Schlieben

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schlieben (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schlieben
Schlieben
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schlieben hervorgehoben
Koordinaten: 51° 43′ N, 13° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Elbe-Elster
Amt: Schlieben
Höhe: 89 m ü. NHN
Fläche: 78,64 km²
Einwohner: 2452 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04936
Vorwahl: 035361
Kfz-Kennzeichen: EE, FI, LIB
Gemeindeschlüssel: 12 0 62 445
Stadtgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Herzberger Straße 7
04936 Schlieben
Webpräsenz: www.schlieben.com
Bürgermeisterin: Cornelia Schülzchen (CDU)
Lage der Stadt Schlieben im Landkreis Elbe-Elster
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Schlieben von Süden, rechts das Amtshaus

Schlieben ist die älteste Stadt im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg und Verwaltungssitz des gleichnamigen Amtes. Sie blickt auf eine über 1000-jährige Geschichte zurück.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Schlieben liegt im Süden Brandenburgs, nahe der Grenze zu Sachsen und Sachsen-Anhalt und etwa 90 km südlich von Berlin. Schlieben ist gekennzeichnet durch seine weitreichenden Felder im ausgeprägten Tiefland mit einigen Erhebungen. Südöstlich von Schlieben befindet sich der Übergang zwischen Elbe-Elster-Land und Niederlausitz. Die Landstraße nach Dahme führt über die südlichen Auszüge des niederen Fläming im nördlichen Stadtgebiet.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Schenkung Kaiser Ottos I. von 956 an das Moritzkloster in Magdeburg, die sich auch auf Schlieben beziehen könnte, wird vielfach als älteste Nachricht zur Ortsgeschichte Schliebens angesehen. Erstmals erwähnt wird Schlieben in einer Urkunde vom 5. Juni 973, in der Kaiser Otto II. die Schenkung von 956 über Honigzehnt "in provinciis ... Zliuuini, Lusice" bestätigte. 1181 testierte ein Gumbertus de Zliv.[2] Um 1200 erbauten Zisterziensermönche die Martinskapelle. Priester Waldvogel wirkte 1228 als erster Geistlicher in Schlieben. Wahrscheinlich im 13. oder 14. Jh. erfolgte der Bau der Kirche St. Martin. Ebenfalls im 14. Jh. datiert der Bau des Schlosses und der Kirche in Lebusa.

Im Jahre 1425 wurde Schlieben Schlossdorf und besaß eine Schäferei. 1510 wurden erstmals Weinkeller erwähnt. Martin Luther besuchte 1529/30 Schlieben. Im Jahre 1606 erhielt Schlieben Stadtrecht. 1631 wurde die Stadt durch Truppen des Kaisers Ferdinand II. zerstört. Die Pest rottete 1634 ganze Familien aus. Im Jahre 1637 wurde Schlieben im Dreißigjährigen Krieg durch schwedische Truppen zerstört. 1672 waren nach Schlieben eingepfarrt: Berga, Naundorf, Werchluga (heute Wehrhain), Frankenhain und die zwei Filialen Oelsig und Krassig.

Im Jahre 1778 entstand das Amtsgerichtsgebäude in Schlieben.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde in Berga ein Außenlager des KZ Buchenwald errichtet, in dem 2.000 Häftlinge zu Zwangsarbeit in der Munitionsfabrik HASAG eingesetzt wurden (siehe dazu Außenlager Schlieben). Die Toten des Lagers ruhen auf dem Friedhof Am Langen Berg in Schlieben. An sie erinnert dort ein 1952 errichtetes Denkmal.

Nach der Wiedervereinigung wurde 1991 der Weinanbau in Schlieben wiederbelebt. 1992 entstand im Zuge der Ämterbildung in Brandenburg das Amt Schlieben.

Verwaltungszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemals selbständigen Orte Frankenhain, Jagsal, Oelsig, Wehrhain und Werchau wurden am 1. November 2001 eingemeindet.[3] Krassig gehört bereits seit dem 1. Januar 1957 zu Schlieben.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1 914
1890 1 736
1910 1 500
1925 1 339
1933 1 427
1939 1 406
1946 2 402
1950 2 600
1964 2 623
1971 2 718
1981 2 509
Jahr Einwohner
1985 2 461
1989 2 372
1990 2 325
1991 2 293
1992 2 273
1993 2 255
1994 2 234
1995 2 224
1996 2 226
1997 2 280
1998 2 279
Jahr Einwohner
1999 2 220
2000 2 206
2001 3 102
2002 3 069
2003 3 032
2004 2 993
2005 2 930
2006 2 807
2007 2 775
2008 2 734
Jahr Einwohner
2009 2 695
2010 2 665
2011 2 609
2012 2 588
2013 2 564
2014 2 511

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[5][6], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung von Schlieben besteht aus 16 Stadtverordneten und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[7]

  • CDU 7 Sitze
  • Listenvereinigung Stadt Schlieben 6 Sitze
  • Die Linke 2 Sitze
  • TSV 1878 Schlieben 1 Sitz

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cornelia Schülzchen (CDU) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 66,2 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[8] gewählt.[9]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte von Schlieben sind die schwedische Stadt Ljusdal und die westfälische Stadt Borgentreich.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Schlieben stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Stadt verläuft die B 87 zwischen Herzberg (Elster) und Luckau. Die Landesstraße L 68 verbindet Schlieben mit der B 101 in Langennaundorf.

Der Haltepunkt Schlieben lag an der Bahnstrecke Falkenberg/Elster–Beeskow, die 1995 stillgelegt wurde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Vgl. Lehmann 2006 S. 17 und 42 mit den dortigen Regesten zu Schliebener Urkunden bis 1300
  3. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 7. September 2001 Bildung einer neuen Stadt Schlieben. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 44, Potsdam, den 30. Oktober 2001, S.694/5 PDF
  4. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Elbe-Elster. S. 26–29
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  7. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  8. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  9. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lehmann, Hans-Dieter: Die Geschichte des Schliebener Landes. Ein heimatkundliches Lesebuch. Herzberg 2006
  • Krieg, Reinhold: Chronik der Stadt Schlieben. Ein Beitrag zur Heimatkunde. Schlieben 1897 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schlieben – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien