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Steinbach am Glan

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Wappen Deutschlandkarte
Steinbach am Glan
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Steinbach am Glan hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 27′ N,  23′ OKoordinaten: 49° 27′ N,  23′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kusel
Verbandsgemeinde: Oberes Glantal
Höhe: 301 m ü. NHN
Fläche: 6,85 km²
Einwohner: 863 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 126 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66909
Vorwahl: 06383
Kfz-Kennzeichen: KUS
Gemeindeschlüssel: 07 3 36 096
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstraße 8
66901 Schönenberg-Kübelberg
Website: www.steinbachamglan.de
Ortsbürgermeister: Tobias Trapp
Lage der Ortsgemeinde Steinbach am Glan im Landkreis Kusel
Karte
Karte
Steinbach am Glan aus der Vogelperspektive

Die Ortsgemeinde Steinbach am Glan liegt im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Oberes Glantal an. Anders als der Namenszusatz vermuten lässt, liegt Steinbach nicht am Glan, sondern im Tal des Henschbachs, eines Nebenbachs des Glan.

Die Gemeinde befindet sich im Nordpfälzer Bergland in dessen Teilbereich Kuseler Bergland sowie Brücken-Steinbacher Karboninsel. Neben den beiden Ortsteilen gehört der Wohnplatz Römertalhof zur Gemeinde.[2] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Wahnwegen, Henschtal, Börsborn, Brücken, Ohmbach und Herschweiler-Pettersheim.

Erhebungen und Gewässer

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Steinbach am Glan liegt beidseits des Henschbachs, der hier im Oberlauf alternativ Steinbach genannt wird. Dabei liegt der Ortsteil Steinbach auf dem rechten, der Ortsteil Frutzweiler auf der linken Seite des Gewässers. Der Bach hat seine Quelle am westlichen Ortsrand, fließt in nordöstliche Richtung und nimmt etwa einen Kilometer unterhalb des Dorfes von links den Hodenbach auf beziehungsweise vereinigt sich mit ihm. Vom tiefsten Punkt des Tals mit etwa 260 Metern über NN steigt das Gelände nach beiden Seiten hin deutlich an. Ganz im Süden der Gemeindegemarkung entspringt der Habachgraben.

Auf der rechten Bachseite werden mit dem Schnepfenrech 417 m ü. NHNund mit dem Steinberg samt dessen Hauptgipfel Kahlenberg 406 m ü. NHN erreicht, während es auf der linken Seite maximal 367 Meter sind.[3]

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war der Ort in den Kanton Waldmohr eingegliedert. 1815 gehörte Ulmet zunächst zu Österreich. Nach dem Wiener Kongress wurde es ein Jahr später Bayern zugeschlagen. Von 1818 bis 1862 gehörte die Gemeinde weiterhin dem Kanton Waldmohr an und war Bestandteil des Landkommissariats Homburg, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

Da ein Teil des Bezirksamts – einschließlich Homburg selbst – 1920 dem neu geschaffenen Saargebiet zugeschlagen wurde, wechselte der Ort ins Bezirksamt Kusel und wurde von einer bis 1940 bestehenden, in Waldmohr ansässigen Außenstelle verwaltet. 1939 wurde der Ort in den Landkreis Kusel eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Steinbach am Glan innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurden der Nachbarort Frutzweiler am 7. Juni 1969 nach Steinbach eingemeindet.[4] Drei Jahre später wurde Steinbach in die neu gebildete Verbandsgemeinde Glan-Münchweiler eingegliedert. Seit 2017 gehört der Ort zur Verbandsgemeinde Oberes Glantal.

Jüdische Gemeinde

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Siehe auch Jüdischer Friedhof Steinbach am Glan und Jüdisches Museum Steinbach am Glan

In Steinbach wird erstmals 1728 ein jüdischer Mitbürger erwähnt, als Jacob Levi einen Schutzbrief für sich und seine Familie erhielt. 1736 waren es in der Grafschaft von der Leyen insgesamt 25 jüdische Familien, die vor allem in Steinbach lebten.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Steinbach am Glan zu einem Zentrum des jüdischen Lebens in der Westpfalz. 1800 lebten in Steinbach 67 Juden, 1804: 60, 1808: 116, 1823/24 waren es 145 oder 28,7 Prozent der Gesamteinwohnerschaft. 1837/40: 184, 1848: 217 (in 44 Familien), 1875: 172, 1900: 119, 1907: 82. Dazu kamen noch Juden in den umliegenden Gemeinden Münchweiler, Börsborn, Nanzweiler und Haschbach, die alle zur Gemeinde in Steinbach gehörten. Um 1845 gab es unter den damals 42 jüdischen Haushaltsvorständen in Steinbach 21 Handelsleute (vor allem Viehhändler), neun Krämer, acht Makler, zwei Bäcker, einen Schächter und einen Lumpensammler.[5]

