Stefanie Hertel

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Stefanie Hertel (2008)

Stefanie Anke Hertel (* 25. Juli 1979 in Oelsnitz/Vogtl.) ist eine deutsche Sängerin des volkstümlichen Schlagers und Fernsehmoderatorin.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre und Durchbruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stefanie Hertel wuchs mit drei Geschwistern in Oelsnitz im Vogtland auf. Sie stand bereits im Alter von vier Jahren mit ihrem Vater Eberhard Hertel in Falkenstein erstmals auf der Bühne.

Mit sechs hatte sie mit dem Teddybärjodler ihren ersten Fernsehauftritt in der Sendung Oberhofer Bauernmarkt im Fernsehen der DDR. Nach ihrem Auftritt bei Carolin Reiber in der Sendung Volkstümliche Hitparade 1990 nahm der Medienmanager Hans R. Beierlein Hertel unter Vertrag. Bei der Vorentscheidung des Grand Prix der Volksmusik in Hof kam es zum ersten Treffen zwischen Hertel und Stefan Mross, der ebenfalls bei Beierlein unter Vertrag stand. Viele ihrer Texte zu dieser Zeit wurden von Irma Holder geschrieben.[1]

Beim Finale des Grand Prix der Volksmusik 1991 belegte sie den fünften Platz mit dem Titel So a Stückerl heile Welt. Der musikalische Durchbruch gelang ihr im Folgejahr, wo sie den Grand Prix der Volksmusik 1992 mit dem Titel Über jedes Bacherl geht a Brückerl gewann. Im September 1992 wurde sie von RTL mit der „Krone der Volksmusik“ als „Erfolgreichste Nachwuchssängerin“ ausgezeichnet.

1994 nahmen Hertel und Mross mit Weihnachten mit Dir ihr erstes gemeinsames Weihnachtsalbum auf. 1995 nahm sie mit Mross zum dritten Mal am Grand Prix der Volksmusik 1995 teil. Mit Ein Lied für jeden Sonnenstrahl erreichten sie den zweiten Platz. Seither traten beide oft zusammen, aber auch weiterhin als Solisten auf. 1996 brachte Hertels Vater die gemeinsame Single Kleine Fische werden groß, eine Coverversion von Vader Abrahams Als je weggaat, heraus, in dem er die frühe Liebe seiner Tochter und deren befürchteten Weggang vom elterlichen Haus besingt.[2] 1997 widmete die ARD Hertel zu ihrem 18. Geburtstag ein TV-Special mit dem Titel Lieder zum Verlieben aus dem Europapark Rust.[3]

Seit 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stefanie Hertel (2013)

Im Oktober 2000 veröffentlichte Hertel ihr Album Liebe geht im Herzen los bei dem Musiklabel Montana. Im Februar 2002 brachte sie das Album Tausendmal stärker heraus, das sich in den deutschen Albumcharts für zwei Wochen auf Platz 61[4] und in den Ö3 Austria Top 40 vier Wochen auf Platz 50[5] platzierte. Unter dem Produktionsteam von Jean Frankfurter und Irma Holder, mit dem Hertel schon für Über jedes Bacherl geht a Brückerl zusammengearbeitet hatte, publizierte sie 2004 das Studioalbum Totale Gefühle, auf dem sie mit Ich tu es immer wieder mit dir und Und morgen geht's weiter zwei Duette mit Mross einsang. In Deutschland erzielte das Album Platz 61 der Charts. 2006 kam ihr Album Liebe hat tausend Gesichter heraus, auf dem sie ihre Gefühle für Mross besingt. Im Februar 2008 erschien Stärker als die Freiheit, das Platz 90 in den deutschen Albumcharts belegte. Im selben Jahr startete Hertel anlässlich ihres 25-jährigen Bühnenjubiläums mit Mross eine Deutschland-Tournee.[3] 2010 brachte Hertel nach fast zehn Jahren bei der Plattenfirma Koch Universal mit Das fühlt sich gut an ihr erstes Studioalbum bei ihrer neuen Plattenfirma Sony Music Ariola heraus.

