Lilith

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Lilith (sumerisch DINGIRLIL.du/LIL.LU, babylonisch Lilītu, hebr. lilith לילית, aram. lilīthā ליליתא) ist eine altorientalische weibliche Dämonin sumerischer Herkunft. Wie in der späteren akkadischen Auffassung und in ihrem spätantiken Nachleben wird mit ihr eine negative Konnotation verbunden.[1]

Zunächst wohnte sie im Stamm des Weltenbaumes, nachdem dieser jedoch auf Befehl Inannas hin gespalten worden war, floh Lilith in ein unbekanntes Gebiet. In der Folge wurde sie sowohl im alten Orient als auch in späteren Quellen häufig als weibliches geflügeltes Mischwesen dargestellt. Neben mythologischen und magischen Schriften finden sich auch literarische Texte, in denen Lilith erwähnt wird. Allein kommt sie nur selten vor, häufig ist in den mesopotamischen Quellen die gemeinsame Nennung von lilû, einem männlichen Dämon, lilītu (Lilith) und (w)ardat lilî (‚Tochter des Lilû‘). Zwischen den beiden Letzteren kann allerdings nicht immer klar unterschieden werden.[2]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der sumerischen Form DLIL.LU bestanden weitere literarische Bezeichnungen sowie Gleichsetzungen mit anderen Gottheiten. Als Gottheit KI.SIKIL.LIL.LA (‚Reiner Ort des Windes‘) erscheint sie auch in Form der Göttin (w)ardat-LIL.I (LIL.LU), die zum Zeitpunkt der Schöpfung durch ihren negativen Einfluss in die Steppe verbannt wird und fortan als ruhelos und ohne festen Wohnort gilt. Der in diesem Zusammenhang auch verwendete Begriff BAḪAR (‚Töpfer‘) weist auf das Töpferhandwerk, Symbolbestandteil der sumerischen Schöpfungsgötter.

Die Lesung lil2 als lillu deutet auf die Bedeutung ‚Tölpel‘ (LIL.MEŠ): Luftwesen, die sich nur unbeholfen auf der Erde fortbewegen konnten. Die Grundform LIL (Wind) zeigt die Charakteristik als Luftgottheit. In der späteren Zeit taucht die gleichgesetzte Göttin DLi-lum und DLe-el-lu-um in Mari als „Nächtlicher Schutzwind“ auf.

Die mythologischen Zusammenhänge und Wandlungen lassen eine eindeutige Übersetzung deshalb nicht zu. Sicher belegt ist nur ihre ursprüngliche Zugehörigkeit zu den Luftwesen, die als Nachkommen aus der Verbindung von Mutter- und Schöpfungsgottheiten gelten. Die meistgenannten Bedeutungen ‚Windhauch‘, ‚Schützer des Windes‘, ‚Tölpel der Städte‘ und ‚Nachtwind‘ zeigen die Vielfältigkeit der verwendeten Synonyme.

Die häufig noch anzutreffende Herleitung des Namens aus dem semitischen Wort lyl ‘Nacht’ ist als Volksetymologie anzusehen und wissenschaftlich nicht mehr zutreffend.[3]

Darstellungen im Alten Orient[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mögliche Darstellung auf dem Burney-Relief

Altsumerische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zusammenhang mit der Erzählung Inanna und der Hulupubaum ist die Göttin Lildu (Lilitu) in dem Stamm des Weidenbaumes wohnend dargestellt. Zusätzlich beherbergt der Huluppu-Baum zwei weitere Wesen, den Anzu-Vogel und die Schlange, die nicht verzaubert werden kann[4].

Altbabylonische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Burney-Relief zeigt eventuell Lilitu mit der vierfachen Hörnerkrone, die sie als Göttin ausweist. Statt menschlicher Füße hat sie vogelähnliche Krallen. Die herabhängenden Flügel sind das typische Symbol einer Unterweltgottheit. Als Herrschaftssymbol trägt sie Ring und Stab in den Händen. Flankiert von zwei Eulen steht Lilitu auf zwei liegenden Löwen.

Farbreste bezeugen, dass Lilitu ursprünglich einen roten Körper hatte. Die Flügel und die Mähnen der Löwen waren schwarz. Die Flügel der Eulen hatten im Wechsel die Farben Rot und Schwarz. Im unteren Bildbereich ist eine doppelte Schuppenreihe zu erkennen, Symbol für das Gebirge und das Land ohne Wiederkehr (Totenreich).

Da es keine Bildbeschriftung gibt, muss offenbleiben, ob es sich um die direkte Darstellung von Lilitu oder um die gleichgesetzte Nebenform der Ištar als DNIN.NIN.NA (Göttin der Eulen) handelt. Auch eine Verbindung mit DKI.LIL.I als Schutzpatronin der Prostituierten kommt in Frage.

Aramäische Überlieferungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während die keilschriftlichen Zeugnisse zur Lilith-Gestalt vergleichsweise spärlich sind, wächst das Belegmaterial in aramäischen Beschwörungsformeln aus dem spätantiken 5. bis 7. nachchristlichen Jahrhundert Textkorpus beträchtlich an. Das Material besteht in der Regel aus unglasierten Keramik-Zauberschalen und Metallamuletten, überwiegend aus Blei, die im Iraq, Iran und teilweise in Nordsyrien gefunden wurden.[5] Eine weitere wichtige Quelle ist die mandäische Dämonenliste auf Bleirollen aus dem Pir Nukraya-Archiv, British Museum und diverse Einzeldämonengeschichten, die sich um Lilith-Gestalten unterschiedlichster Art ranken.[6][7]

In dieser Periode tritt die individuelle Gestalt der Lilith häufig in Gruppen auf, gemischt aus männlichen und weiblichen (Lils und Liliths), oder auch nur neutral bezeichnet mit ihrem Stamm.[6]

Hinsichtlich der Charakteristik der spätantiken Lilith-Gestalten lassen sich mehrere Traditionslinien unterscheiden.

Lilith als Zweig des Dämonenbaums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Traditionsstrang aus der mandäischen Dämonenliste beschreibt die Liliths als Zweige eines auf einem Berg befindlichen Baumes. Dieser Strang verweist möglicherweise zurück auf die Beschreibung im Gilgamesch-Epos, in dem die Lilit im Stamm des huluppu-Baumes haust und nach dessen Fällung in die Steppe vertrieben wird.[8][9]

Lilith als Wüstenbewohnerin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine aus der hebräischen Bibeltraditionslinie bekannte Lilith-Auffassung findet sich in der mandäischen Dämonenliste wieder, in der eine Lilith-Gestalt auftritt, die als Wüstenbewohnerin charakterisiert ist, und deren Wohnort und die ihrer Sippe mit dem iranischen Wüstengebiet um Komiš verbunden wird.[6][8]

Lilith als Kindsmörderin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weitere Charakteristik der Lilith findet sich in vielfältigerweise in der Dämonenliste[6], jedoch auch in diversen anderen Beschwörungsgeschichten, vornehmlich auf Zauberschalen: die Charakterisierung der Lil/Lilit-Dämonen als Incubus- bzw. Succubus-Dämonen, die des Nachts Menschen heimsuchen und auf vielfältige Art den Kindstod verursachen. In einer anderen Variante haust eine solche Lilit auf der Türschwelle und erschlägt oder erwürgt die Kinder.[8]

Diese Liliths werden u. a. als Töchter der Zarnay-Lilit beschrieben bzw. mit Namenszusätzen wie Hablat-Lilith, Taklat-Lilith[8], Bguzan-Lilith[7], oder Azat-Lilith[10] versehen. Es ist nicht auszuschließen, dass es sich ursprünglich um unterschiedliche Lilith-Gestalten handelt, die später in der mittelalterlichen oder jüdischen Vorstellung vielleicht unter einer Charakteristik zusammengefasst wurden.

Erwähnung in der Hebräischen Bibel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im hebräischen Alten Testament erscheint das Wort lilit genau einmal, in Jes 34,14. In der Einheitsübersetzung wird es unübersetzt gelassen (Jes 34,14 EU)[11], wie auch in einigen anderen Übersetzungen. Luther übersetzte „Kobold“[12], andere Übersetzungen wählen andere Umschreibungen, z. B. Hoffnung für alle „Gespenster“. Oft wird noch die überholte Interpretation in Bibelenzyklopädien angeführt, dass sich der Begriff Lilith von semitisch „Nacht“ herleitet, was jetzt richtig gestellt wurde.[13] In englischen Bibelübersetzungen wird das Wort meist als (nachtaktives) Tier wiedergegeben[14][15].

Über Lilith selbst wird hier weiter nichts ausgesagt, als dass ihre Heimat die Wüste sei. Übersetzt wird diese Textstelle mannigfaltig, so kennt die Septuaginta das Wort Lilith nicht[16] und schreibt stattdessen ὀνοκενταύροι (‚Eselszentauren‘), in der Hexapla und Vulgata λαμία bzw. lamia. In anderen Übersetzungstraditionen (z. B. Peschitta, der Syro-Hexapla und im Targum Jonathan) werden die übrigen Wüstentiere der Aufzählung durch Geister- und Dämonennamen wiedergegeben. Bemerkenswert ist allerdings, dass die Liliths in der großen Jesaja-Schriftrolle vom Toten Meer, abweichend zu den masoretischen Texten, und auch im Targum Jonathan jeweils im Plural stehen.[8]

Erwähnung im Babylonischen Talmud[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die spätantiken Vorstellung über die Dämonin Lilith, wie sie zum Teil auch in den kontemporären aramäischen Zauberschalen auftreten, lassen sich u. a. in den hebräischen und aramäischen Passagen des Babylonischen Talmud nachweisen. In Erubin 100b findet sich teilweise eine Beschreibung, wie sie in vielen Illustrationen auf Zauberschalen nachzuweisen ist[17] „Sie läßt wie die Lilith das Haar wachsen, sie setzt sich danieder und läßt Wasser wie Vieh, und sie dient ihrem Mann als Matratze“;[18] in Nidda 24b wird sie als eine Fehlgeburt in der Erscheinung einer Lilith beschrieben, die die Frau in diesem Falle unrein macht;[19] in Schabbat 151b wird auf ihre Funktion als Incubus- oder Succubus-Dämonin verwiesen „Es ist verboten im Haus allein zu schlafen, und jeder, der im Haus allein schläft, ergreift die Lilith“;[20] in Baba Batra 73a wird Ahriman, ein ehemaliger awestischer Dämon bzw. Hormozd als ihr Sohn genannt.[21][22]

Spätere Entwicklungen in der jüdischen Überlieferung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mittelalterliche Lilith-Gestalt begegnet uns erstmals in der Schrift Abhandlung über die linken Emanationen aus dem Jahre 1265 von Rabbi Isaak ben Jakob ha-Cohen, in der er ein System aus sieben göttlichen bösen Mächten beschreibt, deren erste Samael und letzte Lilith darstellt. Samael und Lilith werden als göttliches Paar dargestellt, das eine Gruppe böser Dämonen beherrscht und gegen die rechten (guten) Emanationen um die Vorherrschaft der Welt kämpft. Das Böse entsteht laut Isaak als entartete Nebenwirkung bei der Emanation der dritten Sefira (Binah) und wird erst durch den apokalyptischen Zweikampf zwischen Samael und dem Messias beendet.

Auch hier werden mindestens zwei Lilith-Figuren beschrieben: eine ältere und eine jüngere Lilith. Die jüngere Lilith ist die Gemahlin des Asmodäus, wird aber von Samael begehrt. Da dieses dualistische Konzept in dieser Zeit neu für die Kabbala ist, wird es zunächst von keinem Autor weiterverfolgt, mit Ausnahme von Isaaks Schüler Moses von Burgos und schließlich von Moses de Leon, der sie ins Zentrum der Lehre des Zohar stellt, von dem ausgehend sich das spätere Lilith-Bild entfaltet.

In jüdisch-feministischer Theologie wird Lilith im Midrasch als eine Frau dargestellt, die sich nicht Gottes, sondern Adams Herrschaft entzieht und im Gegensatz zu Eva resistent gegen den Teufel ist. Sie symbolisiert positiv die gelehrte, starke Frau. In einer anderen Version brachte Lilith als erste Frau Adams Gott dazu, ihr seinen heiligen Namen zu verraten. Der Name verlieh ihr unbegrenzte Macht. Lilith verlangte von Gott Flügel und flog davon.[23]

Symbolfigur der Emanzipation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lilith wurde im Feminismus zum Symbol und die ersten Frauenbuchhandlungen und Frauencafés nannten sich oft Lilith. Auch als weiblicher Vorname wurde Lilith beliebt, siehe Lilith (Vorname). In Lilith sehen einige die Gegenheldin zu der biblischen Eva, die in der patriarchalen Tradition stehe.

Der Lilithmythos symbolisiere die Selbstständigkeit der Frau und den (bereits biblischen) Versuch der Männer, diese mittels einer höheren Autorität zu unterdrücken. In der Psychologie stehen sich hier zwei scheinbar gegensätzliche Eigenschaften der Frauen gegenüber – Sinnlichkeit, Leidenschaft, Sexualität (Lilith) und Mütterlichkeit, Bescheidenheit, Folgsamkeit (Eva).

Symbolfigur der Ambivalenz der Seele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In talmudischen Quellen aus dem 3. bis 5. Jahrhundert n. Chr. geistert Lilith als Nachtdämon umher und wird erst ab dem 9. Jahrhundert zu Adams erster Frau erhoben.

In Goethes Faust I erscheint sie in der Walpurgisnacht. Auf Fausts Frage nach ihr erhält er von Mephistopheles die Antwort: „Lilith ist das.“ Faust: „Wer?“ Mephistopheles: „Adams erste Frau. / Nimm dich in Acht vor ihren schönen Haaren, vor diesem Schmuck, mit dem sie einzig prangt. / Wenn sie damit den jungen Mann erlangt, / So läßt sie ihn so bald nicht wieder fahren.“

Im Übrigen sind Lilith-Figuren in der Dichtung häufig ironisch gebrochen, so in Ernst Penzoldts Die Powenzbande.

Astrologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Astrologie bezeichnet „Lilith“ seit Anfang des 20. Jahrhunderts einen „dunklen Zwilling des Mondes“ (auch „Schwarzer Mond“). Diesem entspricht kein realer Himmelskörper, sondern ein spezieller Punkt der Mondbahn.

Es gibt auch einen Asteroiden namens (1181) Lilith. Dieser wurde jedoch nach der französischen Komponistin Lili Boulanger (1893–1918) benannt und hat mit der mythologischen Lilith nichts zu tun.

Rezeption in den Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt unterschiedliche Bearbeitungen der Lilith-Sage, z. B. Robert Rossens Film Lilith mit Warren Beatty in der Hauptrolle. Er handelt von einem Therapeuten, der sich in einem Nobelsanatorium einer mysteriösen jungen Frau annimmt und in der Folge unter Wahnvorstellungen leidet.

Lilith tritt auch in verschiedenen Bearbeitungen als Schöpfung des verstoßenen Engels Luzifer oder als Vampirin auf, so wie als Engel und Urmutter der Menschheit in dem Anime Neon Genesis Evangelion. In der Serie Supernatural erhält Lilith sogar die Bezeichnung des ersten Dämons überhaupt und wird damit in eine Stellung gebracht, die Luzifer beinahe gleichkommt.

In der amerikanischen Fernsehserie Lucifer, wird Lilith als die erste Frau Adams und Mutter aller Dämonen bezeichnet. Außerdem ist sie eine gute Freundin von Lucifer Morningstar, der titelgebenden Hauptfigur der Serie.

Eine ähnliche Darstellung existiert in dem Film Bordello of Blood der Filmreihe Geschichten aus der Gruft. Dort wird Lilith als die Mutter aller Vampire dargestellt. Ähnlich im Rollenspiel Vampire: Die Maskerade, wo sie Kain, den Stammvater der Vampire, unterrichtet. Des Weiteren findet man sie im Mehrspielermodus des PC-Spiels Diablo 2 – Lord of Destruction als eine der drei Schlüsselbosse.

In dem Film Fall 39 mit Renée Zellweger tritt Lilith als (von einem Dämon besessenes?) Kind auf.

In Evil Angel (USA 2009, Regie: Richard Dutcher) tritt Lilith als massenmordender Dämon in Erscheinung.

Das 2006 erschienene Album Visions of Eden der Band Virgin Steele befasst sich in der Form eines Konzeptalbums mit dem biblischen Lilith-Mythos.

Das im Jahr 2010 erschienene Album Darkly, Darkly, Venus Aversa der Band Cradle of Filth ist ein Konzeptalbum, welches von Lilith handelt.

Auf dem Album The Lamb Lies Down on Broadway der Band Genesis wird sie Lilywhite Lilith genannt. Es wird von einer Person erzählt, die es durch einen „Tunnel aus Licht“ an „das andere Ende“ schafft.

Im Jahr 2011 veröffentlichte die deutsche Electro-Band Nova-Spes mit ihrem Album Pripyat – Home of Lilith ein Konzeptalbum, in dessen Titel Lilith als Nachthexe in direkten Bezug zur ukrainischen Geisterstadt Pripyat gebracht wird. Im Beiheft des Albums wird die Bibel mit ihrem entsprechenden Abschnitt zitiert.

Erwähnung findet die Figur im Song Walpurgisnacht der Band Faun.

In der amerikanischen Serie True Blood tritt Lilith als die Göttin der Vampire auf.

In der israelischen Fernsehserie Split ist Lilith die Dämonenkönigin. Sie ist die Hauptgegnerin in der zweiten Staffel der Serie.

In der Chroniken-der-Unterwelt-Reihe von Cassandra Clare ist Lilith eine der ältesten Dämonen und die Mutter aller Dämonen.

Im PC-Spiel Darksiders tritt Lilith als Samaels Geliebte auf.

In der PC-Spielreihe Diablo tritt Lilith als Tochter von Mephisto und Schöpferin von Sanktuario auf.

In der PC-Spielreihe Borderlands tritt Lilith als eine Sirene auf, ein Mensch mit übernatürlichen Kräften.

Die Alben Die Liebe Gottes und Tineoidea der Band Samsas Traum sind Konzeptalben, in welchen Lilith eine Hauptrolle spielt.

In der US-amerikanischen Sitcom Frasier trägt die Exfrau des Protagonisten den Namen Lilith. Ihre Darstellung enthält Anspielungen auf die mythische Figur.

In der US-amerikanischen Horror-Serie Chilling Adventures of Sabrina tritt Lilith als die Mutter der Dämonen auf und strebt den Titel „Königin der Hölle“ als ebenbürtige Frau Satans an.

Im Film Meine teuflisch gute Freundin ist Lilith die Tochter des Teufels, welche Böses tun soll, jedoch Gefühle entwickelt.

In Melanie Martinez' Film K-12 tritt Lilith als Verbündete einiger Schüler auf, die ihnen übernatürliche Kräfte verliehen hat.

In dem Film She never died offenbart die Hauptfigur Lacey, eine obdachlose, unsterbliche Frau mit Engelsflügelnarben zum Schluss des Films, dass ihr wahrer Name Lilith sei.

In der amerikanischen Serie Shadowhunters tritt Lilith als die Mutter von Idem(Hölle) auf.

Rezeption als literarische Figur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sergej Lukianenko: Die letzten Wächter: Lilith stellt in diesem Band der Wächter-Reihe die älteste und möglicherweise erste aller Vampire dar.
  • John Erskine: Adam and Eve – Though he knew better, Bobbs-Merrill Co., New York 1927, deutsch Adam und Eva, Wolff, München 1927; Adam muss sich zwischen zwei weiblichen Prinzipien entscheiden und lässt Lilith fallen.
  • Jack Richard Salamanca: Lilith. Simon & Schuster, New York 1961, deutsch: Lilith. übersetzt von Brigitte Kahr, Kossodo, Genf und Hamburg 1964, die literarische Vorlage für den gleichnamigen Film von Robert Rossen.
  • Octavia Butler: Lilith’s Brood. 2000 (Science-Fiction-Trilogie. Ursprünglich 1987–1989 unter dem Titel Xenogenesis)
  • Christoph Marzi: Lycidas, Lilith, Lumen, Somnia.
  • George MacDonald: Lilith. Übersetzung: Uwe Herms, Klett-Cotta, 1996, ISBN 3-608-87515-8.
  • Tess Gerritsen: Blutmale; deutsche Übersetzung bei blanvalet Nr. 37138, S 245 ff.
  • Nora Roberts: Die Ring Trilogie. Ursprüngliche Titel: Morrigan's Cross, Dance of the Gods, Valley of Silence. Deutsche Reihe bei blanvalet.
  • Kai Meyer: Loreley und Das Steinerne Licht; in beiden Romanen spielen die Nachkommen Liliths eine Nebenrolle und es werden verschiedene Aspekte des Lilith-Mythos erzählt.
  • Thomas Mann: Der Zauberberg; die Figur Settembrini spricht mit dem Protagonisten Hans Castorp über die Mythologie der Lilith.
  • Lion Feuchtwanger: Jud Süß; dieser erzählt der Herzogin Marie August von ,,Lilith, der Damonenkönigin".
  • Jessica Shirvington: The Violet-Eden-Chapters; Lilith wird in dieser Buchreihe als verbannter Engel und Mutter des Phoenix dargestellt.
  • Terry Pratchett: Scheibenwelt-Romane; in Total verhext ist Lady Lilith eine gute Fee, die im Streben nach Macht über das Ziel hinausschießt und zur bösen Hexe wird.
  • Courtney Allison Moulton. In: Angelfire „Auf den Schwingen des Bösen“ wird Lilith als die Frau von Sammael und die Dämonenkönigin genannt.
  • Robert Anton Wilson, Robert Shea: In der Illuminatus! Trilogie taucht Lilith als Lilith Velkor auf, eine Einwohnerin von Atlantis.
  • Cassandra Clare: In Chroniken der Unterwelt City of Fallen Angels; wird als Mutter von Sebastian (Jonathan) dargestellt.
  • Simon R. Green: In der Reihe Geschichten aus der Nightside kommt Lilith als erste Frau Adams, Erschafferin der Nightside sowie als Mutter der Hauptperson John Taylor vor.
  • Kerstin Hensel: Lilit. Erzählung, aus dem Band Hallimasch. Mitteldeutscher Verlag, Halle 1989, Luchterhand, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-630-86715-4.
  • Carla Trepat Casanovas: Liliths Schatz: Eine Geschichte über die Sexualität, die Lust und den Menstruationszyklus. Aus dem Spanischen von Stefanie Ettmann; Originaltitel: El tesoro de Lilith, un cuento sobre la sexualidad, el placer y el ciclo menstrual. ISBN 978-3-200-03957-5
  • Michael Borlik: Im Jugendroman Nox, Das Erbe der Nacht wird Lilith als gefallener Engel und als Schöpferin der Kinder der Nacht bezeichnet, welche die Protagonistin zur neuen Macht verhelfen könnte. ISBN 978-3-522-20115-5.
  • Joern Hinkel schrieb ein Libretto des Titels Lilith. 9 Gesänge der dunklen Liebe. Es wurde im Rahmen des 46. Internationalen Jugend-Festspieltreffens Bayreuth vertont: Prolog Peter Stangel / Lilith Peter Stangel / Rachel Jörg Widmann / Lea Jörg Widmann / Ada Joern Hinkel / Esters Gesang Iulia Cibișescu-Duran / Schimschon und Dlila Minas Borboudakis / Judith Antje Uhle / Epilog Peter Stangel[24]
  • Dagmar Nick: Lilíth, eine Metamorphose (1992) ISBN 3-87365-277-3

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kocku von Stuckrad: Lilith – Im Licht des schwarzen Mondes zur Kraft der Göttin. 4. Auflage. Aurum, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-89901-411-2.
  • Swantje Christow: Der Lilith-Mythos in der Literatur. Der Wandel des Frauenbildes im literarischen Schaffen des 19. und 20. Jahrhunderts. Shaker, Essen 1998, ISBN 3-8265-3852-8.
  • Jacques Bril: Lilith ou la Mère obscure. (= Bulletin de la Société de Mythologie Française. Congrès de Tournus N° 3). Payot, Paris 1981, ISBN 2-228-12830-9. (französisch)
  • Joseph Dan: Die Kabbala. Eine kleine Einführung. 2. Auflage. Reclam, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-15-018946-7.
  • Walter Farber, Edith Porada: Lilû, Lilītu, Ardat-lilî. In: Dietz-Otto Edzard (Hrsg.): Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie. Band 7, de Gruyter, Berlin/ New York 1987–1990, ISBN 3-11-010437-7, S. 23–25.
  • Heide Göttner-Abendroth: Inanna, Gilgamesch, Isis, Rhea – Die großen Göttinnenmythen Sumers, Ägyptens und Griechenlands. Helmer, Königstein 2004, ISBN 3-89741-158-X.
  • Lilith. In: Encyclopedia Judaïca.
  • Hans-Christian Huf: Das Bibelrätsel. Geheimnisse der Heiligen Schrift. Econ, Berlin 2005, ISBN 3-430-14875-8.
  • Siegmund Hurwitz: Lilith – die erste Eva. Eine Studie über dunkle Aspekte des Weiblichen. Mit einem Vorwort von Marie-Louise von Franz. Daimon, Zürich 1980, ISBN 3-85630-004-X. (4. Auflage: Daimon, Einsiedeln 2004, ISBN 3-85630-633-1)
  • Manfred Hutter: Lilith. In: Karel van der Toorn, Bob Becking, Pieter Willem van der Horst (Hrsg.): Dictionary of Deities and Demons in the Bible. 2nd extensively revised Edition. Brill u. a., Leiden u. a. 1999, ISBN 0-8028-2491-9, S. 520–521.
  • Andrea Imig: Luzifer als Frau? Zur Ikonographie der frauengestaltigen Schlange in Sündenfalldarstellungen des 13. bis 16. Jahrhunderts. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2009, ISBN 978-3-8300-4464-2.
  • Hans-Joachim Maaz: Der Lilith-Komplex. Die dunklen Seiten der Mütterlichkeit. Beck, München 2003, ISBN 3-406-49335-1. (Taschenbuch: dtv 34201, München 2005, ISBN 3-423-34201-3)
  • Christa Müller-Kessler: The Story of Bguzan-Lilit, Daughter of Zanay-Lilit.T In: Journal of the American Oriental Society. 116, 1996, S. 185–195
  • Christa Müller-Kessler: Interrelations between Mandaic Lead Rolls and Incantation Bowls. In: Tzvi Abusch, Karel van der Toorn (Hrsg.): Mesopotamian Magic. Textual, Historical, and Interpretative Perspectives (= Ancient Magic and Divination 1). Groningen 1999, S. 197–209.
  • Christa Müller-Kessler: Lilit(s) in der aramäisch-magischen Literatur der Spätantike. In: Altorientalische Forschungen. 2001, 28, S. 338–352.
  • Christa Müller-Kessler: Die aramäische Beschwörung und ihre Rezeption in den mandäisch magischen Texten am Beispiel ausgewählter aramäischer Beschwörungsformulare. In: Rika Gyselen (Hrsg.): Magie et magiciens, charmes et sortilèges (= Res Orientales XIV) Louvain 2002, S. 193–208.
  • Christa Müller-Kessler: Jüdische und gnostische Beschwörungen medizinischen Inhalts aus der Spätantike des Ostens. In: Axel Karenberg, Christian Leitz (Hrsg.): Heilkunde und Hochkultur II. “Magie und Medizin” und “Der alte Mensch” in den antiken Zivilisationen des Mittelmeerraumes (= Naturwissenschaft – Philosophie – Geschichte 16). Münster 2002, S. 183–208.
  • Dorothee Pielow: Lilith und ihre Schwestern. Zur Dämonie des Weiblichen. Grupello, Düsseldorf 1998, ISBN 3-928234-94-3.
  • Bettina Schmitz: lilith_neuland.sprache feminismus poesie. ein-FACH-verlag, Aachen 2012, ISBN 978-3-928089-56-2.
  • Howard Schwartz: Liliths Höhle. Jüdische Erzählungen aus dem Bereich des Übernatürlichen. Erich Röth Verlag, Tüchersfeld 2014, ISBN 978-3-87680-400-2.
  • Diane Wolkstein, Samuel Noah Kramer: Inanna. Queen of Heaven and Earth. Her Stories and Hymns from Sumer. Harper & Row, New York NY u. a. 1983, ISBN 0-06-090854-8. (Überarbeitete Keilschrifttexte des Samuel Noah Kramer)
  • Vera Zingsem: Lilith, Adams erste Frau. Klöpfer & Meyer, Tübingen 1999, ISBN 3-931402-41-X. (2. erweiterte Auflage: (= Reclam-Bibliothek. Band 1708). Reclam, Leipzig 2003, ISBN 3-379-01708-6)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lilith – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Walter Farber: In: Reallexikon der Assyriologie und vorderasiatischen Archäologie. (RLA), Band 7, de Gruyter, Berlin 1990, S. 23–24, ISBN 3-11-010437-7.
  2. Vgl. Walter Farber: In: Reallexikon der Assyriologie und vorderasiatischen Archäologie. (RLA), Band 7, de Gruyter, Berlin 1990, S. 23–24, ISBN 3-11-010437-7.
  3. Manfred Hutter: s.v. Lilith. In: Karel van der Toorn et al. (Hrsg.), Dictionary of Deities and Demons in the Bible, Leiden2 1999, S. 520–521.
  4. George, A. R., Rogers D. Spotswood Collection.: The Epic of Gilgamesh : the Babylonian Epic Poem and Other Texts in Akkadian and Sumerian. ISBN 978-0-14-044919-8.
  5. Christa Müller-Kessler: Zauberschalen und ihre Umwelt. Ein Überblick über das Schreibmedium Zauberschale. In: Jens Kamran, Rolf Schäfer, Markus Witte (Hrsg.): Zauber und Magie im antiken Palästina und in seiner Umwelt (= Abhandlungen des Deutschen Palästina-Vereins 46). Wiesbaden 2017), S. 59–94, Tf. 1–8. ISBN 978-3-447-10781-5
  6. a b c d Christa Müller-Kessler: Interrelations between Mandaic Lead Rolls and Incantation Bowls. In: Tzvi Abusch, Karel van der Toorn (Hrsg.), Mesopotamian Magic. Textual, Historical, and Interpretative Perspectives (= Ancient Magic and Divination 1). Groningen 1999, S. 197–209. ISBN 90-5693-033-8
  7. a b Christa Müller-Kessler: The Story of Bguzan-Lilit, Daughter of Zanay-Lilit. In: Journal of the American Oriental Society. Band 116, Nr. 2, April 1996, ISSN 0003-0279, S. 185, doi:10.2307/605694.
  8. a b c d e Christa Müller-Kessler: Lilit(s) in der aramäisch-magischen Literatur der Spätantike: In Altorientalische Forschungen 28, 2001, S. 343–344.
  9. Christa Müller-Kessler: Jüdische und gnostische Beschwörungen medizinischen Inhalts aus der Spätantike des Ostens. In: Axel Karenberg, Christian Leitz (Hrsg.), Heilkunde und Hochkultur II. “Magie und Medizin” und “Der alte Mensch” in den antiken Zivilisationen des Mittelmeerraumes (= Naturwissenschaft – Philosophie – Geschichte 16). Münster 2002, S. 198.
  10. Christa Müller-Kessler: Die aramäische Beschwörung und ihre Rezeption in den mandäisch magischen Texten am Beispiel ausgewählter aramäischer Beschwörungsformulare. In: Rika Gyselen (Hrsg.): Magie et magiciens, charmes et sortilèges (= Res Orientales XIV). Louvain 2002, S. 203–205. ISBN 9782950826688
  11. „Es werden Wildkatzen auf Schakale treffen, Ziegen-Dämonen werden einander zurufen, und dort wird auch die Lilit verweilen und ihre Behausung finden“.
  12. Zeno: Literatur im Volltext: Martin Luther: Die gantze Heilige Schrifft Deudsch. 2 Bände, München 1972.: ... Abgerufen am 4. August 2019.
  13. Manfred Hutter: s.v. Lilit. In: K. van der Toorn et al. (Hrsg.): Dictionary of Deities and Demons in the Bible. Leiden2 1999, S. 520–521.
  14. King James Version „screech owl“, New International Version „night creatures“, English Standard Version „night bird“, siehe Bibelserver.
  15. Judit M. Blair behauptet, Kontext und Verben zeigten, dass alle acht Kreaturen (Jes 34,13–16 EU) nur natürliche Tiere seien; siehe Judit M. Blair: De-Demonising the Old Testament – An Investigation of Azazel, Lilith, Deber, Qeteb and Reshef in the Hebrew Bible. (= Forschungen zum Alten Testament 2 Reihe). Mohr Siebeck 2009, ISBN 978-3-16-150131-9.
  16. Dr. Henrike Frey-Anthes: Lilit. S. 2, abgerufen am 4. August 2019.
  17. James A. Montgomery: Aramaic Incantation Texts from Nippur (= Publications of the Babylonian Section 3). Philadelphia 1913, Taf. VIII.
  18. Übersetzt nach der Bomberg-Druckausgabe; siehe auch Der Babylonische Talmud, ins Deutsche übersetzt von Lazarus Goldschmidt, Band II. Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag; Frankfurt a. Main 1996, S. 295.
  19. Der Babylonische Talmud, ins Deutsche übersetzt von Lazarus Goldschmidt, Band XII. Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag; Frankfurt a. Main 1996, S. 419.
  20. Übersetzt nach der Bomberg-Druckausgabe; siehe auch Der Babylonische Talmud, ins Deutsche übersetzt von Lazarus Goldschmidt, Band I. Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag; Frankfurt a. Main 1996, S. 921.
  21. Der Babylonische Talmud, ins Deutsche übersetzt von Lazarus Goldschmidt, Band VIII. Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag; Frankfurt a. Main 1996, S. 203.
  22. Manfred Hutter: s.v. Lilith. In: Karel van der Toorn et al. (Hrsg.), Dictionary of Deities and Demons in the Bible. Leiden2 1999, S. 521.
  23. Martin Bocian: Lexikon der biblischen Personen. Mit ihrem Fortleben in Judentum, Christentum, Islam, Dichtung, Musik und Kunst (= Kröners Taschenausgabe. Band 460). 2., erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2004, ISBN 3-520-46002-5.
  24. Das Libretto entstand nach Schriftwerken aus dem Hebräischen übersetzt von Martin Buber & Franz Rosenzweig, Rainer Maria Rilke: Judiths Rückkehr u. a. m. Eingespielt ist das Werk auf CD: Susanna Simonsson, Mezzosopran; Jennifer Crohns, Mezzosopran; Simon Pauly, Bariton; Heinz Schmidtpeter, Baß; Alexander Netschájew, Erzähler; Giora Feidman, Klarinetten, Bassetthorn; Kammerchor & Ensemble des 46. Internationalen Jugend-Festspieltreffens Bayreuth; Dirigent Werner Seitzer (Feidman in Bayreuth) Pläne CD 88806, Aufnahme August 1996, P1997