Iggensbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Iggensbach
Iggensbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Iggensbach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 44′ N, 13° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Deggendorf
Höhe: 368 m ü. NHN
Fläche: 19,09 km2
Einwohner: 2092 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94547
Vorwahl: 09903
Kfz-Kennzeichen: DEG
Gemeindeschlüssel: 09 2 71 127
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 39
94547 Iggensbach
Webpräsenz: www.iggensbach.de
Bürgermeister: Wolfgang Haider (UBL)
Lage der Gemeinde Iggensbach im Landkreis Deggendorf
Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Freyung-Grafenau Landkreis Passau Landkreis Regen Landkreis Rottal-Inn Landkreis Straubing-Bogen Aholming Auerbach (Landkreis Deggendorf) Außernzell Bernried (Niederbayern) Buchhofen Deggendorf Grafling Grattersdorf Hengersberg Hunding (Niederbayern) Iggensbach Künzing Lalling Metten Moos (Niederbayern) Niederalteich Oberpöring Offenberg Osterhofen Otzing Plattling Schaufling Schöllnach Stephansposching Wallerfing Winzer (Niederbayern)Karte
Über dieses Bild
Die Pfarrkirche Maria Namen

Iggensbach ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Deggendorf.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iggensbach liegt in der Region Donau-Wald und im Bereich des Naturparks Bayerischer Wald. Durch die Gemeinde fließt die Kleine Ohe, die zum Einzugsbereich der Donau gehört.

Die größten Ortsteile sind neben Iggensbach die Ortschaften Reichenbach, Handlab, Gstein, Gschwendt, Holling, Sieberding und Schöllnstein. Es existiert nur die Gemarkung Iggensbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde der Ort 947 als „Itenespah“ urkundlich erwähnt. Von 1130 bis etwa 1600 war der Ort im Besitz von bayerischen Herzögen, seit dem 15. Jahrhundert wird der Ort als Hofmark geführt. Im 14. Jahrhundert wurde die Pfarrkirche erbaut. Iggensbach gehörte dann zum Rentamt Straubing und zum Landgericht Hengersberg des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1978 bis 1989 gehörte Iggensbach der Verwaltungsgemeinschaft Schöllnach an. Seit dem 1. Januar 1990 ist Iggensbach wieder eine selbständige Gemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1612 Einwohner
  • 1970: 1751 Einwohner
  • 1987: 1900 Einwohner
  • 1991: 2153 Einwohner
  • 1995: 2211 Einwohner
  • 2000: 2165 Einwohner
  • 2005: 2105 Einwohner
  • 2010: 2141 Einwohner
  • 2015: 2092 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Wolfgang Haider (UBL), zweiter Bürgermeister ist Wolfgang Schwarz (SPD) und dritter Bürgermeister ist Fritz Schwarz (UBL).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen vom 16. März 2014 ergaben bei einer Wahlbeteiligung von 73,94 % folgendes Ergebnis:

  • UBL Iggensbach 4 Sitze (27,99 %)
  • Wählerinitiative WIR 4 Sitze (25,43 %)
  • CSU 3 Sitze (24,62 %)
  • SPD 3 Sitze (25,4 %)

Die Kommunalwahlen vom 2. März 2008 ergaben bei einer Wahlbeteiligung von 76,93 % folgendes Ergebnis:

  • CSU 6 Sitze (35,4 %)
  • UBL Iggensbach 4 Sitze (26,1 %)
  • SPD 3 Sitze (25,4 %)
  • Junge Liste 2 Sitze (13,1 %)

Steuereinnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2013 1,17 Mio. EUR, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 200 T€.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Gespalten; vorne wieder dreimal gespalten von Blau und Silber, hinten in Rot über einem erniedrigten silbernen Wellenbalken eine goldene Kirchenglocke.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die neubarocke Pfarrkirche Maria Namen wurde nach einem Brand 1885 erbaut. Die neubarocke Ausstattung stammt aus dem Jahr 1922. Eine der Glocken trägt das Datum 1144, damit ist sie die zweitälteste datierte Glocke Deutschlands nach der Lullusglocke.
  • Die Wallfahrtskirche Handlab befindet sich im Ortsteil Handlab in der Gemeinde Iggensbach. Die Wallfahrtskirche ist der „Hl. Corona und der Himmelskönigin“ geweiht. Die Heilige Corona (auch Korona oder Stephana) ist eine Märtyrerin (geb. um 160, gest. 177 n. Chr.). Sie ist die Patronin des Geldes, der Fleischer und Schatzgräber. Ausstattung. Mit über 600 Votivtafeln, die an die Pilger mit ihren vielfältigen Anliegen erinnern. Der Altar im Stil der Spätrenaissance besitzt ein Bild, auf dem viele Engel Mariensymbole vorstellen.
  • Im Ortsteil Schöllnstein befindet sich über den Häusern des Ortsteils die Expositurkirche Maria Heimsuchung – 1640 erbaut, 1742 verändert, barocker Baustil, mit mehreren barocken Figuren ausgestattet. Am 1. Mai 1999 feierte die Expositur Schöllnstein erst ihr 100-jähriges Bestehen und ist somit die jüngste Pfarrei in der Diözese Passau. Sie gehört zum Dekanat Osterhofen und bildet mit den Pfarreien Iggensbach und Schwanenkirchen den Pfarrverband Iggensbach.

