Hirschfeld (Brandenburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hirschfeld
Hirschfeld (Brandenburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hirschfeld hervorgehoben

Koordinaten: 51° 23′ N, 13° 37′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Elbe-Elster
Amt: Schradenland
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 20,46 km2
Einwohner: 1248 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 61 Einwohner je km2
Postleitzahl: 04932
Vorwahl: 035343
Kfz-Kennzeichen: EE, FI, LIB
Gemeindeschlüssel: 12 0 62 232
Adresse der Amtsverwaltung: Großenhainer Straße 25
04932 Gröden
Website: www.hirschfeld-im-schraden.de
Bürgermeisterin: Ivonne Haase
Lage der Gemeinde Hirschfeld im Landkreis Elbe-Elster
Bad LiebenwerdaCrinitzDoberlug-KirchhainElsterwerdaFalkenbergFichtwaldFinsterwaldeGorden-StaupitzGroßthiemigGrödenHeidelandHerzbergHirschfeldHohenbuckoHohenleipischKremitzaueLebusaLichterfeld-SchacksdorfMassen-NiederlausitzMerzdorfMühlberg/ElbePlessaRöderlandRückersdorfSallgastSchildaSchliebenSchönbornSchönewaldeSchradenSonnewaldeTröbitzUebigau-WahrenbrückBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Hirschfeld ist eine Gemeinde im südbrandenburgischen Landkreis Elbe-Elster. Sie gehört dem Amt Schradenland mit Sitz in der Gemeinde Gröden an.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schradengemeinde Hirschfeld befindet sich etwa 12 Kilometer südöstlich von Elsterwerda in unmittelbarer Nähe zur sächsischen Landesgrenze.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Hirschfeld gehört der Wohnplatz Frankenmühle.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hirschfeld um 1898

Der Ort wurde vermutlich im 12. Jahrhundert im Rahmen der Ostsiedlung gegründet. Exakte Daten über die ersten Ansiedlungen sind jedoch nicht überliefert. Um 1428 bewirtschafteten bereits 16 Bauernfamilien das vormals karge und sumpfige Land. Im Jahr 1470 wurde erstmals eine Kirche errichtet, die 1474 einen Kirchturm erhielt, der jedoch 1769 einstürzte und auch das Kirchenschiff schwer beschädigte, so dass ein kompletter Neubau erforderlich wurde.

Hirschfeld gehörte seit 1816 zum Kreis Liebenwerda in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Bad Liebenwerda im DDR-Bezirk Cottbus. Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Hirschfeld von 1875 bis 2016
Jahr Einwohner
1875 1 000
1890 1 000
1910 1 100
1925 1 142
1933 1 211
1939 1 185
1946 1 588
1950 1 571
Jahr Einwohner
1964 1 501
1971 1 547
1981 1 613
1985 1 603
1989 1 613
1990 1 578
1991 1 588
1992 1 568
1993 1 555
1994 1 548
Jahr Einwohner
1995 1 561
1996 1 562
1997 1 540
1998 1 544
1999 1 539
2000 1 520
2001 1 510
2002 1 484
2003 1 460
2004 1 471
Jahr Einwohner
2005 1 456
2006 1 435
2007 1 433
2008 1 410
2009 1 394
2010 1 367
2011 1 344
2012 1 351
2013 1 321
2014 1 298
Jahr Einwohner
2015 1 279
2016 1 254
2017 1 236
2018 1 248

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[3][4][5]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Hirschfeld besteht aus sieben Gemeindevertretern und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[6]

Wählergruppe Sitze
Freiwillige Feuerwehr 1
Hirschfelder Blide 1
Heimatverein Hirschfeld 1
Einzelbewerber Wolfgang Kohl 1
Wählergruppe SV Hirschfeld 1
Einzelbewerber Gerd Stange 1
Wählergruppe Sport 1

Ivonne Haase kandidierte sowohl als Gemeindevertreterin als auch als Bürgermeisterin. Ihr Stimmenanteil bei der Wahl zur Gemeindevertretung entsprach drei Sitzen. Da sie die Wahl zur Bürgermeisterin annahm, bleiben nach § 60 (3) des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes[7] diese drei Sitze in der Gemeindevertretung unbesetzt.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998–2019: Bernd Trobisch (Heimatverein Hirschfeld)[8]
  • seit 2019: Ivonne Haase

Haase wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 75,3 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[9] gewählt.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 11. März 2003 genehmigt.

Blasonierung: „Geteilt; oben in Silber ein wachsender gold-bewehrter schwarzer Hirsch, unten von Grün und Silber geschacht.“[11]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Landtagswahl 2019[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Landtagswahl in Brandenburg 2019 erreichte die rechts-populistische Alternative für Deutschland (AfD) 50,6 %. Nirgendwo sonst in Brandenburg erreichte die AfD einen so hohen Wert. Schon 2004 hatte hier die rechtsextreme Deutsche Volksunion mit 26 Prozent einen Rekordwert erzielt.[12]

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale und in der Liste der Bodendenkmale in Hirschfeld stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmäler.

Der 1786 neu errichtete Kirchturm der heutigen Kirche ist das Wahrzeichen von Hirschfeld. Die Kirche wurde im Jahr 1997 einer Komplettsanierung unterzogen.

Seit 1968 richtet der Verein „Spielmannszug TV Deutsche Eiche“ jährlich im Juni das Musikfest aus.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hirschfeld liegt an den Landesstraßen L 59 zwischen Gröditz und Ortrand und L 591 nach Plessa. Die nächstliegende Autobahnanschlussstelle ist Ortrand an der A 13 Berlin–Dresden.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hirschfeld gibt es eine Grundschule mit 111 Schülern in 6 Klassen (Stand: Schuljahr 2017/18).[13]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Fußball ist im Ort der „SV Hirschfeld 1921“ aktiv. Der Verein wurde 1921 als „Arbeitersportklub Harry Hirschfeld“ gegründet. Zwei Jahre später schloss sich dieser dem Arbeiter-Turn- und Sportbund an, der in der Zeit des Nationalsozialismus verboten wurde. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es 1946 zu einer Neugründung des Vereins als „SG Hirschfeld“, der später in BSG „Traktor Hirschfeld“ umbenannt wurde und 1980 mit der Meisterschaft in der Kreisliga den bisher größten Erfolg in der Vereinsgeschichte verbuchen konnte. Seit 1992 trägt der Verein seinen heutigen Namen.[14][15]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August Dächsel (1818–1901), evangelischer Theologe, trat 1847 in Hirschfeld seine erste Pfarrstelle an
  • Adolf Werner (1827–1904), Porträt- und Genremaler, geboren in Frankenmühle

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Luise Grundmann, Dietrich Hanspach (Verf.): Der Schraden. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Elsterwerda, Lauchhammer, Hirschfeld und Ortrand. Hrsg.: Institut für Länderkunde Leipzig und der Sächsischen Akad. der Wissenschaften zu Leipzig. Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 2005, ISBN 3-412-10900-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hirschfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Hirschfeld
  3. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Elbe-Elster. S. 18–21
  4. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  5. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  6. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  7. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz § 60
  8. Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Elbe-Elster (Memento des Originals vom 21. April 2018 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wahlen.brandenburg.de
  9. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  10. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
  11. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  12. Sebastian Leber: Null Flüchtlinge, aber 50,6 Prozent AfD. In: Tagesspiegel.de. Tagesspiegel, 2. September 2019, abgerufen am 2. September 2019.
  13. Website der Schule
  14. SV Hirschfeld 1921 e.V. auf der Website der Gemeinde
  15. Heinz Hirschfeld: Harry Hirschfelds 90. Geburtstag. In: Lausitzer Rundschau, 6. Juli 2011