Oyé

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Oyé
Oyé (Frankreich)
Oyé
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Charolles
Kanton Chauffailles
Gemeindeverband Canton de Semur-en-Brionnais
Koordinaten 46° 20′ N, 4° 12′ OKoordinaten: 46° 20′ N, 4° 12′ O
Höhe 273–497 m
Fläche 18,38 km2
Einwohner 302 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 16 Einw./km2
Postleitzahl 71800
INSEE-Code

Oyé – Ortsbild mit Kirchturm und Schloss

Oyé ist eine französische Gemeinde mit 302 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oyé liegt in einer Höhe von etwa 340 Metern ü. d. M. in der alten Kulturlandschaft des Brionnais im Süden Burgunds. Der Ort befindet sich etwa 19 Kilometer (Fahrtstrecke) südlich von Paray-le-Monial bzw. etwa 44 Kilometer nördlich von Roanne. Die sehenswerten Orte Anzy-le-Duc, Marcigny, Semur-en-Brionnais, Saint-Julien-de-Jonzy, Charlieu und Iguerande befinden sich allesamt im Umkreis von etwa 20–25 Kilometern.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 370 387 316 270 250 285 292

Im 19. Jahrhundert hatte der Ort lange Zeit über 500 Einwohner.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die hügelige Umgebung von Oyé war schon immer landwirtschaftlich geprägt, wobei der bis ins 19. Jahrhundert hinein betriebene Weinbau nach der Reblauskrise gänzlich aufgegeben wurde. Heutzutage spielt die Viehzucht (Charolais-Rinder) eine größere Rolle. Der Ort selbst fungierte bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein als Handwerks-, Handels- und Dienstleistungszentrum für mehrere Weiler und Einzelgehöfte in der Umgebung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelalter gehörten der inzwischen aufgegebene Ort und die zerstörte Burg von Sancenay zum Besitz des Hauses Semur. Einziger Überrest ist die Wallfahrtskirche von Sancenay.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Château d’Oyé (Hofseite)
  • Die Pfarrkirche von Oye ist ein dreischiffiger, aber ausgesprochen schlichter Bau aus dem 18. Jahrhundert.
  • Das in Teilen noch mittelalterlich anmutende Château d’Oyé hat heute den Charakter eines Gutshofes. Beachtenswert ist der dem zweigeschossigen und von zwei seitlichen Rundtürmen gerahmten Wohntrakt (corps de logis) vorgelagerte oktogonale Treppenturm mit seinem kielbogenbekrönten Portal, in dessen Bogenfeld mehrere Wappenschilde zu sehen sind.
  • Etwa zwei Kilometer außerhalb des Ortes steht die ehemalige Burgkapelle, später dann bedeutende Wallfahrtskirche von Sancenay, deren – teils legendäre – Ursprünge bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Der heutige Bau mit seiner bemalten Holzdecke im Innern entstammt im Wesentlichen dem 15. Jahrhundert, wurde aber immer wieder restauriert bzw. überarbeitet.
  • Etwa einen Kilometer nordöstlich des Ortes steht das Château de Chaumont, eine dreiflügelige Schlossanlage mit Taubenhaus (colombier) aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Das Schloss befindet sich in Privatbesitz; Garten und Kapelle sind im Ferienmonat August für Besucher geöffnet. Das Schloss ist seit dem Jahr 1990 als Monument historique anerkannt.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Oyé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Château de Chaumont, Oyé in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)