Es gab eine Synagoge, eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und einen jüdischen Friedhof. Ein angestellter Lehrer war gleichzeitig Vorbeter und Schochet. An jüdischen Vereinen gab es neben dem Wohltätigkeitsverein Chewra Kadischa unter anderem einen 1859 gegründeten Israelitischen Frauenverein. 1933 lebten noch 34 jüdische Personen am Ort, insgesamt (mit Brücken und Glan-Münchweiler) gehörten zur Gemeinde noch 79 Personen, 1936 waren es 66. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet und die Inneneinrichtung zerstört. Im September 1939 wohnten noch vier jüdische Menschen in Steinbach, Am 22. Oktober 1940 wurden diese im Zuge der Wagner-Bürckel-Aktion deportiert.[6] Von den in Steinbach am Glan geborenen und/oder längere Zeit dort wohnhaften jüdischen Personen kamen in der NS-Zeit 16 um (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des „Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“), aus Börsborn vier, aus Bettenhausen zwei und aus Glan-Münchweiler 16.

  • Tobias Trapp, ab 2024
  • Jörg Fehrentz (SPD) wurde 2014 Ortsbürgermeister von Steinbach.[7] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 54,07 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[8]

Kulturdenkmäler

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Denkmalgeschützter historischer Glockenturm mit Freiheitslinde

Der jüdische Friedhof ist als Denkmalzone ausgewiesen. Hinzu kommen zwei Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen. Das sind der Glockenturm in der Lindenstraße und ein Quereinhaus. Außerdem hat Steinbach ein Jüdisches Museum.

In dem Turm gibt das Glockenturmmuseum auf einer Fläche von nur etwa neun Quadratmetern einen Einblick in über 1700 Jahre Geschichte. Den Mittelpunkt der Ausstellung bilden Skulpturen von römischen Portallöwen im Eingangsbereich und durch einen Deckendurchblick sieht der Besucher eine historische Glocke, die um 1300 gegossen worden sein soll.[9]

Im Gemeindegebiet befinden sich zwei Naturdenkmale, eine Gruppe von vier Silberlinden in der Hauptstraße und eine große Linde am Glockenturm.

Wirtschaft und Infrastruktur

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Auf dem Gebiet der Gemeinde wurde früher Bergbau betrieben. Eine Grube existierte bis ins 20. Jahrhundert.

Durch den Ort verläuft die B 423. Von ihr zweigt die Kreisstraße 8 ab, die über Börsborn bis nach Gries führt. Im Nordosten befindet sich die A 62. In Glan-Münchweiler ist ein Bahnhof der Bahnstrecke Landstuhl–Kusel.

Das Naturfreundehaus Am Haselrech auf der Höhe zwischen Steinbach und Börsborn ist ein beliebtes Wanderziel. Dort beginnen auch drei Nordic-Walking-Wege verschiedener Schwierigkeiten, die zum NatureFitness Park Haselrech gehören, welcher vom Landkreis Kusel errichtet wurde. Zum Naherholungs- und Freizeitgebiet Hodenbachtal führt ein Wirtschaftsweg. Am Ortsausgang von Steinbach in Richtung Börsborn befindet sich eine Wassertretanlage nach Sebastian Kneipp.

Persönlichkeiten

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Söhne und Töchter der Gemeinde

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Personen, die in Steinbach wirkten

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Commons: Steinbach am Glan – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Februar 2022[Version 2026 liegt vor.]. S. 150 (PDF; 3,3 MB).
  3. Ernst Schworm, Josef Wintringer: Steinbach. Lage. In: regionalgeschichte.net. Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz, abgerufen am 20. Mai 2020.
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 197 (PDF; 2,6 MB).  Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  5. https://www.alemannia-judaica.de/steinbach_glan_synagoge.htm
  6. https://www.alemannia-judaica.de/steinbach_glan_synagoge.htm
  7. Gemeinderat Steinbach wählt zwei Beigeordnete. Die Rheinpfalz, 14. August 2019, abgerufen am 9. Mai 2020.
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. Abgerufen am 9. Mai 2020 (siehe Oberes Glantal, Verbandsgemeinde, 19. Ergebniszeile).
  9. Verbandsgemeinde Oberes Glantal. Abgerufen am 2. Mai 2026.
  10. Jüdisches Museum in Steinbach am Glan
  11. Geschichte von Steinbach – regionalgeschichte.net