Astrologie

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Homo signorum aus den Très Riches Heures des Herzogs von Berry (1412–1416; Chantilly, Musée Condé, Ms. 65, fol. 14 v)

Die Astrologie (Sterndeutung, von altgr. ἄστρον astronStern‘ und λόγος logos ,Lehre‘) ist die Deutung von Zusammenhängen zwischen astronomischen Ereignissen bzw. Gestirnskonstellationen und irdischen Vorgängen insbesondere in Bezug auf den Menschen.

Die „westliche“ Astrologie hat ihre Ursprünge in vorchristlicher Zeit in Babylonien bzw. Mesopotamien und Ägypten. Ihre in Grundzügen noch heute erkennbaren Deutungs- und Berechnungsgrundlagen erfuhr sie im hellenistisch geprägten griechisch-ägyptischen Alexandria. Aus ihr ging die Astronomie als deutungsfreie Beobachtung und mathematische Erfassung des Sternenhimmels hervor, und sie blieb lange Zeit als Hilfswissenschaft mit ihr verbunden.

In Europa hatte die Astrologie eine wechselvolle Geschichte. Nach der Erhebung des Christentums zur Staatsreligion im Römischen Reich wurde sie bekämpft und ins Abseits gedrängt. Im späten Mittelalter gewann sie aber wieder an Reputation, und von der Renaissance bis zum 17. Jahrhundert war sie eine anerkannte Wissenschaft. Im Zuge der Aufklärung verlor sie jedoch in gebildeten Kreisen ihre Plausibilität. Erst um 1900 kam wieder ein ernsthaftes Interesse an der Astrologie auf, und seit den späten 1960er Jahren, ausgehend von der New-Age-Bewegung, hat sie in der westlichen Hemisphäre ein hohes Maß an Popularität erlangt.

Die Wissenschaft betrachtet die Astrologie heutzutage vor allem aus religionswissenschaftlicher und kulturhistorischer Perspektive. Alle methodisch korrekten empirischen Studien kommen zu dem Ergebnis, dass überprüfbare Aussagen von Astrologen statistisch nicht signifikant besser zutreffen als willkürliche Behauptungen.

Begriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heute inhaltlich strenge Trennung von Astronomie/astronomia und Astrologie/astrologia gab es bis in die Spätantike hinein so nicht. Beide Begriffe konnten jeweils die Deutung des angeblichen Effektes der Himmelskörper auf die sogenannte sublunare Sphäre, mithin die Erde, meinen, oder die Himmelsbeobachtung zum Zweck der Erfassung wie Erforschung der Himmelskörperbewegungen. Entsprechend fanden die astrologischen Aspekte der Astronomie bei antiken Astronomen wie Ptolemäus oder Hipparch Interesse und Anerkennung, was in der Astronomie vielfach bis ans 18. Jh. heran so blieb.[1]

Die Astrologie entstand antik zunächst als Mundanastrologie, seit dem Hellenismus kamen noch vor Christi Geburt die Astrologie-Bereiche der Geburtshoroskopie, der Katarchen-Horoskope für den besten Zeitpunkt eines öffentlichen oder privaten Handlungsbeginnes sowie das sogenannte thema mundi dazu, einer Art 'Ur-Horoskop' für den legendären Zeitpunkt der Welterschaffung.[2] Aktuell wird heute unter Astrologie meist nur die Geburtshoroskopie verstanden.

Zugrundeliegende Weltanschauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Astrologie beruht auf der Annahme, dass es einen Zusammenhang zwischen den Positionen und Bewegungen von Planeten und Sternen und irdischen Ereignissen wie insbesondere dem Leben der Menschen gibt. Sie erhebt den Anspruch, diesen Zusammenhang erklären und auf dieser Basis zukünftige Ereignisse vorhersagen zu können. Die klassische Formulierung dieser Weltsicht findet sich in der hermetischen Tabula Smaragdina: „Wie oben, so unten.“[3]

Diese Weltsicht war schon immer und ist bis heute im Wesentlichen religiöser Natur.[3] Ursprünglich wurden die Planeten und Fixsterne als göttliche Wesen angesehen, deren gewaltige Macht das Leben der Menschen bestimmte. Diese Einschätzung änderte sich jedoch allmählich, bis diese Himmelskörper nur noch Elemente einer kosmologischen Hierarchie waren und ihr Einfluss eher transzendent gesehen wurde.

In der heutigen westlichen Astrologie lassen sich vier Auffassungen über die Natur astrologischer Aussagen unterscheiden.[4] Die Esoterische Astrologie beruft sich auf ein von göttlichen Wesen oder von „Eingeweihten“ mitgeteiltes Wissen. Die symbolische Astrologie setzt ein tradiertes Deutungsystem voraus, in welchem astronomischen Gegebenheiten eine Bedeutung in Bezug auf irdische zugeschrieben wird. Daneben wird eine „Astrologie als Erfahrungswissenschaft“ vertreten, die sich um eine empirische Grundlegung bemüht, und schließlich gibt es noch die Einflusshypothese, wonach die astrologischen Planeten auf Lebewesen in einer bislang nicht näher bekannten Weise einwirken.

Wissenschaftstheoretische Einordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mosaik mit Tierkreiszeichen in der Synagoge in Beth Alpha, Israel aus dem 6. Jahrhundert

Aus wissenschaftstheoretischer Sicht handelt es sich bei der Astrologie in ihrer historischen Form um eine Lehre im vorwissenschaftlichen Stadium (Protowissenschaft). Sie basierte auf der damals allgemein akzeptierten Vorstellung, dass Himmelskörper – im Sinne einer universellen Naturgesetzlichkeit – direkten Einfluss auf irdische Ereignisse ausüben. Auf Basis dieser Grundannahme verwendeten frühe Astrologen mathematische Modelle, um Regelmäßigkeiten in beobachtbaren Naturphänomenen aufzuweisen. Da der Zeitpunkt eine entscheidende Rolle spielte, wurden schon früh detaillierte Tabellen angelegt, um den Eintritt bestimmter Ereignisse zu prognostizieren. Zur Bestimmung der Position und Umlaufbahn von Planeten waren z. T. komplexe Berechnungen mit Hilfe der Geometrie und Trigonometrie notwendig. Daher handelte es sich bei diesen Praktiken nicht um Aberglaube, sondern um eine Frühform der Wissenschaft.[5] Die Suche nach Regelmäßigkeiten in Naturerscheinungen und deren umfassende Beschreibung in rationaler Form ist ein typisch wissenschaftliches Programm.[6] Daher sah auch der Philosoph Ernst Cassirer (1925) in der Astrologie eine prinzipiell wissenschaftliche Denkform. Sie verwende Erklärungen, „die, wie unsicher und haltlos sie im Einzelnen scheinen mögen, doch dem allgemeinen Typus des ursächlichen Denkens, des kausalen Folgerns und Schließens, angehören“.[7] Die Astrologie sei damit eine zur neuzeitlichen Naturwissenschaft ebenbürtige Weltbeschreibung, die auf einem ganz anderen "Weltbegriff" beruhe, und deshalb sei eine Falsifikation der Astrologie gerade aus wissenschaftstheoretischer Sicht nicht möglich.[8]

