Gorden-Staupitz

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Wappen Deutschlandkarte
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Gorden-Staupitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gorden-Staupitz hervorgehoben

Koordinaten: 51° 32′ N, 13° 38′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Elbe-Elster
Amt: Plessa
Höhe: 103 m ü. NHN
Fläche: 28,52 km2
Einwohner: 935 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km2
Postleitzahl: 03238
Vorwahl: 035325
Kfz-Kennzeichen: EE, FI, LIB
Gemeindeschlüssel: 12 0 62 177
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Steinweg 6
04928 Plessa
Website: www.gorden.staupitz.de
Bürgermeister: Enrico Schiemang
Lage der Gemeinde Gorden-Staupitz im Landkreis Elbe-Elster
Bad LiebenwerdaCrinitzDoberlug-KirchhainElsterwerdaFalkenbergFichtwaldFinsterwaldeGorden-StaupitzGroßthiemigGrödenHeidelandHerzbergHirschfeldHohenbuckoHohenleipischKremitzaueLebusaLichterfeld-SchacksdorfMassen-NiederlausitzMerzdorfMühlberg/ElbePlessaRöderlandRückersdorfSallgastSchildaSchliebenSchönbornSchönewaldeSchradenSonnewaldeTröbitzUebigau-WahrenbrückBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Gorden-Staupitz ist eine Gemeinde im südbrandenburgischen Landkreis Elbe-Elster. Die Gemeinde gehört dem Amt Plessa an.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort befindet sich etwa 13 Kilometer nordöstlich von Elsterwerda sowie 12 Kilometer südlich von Finsterwalde im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft.

Klima

Gorden-Staupitz liegt mit seinem humiden Klima in der kühl-gemäßigten Klimazone, jedoch ist ein Übergang zum Kontinentalklima spürbar.[2] Die nächsten Wetterstationen befinden sich in Richtung Norden in Doberlug-Kirchhain, südwestlich des Ortes in Torgau sowie südlich in Oschatz und Dresden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gorden-Staupitz auf einer geschichtlichen Karte des Kreises Liebenwerda (1910).

Ortsteile der Gemeinde sind Gorden und Staupitz. Hinzu kommt der Wohnplatz Forsthaus Oppelhainer Pechhütte.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gorden gehörte seit 1816 zum Kreis Liebenwerda, Staupitz zum Kreis Luckau in der Provinz Brandenburg. Gorden wurde 1952 in den Kreis Bad Liebenwerda, Staupitz in den Kreis Finsterwalde (beide im DDR-Bezirk Cottbus) eingegliedert. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster.

Gorden-Staupitz entstand am 31. Dezember 2001 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Gorden und Staupitz.[4]

Ortsteil Gorden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gorden wurde 1297 in einer Urkunde des Klosters Dobrilugk unter dem Namen Gordan erstmals urkundlich erwähnt. Die erste massive Kirche wurde 1749 errichtet.[5]

Ortsteil Staupitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1955 wurden in Staupitz zwei gut erhaltene Gräber aus der Bronzezeit entdeckt. Umrandet wurden diese Gräber von kreisförmig angeordneten Findlingen. Eines der Gräber enthielt 14 Urnen (teilweise Buckelurnen), deren Größe bis zu einer Höhe von ca. 30 cm und einem Durchmesser von ca. 40 cm reichte. Ihrer Gestaltung nach gehörten diese zur Lausitzer Kultur und stammten etwa aus dem Jahre 1200 vor unserer Zeitrechnung (Bronzezeit).

Im Jahr 1231 wurde Staupitz im „Urkundenbuch des Klosters Dobrilugk und seiner Besitzungen“ erstmals unter dem Namen „Stupozke“[6] urkundlich erwähnt. „Die Dorfbewohner des Dobrilugker Klostergebietes nach dem Urbar von 1546“ beinhaltet vermutlich das älteste Einwohnerverzeichnis des Ortes, worin zur damaligen Zeit 19 Bauern und sechs Gärtner verzeichnet sind.

Im Jahre 1643, zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, wird von der Niederbrennung von sechs Bauernhöfen im Ort berichtet. Die Staupitzer Kirche wurde im Jahre 1685 des Alters wegen von Grund auf erneuert. Im Jahre 1723 zählte die Gemeinde 16 Hüfner, sechs Gärtner und sechs Häusler. Am 9. Juni 1759 kam es zu einem Großbrand im Ort, bei dem unter anderem auch die Kirche und das Wirtshaus zerstört wurden. Der Wiederaufbau der Kirche fand 1786 statt. Der Grundstein für den separat stehenden Kirchturm wurde am 29. Juli 1889 gelegt und am 14. Oktober 1889 wurde dessen Richtfest gefeiert.

Am 22. April 1945 wurde Staupitz von Truppen der Roten Armee besetzt. In den Mittagsstunden des folgenden Tages kam es zu Gefechten, da vereinzelte Truppenteile der Wehrmacht auf ihrem Weg nach Westen durch den Ort kamen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Gorden Staupitz Jahr Gorden-
Staupitz
Jahr Gorden-
Staupitz
1875 600 331 2001 1 209 2016 955
1910 700 496 2005 1 148 2017 954
1939 813 616 2010 1 059 2018 956
1946 1 119 731 2015 0 957 2019 924
1950 1 034 751 2020 943
1971 873 647 2021 935
1990 720 591
1995 675 573
2000 650 564

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[7][8][9]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Gorden-Staupitz besteht aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:[10]

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze
SPD 33,8 % 3
Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr Staupitz 20,6 % 2
Wählergruppe Dorfclub Gorden 18,2 % 2
CDU 15,8 % 2
Wählergruppe Sportverein Schwarz-Weiß Staupitz 11,6 % 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1993–2008: Cornelia Thor[11]
  • 2008–2021: Fred Wickfeld (SPD)[12]
  • seit 2021: Enrico Schiemang

Fred Wickfeld wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 16. Juni 2019 mit 64,7 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[13] in seinem Amt bestätigt.[14] Er trat zum Ende April 2021 aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurück.[15] Im Juni 2021 wählte die Gemeindevertretung Enrico Schiemang zu seinem Nachfolger.[16]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche Staupitz

In der Liste der Baudenkmale in Gorden-Staupitz und in der Liste der Bodendenkmale in Gorden-Staupitz stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

  • Dorfkirche Staupitz, Saalkirche aus der Zeit um 1717, die 1888 um einen Glockenturm ergänzt wurde. Die Kirchenausstattung stammt einheitlich aus der Bauzeit, darunter auch ein Taufengel aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts.
  • Grabstätte mit Gedenktafel auf dem Friedhof des Ortsteils Staupitz, erinnert an einen Wehrmachtssoldaten, der im April 1945 öffentlich hingerichtet wurde, weil er den weiteren Kriegsdienst verweigert hatte

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gorden-Straupitz liegt an den Landesstraßen L 62 zwischen Elsterwerda und Finsterwalde und L 63 zwischen Staupitz und Lauchhammer.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gorden-Staupitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung und Flächen der kreisfreien Städte, Landkreise und Gemeinden im Land Brandenburg 2021 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen, bezogen auf den aktuellen Gebietsstand) (Hilfe dazu).
  2. Geoklima 2.1
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Gorden-Staupitz
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  5. Die Geschichte des Dorfes Gorden auf der Website des Dorfclub Gorden e. V. Archiviert vom Original am 16. März 2010; abgerufen am 13. April 2009.
  6. Quelle: R. Lehmann: Urkundenbuch des Klosters Dobrilugk und seiner Besitzungen, erster Teil. Teubner-Verlag, Leipzig 1941.
  7. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Elbe-Elster. S. 18–21
  8. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  9. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  10. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  11. Dicht bei den Menschen bleiben. In: Lausitzer Rundschau, 12. Juli 2006
  12. Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen, S. 8
  13. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  14. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 16. Juni 2019
  15. Bürgermeister von Gorden-Staupitz wirft hin. In: Lausitzer Rundschau. 1. Mai 2021, abgerufen am 28. Juli 2022.
  16. Gorden-Staupitz hat nach Rücktritt neuen Bürgermeister. In: Lausitzer Rundschau. 24. Juni 2021, abgerufen am 28. Juli 2022.