Hertel war 2012 in der RTL-Tanzshow Let’s Dance an der Seite von Profi-Tänzer Sergiy Plyuta zu sehen und erreichte das Halbfinale. 2013 feierte Hertel ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum. Sie präsentierte ihr Studioalbum Moment Mal!, für das sie erstmals vier Lieder selbst geschrieben hatte. Im März 2013 stellte sie ihre erste eigene Dirndlkollektion „Dirndlrock“ vor. Im Oktober ging sie auf „Moment Mal!“-Jubiläumstournee durch Ostdeutschland. Im selben Jahr stand sie erstmals als Engel der Weihnacht in eine der Hauptrollen für das Musical Vom Geist der Weihnacht, das auf Charles Dickens’ Weihnachtsgeschichte basiert, auf der Bühne. 2017 spielte sie diese Rolle wieder am Theater Nordhausen an der Seite ihres Vaters und ihrer Tochter.[6]

2016 brachte sie das Album Mein Vogtland – Mei Haamet mit vogtländischen Liedern heraus und drehte eine 90-minütige Sendung mit dem Titel Stefanie Hertel: Mein Vogtland – mei Haamet über ihre vogtländische Heimat mit dem MDR. Im Oktober 2016 veröffentlichte sie als Hertel + Hofmann mit Anita & Alexandra Hofmann das Album Männerversteher, bei dem sie neun Lieder zusammen mit den Hofmann-Schwestern singt und sechs Lieder alleine interpretiert.[7]

Im Juli 2017 erschien mit Freunde fürs Leben ein Album, wo sie zusammen mit Musikerkollegen Lieder – teilweise mit ihren Originalinterpreten – neu interpretiert. Sie sang unter anderem Kleine Taschenlampe brenn’ mit Markus, Sag ihr auch mit Gerd Christian, Himbeereis zum Frühstück mit Ross Antony und Calm After the Storm mit Lanny Lanner.[8] Im März 2018 erschien im Heyne Verlag ihre Autobiografie Über jeden Bach führt eine Brücke: Geschichten aus meinem Leben.[9] Als Auskopplung aus ihrem Studioalbum Kopf hoch, Krone auf und weiter veröffentlichte sie im September 2018 die gleichnamige Single, bei der sie den Tod ihrer 2017 verstorbenen Mutter thematisiert.[10] Im Januar 2019 kam mit Que Sera (das Leben hält nie an) die zweite Singleauskopplung des Albums auf den Markt.[11] An ihrem 40. Geburtstag wurde sie bei The Masked Singer als Panther enttarnt.

Moderatorentätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 moderierte Stefanie Hertel erstmals selbst eine Sendung im deutschen Fernsehen: Stars hautnah wurde in Seefeld gedreht.[12] Seit 2012 moderiert sie alljährlich Die große Show der Weihnachtslieder im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Sie wurde 2014 zur festen MDR-Moderatorin mit eigenen Samstagabendshows, die ihren Namen tragen (Stefanie Hertel – Die große Show der Stars / ... zum Muttertag / ... der Weihnachtslieder). Seit 2013 moderiert Hertel gemeinsam mit Arnulf Prasch die Winter- und Sommer-Open-Airs von Wenn die Musi spielt. 2017 spielte Hertel sich selbst als Moderatorin der Sendung So feiern die Stars in Olli Dittrichs TV-Parodie mit dem Titel Trixie Wonderland – Weihnachten mit Trixie Dörfel.[13] Im Dezember 2018 nahm sie an einer von Lars Eidinger für das NDR Fernsehen inszenierten Folge der Doku-Talkshow Die Geschichte eines Abends ... teil (Buch und Regie: Grimme-Preisträgerin Pia Lenz).[1][14]

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 lernten sich Stefanie Hertel und der Trompeter Stefan Mross beim Grand Prix der Volksmusik 1991 kennen;[3] 1994 wurde ihre Beziehung öffentlich.[3] Im Oktober 2001 kam ihre gemeinsame Tochter zur Welt.[15] Im September 2006 heiratete das Paar standesamtlich in Florida[16] und im November kirchlich in Hafling.[17] Im September 2011 gaben Hertel und Mross ihre Trennung bekannt; 2012 wurde die Ehe geschieden.[18] Im April 2014 heiratete Hertel den österreichischen Rockmusiker und Gitarristen Leopold Lanner, mit dem sie seit 2011 liiert war.[19] Seit 1997 lebt Hertel im Chiemgau in Oberbayern.[20]

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006 wurde Stefanie Hertel Botschafterin des Deutschen Tierschutzbundes und nahm dessen Franz–von–Assisi–Medaille entgegen.

Hertel unterstützt die gemeinnützigen Organisationen Karo e.V. Plauen, Sozialfond Uganda und Reiten für behinderte Kinder Traunstein e.V.

2016 gründete sie den Verein Stefanie Hertel hilft e.V., über den sie gemeinnützige Organisationen unterstützt.

Im September 2018 verurteilte Hertel in einem Interview mit der taz die gewalttätigen Ausschreitungen in Chemnitz mit den Worten: „Jeder rechtsextreme Aufmarsch ist in meinen Augen einer zu viel.“ Man müsse „aufhören, vor allem, was fremd und anders ist, Angst zu haben.“ Es sei an der Zeit, Nächstenliebe zu üben und nicht darauf zu warten, „dass Behörden und Politiker unser Zusammenleben in allen Bereichen regeln.“ Gerne würde sie mit ihrer DirndlRockBand auch bei einem „Konzert für Kommunikation, Respekt, Toleranz und Integration“ mitwirken.[21]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Musikantenkaiser mit Papa Eberhard: 1991
  • Superhitparade der Volksmusik: 1991, 1996
  • Volkstümliche Hitparade im ZDF: 1991, 1992, 1994, 1996
  • Edelweiß: 1991
  • Grand Prix der Volksmusik: 1992
  • Goldene Hennen: 1995, 2000 und 2002
  • Goldene Stimmgabeln: 1997, 1998 und 2005
  • Kronen der Volksmusik: 1992 (RTL), 1998, 1999, 2000, 2001 und 2005
  • Bild-Osgar: 2003
  • Herbert-Roth-Preis: 1991, 2003
  • Die goldene Eins: 1995, 1999
  • Eins der Volksmusik: 1998
  • Franz-von-Assisi Medaille: 2007
  • Starbiathlon: 2014, 2015
  • Mein Star des Jahres: 2009 (Auszeichnung der Bauer Media (Das Neue Blatt, Neue Post, …) in Hamburg)
  • Ehrenkünstlerin von Bad Elster im König-Albert-Theater
  • smago! Award: 2017

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben

Jahr Titel
Musiklabel
Chartplatzierungen Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
1991 So a Stückerl heile Welt
EastWest
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1991
1992 Über jedes Bacherl geht a Brückerl
Montana
78
(8 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 26. Juni 1992
1993 Tausend kleine Himmel
Montana
81
(6 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 25. Mai 1993
1994 Freche blaue Augen
EastWest
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1994
1995 Ein Lied für jeden Sonnenstrahl
EastWest
66
(9 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 5. Mai 1995
1996 Heimatlieder zum Verlieben
Montana
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 23. Februar 1996
Hast Du Zeit für ein paar Träume?
EastWest
57
(5 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 15. Oktober 1996
1997 Lieder zum Verlieben
Montana
61
(3 Wo.)
300! 300!
Kompilation
Erstveröffentlichung: 1997
1998 Es ist gut, daß es Freunde gibt
Montana
36
(2 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 17. August 1998
2000 Liebe geht im Herzen los
Montana
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 9. Oktober 2000
2002 Tausendmal stärker
Montana / Koch
61
(2 Wo.)
50
(4 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 15. Februar 2002
2004 Totale Gefühle
Koch (Universal)
61
(1 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 23. August 2004
2006 Liebe hat tausend Gesichter
Koch (Universal)
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 15. September 2006
2008 Stärker als die Freiheit
Koch (Universal)
90
(1 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 8. Februar 2008
2010 Das fühlt sich gut an
Ariola
91
(1 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 19. März 2010
2013 Moment mal!
Telamo
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 15. Februar 2013
2016 Mein Vogtland – mei Haamet
Telamo
99
(1 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 15. April 2016
Männerversteher
DA
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 21. Oktober 2016
als Hertel + Hofmann
2017 Freunde fürs Leben
Telamo
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 21. Juli 2017
2018 Kopf hoch, Krone auf und weiter
Telamo
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 19. Oktober 2018

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erhard Lanzerath: Stefanie Hertel. Ein Herz voller Musik. Lanzerath Buchverlag, Burg-Gräfenrode. 1996, ISBN 3928944053.
  • Eva Mang, Günter Tolar: Stefanie Hertel & Stefan Mross: Das Traumpaar der Volksmusik. Friedrich VDV, Linz. 2004, ISBN 3902211172.
  • Stefanie Hertel, Peter Käfferlein, Olaf Köhne: Über jeden Bach führt eine Brücke - Geschichten aus meinem Leben, Wilhelm Heyne Verlag, München 2018, ISBN 978-3-453-20191-0[22]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stefanie Hertel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Anne Hähnig, Martin Machowecz: Stephanie Hertel: „Im Herzen Vogtländerin.“ www.zeit.de, 17. Juli 2019
  2. Eberhard Hertel & Stefanie Hertel - Kleine Fische werden gross In: hitparade.ch; abgerufen am 20. Juni 2019.
  3. a b c d Schön, talentiert und ein großes Herz: Stefanie Hertel In: Schlagerplanet.com; abgerufen am 20. Juni 2019.
  4. Stefanie Hertel − Tausendmal stärker. GfK Entertainment, abgerufen am 15. Juni 2019.
  5. Stefanie Hertel − Tausendmal stärker. Ö3 Austria Top 40, abgerufen am 15. Juni 2019.
  6. Susi Groth: Stefanie Hertel und Tochter Johanna jetzt auch gemeinsam auf der Bühne In: Superillu vom 6. November 2017; abgerufen am 15. Juni 2019.
  7. Stefanie Hertel und Anita & Alexandra Hofmann sind jetzt ein Trio! In: schlager.radio vom 16. September 2016; abgerufen am 15. Juni 2019.
  8. Stefanie Hertel: Traumhafte Duette auf „Freunde fürs Leben“ In: schlagerplanet.com vom 23. Juli 2017; abgerufen am 15. Juni 2019.
  9. Victoria Teichert: „Den Duft der Westpakete vergesse ich nie“ In: Superillu vom 13. März 2018; abgerufen am 15. Juni 2019.
  10. Stefanie Hertel: Neues Video zu Mutmacher-Lied „Kopf hoch, Krone auf und weiter“ In: Schlagerplanet.com vom 6. September 2018; abgerufen am 15. Juni 2019.
  11. Die Single „Que Sera (das Leben hält nie an)“ von Stefanie Hertel wird am 18. Januar bemustert In: Telamo vom 17. Januar 2019; abgerufen am 15. Juni 2019.
  12. Stefanie Hertel mit Stars hautnah. Abgerufen am 28. November 2016.
  13. Walter Bau: So gekonnt entlarvt Comedian Olli Dittrich die TV-Schnulzen. In: Der Westen. 21. Dezember 2017, abgerufen am 16. Januar 2018.
  14. Die Geschichte eines Abends. Anarchischer Doku-Talk mit Lars Eidinger. www.ndr.de, 8. Dezember 2019
  15. Tochter für Stefanie Hertel In: Hamburger Abendblatt vom 26. Oktober 2001; abgerufen am 15. Juni 2019.
  16. STEFANIE HERTEL & STEFAN MROSS "Heimliche" Hochzeit in Florida! - smago.de. Abgerufen am 9. Juni 2018.
  17. Stefanie Hertel und Stefan Mross: Die Herzchen-Hochzeit. In: Spiegel Online. 6. November 2006 (spiegel.de [abgerufen am 9. Juni 2018]).
  18. Stefan Mross und Stefanie Hertel sind geschieden. Abgerufen am 28. November 2016.
  19. Stefanie Hertel hat sich getraut. Archiviert vom Original am 6. Oktober 2014; abgerufen am 28. November 2016.
  20. Am Ostersonntag gaben sie sich das Ja-Wort: Stefanie Hertel heiratete Rockmusiker In: Wochenblatt vom 23. April 2014; abgerufen am 15. Juni 2019.
  21. Stimmen gegen Nazi-Stimmungsmache: Musi gegen rechts. www.taz.de, 7. September 2018
  22. Über jeden Bach führt eine Brücke. Abgerufen am 4. Februar 2018.