Rügensche Kleinbahn

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Rügensche Kleinbahn
Strecke der Rügensche Kleinbahn
Streckennetz der Rügenschen Kleinbahn,
stillgelegte Strecken in grün, befahrene Strecke in rot
Spurweite:750 mm (Schmalspur)
Höchstgeschwindigkeit:30 km/h
Altefähr–Putbus–Göhren
Streckennummer (DB):6982, 6775 (teilw.)
Kursbuchstrecke (DB):199 123k/123h (1967); 125 (1944)
Streckenlänge:59,4 km
   
0,0 Altefähr (zur Strecke Stralsund–Sassnitz)
   
2,60 Ladestelle Jarkvitz (1919–ca. 1955)
   
3,55 Ladestelle Saalkow (1928–ca. 1955)
   
4,15 Nesebanz
   
5,67 Gustow
   
7,10 Prosnitz/Rüg.
   
7,65 Benz
   
8,55 Sissow
   
9,68 Ladestelle Venzvitz
   
10,50 Glutzow
   
11,02 Ladestelle Ueselitz
   
12,55 Poseritz
   
14,15 Zeiten
   
15,17 Neparmitz
   
15,95 Ladestelle Mellnitz
   
17,06 Puddemin
   
Agl. Pudemin Hafen
   
17,97 Groß-Schoritz
   
19,50 Wendorf
   
20,65 Renz
   
22,40 Garz West
   
Kreidebahn Stubben (bis 1945)
   
   
23,19 Garz
   
26,91 Karnitz
   
29,62 Ketelshagen
   
600 mm Feldbahn einer Ziegelei
   
31,61 Güstelitz
   
32,92 Ladestelle Darsbad
   
33,40 Putbus West
   
34,35 Ladestelle Bergener Reichsstraße (1931–1959)
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von Lauterbach Mole (Dreischienengleis)
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35,5 Putbus
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nach Bergen auf Rügen (Normalspur)
   
Haltepunkt, Haltestelle
37,10 Beuchow (seit 1990)
   
37,80 Lonvitz (bis 1942)
Bahnhof ohne Personenverkehr
38,75 Posewald Kreuzung
Haltepunkt, Haltestelle
39,05 Posewald
Bahnhof, Station
41,32 Seelvitz
Bahnübergang
B 196
Haltepunkt, Haltestelle
43,35 Serams
Bahnhof, Station
46,12 Binz LB (1949–1996: Binz Ost)
Haltepunkt, Haltestelle
48,46 Jagdschloß
Bahnhof, Station
49,82 Garftitz
Haltepunkt, Haltestelle
53,10 Sellin (Rügen) West (bis 1949, seit 2011)
Bahnübergang
B 196
Bahnhof, Station
54,30 Sellin (Rügen) Ost
Bahnhof, Station
55,58 Baabe
Bahnübergang
B 196
Haltepunkt, Haltestelle
57,30 Philippshagen
Kopfbahnhof – Streckenende
59,46 Göhren (Rügen)
Bergen–Altenkirchen
Kursbuchstrecke:123k (1967); 125a (1944)
Streckenlänge:59,4 km
   
0,0 Bergen Ost (1940–1949 Bergen Landesbahn)
(zur Strecke Stralsund–Sassnitz)
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4,58 Thesenvitz
   
5,40 Lipsitz
   
7,03 Patzig/Rüg
   
8,10 Neu Kartzitz (seit ca. 1950)
   
9,63 Anschluss Gut Kartzitz (bis ca. 1955)
   
9,63 Kartzitz
   
10,56 Bubkevitz
   
12,92 Zirmoisel
   
14,04 Tribbevitz
   
15,07 Neuendorf (Rügen)
   
16,7 Anschluss Kiesgrube (1918–ca. 1958)
   
17,71 Jabelitz
   
18,53 Trent
   
20,10 Tribkevitz
   
21,73 Büssow (bis 1918)
   
22,67 Wittower Fähre
   
Wittower Fähre (350 m)
   
23,15 Fährhof
   
28,49 Woldenitz
   
29,11 Schmantevitz
   
30,24 Bohlendorf
   
33,29 Wiek (Rügen)
   
34,47 Buhrkow Abzw (1918–1955)
   
Abzweig nach Bug
   
35,83 Lüttkevitz
   
36,36 Lanckensburg
   
37,7 Altenkirchen
Buhrkow–Bug (1918–1926)
   
von Bergen
   
nach Altenkirchen
   
0,0 Buhrkow Abzw
   
1,7 Gramtitz-Starrvitz
   
3,3 Lancken
   
4,8 Dranske Gut
   
6,3 Dranske Dorf
   
8,1 Bug

Die Rügensche Kleinbahn (RüKB) betrieb das Schmalspurbahnnetz mit einer Spurweite von 750 Millimetern auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Von diesem Netz ist heute noch die auch Rasender Roland genannte Strecke von Putbus über Binz, Sellin und Baabe nach Göhren in Betrieb. Auf einer Strecke von 24,1 Kilometern wird mit historischen Dampflokomotiven und Wagen, die teilweise fast 100 Jahre alt sind, ein regulärer Betrieb aufrechterhalten. Seit dem Jahr 2008 erbringt die Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn (PRESS) aus Jöhstadt mit ihrem neuen Geschäftsbereich Rügensche Bäderbahn (RüBB) die Verkehrsleistungen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine der auf Rügen eingesetzten sä IV K, die 99 567, nach der Übernahme durch die DR
Seit der Wende erfolgten größere Investitionen in die Anlagen, hier der sanierte Bahnhof Binz LB
Ein Dreischienengleis ermöglicht seit 1999 die Weiterfahrt auf der Strecke Putbus–Lauterbach
Lok 99 1782 in Lauterbach Mole

Der älteste, noch heute in Betrieb befindliche, Streckenabschnitt wurde 1895 von Putbus nach Binz eröffnet. Bis 1899 erweiterte der Betreiber Rügensche Kleinbahn-Aktiengesellschaft (RüKB) das Netz auf 97,3 Kilometer. Die bisherige Strecke wurde ab Binz bis Göhren verlängert und ein neuer Abschnitt vom Bahnhof Altefähr, gegenüber Stralsund, nach Putbus errichtet. Anfänglich gab es einen eigenen Kai in Altefähr.[1] Hauptaktionär war Fürst Wilhelm Malte zu Putbus, der für die Strecke über einen eigenen Salonwagen verfügte.[2] Die verschlungene Streckenführung war neben der Topografie dem Bedarf verstreut liegender landwirtschaftlicher Güter geschuldet, die für den Absatz ihrer Produkte möglichst nahe Verladepunkte haben wollten. Sie mussten dafür das Land kostenlos für die Streckenführung zur Verfügung stellen.

Eine zweite Strecke führte von Bergen, über die Wittower Fähre nach Altenkirchen, nahe dem Kap Arkona. Zweck war neben den Anschlüssen der Gutsbetriebe der Anschluss des Kreidehafens von Wiek.

Zwischen Putbus und Bergen existierte seit 1889 die normalspurige Strecke Lauterbach–Putbus–Bergen, auf deren südlichstem Streckenteil seit 1999 ein Dreischienengleis die Weiterfahrt der schmalspurigen Züge von Putbus bis Lauterbach Mole ermöglicht.

Pläne zur Erweiterung der Strecke gab es mehrere, realisiert wurde letztlich nur der Abzweig auf den Bug aus militärischen Gründen. Schon genehmigte Streckenprojekte, wie die Streckenverlängerung nach Kap Arkona und von Trent nach Schaprode wurden letztlich nicht realisiert. Auch eine Verbindung von Bubkevitz nach Garz, 1907 genehmigt, wurde nicht gebaut, obwohl die Verbindung der beiden Strecken auf Rügen enorme betriebliche Vorteile versprach.

Errichtet wurden die Strecken von der Rügenschen Kleinbahn-Aktiengesellschaft RüKB, an der das bauausführende Unternehmen Lenz & Co. einen gewichtigen Anteil am Aktienkapital besaß. Lenz & Co. übernahm zunächst auch die Betriebsführung. Ab 1. April 1910 ging die Kleinbahn an den Provinzialverband der Provinz Pommern über. 1935 beförderte die RüKB 311.776 Personen und 175.984 Tonnen Güter. 1940 übernahmen die als Körperschaft des öffentlichen Rechts neu gegründeten Pommerschen Landesbahnen die Rügensche Kleinbahn-Aktiengesellschaft in ihr Eigentum. Nach 1945 wurden die Strecken wie alle privaten Kleinbahnen in Mecklenburg-Vorpommern dem Landesbahnamt Demmin unterstellt. Am 1. April 1949 wurden die Strecken dann von der Deutschen Reichsbahn übernommen.

In den 1960er-Jahren verloren die Strecken im Güterverkehr ihre Bedeutung, da immer mehr Transporte auf den Straßenverkehr übergingen. Die Rekonstruktion der in den Kriegs- und Nachkriegsjahren und durch die veränderten Verkehrsverhältnisse vernachlässigten Anlagen war nicht mehr vertretbar. Am 10. September 1968 wurde der Betrieb auf der Nordstrecke Fährhof–Altenkirchen eingestellt, am 19. Januar 1970 endete auch der Verkehr auf der Strecke Bergen–Wittower Fähre. Der Abzweig zur Halbinsel Bug war schon 1955 endgültig eingestellt worden.

Es kam zum Abbau der Strecken.[3] Heute werden ihre Trassen teilweise als Rad- und Wanderwege genutzt.

Bei einem Gleisumbau zwischen 1977 und 1979 wurde die Strecke Putbus–Göhren mit Oberbau K und größtenteils der Schienenform S 33 ausgerüstet. Bei erneuten Umbauten zu Anfang der 1990er-Jahre wurden Schienen der Form S 49 verlegt und die Kies- durch lagestabilere Schotterbettung ersetzt.

Am 1. Januar 1996 ging der Betrieb der Strecke von der nunmehrigen Deutschen Bahn AG an die neu gegründete Rügensche Kleinbahn GmbH & Co. über, welche damals zur Karsdorfer Eisenbahngesellschaft KEG gehörte. Nach der Insolvenz der Karsdorfer Eisenbahngesellschaft verkaufte deren Geschäftsführer Bernhard van Engelen die ihm persönlich gehörende RüKB im März 2004 an die Eisenbahn-Betriebsgesellschaft (EBG) von Ludger Guttwein. Ein Streit über den Kaufpreis und über die Weiterführung des Betriebs führte dazu, dass der Vertrag im Mai 2004 rückgängig gemacht wurde. Im November 2004 wurde die RüKB schließlich an Hermann Schöntag verkauft.

Da die Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern den Verkehrsvertrag aus rechtlichen Gründen nicht verlängern wollte und stattdessen die auf der Strecke erbrachten Nahverkehrsleistungen im Herbst 2007 neu ausgeschrieben hatte, endete am 31. Dezember 2007 die Leistungspflicht der RüKB. Das Verfahren ging zugunsten der Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn mbH (PRESS) aus, welche die Strecke Putbus–Göhren 20 Jahre betreiben wird. Der neue Vertrag sieht vor, dass die neue Betreibergesellschaft die Infrastruktur für den Betrieb leihweise vom Landkreis Vorpommern-Rügen erhält.

Wegen Streitigkeiten des Landkreises Rügen mit dem ehemaligen Betreiber bezüglich des Rückkaufs des Fahrzeugparks bestand seit dem 18. März 2008 ein Übergangsbetrieb zwischen Binz und Göhren mit von der PRESS angemieteten Fahrzeugen.[4] Am 9. April 2008 erhielt die PRESS die Verfügungsgewalt über die zurückgekauften Fahrzeuge. Seit dem 26. April 2008 besteht wieder ein Zweistundentakt mit zwei Zügen zwischen Putbus und Göhren.[5] Am 1. Juni 2008 übernahm sie die Mitarbeiter und die Eisenbahninfrastruktur von der RüKB.[6] Seit dem 7. Juni 2008 setzt die RüBB einen dritten Zug zwischen Binz und Göhren ein, sodass dort ein Stundentakt realisiert wird.

Streckenbeschreibungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strecke Altefähr–Putbus–Göhren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Streckenabschnitt Eröffnungsdatum
Putbus–Binz 22. Juli 1895
Binz–Sellin West 20. März 1896
Sellin West–Sellin Ost 23. Mai 1896
Sellin Ost–Göhren 13. Oktober 1899
Altefähr–Putbus 4. Juli 1896
Putbus–Lauterbach Mole 28. Mai 1999

Die Abkürzung „LB“ hinter den Bahnhofsnamen Putbus und Binz steht für „Landesbahn“.

Strecke Bergen–Altenkirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Streckenabschnitt Eröffnungsdatum
Bergen–Wittower Fähre 21. Dezember 1896
Fährhof–Altenkirchen 21. Dezember 1896
Buhrkow Abzweig–Starrvitz-Gramtitz 1. November 1918
Starrvitz-Gramtitz–Bug 16. Dezember 1918
Fährschiff Wittow im Hafen von Barth (2005)

Diese Strecke erschloss vor allem das landwirtschaftlich geprägte Hinterland der Insel Rügen und besaß im Ausflugsverkehr auf der Insel Rügen keine Bedeutung. Als Besonderheit bestand zwischen Wittower Fähre und Fährhof eine Eisenbahnfährverbindung, die auch dem Straßenverkehr diente. Eingesetzt wurden das 1896 gebaute Fährschiff Wittow und die 1911 gebaute Jaspar von Maltzhahn (ab 1945 Bergen). Von der Bahn genutzt wurde die Fähre nur im Güterverkehr und für die Überführung von Lokomotiven und Wagen, im Reisezugverkehr wurden keine Wagen übergesetzt.

Die Fährverbindung zwischen Wittower Fähre und Fährhof blieb noch bis 1975 im Eigentum der Deutschen Reichsbahn und ging erst dann an die Weiße Flotte über. Erst in den 1990er Jahren wurden die alten Eisenbahnfährschiffe außer Dienst gestellt und durch Neubauten ersetzt.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Bahn wurden zunächst zweiachsige Dampflokomotiven des Lenz-Typs n und Typs m eingesetzt, später auch dreiachsige Loks des Typs o und vierachsige Loks des Typs nn und Typs Mh. Auch eine preußische T 36 kam nach Rügen.

Fahrzeuge vor 1949
Typ/Baureihe Betriebsnummer Bauart Baujahr Bemerkung
RüKB Pommersche Landesbahnen Deutsche Reichsbahn
Lenz-Typ n 1n–6n 201, 202 B n2t 1895–1896 bis 1942 ausgemustert
Lenz-Typ m 7m–9m 203–205 99 4602, 99 4603 B n2t 1896, 1912
Typ o 11o–12o 221, 222 C n2t 1902, 1910 1928 von Altmärkischer Kleinbahn; ca. 1947 ausgemustert
Lenz-Typ nn 31nn–35nn 241–245 99 4521–4525 B’B n4vt 1902–1911
Typ M 51M–52M 257, 258 99 4631, 99 4632 D n2t 1913–1914
Typ Mh 53M 259 99 4633 D h2t 1925
pr. T 36 265 99 4621 C2’ n2t 1901
Triebwagen T 1 1082 (1A)(A1) 1936 1942 an Greifswald–Jarmener Kleinbahn

Deutsche Reichsbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Übernahme der Strecke durch die Deutsche Reichsbahn kamen Lokomotiven anderer Bahnen hinzu, manche nur für kurze Zeit, so die Baureihen 99451, 99453, 99464, 99465 und 99480, vor allem aber die Baureihe 9951–60, die sächsische IV K, ab den 1980er Jahren auch Neubauloks der Baureihe 9977–79. Letztere sind neben Lokomotiven der Type M und der Baureihe 99480 auch heute noch vorhanden.

Seit 1965 gab es auch Diesellokomotiven, vornehmlich für Rangieraufgaben, zunächst zwei ehemalige Heeresfeldbahn Köf, von denen eine noch vorhanden ist. Seit 1998 fährt auch die von der Deutschen Bundesbahn stammende V 51 901 auf Rügen.

Zeitweise waren in den 1990er Jahren auch verschiedene Dampflokomotiven aus Privatbesitz auf der Strecke unterwegs.

Im Rügenschen Schmalspurnetz wurde von Anfang an die Görlitzer Gewichtsbremse verwendet. 1965 begann die Umstellung auf Druckluftbremse. Im Gegensatz zu vielen anderen Schmalspurstrecken sind die Leitungskupplungen an den Fahrzeugen symmetrisch angeordnet. Da die ursprünglichen Maschinen keine Heizkupplungen hatten, mussten die Personenwagen mit Öfen ausgerüstet werden. Auch die seit den 1960er Jahren von sächsischen Strecken umgesetzten Wagen wurden mit Öfen nachgerüstet. Von Anfang an wird die Balancierhebelkupplung benutzt. Einen Betrieb mit Rollfahrzeugen gab es nie.

Rügensche Bäderbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Übergangsverkehr ab dem 21. März 2008 erfolgte mit der Diesellokomotive 199 008-4 der IG Pressnitztalbahn, der 99 773 der SDG sowie der Dampflok 99 787 der Sächsisch-Oberlausitzer Eisenbahngesellschaft (SOEG). Gepäck- und Reisezugwagen wurden von der SDG und SOEG angemietet.[7] Nachdem der Betrieb mit Leihfahrzeugen zu Beginn des Winterfahrplans 2008/09 beendet wurde, wurden die Fahrzeuge wieder nach Sachsen zurückgebracht.

Als neue Lok ist seit Oktober 2008 die ehemalige Lok 7 der Mansfelder Bergwerksbahn unter der Nummer 99 4011 im Einsatz. Seit 2011 ist die 99 1781 auf Rügen im Einsatz. Sie war 1992 an das DB-Museum Nürnberg abgegeben worden und wurde durch die Preßnitztalbahn 2006 wieder nach Sachsen zurückgebracht. 2010 verkaufte die Press die Lok an den Landkreis Rügen, dieser überließ sie der RüBB als Leihgabe. Im DLW Meiningen bekam sie unter anderem neue Wasserkästen und einen neuen Kohlekasten.

Im Oktober 2013 feierte die RüBB das fünfjährige Bestehen. Zwischen dem 11. und 13. Oktober gab es ein Fotowochenende. Als Gastlok wurde die 99 608 der SDG nach Rügen überführt. Sie war die achtzehnte auf Rügen eingesetzte IV K. Am 14. Oktober bespannte die Maschine noch den ersten Zug von Putbus nach Göhren und zurück. Das war die erste Fahrt einer IV K mit einem planmäßigen Personenzug auf Rügen seit 1969.[8]

Seit dem 10. Juli 2014 gehören die bis dahin in Privatbesitz befindlichen Loks 99 1783 und 99 1594 der PRESS. Diese standen lange Zeit auf einem Abstellgleis in Putbus und sollen nun zunächst optisch aufgearbeitet werden.[9]

Vom 10. bis zum 12. Oktober 2014 fand das zweite Fanwochenende für die Eisenbahnfans statt. Als Gastlok wurde die 99 4511 überführt. Zusätzlich wurden passende Personenwagen auf die Insel gebracht, die 53Mh wurde wieder schwarz-rot lackiert und mit ihrer DR-Nummer 99 4633 beschildert.[10]

Zum 31. Oktober 2014 wurde die 99 1594 an den IG Preßnitztalbahn e.V. verkauft[11] und am 2. Dezember 2014 von der Insel gebracht.[12] Die Aquarius C wurde im Dezember 2016 von der PRESS an den Club 760 verkauft. Sie wurde nach Österreich transportiert.

Die 99 1783 wurde äußerlich aufgearbeitet und im Pommerschen Kleinbahnmuseum in Putbus ausgestellt. Anfang Februar 2015 wurde sie von der Insel nach Glauchau abtransportiert. Seitdem wird sie in Glauchau neben der 99 1594 auf einem Schmalspurtransportwagen ausgestellt.[13]

2017 vorhandene Triebfahrzeuge
Betriebsnummer Herkunft Betriebsfähig
99 4632-8 Lenz-Typ M nein (HU Meiningen)
99 4633-6 Lenz Typ MH ja (bis 2019)
99 4801-9 KJI Nr. 20 und 21 ja (bis 2018)
99 4802-7 KJI Nr. 20 und 21 ja (bis 2024)
99 1781-6 DR-Baureihe 99.77–79 ja (bis 2019)
99 1782-4 DR-Baureihe 99.77–79 ja (bis 2023)
99 1783-2 DR-Baureihe 99.77–79 nein (Zurzeit in Glauchau)
99 1784-0 DR-Baureihe 99.77–79 ja (bis 2020)
99 4011-5 Mansfelder Bergwerksbahn Nr. 7 ja (bis 2020)
Köf 6003 Heeresfeldbahnlokomotive HF 130 C ja (bis 2018)
251 901-5 DB-Baureihe V 51 ja (bis 2018)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Bauchspies, Klaus Kieper, Klaus Jünemann: Das große Buch der Rügenschen Kleinbahnen. Verlag Feld- und Schmalspurbahnen Karl Paskarb, Celle 2005, ISBN 3-938278-01-3.
  • Ludger Kenning, Achim Rickelt: Kleinbahnreise über die Insel Rügen. Band 1: Die Fahrzeuge seit 1950, Band 2: Strecken und Stationen. Kenning Verlag, Nordhorn 2014/2017, ISBN 978-3-944390-03-1 bzw. ISBN 978-3-944390-04-8.
  • Klaus-Jürgen Kühne: Alles über den Rasenden Roland. Transpress Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-613-71404-5.
  • Detlef Radke: Achtung, Kleinbahn hat Vorfahrt! Die Geschichte der Schmalspurbahn Putbus-Göhren. 4. Auflage. Radke-Verlag, Schwerin 2009
  • Kai-Uwe Thiessenhusen, Axel von Blomberg: Der Rasende Roland. Rhino-Verlag, Ilmenau 2017, ISBN 978-3-95560-057-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rügensche Kleinbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Bilder auf stillgelegt.de:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Messtischblatt 1880–1919
  2. Lehmann/Meyer, „Rügen A-Z“, Wähmann-Verlag, Schwerin, 1976, S. 43
  3. Lehmann/Meyer, „Rügen A-Z“, Wähmann-Verlag, Schwerin, 1976, S. 43
  4. Vgl. Eisenbahnen in Mecklenburg-Vorpommern, Abschnitt "Wieder planmäßiger Zugverkehr beim 'Rasenden Roland'". 23. März 2008; abgerufen am 8. Februar 2011.
  5. eisenbahn-magazin 6/2008
  6. Achim Rickelt: Die Geschichte der Rügenschen Kleinbahnen. Juni 2008; abgerufen am 8. Februar 2011.
  7. Pressnitztalbahn.de
  8. Tobias Lampe: Siehe Datei: "Die Lok 99 4011 setzt sich in Putbus an einen Personenzug nach Göhren." 25. Oktober 2008; abgerufen am 8. Februar 2011.
  9. Achim Rickelt (Mitarbeiter RüBB) im Bimmelbahnforum. 15. Juli 2014; abgerufen am 15. Juli 2014.
  10. http://www.boards-4you.de/wbb13/60/thread.php?threadid=9469&sid=
  11. http://www.pressnitztalbahn.de/press/fahrzeug/fz_index.php?id=Fbl
  12. http://www.boards-4you.de/wbb13/60/thread.php?threadid=9639&sid=69eea335c17e8ceac5908e774d6b5baa
  13. http://www.inselbahn.de/index.php?nav=1405962&lang=1&id=19155&action=portrait

Koordinaten: 54° 22′ 35,3″ N, 13° 37′ 6″ O