Burgen und Schlösser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im malerischen Ortsteil Schöllnstein finden sich die Burgruine Schöllnstein auf einem zungenförmigen Vorsprung. Im Jahr 1369 belehnt Leupolt von Hals die Gebrüder Puchberger zu Engelsberg die Güter zu Sigwerting (Sieberding) und einem dazugehörigen Berg, auf dem noch im selben Jahrhundert die Feste Schellenstein errichtet wurde. Diese umfasste 15 Zimmer, 3 Kellerräume und eine Pferdestallung für 9 Pferde. Im Jahr 1485 wurde die Burg in Nieder- und Oberschöllnstein geteilt. Im Jahr 1550 geht die Burg in den Besitz der Gebrüder Spritzenstein über, danach wechselten die Besitzer in rascher Folge. Im Jahr 1700 wurde die Burg im zuge des Bauernaufstands erobert und teilweise zerstört. 1742 wurde sie von den Österreichern erobert und teilweise zerstört, seitdem blieb sie unbewohnt und wurde 1768 zum größten Teil niedergerissen. Der damalige Besitzer Graf Raimund Fugger ließ die Burg dann im Jahr 1850 niederreißen, übrig blieb nur noch die Burgmauer.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ratzinger Kreuz am gleichnamigen Wanderweg, errichtet von den Urgroßeltern des Papstes Benedikt XVI.

Brauchtum und Feste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Handlaber Frauentag ist ein Fest, das alljährlich an Mariä Himmelfahrt im Ortsteil Handlab (Gemeinde Iggensbach) gefeiert wird. Jedes Jahr besuchen mehr als 10.000 Gäste den Handlaber Frauentag. Er findet jedes Jahr am 15. August statt. Er beginnt mit einem Festgottesdienst um 09:30 Uhr am Freialtar bei der Wallfahrtskirche Handlab. Dann geht es zum Frühschoppen in den Schlemmer-Wirtsgarten und zur ersten Runde durch die Budenwelt.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 73 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 378 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 669. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 43 Betriebe, im Bauhauptgewerbe sieben Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 61 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1521 ha, davon waren 806 ha Ackerfläche und 716 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt direkt an der Autobahn A 3 (Anschlussstelle 112). Somit besteht ein hervorragender Anschluss an die Städte Deggendorf und Passau.

Bildung und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Grundschulverband Iggensbach-Schwanenkirchen hat zwei Grundschulen. Die Klassenjahrgänge 1 und 2 gehen in die Grundschule Schwanenkirchen. Dort gingen im Schuljahr 2013/2014 34 Kinder zur Schule. Die Klassenjahrgänge 3 und 4 gehen in die Grundschule Iggensbach. Dort gingen im Schuljahr 2013/2014 54 Kinder zur Schule. Darüber hinaus besteht eine gemeinsame Mittelschule mit dem Markt Winzer.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den vorhandenen Freizeitmöglichkeiten kann man in folgenden Vereinen in der Gemeinde Iggensbach aktiven Sport betreiben:

  • FC Handlab-Iggensbach
  • Eissportclub Iggensbach
  • Eissportclub Reichenbach
  • Bergschützen Handlab
  • Scherbachschützen Iggensbach

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Iggensbach hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

  • Theodor Zellner (Altbürgermeister, 1. Bürgermeister 1966–1996, 2. Bürgermeister 1960–1966)
  • Ludwig Zitzelsberger (2. Bürgermeister 1972–1990, Gemeinderat 1960–1996, Kreisrat 1966–1990)

Heimatdichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sofie Zellner, geb. 27. Dezember 1925 in Weinberg, wohnhaft in Gstein (Gemeinde Iggensbach), Austragsbäuerin und Heimatdichterin.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Handlaber Frauentag

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Iggensbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien