Künzing

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Künzing
Künzing
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Künzing hervorgehoben
Koordinaten: 48° 40′ N, 13° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Deggendorf
Höhe: 310 m ü. NHN
Fläche: 40,34 km2
Einwohner: 3166 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 94550, 94501
Vorwahlen: 08549, 08547Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: DEG
Gemeindeschlüssel: 09 2 71 128
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Osterhofener Straße 2
94550 Künzing
Webpräsenz: www.kuenzing.de
Bürgermeister: Siegfried Lobmeier (CSU / CDU)
Lage der Gemeinde Künzing im Landkreis Deggendorf
Landkreis Dingolfing-LandauLandkreis Freyung-GrafenauLandkreis PassauLandkreis RegenLandkreis Rottal-InnLandkreis Straubing-BogenAholmingAuerbach (Landkreis Deggendorf)AußernzellBernried (Niederbayern)BuchhofenDeggendorfGraflingGrattersdorfHengersbergHunding (Niederbayern)IggensbachKünzingLallingMettenMoos (Niederbayern)NiederalteichOberpöringOffenbergOsterhofenOtzingPlattlingSchauflingSchöllnachStephansposchingWallerfingWinzer (Niederbayern)Karte
Über dieses Bild
Modell der Kreisgrabenanlage Unternberg
Modell Erdwerk Künzing
Die katholische Pfarrkirche St. Laurentius

Künzing ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Deggendorf.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Künzing liegt in der Region Donau-Wald, am östlichen Ende des Gäubodens.

Es existieren folgende Ortsteile: Bruck, Girching, Künzing, Wallerdorf, Langkünzing, Girchingerfeld, Reutholz, Herzogau, Piflitz, Grund, Hub, Thannberg, Dorf, Geinöd, Langburg, Dulling, Inkam, Zeitlarn, Forsthart, Mairing (PLZ 94501) und Unternberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch zahlreiche archäologische Untersuchungen ist bekannt, dass der heutige Ort Künzing bereits seit mehr als 5000 Jahren besiedelt ist. Im beginnenden 5. Jahrtausend vor Christus (Jungsteinzeit) errichtet eine kleine Siedlungsgruppe eine sogenannte Kreisgrabenanlage, die heute als Kalenderbau gedeutet wird. Es ist einer der wichtigsten Fundplätze der Gruppe Oberlauterbach. Ab dieser Zeit reißen die Besiedlungsspuren nicht ab: In der Urnenfelderzeit ab 1100 v. Chr. belegen dies Funde aus einem großen Gräberfeld, das bis 500 v. Chr. benutzt wurde.

Ab 90 nach Christus war Künzing unter dem Kastellnamen Quintanis (Quintana) Standort eines Grenzkastells des römischen Reichs am sogenannten Donaulimes. 2003 wurden hier durch die Kreisarchäologie Deggendorf auch die Spuren eines aus Holz erbauten römischen Amphitheaters (48° 40′ 11″ N, 13° 4′ 49″ O) nachgewiesen.

Dieses Kastell musste Ende des 5. Jahrhunderts wegen der häufigen Einfälle der Alamannen aufgegeben werden, das Militär zog ab. Spätantike Grabfunde aber belegen, dass zumindest ein Teil der romanischen Bevölkerung weiter vor Ort blieb. Ab dem 6. Jahrhundert belegen archäologische Befunde eine Besiedlung des Ortes durch die Bajuwaren.

Im Jahr 903 wurde die Zugehörigkeit Künzings zum Kloster Niederaltaich urkundlich belegt. Künzing gehörte später zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Vilshofen des Kurfürstentums Bayern.

Kreiszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 kam Künzing im Zuge der Kreisreform mit anderen Gemeinden des westlichen Landkreises Vilshofen zum Landkreis Deggendorf.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Forsthart eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1961 2459
1970 2613
1987 2895
1991 2930
1995 3059
2000 3157
2005 3224
2010 3123
2015 3138

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister war von März 2000 bis März 2018 Bernhard Feuerecker (SPD/FWG). Am 11. März 2018 wurde mit nur zwei Stimmen Vorsprung Siegfried Lobmeier (CSU) gewählt.[3] Zweiter Bürgermeister ist Johann Haböck (CSU). Dritter Bürgermeister ist Franz Ameres (CSU).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen vom 16. März 2014 ergaben folgendes Ergebnis:

  • CSU 8 Sitze (50 %)
  • SPD 5 Sitze (31,25 %)
  • FWG 3 Sitze (18,75 %)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Unter blauem Schildhaupt, darin ein goldener Rost, in Silber über roter Quaderzinnenmauer zwei schräg gekreuzte, grüne Fichtenzweige.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 16, im produzierenden Gewerbe 250 und im Bereich Handel und Verkehr 21 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 90 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1027. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 138 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2583 ha, davon waren 2330 ha Ackerfläche und 251 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesautobahn 3 (A 3) Passau-Nürnberg ist neun Kilometer entfernt. Des Weiteren liegt der Ort direkt an der Bundesstraße 8, welche von Passau über Plattling nach Straubing führt.

Bildung und Kinderbetreuung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Künzing gibt es folgende Einrichtungen:

  • zwei Kindergärten und eine Kinderkrippe
  • eine Grundschule

Museum Quintana[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Künzing gehört zu den archäologisch ergiebigsten Orten im Landkreis Deggendorf. Das Museum Quintana zeigt bedeutende Funde zur Ur- und Frühgeschichte der Region sowie Druckgrafiken zum Heiligen Severin von Noricum.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 585.
  3. gs: Nach knappem Sieg in Künzing: Zwei Stimmen für Lobmeier ungültig. www.pnp.de, 13. März 2018, abgerufen am 13. März 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Künzing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien