Pohlheim

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Pohlheim (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Pohlheim
Pohlheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Pohlheim hervorgehoben
Koordinaten: 50° 32′ N, 8° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Gießen
Höhe: 240 m ü. NHN
Fläche: 38 km²
Einwohner: 17.683 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 465 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35415
Vorwahlen: 06403, 0641, 06404, 06004
Kfz-Kennzeichen: GI
Gemeindeschlüssel: 06 5 31 014
Stadtgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Ludwigstraße 31
35415 Pohlheim
Webpräsenz: www.pohlheim.de
Bürgermeister: Udo Schöffmann (seit 31. Januar 2015) (CDU)
Lage der Stadt Pohlheim im Landkreis Gießen
Niederdorfelden Biebertal Wettenberg Lollar Staufenberg (Hessen) Allendorf (Lumda) Rabenau (Hessen) Heuchelheim (Hessen) Gießen Buseck Grünberg (Hessen) Fernwald Linden (Hessen) Langgöns Pohlheim Reiskirchen Lich Hungen Laubach Wetteraukreis Vogelsbergkreis Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Marburg-Biedenkopf Lahn-Dill-KreisKarte
Über dieses Bild

Pohlheim ist eine Stadt im Landkreis Gießen in Hessen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Pohlheim liegt im südlichen Teil des Landkreises Gießen, direkt an der Gemarkung der Universitätsstadt Gießen. Pohlheim liegt am Lückebach (fließt über den Kleebach in die Lahn).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pohlheim grenzt im Norden an die Stadt Gießen und die Gemeinde Fernwald, im Osten an die Stadt Lich, im Süden an die Stadt Münzenberg (Wetteraukreis), sowie im Westen an die Gemeinde Langgöns und die Stadt Linden.

Stadtteile, Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt Pohlheim gehören die Stadtteile Dorf-Güll, Garbenteich, Grüningen, Hausen, Holzheim und Watzenborn-Steinberg, die zugleich einen Ortsbezirk mit Ortsbeirat bilden[2].

Jahr (Datum) Einwohner[3]
31.12.1999 17.119
31.12.2000 17.153
31.12.2002 17.442
31.12.2004 17.830
31.12.2005 17.909
31.12.2006 18.043
31.12.2007 18.051
30.9.2009 18.072
30.6.2010 18.108
30.6.2013 18.711

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gebiet von Pohlheim führt der Obergermanische Limes (nördlich liegen Hausen, Watzenborn-Steinberg und Garbenteich; südlich Grüningen, Dorf-Güll und Holzheim). Der Name Pohlheim lässt sich auf das ehemalige Dorf „Pfahlheim“ zurückführen, was wiederum auf den Limes hinweist („Dorf an den Pfählen“).

Der Name Garbenteich lässt sich auf „Garwards Eich“ zurückführen. Die nördlichen Dörfer gehörten im Mittelalter der Gerichtsbarkeit von Hüttenberg an, die südlichen zum Amt Gambach (1464 an Solms verpfändet). Holzheim wurde im Jahre 790 erstmals urkundlich erwähnt, Grüningen und Dorf Güll im Jahre 799, Hausen 886 und als jüngste Garbenteich und Watzenborn („Wazenburne“) in 1141. Grüningen hatte bereits im Mittelalter – als einzige der früheren Einzelgemeinden – seit dem Jahre 1400 Stadtrechte.

Nördlich an Pohlheim angrenzend liegt zu Füßen des Schiffenbergs die in den 1960er Jahren gegründete Gießener Siedlung Petersweiher.

Am 4. September 1974 wurde Pohlheim zur Stadt ernannt.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Pohlheim wurde am 31. Dezember 1970 im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Dorf-Güll, Garbenteich, Grüningen, Hausen, Holzheim und Watzenborn-Steinberg gegründet. Der Name Pohlheim geht auf eine zentral im Gemeindegebiet gelegene im Dreißigjährigen Krieg untergegangene Ortschaft zurück.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[6] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[7][8]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
     
Von 37 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 38,6 14 39,1 14 41,2 15 39,4 15
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 31,8 12 34,5 13 35,5 13 40,4 15
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 9,6 4 13,9 5 7,3 3 6,7 2
FWG Freie Wählergemeinschaft 14,2 5 9,8 4 11,8 4 9,1 3
FDP Freie Demokratische Partei 5,8 2 2,7 1 4,1 2 4,2 2
Gesamt 100 37 100 37 100 37 100 37
Wahlbeteiligung in % 51,0 49,2 47,6 58,5

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Stadt Pohlheim ist seit 1. Februar 2015 Udo Schöffmann (CDU), der am 28. September 2014 mit einer absoluten Mehrheit von 56,4 % gewählt wurde.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Mai 1975 erhielt die Stadt Pohlheim die Genehmigung, das nachfolgend beschriebene Wappen zu führen.

Wappenbeschreibung:
„In Rot eine geschweifte goldene Spitze mit einem blauen Limes-Wachturm; vorn ein goldener Eichenzweig, hinten zwei in goldene Notenlinien gesetzte, ebenfalls goldene Achtelnoten.“[9]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Pohlheim unterhält Städtepartnerschaften mit der Marktgemeinde Admont in Österreich, der Stadt Zirc in Ungarn und dem sächsischen Strehla.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Watzenborn-Steinberg

Pohlheim liegt mit den Haltepunkten Watzenborn-Steinberg und Garbenteich an der Bahnstrecke Lahn-Kinzig-Bahn, die von Gießen nach Gelnhausen führt. Dabei befindet sich der Haltepunkt Watzenborn-Steinberg auf dem Gebiet von Petersweiher, das zur Stadt Gießen gehört. Im ÖPNV gehört die Stadt zum Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes.

Weiterhin ist Pohlheim über die A 5 Frankfurt–Kassel, Anschlussstelle Fernwald, die A 45 Hanau–Dortmund (Sauerlandlinie), Anschlussstelle Münzenberg und die Anschlussstelle Gießen, Schiffenberger Tal der A 485 (Gießener Ring) erreichbar.

Durch den Stadtteil Grüningen führt der Deutsche Limes-Radweg. Dieser folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

Wirtschaftsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

So wird im Kreis Gießen gearbeitet: 0,6 % der Beschäftigten sind in der Land- und Forstwirtschaft tätig, 26,6 % im Produzierenden Gewerbe und 72,8 % im Dienstleistungsbereich.

Steuereinnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet des Kreises Gießen werden pro Einwohner im Durchschnitt 602,9 Euro gemeindliche Steuern eingenommen. Dieser Wert liegt, bezogen auf die Bundesrepublik, im bundesdeutschen Mittelfeld (BRD-Durchschnitt: 494 Euro).

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung Mittelhessens ist überwiegend evangelisch. In den Jahren 1954/1955 wurde in Watzenborn-Steinberg die Christuskirche erbaut und am 24. Juli 1955 geweiht. Die erste Pfarrei bestand in dem Ort aber bereits im Jahr 1606/1607. Die Alte Kirche wurde als das erste Gotteshaus auf dem Gebiet der heutigen Stadt Pohlheim wahrscheinlich im Jahre 1141 errichtet, in zeitlicher Nähe zur Gründung des Klosters Schiffenberg. Sie wurde 2006 umfassend renoviert. In den Stadtteilen befinden sich mehrere historische Dorfkirchen, so die Evangelisch-reformierte Kirche Dorf-Güll (1737), die Evangelische Kirche Garbenteich (12. Jh.), die Evangelische Kirche Grüningen (12.–16. Jh.), die Evangelische Kirche Hausen (13. Jh.) und die Evangelisch-reformierte Kirche Holzheim (1632).

Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen viele katholische Vertriebene auch in die Dörfer Pohlheims. In dieser Zeit wurde die St.-Hedwig-Kapelle in Hausen gegründet. Diese wurde nach dem Neubau der katholischen Kirche St. Martin in Watzenborn-Steinberg an eine syrisch-orthodoxe Glaubensgemeinschaft verkauft. Nach Abriss der abgängigen St.-Hedwig-Kapelle entstand 2013 an gleicher Stelle die syrisch-orthodoxe Kirche Mor Had’Bschabo. In Garbenteich wurde 1999 die Kirche Mor Barsaumo fertiggestellt, eine dritte aramäische Gemeinde besteht in Watzenborn-Steinberg.

Das kirchliche Leben von Pohlheim wird mitgeprägt durch die Freie evangelische Gemeinde Pohlheim und die Evangelische Stadtmission, die in drei Ortsteilen vertreten ist. Des Weiteren gibt es eine Neuapostolische Kirche in Pohlheim Watzenborn-Steinberg.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Größter Sportverein der Stadt ist der TV07 Watzenborn-Steinberg mit 1800 Mitgliedern. Die Angebotspalette reicht von Aerobic, Tauchen, Turnen und Tennis bis hin zu Skilanglauf und Osteoporose-Gymnastik. Neben zahlreichen Breitensportangeboten wird auch der Leistungssport - vor allem im Turnen und Schwimmen - besonders gefördert.
  • 1927 wurde der Fußballverein SC Teutonia Watzenborn-Steinberg gegründet. Der Verein hat über 500 Mitglieder.
  • Im Stadtteil Holzheim spielt der aramäische Fußballverein FC Turabdin-Babylon Pohlheim.
  • 1928 wurde der Sportverein Garbenteich gegründet. Der Verein hat über 1000 Mitglieder. Langjähriges Vorstandsmitglied (seit 1948) und seit 1967 Präsident ist Ewald Stumpf.
  • Seit 2001 bilden die Handballabteilungen des TV Holzheim, des TV Hausen, des TV Grüningen, des SV Garbenteich und des TV07 Watzenborn-Steinberg die HSG Pohlheim. 1998 wurden die Jugendmannschaften aller Pohlheimer Sportvereine (Garbenteich, Grüningen, Hausen, Holzheim, Watzenborn-Steinberg) unter dem Dach der JSG Limes zusammengefasst. Diese wurde im Rahmen der Gründung der HSG Pohlheim aufgelöst und in diese überführt.
  • Obwohl es in Pohlheim und der näheren Umgebung keine Eissporthalle gibt, wurde in den 1990er Jahren von Rollerskatefahrern der Eis- und Rollsportclub Pohlheim gegründet.
  • Ursprünglich 1961 als Fußballverein gegründet, hat sich der Neue Sportclub (NSC) Watzenborn-Steinberg mit 15 Mannschaften und etwa 300 Mitgliedern zu einem der größten Tischtennisvereine im Hessischen Tischtennis-Verband entwickelt.
  • In der Tanzsportabteilung des CV-1956 „Die Mollys“ Watzenborn-Steinberg e. V. praktizieren über 100 Mädchen und junge Frauen den karnevalistischen Garde- und Schautanz, auch die Einzelkatekorie Mariechentanz wird besetzt. Auf dem Weg in die bundesdeutsche Tanzsportspitze werden hessische Meistertitel (letzter 2010) und Qualifikationen für die Süddeutsche Meisterschaften errungen.
  • Der AMSC Pohlheim e. V. (Auto Motor Sport Club) wurde 1972 gegründet und zählt mit seinem rund 140 Mitgliedern zu den größten Motorsport Clubs in Hessen in den Bereichen Rallyesport und Kartslalom.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Waldemar Küther (Bearb.): Pohlheim : junge Stadt am Pfahlgraben ; die Geschichte ihrer Ortsteile, Magistrat der Stadt Pohlheim (Hrsg.), Herr, Gießen 1982
  • Pohlheim : Informationsbroschüre mit Stadtplan, 8. Aufl., WEKA-Info-Verl., Mering 2004
  • Kulturdenkmäler in Hessen. Landkreis Gießen II: Die Gemeinden Buseck, Fernwald, Grünberg, Langgöns, Linden, Pohlheim und Rabenau, Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Herausgeber), Konrad Theiss Verlag, 2010, ISBN 978-3806221787

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pohlheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Stadt Pohlheim, Landkreis Gießen (PDF; 23 kB) vom 7. März 2005 (GVBl I S. 142) zuletzt geändert durch Gesetz vom 24. März 2010 (GVBl I S. 119)
  3. Hessisches Statistisches Landesamt
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 365.
  5. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 307
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  9. Satzung zum Schutz des Stadtwappens, abgerufen am 30. Juni 2010