Nanzdietschweiler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Nanzdietschweiler
Nanzdietschweiler
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Nanzdietschweiler hervorgehoben
Koordinaten: 49° 27′ N, 7° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kusel
Verbandsgemeinde: Oberes Glantal
Höhe: 237 m ü. NHN
Fläche: 9,82 km2
Einwohner: 1191 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66909
Vorwahl: 06383
Kfz-Kennzeichen: KUS
Gemeindeschlüssel: 07 3 36 064
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstraße 8
66901 Schönenberg-Kübelberg
Webpräsenz: www.nanzdietschweiler.de
Ortsbürgermeister: Martin Holzhauser jun. (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Nanzdietschweiler im Landkreis Kusel
Waldmohr Dunzweiler Breitenbach (Pfalz) Schönenberg-Kübelberg Gries (Pfalz) Brücken (Pfalz) Dittweiler Altenkirchen (Pfalz) Ohmbach Frohnhofen Nanzdietschweiler Börsborn Steinbach am Glan Krottelbach Langenbach (Pfalz) Herschweiler-Pettersheim Wahnwegen Henschtal Hüffler Quirnbach/Pfalz Rehweiler Glan-Münchweiler Matzenbach Selchenbach Herchweiler Albessen Konken Ehweiler Schellweiler Etschberg Theisbergstegen Haschbach am Remigiusberg Kusel Blaubach Oberalben Dennweiler-Frohnbach Körborn Thallichtenberg Ruthweiler Reichweiler Pfeffelbach Rathsweiler Niederalben Ulmet Erdesbach Bedesbach Rammelsbach Altenglan Welchweiler Elzweiler Horschbach Bosenbach Rutsweiler am Glan Föckelberg Niederstaufenbach Oberstaufenbach Neunkirchen am Potzberg Jettenbach (Pfalz) Rothselberg Kreimbach-Kaulbach Wolfstein Rutsweiler an der Lauter Eßweiler Oberweiler im Tal Aschbach (Westpfalz) Hinzweiler Oberweiler-Tiefenbach Relsberg Hefersweiler Einöllen Reipoltskirchen Nußbach (Pfalz) Hoppstädten Kappeln (bei Lauterecken) Medard (Glan) Odenbach Adenbach Ginsweiler Cronenberg (bei Lauterecken) Hohenöllen Heinzenhausen Lohnweiler Lauterecken Unterjeckenbach Langweiler (bei Lauterecken) Merzweiler Homberg (bei Lauterecken) Herren-Sulzbach Grumbach (Glan) Kirrweiler (bei Lauterecken) Sankt Julian Hausweiler Wiesweiler Deimberg Buborn Glanbrücken Offenbach-Hundheim Nerzweiler Saarland Landkreis Birkenfeld Landkreis Bad Kreuznach Donnersbergkreis Kaiserslautern Landkreis Südwestpfalz Landkreis Kaiserslautern Landkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild

Nanzdietschweiler ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Mit rund 1200 Einwohnern ist sie die drittgrößte Ortsgemeinde innerhalb der Verbandsgemeinde Oberes Glantal. Sie entstand 1969, als im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform die Orte Nanzweiler, Dietschweiler und Nanzdiezweiler zu dieser neuen Gemeinde zusammengelegt wurden. In der Folgezeit entwickelte sich Nanzdietschweiler in erster Linie zu einer Wohngemeinde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nanzdietschweiler liegt im oberen Glantal am Übergang des Landstuhler Bruch zum Nordpfälzer Bergland. Der Ort liegt zwischen 220 m und 250 m über NN. Die höchsten Erhebungen der Gemarkung erreichen 384 m über NN. Der Ort ist gekennzeichnet von zum Wandern einladenden Wäldern, Wiesen und dem artenreichen Glan welcher unter anderem durch das für Ornithologen interessante Vogel- und Naturschutzgebiet „Heimerbrühl“ fließt. Nanzdietschweiler ist flächenmäßig der größte Ort in der Verbandsgemeinde und nach Herschweiler-Pettersheim und Glan-Münchweiler der Ort mit den drittmeisten Einwohnern.

Die Gemeinde war früher in drei Teile gegliedert: Nanzweiler, Dietschweiler und Nanzdiezweiler. Hinzu kam noch Kreuz, das zu Dietschweiler gezählt wird. Die Grenze verlief mit dem Glan (Nanzweiler/Nanzdiezweiler) und auf der Höhe des heutigen Sportplatzes (Nanzweiler/Dietschweiler). Hierbei macht der Ortsteil Kreuz mit der alten Getreidemühle, der Dietschweiler Mühle, allerdings eine Ausnahme. Er liegt zwar auf der rechten Glanseite (Nanzdiezweiler), zählt aber zu Dietschweiler.

182 Hektar der Gemarkung sind bewaldet und 26 Hektar besiedelt.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nanzweiler wurde 1350 als Nantzwilre erstmals urkundlich erwähnt,[3] Dietschweiler 1436 als Dyetzwiller.[4] Das Siedlungsgebiet beider Orte erstreckte sich zu beiden Seiten des Glans. Die Seite links des Glans unterstand dem Kloster Hornbach und ab dem 16. Jahrhundert den Herren und späteren Grafen von der Leyen.[2] Die Seite rechts des Glans war Reichsgut und unterstand ab dem 15. Jahrhundert Kurpfalz.[2] Rechts des Glans entwickelten sich zwei weitere Gemeinden Nanzweiler und Diezweiler, die 1816 zu Nanzdiezweiler vereinigt wurden.[2]

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Ersten Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Ersten Französischen Kaiserreichs war, waren die Orte rechts des Glans in den Kanton Landstuhl im Departement Donnersberg und die Orte links des Glans in den Kanton Waldmohr im Saardepartement eingegliedert.[2] Im Jahre 1816 kamen sie zum Königreich Bayern. Die Aufteilung in die beiden Kantone blieb bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts bestehen, beide Kantone gehörten jedoch von 1818 an gemeinsam zum Landkommissariat Homburg.

Im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde am 7. Juni 1969 aus den drei bis dahin selbstständigen Gemeinden Dietschweiler, Nanzdiezweiler und Nanzweiler die neue Ortsgemeinde Nanzdietschweiler gebildet.[5] Der Name der neuen Gemeinde setzt sich dabei aus Elementen aller drei Ortsteile zusammen.[2]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl bezogen auf das heutige Gemeindegebiet von Nanzdietschweiler; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[6]

Jahr Einwohner
1815 687
1835 853
1871 899
1905 945
1939 1.190
Jahr Einwohner
1950 1.338
1961 1.424
1970 1.440
1987 1.259
2005 1.268

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Nanzdietschweiler besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[7]

Wahl SPD CDU Gesamt
2014 6 10 16 Sitze
2009 6 10 16 Sitze
2004 7 9 16 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Durch einen silbernen Wellenpfahl von Blau und Schwarz gespalten, rechts ein silberner Pfahl, links ein rotbewehrter und -bezungter goldener Löwe“.

Es wurde 1980 von der Bezirksregierung Neustadt verliehen. Der Löwe entstammt dem Wappen der Kurpfalz, die früher in Nanzdiezweiler die Landesherrschaft ausübten. Der silberne Pfahl nimmt Bezug auf die Grafen von der Leyen, denen Dietschweiler und Nanzweiler gehörte. Der Wellenpfahl symbolisiert den Glan, der die früher selbständigen Orte verbindet.

Die Flagge ist Blau-Weiß-Blau im Verhältnis 2:5:2 gespalten.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nanzdietschweiler hat seit 1985 eine Partnerschaft mit der Gemeinde Butten im Departement Bas-Rhin im Elsass/Frankreich.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am zweiten Wochenende im September werden die Dietschweiler und am dritten Wochenende die Nanzweiler Kerwe gefeiert.

Nanzdietschweiler verfügt über eine in der Trägerschaft der Verbandsgemeinde stehende Grundschule, die im Ortsteil Dietschweiler angesiedelt ist und vier Klassen umfasst. Die Schulen in Nanzweiler und Nanzdiezweiler sind inzwischen aufgelöst worden.[2] Darüber hinaus existiert in der Gemeinde ein Kindergarten. Es gibt verschiedene Sehenswürdigkeiten in diesem Ort, z. B. die Dietschweiler Mühle. Unweit davon ist die historische Waschanlage zu sehen, die in direkter Nachbarschaft zur alten Eisenbahnstrecke, dem jetzigen Glan-Blies-Weg, liegt.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Musikverein
  • FCK-Fanclub „Trafo“
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Wildsauverein
  • Sportverein
  • Schützenverein „Freischütz“
  • Pfälzerwald-Verein
  • Obst- und Gartenbauverein
  • Gesangvereine

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Nanzweiler und Dietschweiler verläuft die Landesstraße 358, die von Glan-Münchweiler nach Bruchmühlbach verläuft. In Dietschweiler endet die aus Börsborn kommende Kreisstraße 10, durch Nanzweiler verlaufen zudem die Kreisstraßen 54, 58 und 59.

Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Empfangsgebäude des Bahnhofs Dietschweiler

Die heute zur Gemeinde gehörenden Orte erhielten 1904 mit Eröffnung der Glantalbahn Anschluss an das Eisenbahnnetz. Der entsprechende Bahnhof trug zunächst den Namen Dietschweiler-Nanzweiler, ehe er 1912 in Dietschweiler umbenannt wurde. Anfang der 1960er Jahre wurde zudem einen Kilometer nördlich der Haltepunkt Nanzweiler eröffnet, wodurch besagte Bahnstrecke im südlichen Abschnitt Homburg-Glan-Münchweiler belebt werden sollte. Bereits Ende der 1970er Jahre wurde er wieder aufgelassen. Der Personenverkehr wurde 1981 eingestellt; da der Güterverkehr bereits zuvor zwischen Schönenberg-Kübelberg und Glan-Münchweiler eingestellt worden war, war er fortan ohne regulären Verkehr. Ende der 1980er Jahre wurden die Gleise abgebaut. 2002 wurde auf der Trasse der 2006 auf voller Länge fertiggestellte Glan-Blies-Weg eröffnet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nanzdietschweiler – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b c d e f g regionalgeschichte.net: Pfalz > Städte & Dörfer > Nanzdietschweiler. Abgerufen am 21. März 2013.
  3. Martin Dolch, Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz. Speyer, Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften 1991, S. 327
  4. Martin Dolch, Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz. Speyer, Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften 1991, S. 104
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 188 (PDF; 2,50 MB)
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen