Paray-le-Monial

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Paray-le-Monial
Wappen von Paray-le-Monial
Paray-le-Monial (Frankreich)
Paray-le-Monial
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Charolles
Kanton Paray-le-Monial (Hauptort)
Gemeindeverband Grand Charolais
Koordinaten 46° 27′ N, 4° 7′ OKoordinaten: 46° 27′ N, 4° 7′ O
Höhe 234–304 m
Fläche 25,20 km2
Einwohner 9.160 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 363 Einw./km2
Postleitzahl 71600
INSEE-Code
Website http://www.paraylemonial.fr/

Paray-le-Monial ist eine französische Stadt im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Paray-le-Monial hat 9160 Einwohner (Stand 1. Januar 2016) und erstreckt sich über eine Fläche von ca. 25 km2. Die Stadt liegt am Schifffahrtskanal Canal du Centre, sowie am parallel verlaufenden Fluss Bourbince.

Paray-le-Monial ist vor allen Dingen durch die Prioratskirche Sacré-Cœur bekannt. In Paray betreibt die Gemeinschaft Emmanuel eine Missionsschule.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Basilika Sacré-Coeur
  • Tour Saint-Nicolas aus dem 16. Jahrhundert
  • Rathaus aus dem 16. Jahrhundert
  • Musée du Hiéron, ein Museum für sakrale Kunst
  • Theater aus dem 19. Jahrhundert
  • Museum Paul Charnoz (Keramikmuseum)

Sacré-Cœur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basilika, Westwerk

Das 973 von Graf Lambert von Chalon gegründete Kloster wurde bereits 999 durch den Bischof von Auxerre dem Kloster Cluny unterstellt. In der Folge der Angliederung wurde 1004 die erste Klosterkirche (Paray I) eingeweiht. Vor 1050 wurde sie durch Anbau einer Vorhalle erweitert, aber schon vor Ende des Jahrhunderts durch einen Neubau ersetzt.

Der Bau der heutigen Kirche, in dr Architekturgeschichte als Paray III bezeichnet, wurde 1090 unter dem Abt Hugo von Cluny begonnen und 1130 (oder auch erst in der zweiten Hölfte des 12. Jahrhunderts) weitgehend vollendet. Ihre Gestaltung schloss sich eng an die der wesentlich größeren Kirche Cluny III. Da von jener nur noch wenige Reste erhalten sind, wird die Prioratskirche in Paray-le-Monial gern genommen, um eine Vorstellung von ihrem große Vorbild zu gewinnen.[1]

Seit dem späten 19. Jahrhundert ist Paray-le-Monial mit seiner Kirche einer der meistbesuchten Pilgerorte Frankreichs. Die Pilgerfahrten nehmen Bezug auf die Herz-Jesu-Verehrung, ausgelöst durch die Visionen der Marguerite-Marie Alacoque in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Baugliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hôtel de Ville

Die heute existierende Kirche ist eine Basilika mit dreijochigem Haupthaus und einschiffigem Querhaus, zwei kleinen Westtürmen und einem großen Vierungsturm. Die Kirche hat eine Gesamtlänge von 63,5 m (einschließlich der Vorhalle und der östlichen Radialkapelle) und eine Breite von 22,35 m (ohne Querhaus). Das Querhaus wirkt mit seinen 40,50 m gegenüber dem fast quadratischen Langhaus (Länge: 22 m bis zur Vierung) überproportioniert. Das Hauptschiff des Langhauses hat eine Höhe von 22 m, inklusive des Vierungsturmes beträgt die Gesamthöhe der Kirche 56 m.

Der Chor ist in Anlehnung an das Vorbild in Cluny als Umgangschor mit Kapellenkranz gehalten, wobei ausgehend vom Kapellenkranz, über den Chorumgang zum Chor selbst die Bauhöhe ansteigt. Hierdurch ergibt sich in der Außenansicht des Ostbaus der Kirche eine eindrucksvolle Staffelung der Baumasse.

Auffällig ist auch das nahezu völlige Fehlen von Bauplastik, sowohl am Tympanon als auch an den Kapitellen der Säulen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H. Wirth: Neue Erkenntnisse zur Baugeschichte der Prioratskirche von Paray-le-Monial. In: Forschen und Sammeln (Bericht über die 41. Tagung der Koldewey-Gesellschaft vom 31. Mai bis 4. Juni 2000 in Berlin). Karlsruhe 2002
  • M. Hamann: Die burgundische Prioratskirche von Anzy-le-Duc und die romanische Plastik im Brionnais. Würzburg 1998
  • J. Reiche: Architektur und Bauplastik in Burgund um 1100. Bonn 1999
  • Ludwig Thoma: "Henri V. Eine Pfaffenkomödie", Gesammelte Werke, Piper München 1956, Achter Band, Seite 352 ff.

Rathaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hôtel de Ville (Rathaus) im historischen Altstadtkern, das ehemalige Stadthaus des reichen Tuchmachers Jayet, im Stil der frühen Renaissance, mit seiner gelblichen Fassade, ist vor allem durch seine Verzierungen interessant. Muschelornamente und Medaillons mit den Porträts französischer Könige überziehen die gesamte Fassade.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Partnerstädte sind Bad Dürkheim, Bethlehem, Payerne und Wells.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Paray-le-Monial – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le site sur l'Art Roman en Bourgogne: Basilique du Sacré-Cœur, ancienne priorale Notre-Dame