Grattersdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Grattersdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Grattersdorf hervorgehoben

Koordinaten: 48° 48′ N, 13° 9′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Deggendorf
Verwaltungs­gemeinschaft: Lalling
Höhe: 476 m ü. NHN
Fläche: 25,98 km2
Einwohner: 1312 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 94541, 94551
Vorwahl: 09904
Kfz-Kennzeichen: DEG
Gemeindeschlüssel: 09 2 71 123
Gemeindegliederung: 36 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Auguste-Winkler-Str.1
94541 Grattersdorf
Website: www.grattersdorf.de
Erster Bürgermeister: Robert Schwankl (CSU)
Lage der Gemeinde Grattersdorf im Landkreis Deggendorf
Landkreis Dingolfing-LandauLandkreis Freyung-GrafenauLandkreis PassauLandkreis RegenLandkreis Rottal-InnLandkreis Straubing-BogenAholmingAuerbach (Landkreis Deggendorf)AußernzellBernried (Niederbayern)BuchhofenDeggendorfGraflingGrattersdorfHengersbergHunding (Niederbayern)IggensbachKünzingLallingMettenMoos (Niederbayern)NiederalteichOberpöringOffenbergOsterhofenOtzingPlattlingSchauflingSchöllnachStephansposchingWallerfingWinzer (Niederbayern)Karte
Über dieses Bild
Die Pfarrkirche St. Ägidius

Grattersdorf ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Deggendorf.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Sonnenwald.

Es gibt 36 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Es gibt die Gemarkungen Grattersdorf, Nabin, Oberaign und Winsing.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gründung der Vorläufergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Grattersdorf erfolgte 1209, als die Brüder Ulrich und Poppo de Gradinsdorf als Zeugen genannt wurden. Der Ort Grattersdorf gehörte damals den Grafen von Hals. Seit 1451 bildete er eine geschlossene Hofmark im Kurfürstentum Bayern, deren Sitz Grattersdorf war.

Besitzer der Hofmark waren nach dem Aussterben der Gradinsdorfer die Herren von Winzer, denen 1506 die Puchberger folgten. In der Landkarte des Philipp Apian von 1568 ist der Ort als Grederstorff eingetragen. Veit von Puchberg ließ hier 1536 bis 1539 die Kirche St. Ägidius erbauen. Das 17. und 18. Jahrhundert brachte mehrere Besitzerwechsel in Grattersdorf, zuletzt gehörte es den Freiherren von Vequel. Die anderen Ortschaften der heutigen Gemeinde gehörten größtenteils zum Kloster Niederalteich, teilweise zum Kloster Osterhofen und Stift Obermünster. Um das Jahr 1728 erhielt Grattersdorf eine Schule.

Gemeindezusammenschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 wurden die Gemeinden Grattersdorf, Nabin, Oberaign und Winsing gebildet, die am 1. Januar 1971 zur Gemeinde Grattersdorf zusammengeschlossen wurden.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1393 auf 1279 um 114 Einwohner bzw. um 8,2 % – der deutlichste prozentuale Einwohnerrückgang im Landkreis im genannten Zeitraum.

  • 1961: 1286 Einwohner, davon 649 in Winsing, 274 in Nabin, 222 in Grattersdorf und 141 in Oberaign
  • 1970: 1305 Einwohner, davon 663 in Winsing, 288 in Nabin, 222 in Grattersdorf und 142 in Oberaign
  • 1987: 1365 Einwohner
  • 1991: 1422 Einwohner
  • 1995: 1399 Einwohner
  • 2000: 1411 Einwohner
  • 2005: 1408 Einwohner
  • 2010: 1346 Einwohner
  • 2015: 1262 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Lalling.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen von 2020 ergaben folgende Sitzverteilung:[5]

CSU FWG
Grattersdorf
FWG
Roggersing
Gesamt
2020 6 4 2 12

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister seit Mai 2020 ist Robert Schwankl (CSU). Bei den Kommunalwahlen am 15. März 2020 wurde dieser im ersten Wahlgang mit 66,0 Prozent als 1. Bürgermeister gewählt.[6]

Bürgermeister war seit 2002 bis zu seinem Tod Ende Oktober 2017 Norbert Bayerl (CSU). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Josef Reitberger (CSU). Bis zu den Neuwahlen am 28. Januar 2018 führte der zweite Bürgermeister Alfons Gramalla die Amtsgeschäfte und wurde mit 79 Prozent zum ersten Bürgermeister gewählt.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Grattersdorf
Blasonierung: „In Blau eine gesenkte, eingeschweifte, silberne Spitze, darin ein roter Zweig mit vier Blättern, vorne drei voneinander abgewendete, zwei zu eins gestellte silberne Halbmonde, hinten ein schwebendes silbernes Lilienkreuz.“[8]
Wappenbegründung: Der vierblättrige Zweig verweist auf die vier früher selbstständigen Gemeinden Grattersdorf, Nabin, Oberaign und Winsing, die sich am 1. Januar 1971 zur neuen Gemeinde Grattersdorf zusammenschlossen. Der Zweig stellt zugleich eine Verbindung her zur geografischen Lage der Gemeinde im Bayerischen Wald, speziell im Sonnenwaldgebiet. Für die historische Entwicklung der Gemeinde war die Hofmark Grattersdorf maßgeblich. Die drei Monde stammen aus dem Wappen der Puchberger, die unter den adligen Hofmarksinhabern von besonderer Bedeutung waren und von 1500 bis 1638 auf Grattersdorf nachweisbar sind. Veit von Puchberg ließ von 1536 bis 1539 die Kirche erbauen, in der Grabdenkmäler der Familie zu finden sind. Das Lilienkreuz erinnert an die vielen ehemaligen geistlichen Grundherren im Gemeindegebiet. Die heraldischen Lilien gehen zurück auf das Wappen des Reichsstifts Obermünster (Regensburg); diese wurden zu einem Lilienkreuz umgestaltet. Die Tingierung in Weiß und Blau versinnbildlicht die historische Verbindung mit der Landesherrschaft der wittelsbachischen Herzöge von Bayern.

Dieses Wappen wird seit 1982 geführt.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 31 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 466. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 90 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 943 ha, davon waren 285 ha Ackerfläche und 657 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2005 existierten folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 36 Kindern

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Grattersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-003r Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtag (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Grattersdorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 5. Mai 2021.
  3. Gemeinde Grattersdorf, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 23. Dezember 2021.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 445.
  5. Bekanntmachung des abschließenden Ergebnisses der Wahl des Gemeinderats am 15. März 2020. In: grattersdorf.de. 26. März 2020, abgerufen am 2. Mai 2020.
  6. Wahlergebnis vom 15. März 2020. wahl.info, 16. März 2020, abgerufen am 16. März 2020.
  7. PNP-Newsblog: Alfons Gramalla gewinnt Bürgermeisterwahl. PNP, 28. Januar 2018, abgerufen am 30. Januar 2018.
  8. Eintrag zum Wappen von Grattersdorf in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte