Wolfstein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wolfstein
Wolfstein
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wolfstein hervorgehoben
Koordinaten: 49° 35′ N, 7° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kusel
Verbandsgemeinde: Lauterecken-Wolfstein
Höhe: 189 m ü. NHN
Fläche: 13,74 km2
Einwohner: 1960 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 143 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67752
Vorwahl: 06304
Kfz-Kennzeichen: KUS
Gemeindeschlüssel: 07 3 36 105
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 6a
67742 Lauterecken
Webpräsenz: www.wolfstein.de
Stadtbürgermeister: Herwart Dilly
Lage der Stadt Wolfstein im Landkreis Kusel
WaldmohrDunzweilerBreitenbach (Pfalz)Schönenberg-KübelbergGries (Pfalz)Brücken (Pfalz)DittweilerAltenkirchen (Pfalz)OhmbachFrohnhofenNanzdietschweilerBörsbornSteinbach am GlanKrottelbachLangenbach (Pfalz)Herschweiler-PettersheimWahnwegenHenschtalHüfflerQuirnbach/PfalzRehweilerGlan-MünchweilerMatzenbachSelchenbachHerchweilerAlbessenKonkenEhweilerSchellweilerEtschbergTheisbergstegenHaschbach am RemigiusbergKuselBlaubachOberalbenDennweiler-FrohnbachKörbornThallichtenbergRuthweilerReichweilerPfeffelbachRathsweilerNiederalbenUlmetErdesbachBedesbachRammelsbachAltenglanWelchweilerElzweilerHorschbachBosenbachRutsweiler am GlanFöckelbergNiederstaufenbachOberstaufenbachNeunkirchen am PotzbergJettenbach (Pfalz)RothselbergKreimbach-KaulbachWolfsteinRutsweiler an der LauterEßweilerOberweiler im TalAschbach (Westpfalz)HinzweilerOberweiler-TiefenbachRelsbergHefersweilerEinöllenReipoltskirchenNußbach (Pfalz)HoppstädtenKappeln (bei Lauterecken)Medard (Glan)OdenbachAdenbachGinsweilerCronenberg (bei Lauterecken)HohenöllenHeinzenhausenLohnweilerLautereckenUnterjeckenbachLangweiler (bei Lauterecken)MerzweilerHomberg (bei Lauterecken)Herren-SulzbachGrumbach (Glan)Kirrweiler (bei Lauterecken)Sankt JulianHausweilerWiesweilerDeimbergBubornGlanbrückenOffenbach-HundheimNerzweilerSaarlandLandkreis BirkenfeldLandkreis Bad KreuznachDonnersbergkreisKaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzLandkreis KaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild
Wolfstein aus der Luft

Wolfstein ist eine Stadt im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein an, innerhalb derer sie die nach Einwohnern zweitgrößte Ortsgemeinde darstellt. Zudem ist sie die einwohnermäßig siebtgrößte innerhalb des Landkreises und die kleinste, die Stadtrecht besitzt. Wolfstein ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2] Gemessen an der Einwohnerzahl zählt Wolfstein zudem zu den kleinsten Städten Deutschlands.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfstein liegt im nordwestlichen Teil der Pfalz im Nordpfälzer Bergland (sogenanntes „Königsland“) zwischen Idar-Oberstein und Kaiserslautern im Nordosten des Landkreises Kusel. Vor Ort kommen die Minerale Analcim, Grossular und Prehnit vor. Das Stadtgebiet umfasst 13,74 km². Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Heinzenhausen, Hohenöllen, Oberweiler-Tiefenbach, Einöllen, Relsberg, Niederkirchen, Kreimbach-Kaulbach, Rutsweiler an der Lauter, Essweiler, Aschbach, Offenbach-Hundheim und Lohnweiler.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfstein gliedert sich in die beiden Stadtteile Wolfstein mit den Ortsteilen Pfingstweide, Reckweilerhof und Schwanenhof sowie Roßbach mit den Ortsteilen Immetshausen, Mühle und Stahlhausen.[3]

Erhebungen und Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Stadt fließt die Lauter in Süd-Nord-Richtung; von links mündet in diese der Selbach und von rechts der Roßbach sowie der Breitbach. Ausgeprägte Berge sind der Königsberg und der Eisenknopf.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 729 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 46 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,4 Mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur einem Prozent der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfstein wurde 1275 auf Anweisung von Rudolf I. von Habsburg gegründet und erhielt sofort das Stadtrecht. Wolfstein ging 1357 unter Kaiser Karl IV. an die Pfalzgrafen (später Kurpfalz). Während dieser Zeit gehörte die Stadt zu Pfalz-Lautern, das von 1559 bis 1592 ein eigenständiges Territorium innerhalb des Heiligen Römischen Reiches bildete. Im Anschluss war Wolfstein bis Ende des 18. Jahrhunderts Sitz eines kurpfälzischen Unteramtes, das zum Oberamt Lautern zählte.

Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen die Region besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1804 gehörte Wolfstein zur Ersten Französische Republik und im Anschluss zum Napoleonischen Kaiserreichs. Die Stadt war Bestandteil des Departement Donnersberg und war Hauptort (chef-lieu) des gleichnamigen Kantons.

Aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen und eines Tauschvertrags mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Ab 1818 war Wolfstein dem Landkommissariat Kusel im bayerischen Rheinkreis zugeordnet, ehe dies 1862 in ein Bezirksamt umgewandelt wurde. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Wolfstein außerdem zu einem der Zentren des Westpfälzer Wandermusikantentums; mehr als 200 Musikanten dieses Wandergewerbes stammten aus der Stadt. Nach der Pfälzischen Erhebung 1848/49 wanderten viele Bürger nach Amerika aus. 1866 wurde die evangelische Kirche erbaut.

1915, mitten im Ersten Weltkrieg, fungierte Wolfstein für die unmittelbaren Umlandgemeinden als Ortssammelstelle für Liebesgaben.

1939 wurde die Stadt in den Landkreis Kusel eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Rechtenbach innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Roßbach eingemeindet.[4] Seit 1971 war die Stadt Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde gleichen Namens, die 2014 mit der Verbandsgemeinde Lauterecken zur neuen Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein mit Sitz in Lauterecken fusionierte.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl von Wolfstein bezogen auf das heutige Stadtgebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 861
1835 1331
1871 1572
1905 1691
1939 1881
1950 1981
Jahr Einwohner
1961 2158
1970 2119
1987 2049
1997 2106
2005 2011
2017 1960

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat in Wolfstein besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[5]

Wahl SPD CDU FDP FWG Gesamt
2014 4 5 2 5 16 Sitze
2009 4 3 3 6 16 Sitze
2004 4 5 2 5 16 Sitze
  • FWG = Verein zur Förderung der Kommunalpolitik im Bereich der Verbandsgemeinde Wolfstein e. V.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 2000 unterhält Wolfstein eine Städtepartnerschaft mit Verdun-sur-le-Doubs in Burgund (Frankreich).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Wolfstein
Wappenbegründung: Durch den Wolf und den drei Steinen handelt es sich um ein sogenanntes „sprechendes Wappen“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kupferstich nach Matthäus Merian

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtkern, die Ruinen der Burgen Alt-Wolfstein, die Keimzelle der Stadt war, und Neu-Wolfstein, das Kalkbergwerk am Königsberg und das Kriegerdenkmal im Stadtteil Roßbach sind als Denkmalzonen ausgewiesen. Hinzu kommen insgesamt 14 Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wolfstein existiert ein Posaunenchor, der Mitglied im Gnadauer Posaunenbund ist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Zeugnis der industriellen Vergangenheit ist das Historische Besichtigungs-Kalkbergwerk in Wolfstein. Eine Grubenbahn führt den Besucher unter sachkundiger Führung in das Kalkbergwerk am Königsberg, in dem noch bis 1967 untertage Kalksteine gebrochen und am Ort verarbeitet wurden. Sämtliche Einrichtungen sind im Original vorhanden. Das Kalkbergwerk am Königsberg gilt als ein Industriedenkmal von besonderem Rang und ist einmalig in Deutschland. Neben dem Kalkbergwerk am Königsberg existierten vor Ort zahlreiche weitere Gruben. Inzwischen ist der Bergbau zum Erliegen gekommen. Wichtigster Arbeitgeber und mit einer langen Geschichte mit Wolfstein verbunden ist die Karl Otto Braun GmbH & Co. KG, die seit 2010 zur Hartmann Gruppe gehört. Die Instrumentenbauerfamilie Sander besaß früher in der Stadt eine Werkstatt. Zudem besitzt die Volksbank Lauterecken eine Filiale in Wolfstein. Die Kreissparkasse Wolfstein ging 1959 in der Kreissparkasse Kusel auf.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zug im Jahr 2008 im Bahnhof Wolfstein
Jugendherberge

Außerdem liegt Wolfstein an der Lautertalbahn. Im Stadtgebiet existieren drei Schienenverkehrhaltestellen, der wichtigste ist der Bahnhof Wolfstein mit dem höchsten Fahrgastaufkommen der Strecke. Im Zuge seiner Entstehung kam es zu Konflikten, da er sich auf der Gemarkung der damals selbständigen Gemeinde Roßbach befand; die Streitigkeiten setzten sich bis 1906, als die Lautertalbahn bereits mehr als 20 Jahre lang in Betrieb war, fort. Seit 2000 weist der Bahnhof keinen Güterverkehr mehr auf; er war zu diesem Zeitpunkt der letzte Gütertarifpunkt entlang der Bahnlinie. 2005 wurden die Bahnsteige behindertengerecht ausgebaut. Darüber hinaus verfügen die Stadtteile Roßbach und Reckweilerhof jeweils über Schienenverkehrshaltestellen. Ebenfalls auf der Gemarkung der Stadt liegt mit dem Eisenknopf-Tunnel der einzige Tunnel der Bahnstrecke. 2000 wurde die Stadt Teil des neu gegründeten Westpfalz-Verkehrsverbundes (WVV), ehe dieser 2006 im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) aufging, dem Wolfstein seither angehört.

Durch Wolfstein führt die Bundesstraße 270. Die Umgehungsstraße der B 270 wurde am 17. November 2006 nach knapp fünfjähriger Bauzeit für den Verkehr freigegeben. Durch den Stadtteil Roßbach verläuft zudem die Kreisstraße 48. Die Stadt selbst ist über die Buslinie 274 und 275 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar an das Nahverkehrsnetz angebunden, die sie beide mit der Kreisstadt Kusel verbinden. Seit 2011 führt der circa 100 Kilometer lange Pfälzer Höhenweg von Winnweiler über Rockenhausen nach Wolfstein. Außerdem war die Stadt Station des Westpfalz-Wanderweges.

Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Zugehörigkeit zu Frankreich war der Ort Sitz eines Friedensgerichts, das dem Tribunal erster Instanz Kaiserslautern unterstand. Da die Gebäude des Landgericht Kaiserslautern 1944 einem Bombenangriff zum Opfer fielen, verlegte es seinen Sitz provisorisch nach Wolfstein, bis in Kaiserslautern ein neues Gebäude fertiggestellt war. Bis 1966 war Wolfstein zudem Sitz eines Amtsgerichts.

Vor Ort existiert zudem eine Regionale Schule und ein Heimat- sowie ein Druckereimuseum. Von 1971 bis 2014 war Wolfstein Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, seither beherbergt die Stadt eine zweite Verwaltungsstelle der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein. Hinzu kommt außerdem eine Jugendherberge, die im Zeitraum von 1978 bis 1980 errichtet wurde sowie ein Seniorenzentrum.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Zu den Ehrenbürgern fehlen alle Angaben gemäß WP:FV/S/P.

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Rheinheimer, Oberlehrer
  • Hans Braun, Fabrikant
  • Karl Hönes, Stadtbürgermeister
  • Franz Braun, Fabrikant
  • Kurt Dreger, Stadtbürgermeister
  • Pauline König (1868–1938), Heimatdichterin
  • Gerhard Kirch
  • Ernst Vogt

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die in der Stadt gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wolfstein – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017[Version 2018 liegt vor.], S. 99 (PDF; 1,9 MB).
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 183 (PDF; 2,8 MB).
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen