Schöllnach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schöllnach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Schöllnach
Schöllnach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Schöllnach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 45′ N, 13° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Deggendorf
Verwaltungs­gemeinschaft: Schöllnach
Höhe: 383 m ü. NHN
Fläche: 39,93 km2
Einwohner: 4796 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 120 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94508
Vorwahl: 09903
Kfz-Kennzeichen: DEG
Gemeindeschlüssel: 09 2 71 149
Marktgliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 12
94508 Schöllnach
Webpräsenz: www.schoellnach.de
Bürgermeister: Alois Oswald (FWG)
Lage des Marktes Schöllnach im Landkreis Deggendorf
Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Freyung-Grafenau Landkreis Passau Landkreis Regen Landkreis Rottal-Inn Landkreis Straubing-Bogen Aholming Auerbach (Landkreis Deggendorf) Außernzell Bernried (Niederbayern) Buchhofen Deggendorf Grafling Grattersdorf Hengersberg Hunding (Niederbayern) Iggensbach Künzing Lalling Metten Moos (Niederbayern) Niederalteich Oberpöring Offenberg Osterhofen Otzing Plattling Schaufling Schöllnach Stephansposching Wallerfing Winzer (Niederbayern)Karte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer

Schöllnach ist ein Markt im Osten des niederbayerischen Landkreises Deggendorf und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Schöllnach. Schöllnach ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt Schöllnach liegt im Naturpark Bayerischen Wald am Fuße des 1016 Meter hohen Brotjacklriegel im Gebiet des so genannten Sonnenwaldes. Durch die Gemeinde fließt die Kleine Ohe, die zum Einzugsbereich der Donau gehört.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet des Marktes umfasst neben den Ortschaften Taiding und Riggerding noch weitere 59 Gemeindeteile.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wurde erstmals im Jahre 865 in einer Urkunde von Kloster Niederaltaich erwähnt. König Ludwig der Deutsche bestätigte hierin dem Kloster den Besitz von Scellinaha. Der Name dürfte eine Kombination des althochdeutschen „scellan“ (schallen, rauschen) und „aha“ (Wasser, Bach) darstellen. Im 12. Jahrhundert hieß es Schelnahe, im 13. Jahrhundert Schellenach, Anfang des 14. Jahrhunderts Schellnachkirchen, danach Schellnach und schließlich Schöllnach.

Es kam ab 1306 als landesfürstliches Rittermannslehen in den Besitz der bayerischen Herzöge und hatte vermutlich ab 1311 den Status einer Hofmark. Deren Inhaber waren die Puchberger, seit 1375 die Rüd, dann 1429 die Kafringer, die Frauenberger und ab 1445 die Reutorner. Unter letzteren wurde im Zuge des Landesausbaus zwischen 1445 und 1662 die Ansässigmachung von Handwerkern und Taglöhnern gestattet. 1523 zeichnete Johannes Aventinus Schölnach auf der ersten bayerischen Landkarte ein. 1635 wurde die Pfarrei Schöllnach errichtet. 1649 fielen 600 Menschen der Pest zum Opfer.

1719 bis 1774 übten die Freiherren von Vieregg die Herrschaft über Schöllnach aus. Unter ihnen erhielt Schöllnach anlässlich der Zertrümmerung des Sitzes Klebstein bei Schönberg im Jahr 1739 einen Zuwachs von mehr als 50 Gütern. Zuletzt legten die Freiherrn von Pfetten mit Birket (1790) und Lehenreut (1793) „Colonien“ an. 1808 umfasste die Herrschaft Schöllnach 155 Untertanen. Grund und Boden gehörte überwiegend der Schlossökonomie.

1818 entstand die politische Gemeinde Schöllnach.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erst mit dem Ende des Rittermannslehens 1833 änderten sich die Besitzverhältnisse. Die Bewohner des Herrschaftsdorfes und der Colonien konnten ihren Besitz vergrößern und sich wirtschaftlich etablieren.

Am 31. Juli 1914 feierte man im Gasthof zur Post die Eröffnung des Streckenteils Hengersberg–Eging, wobei Schöllnach einen Bahnhof an der neuen Bahnstrecke nach Deggendorf bekam. Die telegraphische Nachricht von der allgemeinen Mobilmachung beendete das Fest.

1954 wurde die neue Pfarrkirche erbaut und 1958 das neue Schulhaus. Im Jahr 1966 folgte die Erhebung des Dorfes zum Markt nach bayerischem Gemeinderecht. 1970 bis 1972 entstanden die Realschule sowie die Haupt- und Förderschule.

Schon 1960 trat Schöllnach in den Kreis der Fremdenverkehrsorte ein. 1977 erhielt es die staatliche Anerkennung als Erholungsort.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. April 1971 ein Teil der ehemaligen Gemeinde Schwanenkirchen eingegliedert. Am 1. Januar 1972 wurden die Gemeinden Taiding und Riggerding (die bis zum 23. September 1938 den Namen Bradlberg trug) eingemeindet.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Alois Oswald (FW), der am 2. März 2008 mit 75,24 % und am 16. März 2014 mit 91,38 % der abgegebenen Stimmen gewählt wurde. Oswald hatte bei der Wahl 2014 keinen Gegenkandidaten. Zweiter Bürgermeister ist Franz Heitzer (SPD), dritter Bürgermeister ist Thomas Habereder (CSU).

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Werte spiegeln die Sitzverteilung (in Klammern das prozentuale Wahlergebnis) wider:

CSU FW SPD Gesamt
2014 9 (39,3 %) 7 (37,0 %) 5 (23,7 %) 20
2008 4 (21,3 %) 9 (42,8 %) 7 (35,8 %) 20
2002 6 6 9 21

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus von Schöllnach

Die Wappenbeschreibung lautet: In Gold ein schwarzes Lindenblatt am Ast.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Josef in Riggerding, erbaut vom Münchner Baumeister Johann Baptist Schott.
  • Pfarrkirche St. Johannes der Täufer, erbaut 1954. Eine Renovierung erfolgte 2000.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schöllnach ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft gleichen Namens mit den Mitgliedsgemeinden Schöllnach und Außernzell.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schöllnach gibt es folgende Bildungseinrichtungen:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 445

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schöllnach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien