Robert Förstemann

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Robert Förstemann Straßenradsport
Robert Förstemann mit der Bronzemedailleder Olympischen Spiele 2012
Robert Förstemann mit der Bronzemedaille
der Olympischen Spiele 2012
Zur Person
Geburtsdatum 5. März 1986
Nation Deutschland
Disziplin Bahn: Kurzzeit
Fahrertyp Sprinter
Zum Team
Aktuelles Team SSV Gera 1990 e.V.
Funktion Fahrer
Wichtigste Erfolge
Olympische Spiele
Gold Olympiabronze Teamsprint 2012
Weltmeisterschaften
Weltmeister Weltmeister Teamsprint 2010
Europameisterschaften
Europameister Europameister Teamsprint 2010, 2013, 2016, Vize-Europameister Sprint 2013
Infobox zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2016

Robert Förstemann (* 5. März 1986 in Greiz) ist ein deutscher Bahnradsportler, der auf Kurzzeitdisziplinen spezialisiert ist. Seine besondere Stärke ist der Teamsprint, außerdem startet er in den Disziplinen Sprint und 1000-Meter-Zeitfahren.

Radsport-Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Förstemann begann im Alter von 15 Jahren mit dem Leistungsradsport. Schon in der Jugend- und Juniorenklasse gelangen ihm zahlreiche Erfolge. Bei seinen ersten nationalen Meisterschaften 2002 errang er die Bronzemedaille im Sprint. 2004 wurde er Junioren-Weltmeister im Teamsprint in Los Angeles.

Seit 2005 gehört Förstemann zur deutschen Bahn-Nationalmannschaft. Seit 2006 nahm Förstemann an allen Bahnrad-Weltmeisterschaften teil. 2010 wurde Robert Förstemann Weltmeister im Teamsprint.

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London errang Robert Förstemann gemeinsam mit Maximilian Levy und René Enders die Bronzemedaille im Teamsprint. Förstemann war nur als Ersatzmann für diesen Wettbewerb vorgesehen; wegen einer Verletzung von Stefan Nimke wurde er kurzfristig im Rennen eingesetzt. Im Sprint belegte er Platz sieben.

Nachdem Förstemann die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro verpasst hatte, kündigte er eine mehrmonatige Auszeit an und beendete die Zusammenarbeit mit seinem bisherigen Trainer Emanuel Raasch. [1]

Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Förstemann hält seit dem 28. Mai 2010 den deutschen Rekord über die 200-Meter-Distanz (fliegender Start). Er stellte diesen Rekord erstmals auf anlässlich des "Grand Prix der Sprinter - Alexander-Lesnikov-Memorial" auf der Olympia-Bahn in Moskau-Krylatskoje (9,893 s) und verbesserte ihn an gleicher Stelle am 29. Mai 2011 (9,814 s).[2] Am 24. Juni 2012 erreichte Robert Förstemann beim US Grand Prix of Sprinting in Colorado Springs eine Zeit von 9,652 s.[3] Bei der Qualifikation für das Sprintturnier des 2. Laufes des Internationalen Sparkassen-Sprintercup am 23. Juni 2013 in Cottbus stellte Robert Förstemann zudem einen neuen Flachbahn-Weltrekord in der Zeit von 9,790 sec. auf. Das heißt, noch nie ist ein Mensch auf einer offenen Bahn in Normalhöhe so schnell gewesen.[4] Robert Förstemann ist Inhaber mehrerer Bahnrekorde. Am 9. Juli 2011 verbesserte er bei den deutschen Bahnmeisterschaften z.B. den zwölf Jahre alten Bahnrekord im Berliner Velodrom auf 10,026 s, den bis dahin Jens Fiedler (10,069 s) gehalten hatte.[5] Er ist Bahnrekord-Halter weiterhin in Colorado, Valencia, Glasgow, Cottbus, Tula, Oberhausen, Wien und Apeldoorn.

Im Dezember 2013 gewann Förstemann gemeinsam mit René Enders und Joachim Eilers beim zweiten Lauf des Bahnrad-Weltcups 2013/2014 den Teamsprint; in der Qualifikation fuhren die drei Sportler mit 41,871 Sekunden einen neuen Weltrekord.[6] Das Trio verbesserte damit die alte Rekordmarke von 42,600 Sekunden, die die britische Mannschaft bei den Olympischen Spielen 2012 in London gefahren war.

Vereine und Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Förstemann (r.) mit seinem Trainer Jochen Wilhelm (2004)

Förstemanns Heimatverein ist seit 2001 der SSV Gera 1990. Von 2004 an startete er für das „Sprintteam Stadtwerke Erfurt“ sowie das „XXL Erdgas-Team“; von 2009 bis 2012 für das Team Erdgas.2012. Seit April 2012 startet er ausschließlich für seinen Heimatverein. Er war bis 2005 Gymnasiast an der Eliteschule des Sports Pierre-de-Coubertin-Gymnasium in Erfurt und ist seit 2009 Polizeimeister bei der Bundespolizei. Er gehört zur Bundespolizeisportschule Kienbaum.[7] Förstemann wurde ab 2006 von Jörg Uwe Krünägel und Emanuel Raasch trainiert; frühere Trainer waren Wolf-Dieter Lampke (2001/2002), Andreas Wartenberg (2002), Gerald Mortag (2002/2003) und Jochen Wilhelm (2003 bis 2006).

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 wurde Förstemann mit der Ehrennadel der Stadt Gera in Silber ausgezeichnet; 2009 und 2010 erhielt er jeweils die Ehrennadel in Gold. Am 7. November 2012 überreichte ihm Bundespräsident Joachim Gauck das Silberne Lorbeerblatt, die höchste staatliche Auszeichnung für Spitzenleistungen im deutschen Sport.[8]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2011 hat Robert Förstemann geheiratet und seit Januar 2013 Vater eines Sohnes.

Besondere Aufmerksamkeit erregen seine Oberschenkel, die den Umfang von 73 Zentimetern haben. Nach eigenen Angaben besitzt er eine angeborene Fehlfunktion des Proteins Myostatin, welches normalerweise das Muskelwachstum hemmen würde.[9]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2003
2004
2005
2007
2008
2009
Förstemann auf der Bahn (2009)
2010
2011
2012
2013
Europameister Europameister Teamsprint (mit Maximilian Levy und René Enders)
2014
2015
2016
2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Robert Förstemann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Redaktion: Robert Förstemann kündigt mehrmonatige Auszeit an: „Fange bei Null an“. In: velomotion.de. 3. Februar 2016, abgerufen am 3. Februar 2016.
  2. Förstemann verbessert deutsche Bestleistung. In: lr-online.de. 31. Mai 2011, abgerufen am 12. Juni 2015.
  3. Förstemann fährt deutschen Rekord. In: rad-net.de. 25. März 2013, abgerufen am 12. Juni 2015.
  4. Förstemann aus Gera siegt beim Sprinter-Cup mit Weltrekord. 24. Juni 2013, abgerufen am 12. Juni 2015.
  5. Fiedler stellte diesen Rekord während der UCI-Bahn-Weltmeisterschaften 1999 auf.
  6. Deutsche starten mit drei Siegen und zwei Weltrekorden. radsport-news.com, abgerufen am 9. Dezember 2013.
  7. Sportlerporträt. bundespolizei.de, abgerufen am 20. Februar 2016.
  8. Bundespräsident Gauck ehrt Olympia- und Paralympics-Medaillengewinner mit Silbernem Lorbeerblatt. 7. November 2012, abgerufen am 12. Oktober 2013.
  9. Wer toppt diese Olympia-Schenkel? BZ Online, 1. August 2012