024 seine aktive Karriere.

Berufliche Karriere

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Nach dem Abitur 2011 machte Ocik seine Grundausbildung bei der Bundeswehr und war bis 2012 Teil der Sportfördergruppe in Appen.

Im September 2012 begann Hannes Ocik seine Ausbildung im mittleren Dienst an der FH Güstrow zum Polizeimeister und ist seither Teil der Sportfördergruppe. Mit der Streckung der Ausbildungszeit und der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 beendete Ocik seine Ausbildung im März 2017. Seitdem ist Ocik bei der Bereitschaftspolizei in Rostock stationiert.

Parallel zu seiner sportlichen Laufbahn absolvierte Ocik ein Fernstudium im Bereich Sportmanagement an der Hochschule Wismar, das er erfolgreich abschloss.

Im September 2021 wurde Ocik zum Polizeiobermeister ernannt. Im Jahr 2024 entschied er sich, den Polizeidienst zu beenden; sein Ausscheiden erfolgte im Jahr 2025.

Seit 2025 ist Ocik freiberuflich für ZDF Sport tätig, wo er als Experte und Co-Kommentator für Rudern zum Einsatz kommt.

Darüber hinaus hält er seit dem Ende seiner aktiven Sportkarriere Impulsvorträge zu Themen wie Motivation, Teamarbeit und Führung, die sich an Inhalte seiner beruflichen und sportlichen Erfahrungen anlehnen.[6]

Hannes Ocik heiratete im August 2024 die Moderatorin Nele Schenker.[7]

Commons: Hannes Ocik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. U23 Best Times. In: www.worldrowing.com. Weltruderverband, abgerufen am 20. März 2016 (englisch).
  2. Oliver Jensen: Hannes Ocik im Interview: „Das ist ein schmaler Grat“. In: rudersport – das offizielle Verbandsmagazin des Deutschen Ruderverbandes. März 2016, ISSN 0342-8281, S. 20–21.
  3. Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes. In: www.bundespraesident.de. Bundespräsidialamt, 1. November 2016, abgerufen am 30. Dezember 2016.
  4. Ruderer Ocik verlässt den Achter. In: ndr.de. 20. November 2021, abgerufen am 12. Dezember 2021.
  5. Carsten Oberhagemann: Deutschland-Achter gewinnt EM-Silber. In: Deutschland-Achter. 27. April 2024, abgerufen am 1. November 2025.
  6. www.hannes-ocik.de. Abgerufen am 8. Oktober 2025.
  7. Promiauflauf am Starnberger See: TV-Moderatorin heiratet Olympia-Star. In: Gala. 26. August 2024, abgerufen am 26. August 2024.