Wenn heute neben der Astronomie, dem akademischen Zweig der Gestirnslehre, auch weiter Astrologie betrieben wird, stellt sich die Frage, wie dies aus wissenschaftstheoretischer Sicht zu beurteilen ist. Hier kamen Wissenschaftstheoretiker zwar zu ähnlichen Ergebnissen, aber mit unterschiedlichen Begründungen. Astrologie ist ein klassisches Fallbeispiel für die Suche nach einem Unterscheidungskriterium von Wissenschaft und Nicht-Wissenschaft. Karl Popper unterschied zwischen Wissenschaft, Pseudowissenschaft und Metaphysik.[9] Der Fall Astrologie stellt nach Popper ein übliches Unterscheidungsmerkmal in Frage: Oft werde argumentiert, dass sich Wissenschaft von Pseudowissenschaft oder Metaphysik dadurch abgrenze, dass sie eine empirische Methode verwende, die von Beobachtungen und Experimenten ausgeht. Dies treffe aber auch auf die Astrologie zu, die eine stupende Masse von empirischen, auf Beobachtung basierenden Belegen sammle und dennoch nicht wissenschaftlichen Standards genüge. Für Popper lag das daran, dass Astrologie (darin in seiner Sicht der Psychoanalyse ähnlich) eher wie ein „Mythos“ funktioniert, der nach Bestätigung seiner Überzeugungen sucht, statt Hypothesen ergebnisoffen an der Wirklichkeit zu testen. Astrologen seien beeindruckt und fehlgeleitet von dem, was sie für Bestätigungen ihrer Annahmen halten. Mehr noch, sie formulierten ihre Interpretationen und Prophezeiungen so vage, dass alles, was als Widerlegung gelten könnte, leicht wegargumentiert werden könne. Das zerstöre die Testbarkeit der Theorie, die dadurch nicht falsifizierbar sei.[10] So sei auch nicht die Herleitung aus archaischen Mythen das wesentliche Problem der Astrologie – das gelte für alle wissenschaftlichen Theorien –, sondern dass sie sich nicht in Richtung einer Testfähigkeit entwickelt habe.[11] Für Popper war Astrologie somit eine Pseudowissenschaft (Scheinwissenschaft), da sie zwar induktiv und empirisch vorgeht (und damit wissenschaftlichen Anschein erweckt), sich aber systematisch ihrer Überprüfung entzieht (und damit den wissenschaftlichen Anschein nicht einlöst).

Thomas S. Kuhn wendete gegen Poppers Argumentation ein, dass weder die Vorhersagemethoden noch der Umgang mit Falschprognosen die Astrologie aus dem wissenschaftlichen Kanon ausschließe. Astrologen hätten von jeher die epistemologischen Probleme ihres Vorgehens reflektiert, auf die Komplexität und Fehleranfälligkeit ihrer Methoden hingewiesen und unerwartete Ergebnisse diskutiert. Für ihn ist Astrologie aus einem anderen Grund keine Wissenschaft: Astrologie sei ihrem Wesen nach eher praktisches Handwerk, darin dem Ingenieurswesen, der Meteorologie oder der frühen Medizin ähnlich. So gab es Regeln und Erfahrungswissen, aber keine übergeordnete Theorie. Im Mittelpunkt stand Anwendung, nicht Forschung.[12] Ohne theoriegeleitete Problemlösung habe die Astrologie keine Wissenschaft werden können, selbst wenn die Annahme richtig gewesen wäre, dass die Sterne das menschliche Schicksal bestimmen. Auch wenn Astrologen testbare Vorhersagen trafen und feststellten, dass diese nicht immer zutrafen, bildeten sie keine wissenschaftstypischen Strukturen aus (Normalwissenschaft).

Für Paul Feyerabend war weder die mangelnde Testfähigkeit noch die fehlende Problemlösungsabsicht das Kernproblem der Astrologie, sondern deren fehlende Weiterentwicklung. So habe die Astrologie sehr interessante und fundierte Ideen gehabt, diese aber nicht konsequent fortgeführt und auf neue Bereiche übertragen.[13]

Der Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Paul R. Thagard versuchte 1978 eine Synthese der bisherigen Abgrenzungsversuche.[14] Er suchte ein komplexes Kriterium, das neben den logischen Erwägungen Poppers auch die sozialen und historischen Gesichtspunkte Kuhns und Feyerabends einbezieht. In Abgrenzung zu Popper und in Übereinstimmung mit Kuhn und Feyerabend verwies Thagard auf die „Progressivität“ einer Theorie. In seiner Definition ist eine Theorie oder Disziplin, die beansprucht wissenschaftlich zu sein, dann pseudowissenschaftlich, wenn sie über einen längeren Zeitraum weniger progressiv ist als alternative Theorien und zugleich zahlreiche ungelöste Probleme beinhaltet. Weitere Merkmale sind: Die Vertreter der Theorie unternehmen wenige Versuche einer Weiterentwicklung, bereinigen nicht konkrete Widersprüche, setzen die Annahmen ihrer Theorie nicht in Beziehung zu anderen Theorien und gehen selektiv mit möglichen Widerlegungen um. All dies sei bei der Astrologie der Fall, und damit lasse sich an ihrem Beispiel eine allgemeine Abgrenzungsmatrix entwickeln.

Geschichte der westlichen Astrologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorläufer der Astrologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stonehenge, Ruine eines Observatoriums aus dem 3. Jahrtausend v. Chr.

Sinnvollerweise unterscheidet man zwischen der 'klassischen' Astrologie, die hauptsächlich im Hellenismus bzw. Ptolemäerreich ab dem 3. Jh. v. Chr. entstand, ggf. samt Keilschrift-'Horoskopen', Tierkreis und Planetenberechnungs-Fähigkeit im Achämeniden- und Seleukidenreich (5/4. bis 1. Jh. v. Chr.), und den 'Vorläufern' der Astrologie. Vorformen im weitesten Sinne sind z. B. Astralkulte für Sonne, Mond Venus und weitere Himmelskörper samt ihren Kult-Anlagen und -Gegenständen, Astralmythologien, Kult-Kalender, astrale Divinationen etc. Sie waren vor- und frühgeschichtlich wie antik weit verbreitet.[15] Zum Beispiel wurde in Europa während der letzten Jahrzehnte durch archäologische Funde deutlich, dass es seit der Jungsteinzeit eine Art Sonnenkult gegeben hat.[16] Steinkreise wie etwa Stonehenge dienten u.a der Beobachtung der Sternbilder und der Sonnenbahn mit ihrer Sonnenwende und Tag-Nacht-Gleiche.[17] Erinnert sei weiterhin z. B. an die Himmelsscheibe von Nebra, die auf etwa 3000 v. Chr. datiert, die Goldhüte oder an den Sonnenwagen von Trundholm und die Kreisgrabenanlage von Goseck. Die teils nur vermuteten astronomischen Kenntnisse und Traditionen scheinen in Europa allerdings nicht über das erste vorchristliche Jahrtausend hinaus nachweisbar zu sein.[18]

Antike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Tontafel aus der Bibliothek Assurbanipals mit astrologischen Vorhersagen

Mesopotamien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Region von Mesopotamien bzw. besonders Babylonien können drei Phasen der astronomisch-astrologischen Entwicklung unterschieden werden:

  • die Omen-'Astrologie' mit einer Blütezeit etwa zwischen dem 14. und dem 7. Jh. v. Chr.
  • die Anfänge einer Astrologie-Vorform mit dem noch unvollständigen Tierkreis etwa im 6. Jh. v. Chr.
  • die erste Entwicklung eines astrologischen System ab dem 5. Jh. v. Chr. mit den zwölf Tierkreiszeichen, berechneten Planetenpositionen und omenartiger Deutung individueller Geburtskonstellationen.[19]

Früheste, wenn auch wenige Hinweise auf astrologische Divination im Sinne von astronomischen Himmelsbeobachtungen im Gebiet Mesopotamiens und daraus abgeleiteten Vorhersagen bzw. Omen-Texte sind zunächst am Anfang des 2. Jahrtausend v. Chr. bei den Sumerern zu finden, im Zusammenhang mit der bei ihnen gebräuchlichen Eingeweideschau. Bei den frühen Wahrsagetechniken findet man Vorstellungen von wohlwollenden Göttern, die den Menschen verschlüsselte Zeichen zur Warnung und Orientierung geben, wie auch Vorstellungen, dass der Kosmos auf menschliche Taten und Absichten durch Zeichen reagiert. Andererseits wuchs mit zunehmender Kenntnis gerade der Himmelsbewegungen der Glauben, die Schöpfung sei von einem Netz unveränderlicher kosmischer Gesetze geformt, die auch das menschliche Leben vorher bestimmen würden.[20] Die Himmelserscheinungen selbst, die sowieso zur Kalenderbestimmung aufmerksam verfolgt wurden, deutete man als günstig oder ungünstig z. B. für ein Land oder für einen Herrscher, ein typischer Gesichtspunkt der Mundanastrologie. Eine Vielzahl derartiger Vorhersagen fand sich in der Bibliothek Assurbanipals in den Ruinen von Ninive aus der 2. Hälfte des 7. Jh. vor Chr. In diesem Zusammenhang wurde jedem Tag, jedem Monat oder auch einzelnen Regionen des mesopotamischen Reiches eine astrale Gottheit zugeordnet. Als höchste planetare Gottheit wurde damals der Mond betrachtet. In der Bibliothek von Ninive wurden auch Kopien jener bekannten Tontafelserie Enuma Anu Enlil gefunden, die vermutlich Ende des 2. Jt. v. Chr. entstanden war und auf mehr als 70 großen Tafeln die Himmelszeichen und ihre Deutung bzw. vielmehr dazugehörige Omen-Texte darstellte.[21]

Im alttestamentarischen Buch Jesaja wird die typische Wahrsagepraxis des 6. Jh. v. Chr. am Herrscherhof des Neubabylonischen Reiches schön skizziert: Du hast dir große Mühe gemacht mit deinen vielen Beratern; sollen sie doch auftreten und dich retten, sie, die den Himmel deuten und die Sterne betrachten, die dir an jedem Neumond verkünden was kommt.[22]

Der vollständige Tierkreis mit seinen – noch unterschiedlich langen – zwölf Sternbildern auf der Ekliptik wurde schließlich im 5. Jh. v. Chr. während des Achämenidenreichs im Gebiet Mesopotamiens entwickelt bzw. erstmals überliefert. Im 4. Jh. v. Chr. entwickelte sich, wohl schon in der seleukischen Herrschaft nach der hellenistischen Eroberung des Gebietes, die exakte Aufteilung des Tierkreises in 12 „Zeichen“ zu 30° sowie die antik erstmals nachweisbaren mathematische Astronomie, welche ermöglichte, die Planetenpositionen vorauszuberechnen auf Basis des Koordinatensystems der 30°-Abschnitte der einzelnen Tierkreiszeichen.[23][24] Beide Entwicklungen ermöglichten dort eine weitere, für die Astrologie und Geburtshoroskopie wichtige Neuerung: die Erstellung von sogenannten Keilschrift-'Horoskopen', zudem nun auch für gewöhnliche Menschen. Damit sind Keilschrift-Täfelchen gemeint, welche die Planetenstellungen im Tierkreis bei einer Geburt aufführen, gelegentlich mit kurzen Sprüchen zu den einzelnen Planeten bzw. den Planetenkonstellationen, den Omina. Wenige Male werden auch gradgenaue Stellungen der Planeten in den Tierkreiszeichen angegeben.[25] Horoskope im heutigen Sinne gaben die Täfelchen u. a. deswegen nicht her, weil auf ihnen weder der Aszendent und entsprechend auch nicht die Horoskophäuser genannt werden.[26]

Östlicher Mittelmeerraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alten Ägypten wurden die Einflüsse der Gestirne wie überall zunächst nicht auf einzelne Personen bezogen. Dort entstand gegen Ende des 3. Jt. v. Chr. als Vorform der Astrologie mit den Dekan-Sternen bzw. den 36 Dekan-Göttern und ihren Bewegungen wie Auf- und Untergängen am Horizont eine umfangreiche Bewertung günstiger und ungünstiger Tage. Die Dekane wurden zudem zur nächtlichen Zeitmessung herangezogen und beeinflussten den exakten Zeitpunkt von Kulthandlungen und die Wahl von Bauplätzen für Tempel. Später wurden davon z. B. Witterungsprognosen und Geburts-Prophezeiungen abgeleitet.[27] Ein Dekan erstreckte sich über einen Bogen von 10°, so dass mit den 36 Dekanen der gesamte Himmel unterteilt gewesen war. Die 36 Dekane wurden wohl während 3. Jh. v. Chr. im ptolemäischen Ägypten mit dem ebenfalls 360° umfassenden, babylonischen Tierkreis kombiniert. Daraus entstand vermutlich zunächst die Lehre vom bei Geburt am Ost-Horizont aufsteigenden 'Tierkreis-Dekan', bald darauf vom aufsteigenden Tierkreis-Grad, dem Horoskop-Aszendenten.[28]

Die dem Hellenismus und dem Römischen Reich vorlaufende griechische Kultur übernahm ca. ab dem 6. Jh. v. Chr. Elemente der babylonischen Astronomie, u.a. Sternbilder und Finsternis-Berechnungen.[29] Die babylonische Omen-Astrologie und ihre Elemente waren nicht mit übernommen worden. Nach den Eroberungszügen Alexanders des Großen im 4. Jh.v. Chr. breiteten sich viele östliche Mysterienreligionen in der hellenistischen Welt aus. Mit diesen waren oft astrologische Lehren verbunden, die zunächst allerdings nur in kleinen Kreisen gepflegt wurden, sowie teilweise auch Kulte der Sternverehrung. Das Aufkommen individualistischer Tendenzen eröffnete die Perspektive möglicher Einflüsse von Gestirnen auf das individuelle Schicksal.[30]

Der babylonische Priester Berossos brachte im 3. Jh. v. Chr. unter Einfluß des Hellenismus, das Gebiet Babylons war seinerzeit Teil der hellenistischen Reiche, eine nur in Fragmenten indirekt überlieferte Geschichte Babylons heraus, zu welcher teils Fragmente mit einigen wenigen astrologischen bzw. kosmologischen Elementen gezählt werden.[31] Um 300 v. Chr. soll sich Berossos sich auf der Insel Kos niedergelassen und dort die erste Astrologieschule der hellenistischen Welt gegründet haben, was jedoch aufgrund der problematischen Quellenlage als nicht gesichert gilt.[32] Er lehrte, wenn überhaupt, allerdings noch nicht die Geburtshoroskopie, wie sie ab dem 2. Jh. v. Chr. im hellenistischen Ägypten bzw. im ägyptischen Ptolemäerreich, besonders in Alexandria, entwickelt wurde.[33] In der Berossos-Forschung wird entsprechend angemerkt, dass keiner der nach Berossos lebenden Astronomen wie Astrologen, so beispielsweise Hipparchos oder Ptolemäus, diesen zitiert oder referiert hat.[34]

Die Astrologie hatte im Hellenismus teils die Würde eines Glaubens und galt zugleich teils als wissenschaftlich begründet. In den beiden Jahrhunderten vor und nach der Zeitwende bildete sich vor allem in Ägypten bzw. Alexandria jenes System der klassischen Astrologie heraus, deren Bestandteile vielfach bis heute verwendet werden. Im Unterschied zu ihren babylonischen Vorläufern berücksichtigte sie viele weitere astronomische und astrologische Elemente, und die astrologische Vorhersage bezog sich noch stärker auf Einzelpersonen und weniger auf Völker und deren Herrscher.

Elemente der klassischen Astrologie jener Zeit: .[35][36]

  • babylonischer bzw. achämenidischer und seleukidischer Herkunft: die 12 Tierkreiszeichen, genaue Zeichenposition der Planeten mit Sonne und Mond, Planeten-Erhöhungen in bestimmen Zeichen, Dodekatemorien (Unterteilung der Zeichen in Abschnitte von 2,5 °), Zeichen-Triplizitäten;
  • ägyptischer Herkunft: Konzept der 36 Dekane, mit dem aufsteigenden Dekan am Ost-Horizont, aus dem sich die Idee des Aszendenten entwickelte; wahrscheinlich entstammt auch die vertikale Horoskop-Achse zwischen Medium coeli, die Himmelsmitte bzw. als 'MC' abgekürzt, und Imum coeli, die Himmelstiefe oder als 'IC' abgekürzt, ursprünglich ägyptischer Astronomiekonzepte von den Himmelssegmenten mit besonderen Bedeutungen; die bis heute überlieferten astrologischen Deutungen der Horoskop-Achsen und –'Orte' (=Horoskop-Häuser) ist jedoch für die vorhellenistische Zeit Ägyptens nicht nachweisbar;[37][38]
  • griechischer Herkunft: die vier Elemente, 'männliche' und 'weibliche' Zeichen, Zeichen-Herrschersystem (z. B. der Mond 'herrscht' über das Zeichen Krebs), Planetenstunden;
  • hellenistischer bzw. alexandrinischer Herkunft: die 12 Horoskophäuser, die Idee 'nächtlicher' und 'täglicher' Planeten-Positionen im Horoskop, Planeten-Wirkungen in den einzelnen Zeichen und Horoskophäusern, Planeten-Aspekte, der 'pars fortuna' oder 'Glückspunkt', Unterteilungen innerhalb der Zeichen nach so genannten 'Grenzen' und 'Gesichtern', das jährliche Solar-Horoskop, das so genannte Dekumbitur-Horoskop (Horoskop-Technik für Krankheitsprognosen), eine stundenastrologische Methode mit dem Begriff 'Katarchen-Horoskope' (Wahl eines astrologisch günstigen Zeitpunktes), ebenso die Horoskop-Techniken der so genannten 'Profektionen' und 'Lunationen'.

In Rom erlangte die Astrologie ab dem ersten nachchristlichen Jahrhundert eine große Popularität in allen Bevölkerungsschichten.[39] Auch etliche Herrscher der frühen römischen Kaiserzeit wie Tiberius und Augustus gehörten zu ihren Anhängern, ebenso Domitian oder Trajan. Der Einfluss der Astrologie bzw. von Astrologen am Kaiserhof hatte in Laufe des 2. Jh. allerdings wieder nachgelassen. Die bewusste oder manipulative Nutzung der Astrologie zu politischen oder herrschaftslegitimatorischen Zwecken in der Sphäre der Mächtigen war die unvermeidliche Schattenseite dieser Entwicklung, bei der auch 'gestellte' bzw. erfundene und passend korrigierte Geburtshoroskope wie auch bewusst falsche Prognosen im Guten wie Schlechten eingesetzt wurden, was wohl der Grund war, warum damals immer wieder die Vertreibung der Astrologen aus Rom und Italien angeordnet wurde.[40] Dazu gehörte typischerweise z. B. die Konstruktion oder 'Findung' von 'Kaiser-Würden' versprechenden bzw. abbildenden Planeten- und Horoskop-Konstellationen zur Geburt, wie sie sehr wahrscheinlich im antik veröffentlichten, beim Geburtshoroskop des römischen Kaisers Hadrian wohl korrigierten Aszendenten überliefert ist.[41] Es gab zugleich auch kritische Stimmen, darunter der Satiriker Lukian von Samosata. Die Vorstellung, dass die Bewegungen der Planeten das Schicksal der Menschen vollkommen bestimmten, galt zu dieser Zeit weithin als plausibel. Mit dem syrischen Baal-Kult und dem Mithras-Kult verbreitete sich zudem die Gestirnsverehrung und verband sich mit der Astrologie. Eine philosophische Rechtfertigung erfuhr die Astrologie vor allem aufgrund der Stoa.

Darstellung des Tierkreises in einer byzantinischen Ausgabe des Tetrabiblos aus dem 9. Jahrhundert

Aus dem 2. Jahrhundert sind zwei umfangreiche Kompendien der damaligen klassisch-hellenistischen Astrologie in griechischer Sprache erhalten.[39] Das aus abendländischer Sicht bedeutendere war das vierbändige Tetrabiblos des Claudius Ptolemäus. Es war als systematisches Lehrbuch zur Astrologie konzipiert, über deren Grundlagen im 1., die Mundanastrologie im 2. Band sowie im 3. und 4. Band über die Geburtshoroskop-Astrologie, also zur Erstellung eines Horoskops für den Zeitpunkt der Geburt eines Menschen und dessen Deutung. Dazu gehörte auch eine akribische Systematik der Elemente des Horoskops: der Fixsterne, der Planeten, der Tierkreiszeichen und der Aspekte. Allerdings fehlt bei Ptolemäus z. B. die Berücksichtigung der seinerzeit schon so wichtigen Horoskop-Häuser, er scheint also etwas mehr der hellenistisch-babylonischen bzw. spätbabylonischen, mehr seleukidischen Astrologie-Tradition zu folgen im Vergleich zur 'hellenistisch-neuägyptischen'.[42] Andererseits betätigte sich Ptolemäus nicht als praktizierender Astrologe, zumindest was die Geburtshoroskopie angeht.[43] Entsprechend fehlen im 'Tetrabiblos' Horoskopbeispiele und Geburts-Planetenkonstellationen vollständig.

Das andere Kompendium sind die neun Bände der Anthologiae von Vettius Valens. Hierbei handelt es sich um ein Lehrbuch hauptsächlich zur Geburtshoroskopie, wenngleich es womöglich von Valens erst im Laufe von Jahrzehnten aus mehreren, unabhängig von einander entstandenen Traktaten zusammen gefügt worden war.[44] Wie Ptolemäus verstand sich Valens selbst auch als 'Wissenschaftler', wenngleich in einem etwas anderen Sinne als Ptolemäus, wie die Vorrede zum 6. Buch der Anthologiae verdeutlicht.[45] Im Unterschied zu Ptolemäus war Valens wiederum praktizierender Astrologe, die Anthologiae von Valens überliefert mit 121 datierbaren Beispielhoroskopen den mit Abstand größten Horoskop-Korpus eines antiken Autors.[46] Während das Tetrabiblos im Abendland über Jahrhunderte als Standardwerk galt, wurden die Anthologiae von arabischen Astrologen begeistert aufgenommen und verbreitet.

Ptolemäus’ Bestreben, die Astrologie zu formalisieren und theoretisch zu systematisieren oder gar zu verwissenschaftlichen mit empirischen Anspruch, war durchaus typisch für die ersten Jahrhunderte nach der Zeitenwende, in welchen die klassisch-hellenistische Astrologie und Geburtshoroskopie inhaltlich wie formal mit der Erstellung von Astrologie-Lehrbüchern wie den Tetrabiblos oder der Anthologiae im 2. Jh. einen Höhepunkt erreicht hatte.[47][48] In der babylonischen bzw. chaldäischen Richtung der Astrologie wurden Vorhersagen oft mit religiösen Betrachtungen kombiniert. Vettius Valens selber betonte in seiner Anthologiae andererseits auch, bei aller 'empirischen' und 'wissenschaftlichen' Neigung, die religiöse Dimension der Astrologie, deren Weisheit nur den in die mystische Qualität der Astrologie 'Eingeweihten' vorbehalten bleiben sollte.[49]

Das frühe Christentum befand sich in einem Zwiespalt gegenüber der Astrologie, da nach Auffassung vieler Kirchenlehrer die Vorherbestimmung des Schicksals dem freien Willen als unbedingter Voraussetzung (conditio sine qua non) des christlichen Glaubens widerspricht, andererseits ein astronomisches Ereignis mit einer astrologischen Aussage bezüglich der Geburt Christi verbunden wurde.[50] Selbstredend stand ein ausgeprägter Glaube an die Himmelskörper sowieso eher im Spannungsverhältnis zu einigen zentralen christlichen Dogmen und Glaubensgrundsätzen. Doch gleichzeitig wurde die Astrologie in den verschiedenen christlichen Strömungen teilweise stark aufgenommen, erst recht in den parallel sich entwickelnden gnostischen, neuplatonischen und manichäischen religiös-philosophischen Bewegungen der Spätantike.[51]

Die weitere Stellung der Astrologie in der 'öffentlichen Sphäre' der römischen Spätantike wurde durch mehrere Entwicklungen geformt. U.a. etablierte sich in wachsendem Masse ein göttlich abgeleitetes kaiserliches Deutungsmonopol, welches sich bald gegen die Astrologie und Sehertum wie Wahrsagung, gegen Magie und Manichäismus usw. wendete, wohl oder gerade auch wegen der möglichen Kompetenzkonkurrenz dieser Welterklärungen gegenüber dem kaiserlichen Deutungsmonopol.[52] Schon im 3. Jh. hatte der nichtchristliche Kaiser Diokletian die 'wissenschaftliche' Astrologie als Teil der Sieben Freien Künste und damit als 'Wissenschaft', welche zugleich von der Astronomie kaum unterschieden wurde, verboten.[53][54]Weiterhin bestimmte das christlich-römische Kaisertum ab dem 4. Jh. zunehmend, welches Wissen überhaupt noch als statthaft gelten konnte.[55] Die Astrologie wurde unter Kaiser Valens (4.  Jh.) zum 'Irrtum' erklärt, Anfang des 5.   Jh. durch Honorius und Theodosius schließlich zur Häresie gegenüber dem katholischen Glauben. Und erst mit Letzterem wurde wohl die Astrologie endgültig aus dem überlieferten Wissenschaftskontext ausgesondert und als gewöhnliche Glaubensabweichung abgewertet.[56] Zugleich wurde auf Konzilen, wie jenes von Laodicea im Jahre 365 oder von Braga im Jahre 572, jede astrologische Tätigkeit für Kirchenangehörige verboten.[57] So verschwand die Astrologie nach Erhebung des Christentums zur Staatsreligion des Römischen Reiches im 4. Jh. zwar zunehmend aus der 'akademischen' Welt bzw. gelehrten Wahrnehmung wie Öffentlichkeit.[58] Doch damit verschwand die Astrologie selber natürlich nicht, u.a. weil abseits der Hauptstädte größere Freiheiten herrschten und zugleich der Komplex astrologischen Wissens in die christlichen Anschauungen hinein transformiert wurde.[59]

Für letztere Entwicklung gab es manche Anknüpfungspunkte:[60].[61]

  • im Matthäus-Evangelium 2, 1 – 12, wird von den 'Magiern' oder Sterndeutern aus dem Osten berichtet, die in Jerusalem nach dem neu geborenen König der Juden suchten, da sie 'seinen Stern', den Stern von Betlehem, hatten aufgehen sehen; weiterhin entwickelte sich daraus die bekannte, christliche Tradition der Heiligen Drei Könige;
  • der Kreuzigungstod Jesu wird im Matthäus- und Markus- wie Lukas-Evangelium von einer Sonnenfinsternis zwischen der sechsten und neunten Stunde begleitet; ebenso die 'Endzeit' vor der Wiederkunft Jesu z.B. in Matthäus 24, 29, und Apostelgeschichte 2, 20, sowie Markus 13, 24; Lukas 21, 25, spricht von Zeichen an Sonne und Mond sowie Sternen;[62]
  • in der Johannes-Offenbarung sind die Elemente einer endzeitlich geprägten Astralmystik und astrologische Anspielungen deutlich erkennbar;[63]

Infolge der Schwächung und Auflösung des Weströmischen Reiches im 5. Jh. versiegte in diesen Territorien die Astrologie als ausgeübte und gelehrte Tradition weitgehend, wenngleich die Astrologie sowieso dort weit weniger verankert wie verbreitet gewesen war, da ihre Entwicklung und Ausbreitung schließlich im Nahen und Mittleren Osten sowie dem östlichen Mittelmeer ihren Ursprung gehabt hatte. Zudem war, bis auf wenige Ausnahmen, die astrologische Literatur sowieso in Griechisch, der wichtigsten Sprache im östlichen Mittelmeergebiet und Ostrom, niedergeschrieben und tradiert worden, während im weströmischen Raum weitestgehend Lateinisch dominiert hatte. Im Oströmischen Reich bzw. Byzanz blieb die Astrologie erhalten, wenngleich geschwächt bzw. von großen Schwankungen auch in der späteren, allerdings ab dem 7. Jh./8. Jh. herkömmlich schon dem Mittelalter zugerechneten Geschichte von Byzanz geprägt.[64][65]

Aus der Zeit bis zur sich verstärkt als christlich verstehenden Herrschaft des oströmischen Kaisers Justinian I. im 6. Jh. sind, wie schon zuvor, viele Geburts- und Katarchenhoroskope überliefert, weiterhin hat offenbar ein Astrologe z. B. für den oströmischen Kaiser Zenon (Kaiser) (5. Jh.) gearbeitet.[66] Doch sind etwa im 5.  Jh. in Beirut, oströmisches Reichsgebiet, Astrologiebücher öffentlich verbrannt und im 6.  Jh. unter Justinian I. der Lehrbetrieb der neuplatonischen Philosophenschule in Athen eingestellt worden, wovon auch Astronomie-Astrologie Lehrende betroffen gewesen sein sollen.[67] [68]Der letzte bedeutende und greifbare, spätantike Vertreter der hellenistischen oder klassischen Astrologie, Rhetorius von Ägypten, gehört passenderweise ebenfalls in diese oströmischen Phase der Astrologiegeschichte. Er hat wohl etwa um 500 oder 600 n. Chr. gewirkt und soll Ägypter gewesen sein, Teile seiner sehr ausgefeilten Astrologie-Texte mit Referenzen auf z. B. Vettius Valens sind indirekt überliefert worden.[69][70]Am Übergang Spätantike zum byzantinischen Mittelalter kann noch der anerkannte Philosoph, Lehrer und Astronom-Astrologe Stephanos von Alexandria ausgemacht werden, welcher anscheinend vom byzantinischen Kaiser Herakleios selbst, Herrschaft 610 – 641, in einer späten Phase der kulturellen Belebung von Alexandria nach Konstantinopel geholt worden war.<ref<Hildebrand Beck: Vorsehung und Vorherbestimmung in der theologischen Literatur der Byzantiner. Pont. Institutum Orientalium Studiorum, Roma 1937. S. 68.</ref>

Der Komplex bzw. Teile der Hellenistischen bzw. klassischen Astrologie selber wurden wohl bereits ab dem 2. Jh. n. Chr. z. B. nach Indien weiter vermittelt und ab dem 3. Jh. im großpersischen Sassanidenreich aufgenommen.[71] Das neue muslimisch-arabische Reich wiederum rezipierte nach der Eroberung des Sassanidenreiches im 7. Jh. offenkundig vielfach das dort vorgefundene astrologische Gedankengut hellenistischer, persischer und indischer Herkunft. Als erster bekannter und bedeutende Lehrender der Astrologie, Astronom und Übersetzer aus dem Griechischen im Arabischen Reich gilt der syrische Grieche und Christ Theophilos von Edessa.[72]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der mittelalterlichen Periode der Astrologie zwischen Antike bzw. Spätantike, mit ihrer klassischen, hellenistischen Astrologie, und der Neuzeit dominierten in der astrologischen Praxis und Lehre bei weitem die Fragehoroskope und 'Elektionen' – Wahl eines astrologisch günstigen Zeitpunktes für ein Vorhaben – aus dem Bereich der so genannten Stundenastrologie sowie mundanastrologische Themen, wozu z. B. auch Fragen zur Entwicklung von Wetter und Landwirtschaft gehörten usw. Ein ganz wesentlicher Grund für diese Astrologie-Schwerpunkte lag darin, dass viele Klienten weder sichere Kenntnis oder einen gesicherten Nachweis ihres Geburtsdatums besaßen, erst recht keine exakte Geburtszeit, genauso häufig war die geographische Position des Geburtsortes vielfach unbekannt. Doch nur unter diesen Voraussetzungen war und ist die Erstellung eines Geburtshoroskopes mit den nachfolgenden Deutungen möglich.

Weiterhin hatten die meisten Klienten oder Besucher eines Astrologen konkrete Fragen zu aktuellen Problemen oder Lebenslagen und wenig Interesse an der umfangreichen Deutung des eigenen Lebensweges anhand des Geburtshoroskopes.[73]

Islam und Judentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelalter wurde die spätantike Astrologie vor allem im islamischen Kulturbereich weiter gepflegt unter Rezeption besonders hellenistischer, zudem indischer und dann auch persisch-sassanidischer Astrologie-Bestandteile. Im 8. bis 10. Jahrhundert wurden in der arabischen Welt astrologische Texte gesammelt und übersetzt. Ein herausragendes Zentrum dieser Aktivitäten war die Bibliothek von Bagdad. Daher war zu dieser Zeit ein großer Teil der noch erhaltenen alten astrologischen Werke wie das Tetrabiblos in arabischer Übersetzung verfügbar. Parallel dazu wurden auch einige technische Erleichterungen der Arbeit der Astrologen entwickelt.

Aus Abu Ma'schars Einführung in die Astronomie, Bagdad 848

Typisch für die Anfänge der Astrologie im arabisch-islamischen Bereich war entsprechend z. B. die Tätigkeit von Theophilos von Edessa im 8. Jh. Der griechisch sprechende, christlich-maronitische Syrer übersetzte vielfach hellenistische Astrologie-Texte ins Arabische, z. B. Valens' Anthologiae, und betätigte sich später als Astronom und Astrologe – Sternkundiger - am Hof der Kalifen al-Mahdi und al-Mansur in Bagdad.[74][75] Theophilos, dessen Werke in der Geheimbibliothek des Kalifenhofes in Damaskus untergebracht gewesen sein sollen, hatte u. a. wohl eine Vorliebe für 'Kriegsastrologie', also zur astrologischen Einschätzung und Deutung von Kriegshandlungen.[76] Der indische Astrologe Kankah wie der vom Judentum zum Islam konvertierte Astrologe und Astronom Messahallah, die beide ebenso in Bagdad am Kalifenhof berieten und lehrten, ergänzen das Bild der islamisch-arabischen Astrologie-Frühphase.[77][78]

Da der Koran zwar die Verehrung astraler Gottheiten verurteilt, aber die Interpretation himmlischer Zeichen zum Verständnis des Willens Allahs akzeptiert, unterstützten muslimische Herrscher seit jeher die Entwicklung der Astrologie wie auch anderer Wissenschaften.[79]

Verschiedene islamische Gelehrte und Literaten wie beispielsweise der Sprachwissenschaftler al-Ḫalīl ibn Aḥmad al-Farāhīdī bezeugten ab dem 9. Jh., direkt und indirekt nachweisbar, ihre Ablehnung der Astrologie selber.[80] Schriftliche Arbeiten zur theologischen Widerlegung der Astrologie sind erstmals ab etwa Ende des 10. Jh. greifbar, so z.B. bei ʿAbd al-Dschabbār ibn Ahmad oder al-Bāqillānī, sie postulierten meist die Unvereinbarkeit einer astrologisch häufig angenommenen, autonomen Wirksamkeit der Gestirne mit der im Koran formulierten Alleinwirksamkeit Gottes, der ersten und einzigen Ursache. Philosophische Widerlegungen, z. B. von al-Fārābī, sind etwas früher sichtbar, erstmals wohl in der ersten Hälfte des 10. Jh.[81][82]

Insgesamt blieben die Astrologie und Astrologen dennoch bis ins 20. Jh. ziemlich treue Begleiter vor allem zahlloser muslimischer Herrscher und ihrer Höfe, wie im Osmanischen Reich noch unter Sultan Mahmud II. [83] So wurde die Astrologie vielfach eben geduldet, obwohl sie religionsgesetzlich eindeutig abgelehnt wurde. Allerdings hatten Astrologen und Astrologie allgemein im Laufe der Zeit sozusagen eine Islamisierung durchgemacht, z.B. in der Form einer verstärkt an islamisch-religiösen Bedürfnissen ausgerichteten, in den Vordergrund geschobenen Astronomie. In dieser Einkleidung konnten die genuin astrologischen Inhalte und Deutungen überdauern, wohl ähnlich dem Prozess der Christianisierung der Astrologie in der römischen Spätantike.[84]

Im Zuge der Ausbreitung der islamischen Kultur von Spanien bis nach China verbanden muslimische Gelehrte die hellenistischen und babylonischen Traditionen der Astrologie mit entsprechenden indischen und chinesischen Lehren.

Die arabisch-islamische Astrologie erlebte im Orient eine Blütezeit bis ins 11.  Jh., danach wurde sie stark mit esoterisch-okkulten Gedankengut und Praktiken verbunden, ein Vorgang, der vielleicht den beginnenden, langsamen Niedergang der dort gelehrten, 'wissenschaftlichen' Astrologie mitbewirkt hat. Schließlich kam mit der Eroberung von Bagdad (1258) und des arabisch-islamischen Kalifenreich durch die Mongolen u.a. die breite Lehre und Ausübung der 'wissenschaftlichen' und Hof-Astrologie vielfach zum Erliegen.[85] Schon zu Anfang der astrologischen Blütezeit im islamisch-arabischen Orient ab dem 8.  Jh. wurde die arabisch-islamische Astrologie, mitsamt der von ihr rezipierten hellenistischen oder klassischen Astrologie-Werke der Spätantike, z. B. in das konkurrierende Byzantinische Reich und nach Konstantinopel weitervermittelt. So anscheinend durch Stephanos Philosophos (8. Jh.) im Rahmen eines gestiegenen geistigen Interesses u. a. an der Astronomie im Byzanz.[86] Stephanos, welcher aus dem islamischen Persien nach Konstantinopel übergesiedelt war, behauptete den hohen wissenschaftlichen Rang der Astrologie und notierte, die Sterne dürften im Rahmen des Christentums natürlich nicht als göttlich verehrt und ihnen ebenso keine Willensautonomie unterstellt werden. Auch die Werke von Theophilos von Edessa, dem Gelehrten und Astrologen am islamischen Kalifenhof in Bagdad, welcher gleichfalls über die Harmonisierung von Christentum und Astrologie geschrieben hatte, wurden in Byzanz ab dem 9. Jh. vielfach rezipiert[87] Die kulturellen Beziehungen zwischen Konstantinopel und dem expandierenden arabisch-islamischen Reich abseits der kriegerischen Auseinandersetzungen werden auch dadurch deutlich, dass Kalif al-Ma'mūn (1. Hälfte 9. Jh.) den herausragenden Gelehrten Leon der Mathematiker von Konstantinopel nach Bagdad holen wollte, u. a. anscheinend besonders wegen Leons Fähigkeiten im Bereich Mathematik und Geometrie, und wohl auch wegen dessen astrologischer Gelehrtheit.[88]

Doch vor allem während der arabisch-islamischen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel (8. Jh. bis 15. Jh.), Al-Andalus genannt, und der einsetzenden, christlichen Rückeroberung wurden u.a. zahlreiche Astrologie-Texte z.B. in Toledo durch Übersetzungen ab dem 12.  Jh. nach und nach von Südeuropa her im hochmittelalterlichen, christlichen Europa rezipiert, was ab dem 13. Jh. zu einer ersten europäischen Blüte der Astrologie führte.[89][90] An dieser Übersetzertätigkeit und Verbreitung astrologischer Werke wie Kenntnisse in und aus dem islamischen Spanien hatten auch jüdische Gelehrte bedeutsamen Anteil.[91] Das einflussreichste Werk der jüdischen Astrologie jener Zeit war das Sepher reshît hokhmah (12.  Jh.) von Abraham ibn Ezra.

Das werdende, spätere Osmanische Reich rezipierte wiederum weitestgehend aus der Zeit und dem Herrschaftsgebiet der Seldschuken die dort tradierte arabisch-islamische Astrologie-Astronomie. Zeitweilig hatten die Seldschuken im 11. Jh. und 12. Jh. z.  B. über die Astrologie-Hochburg Bagdad geherrscht, von den seldschukischen Sultane Tughrul Beg und Alp Arslan ist ihr große Interesse an Astronomie und Astrologie überliefert. Alp Arslan soll, so ein Historiker an seinem Hof, vor der Schlacht bei Manzikert Astrologen über deren Aussichten bzw. geeignete Zeitpunkte dafür konsultiert haben. An den seldschukischen Herrscher-Höfen gab es, wie im islamischen Orient üblich, ebenfalls offizielle Hof-Sternkundige, also Astrologen-Astronomen.[92]

Im Osmanischen Reich mit der neuen Hauptstadt Istanbul entwickelte sich rasch zwischen dem späten 15.  Jh. und dem frühen 16.  Jh. die Institution des munajjim-bashi, des offiziellen Hof-Sternkundigen, der 'Chef-Astronom-Astrologe', am Sultanshof in Istanbul, dem mehrere Assistenten unterstanden. Sie blieb über Jahrhunderte bis zum Ende des Sultanats in Istanbul, bis Anfang der 1920er Jahre, erhalten.[93] An den offiziellen Aufgaben des Chef-Sternkundigen am Sultans-Hof in Istanbul lassen sich wahrscheinlich einige typische Tätigkeitsfelder von Astronomen-Astrologen an den zahlreichen anderen, früheren islamischen Herrscher-Höfen ableiten: [94]

  • Erstellung von öffentlichen Jahres-Kalendern oder –Almanachen, u.a. mit historischen Chronologien, dem mundanastrologische Horoskop zum Widder-Ingress der Frühlings-Tagundnachgleiche samt Deutungen, Vorhersagen zu Wetter, Sultan und Regierung, astrologische Bewertungen der Tage jeden Monates für geeignete und ungeeignete Unternehmungen ('Elektionen'), Sonnen- und Mondfinsternisse im Jahr samt astrologischen Deutungen;
  • Erstellung des Ramadan-Kalenders;
  • Errechnung astrologisch geeigneter Zeiten – Elektionen - für öffentliche und private Handlungen und Tätigkeiten von Sultan und Regierungmitgliedern, Staats- und Regierungstätigkeiten;
  • Information des Palastes über Finsternisse, Kometen und weitere Erd- und Himmels-Phänomene;
  • Organisation der genauen Zeitgebung, der Muvakkithane ('Zeitgeberhäuser') mit den dortigen Mitarbeitern, den muvakkits;

Die bedeutendsten Astrologen des islamischen Mittelalters waren wohl al-Kindi und sein Schüler Abu Ma'schar, beide aus dem mittelalterlichen, arabisch-islamischen Orient [95] Al-Kindi entwickelte auf der Grundlage des stoischen Konzepts einer alles verbindenden Sympathie eine ganzheitliche Sicht des Kosmos, in dem himmlische und irdische Körper, aber auch Worte und Handlungen durch das Aussenden von Strahlen einander beeinflussen. Abu-Ma'schar betrachtete die Astrologie als eine mathematische Wissenschaft. In seinem einflussreichen Introductorium in Astronomia (lat. Übers.) gab er eine Übersicht über alle klassischen astrologischen Techniken einschließlich derer der Inder. In Zìj al-hazaràt sprach er davon, dass die Astrologie den Menschen ursprünglich durch göttliche Offenbarung gegeben worden, aber inzwischen weitgehend vergessen sei. Im Anschluss daran entwickelte er eine philosophische Grundlegung der Astrologie, die angeblich auf einer sehr alten Schrift basierte, welche lange verborgen gewesen sei und deren Inhalte er nun wieder zugänglich mache. Bedeutend waren auch Abu-Ma'schars Darlegungen über die dreifache Große Konjunktion, dem seltenen Ereignis, dass Jupiter und Saturn einander aus geozentrischer Sicht innerhalb eines Jahres dreimal hintereinander berühren. Dieser Konstellation wurde schon lange eine besondere Bedeutung zugeschrieben, aber Abu Ma'schar wendete das nun auf die Frage an, wann der Mahdi, die Entsprechung des Messias in der Schia, wiederkehren werde. Dies war das Vorbild für entsprechende Spekulationen in der jüdischen und christlichen Kultur bis in die Neuzeit.

Leistungen der arabischen Astrologie:[96]

  • verbesserte, präzisere Planetentafeln – die Ephemeriden zur Berechnung der Planeten- und Fixstern-Positionen – aufgrund weiterentwickelter Astronomie und Mathematik;
  • Weiterentwicklung der sogenannten Katarchen-Astrologie zur noch heute verwendeten Stundenastrologie;
  • mundanastrologische Geschichtsbetrachtung, besonders mit der Deutung von Saturn- und Jupiter-Konjunktionen bzw. -Zyklen, der so genannten Großen Konjunktion, eine Methode, welche sassanidisch-persischen Ursprungs ist;
  • mundanastrologische Deutung des so genannten Widder-Ingress, einem Horoskop für den Augenblick, in welchem die laufende Sonne das Tierkreiszeichen Widder erreicht;
  • Wiederkehrhoroskop bzw. Solar-Horoskop für den genauen Zeitpunkt der Sonnen-Wiederkehr auf die exakte Position der Geburts-Sonne; erst die arabische Geburtshoroskopie entwickelte Horoskope für diesen Augenblick, davor wurden bei der Sonnen-Wiederkehr lediglich die Tierkreis-Positionen der laufenden Planeten zum Geburtshoroskop gedeutet;
  • Vermehrung und Weiterentwicklung der so genannten Sensitiven Punkte, der bekannteste ist der Glückspunkt;
  • Verwendung und Deutung der so genannten Mondhäuser aus indischer Herkunft

Christentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch unter christlichen Herrschern wurde weiterhin Astrologie betrieben, und einige von ihnen nutzten sie sogar, um ihre Macht zu legitimieren, darunter Karl der Große, Ludwig der Fromme, Heinrich II. und Friedrich II.[97] Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Astrologie erfolgte im frühen Mittelalter vor allem in Klöstern, wo das noch in lateinischer Sprache vorhandene astrologische Wissen rezipiert wurde, wie es insbesondere Boethius und Isidor von Sevilla zusammengetragen hatten. Isidor traf in seinen Etymologiae die folgenreiche Unterscheidung zwischen einer natürlichen und einer abergläubischen Astrologie. Als abergläubisch bezeichnete er die Bestrebungen der Astrologie, aus dem Geburtshoroskop den Charakter und das Schicksal eines Menschen bestimmen zu wollen. Er bestritt nicht, dass man auf diese Weise möglicherweise zu Erkenntnissen kommen könne, aber seit dem Sieg Christi sei das gegenstandslos und daher nicht mehr zulässig. Die nach Isidor zulässige natürliche Astrologie befasste sich etwa mit der Wettervorhersage oder mit medizinischen Fragen. In letzterer Hinsicht empfahl er, dass jeder Arzt eine astrologische Ausbildung haben solle.

Die Rezeption von Boethius und Isidor begann mit Beda Venerabilis um 700, der auf der Grundlage ihrer Lehren den christlichen Kalender reformierte und eine neue Berechnungsmethode für das Osterdatum anwandte; seine neuen Rechenmethoden waren die Grundlage für die Kalenderreform Karls des Großen.[98] Zentren der frühen christlichen Astrologie waren Klöster in Fulda, St. Gallen, Reichenau und Regensburg.

Albertus Magnus, Fresko von Tommaso da Modena, um 1352, in Treviso, Italien

Im 12. Jahrhundert lehrten die Scholastiker Petrus Abaelardus und Hugo von St. Viktor, dass die Astrologie im Bereich der natürlichen Ursachen Aussagen machen könne, aber nicht über die vom Zufall und vom Willen Gottes abhängigen Contingentia. Dies sollte für Jahrhunderte zum offiziellen Standpunkt der Kirche werden. Adelard von Bath brachte Elemente der islamischen Astrologie in die christliche Astrologie ein. Um 1200 wurden Klöster zum Ausgangspunkt für die Ausbreitung der Astrologie u. a. an die Höfe.

In den 1260er Jahren schrieb der Scholastiker Albertus Magnus sein einflussreiches Speculum Astronomiae. Er unterschied zwischen magischer Anwendung und wissenschaftlicher Prüfung, und führte die Unterscheidung von Astronomie und Astrologie als zwei Zweigen einer Wissenschaft ein. Dabei betrachtete er die Astronomie als eine mathematische Disziplin, deren Berechnungen von der Astrologie interpretiert und für Aussagen über zukünftige Ereignisse verwendet werden. Die Astrologie führe alle irdischen Dinge auf ihre göttliche Quelle zurück und führe daher auch den Menschen zu Gott. Thomas von Aquin argumentierte, dass die Astrologie auf der Vernunft beruhe und dass diese den Willen bestimme. Dagegen wendeten Averroisten wie Johannes Duns Scotus ein, dass der Wille über der Vernunft stehe und dass daher auch Gottes Wille nicht von der Vernunft erfasst werden könne. Noch weiter als Albertus ging dagegen Roger Bacon, der Astrologie, Alchemie und Magie als empirische Wissenschaften betrachtete. Dabei bezog er sich u. a. auf Ptolemaeus und Abu Ma'schar und behauptete, dass kein ernsthafter Astrologe je eine fatalistische oder deterministische Position vertreten habe.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Renaissance erlebte die gelehrte Astrologie eine Blütezeit, die bis in das späte 17. Jahrhundert andauerte.[99] Sie wurde vor allem an Höfen und an Universitäten gepflegt, wo sie mit der Astronomie und der Medizin verknüpft war. Der Schwerpunkt lag zunächst in Italien. Auch viele Päpste jener Zeit förderten die Astrologie, darunter Pius II., Sixtus IV., Leo X. und Paul III. Von Italien aus verbreitete sie sich dann in ganz Europa. Bedeutende Förderer im deutschsprachigen Raum waren die Habsburger.

Griechische Ausgabe des Tetrabiblos von 1535

Mit dem Aufkommen der Druckkunst setzte die Produktion zahlreicher populär-astrologischer Schriften wie Vorhersagen, Jahresprognosen, Almanachen und Darstellungen der astrologischen Medizin ein.[100] Besonderes Aufsehen erregten Vorhersagen aufgrund der Großen Konjunktion von 1484. Diese wurde als Ankündigung eines falschen Propheten und einer neuen heiligen Religion interpretiert, wobei letztere zu neuen Gesetzen führen würde, welche die Privilegien des Adels einschränken und den Armen helfen würden. Dies wurde später von Protestanten und Katholiken in entgegengesetzter Weise auf Martin Luther bezogen. Die Großen Konjunktionen wurden in der Folge auch zur vorausschauenden Datierung von Ereignissen verwendet, die in der Bibel vorhergesagt sind. Allerdings wendete die katholische Kirche sich gegen derartige Praktiken und setzte astrologische Schriften auf den Index, wohingegen die Astrologie sich in protestantischen Gegenden frei entwickeln konnte, obwohl Luther ihr kritisch gegenübergestanden hatte und Johannes Calvin sie ablehnte.

Zur Entwicklung der Renaissance-Astrologie trug bei, dass antike Schriften wiedergefunden wurden, die im Mittelalter unbekannt gewesen waren, und dass arabische und mittelalterliche Schriften in gedruckter Form Verbreitung fanden. Von besonderer Bedeutung war jedoch die Übersetzung des Tetrabiblos des Ptolemäus und des pseudo-ptolemäischen Centiloquiums aus den griechischen Originalen ins Lateinische in der Mitte des 16. Jahrhunderts.[101] Diese Übersetzungen bildeten die Grundlage einer reformistischen Strömung der Astrologie, deren bedeutendster Vertreter Gerolamo Cardano war und die sich in ganz Europa verbreitete. Man wollte die antike Astrologie, als deren bedeutendsten Exponenten man Ptolemäus ansah, vom arabischen „Aberglauben“ und von den Verlockungen der Magie befreien. Auch in der arabischen Welt entwickelte technische Neuerungen lehnten die „Ptolemäer“ ab.

Die sogenannte astronomische Revolution, der Übergang von der geozentrischen zur heliozentrischen Betrachtung des Universums, beeinträchtigte die Astrologie nicht.[102] Astrologen nahmen weiterhin die geozentrische Perspektive ein, und viele der Protagonisten der neuen Astronomie, darunter Nikolaus Kopernikus, Tycho Brahe und Johannes Kepler, betrieben zugleich astrologische Studien. Lediglich für die zugrundeliegenden Berechnungen wurde mit der Zeit das kopernikanische System übernommen.

Der ptolemäischen Richtung, die an die aristotelische Naturphilosophie anknüpfte, stand eine platonische und hermetische Interpretation der Astrologie gegenüber, wie sie von Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim, Paracelsus und Robert Fludd vertreten wurde.[102] Agrippa versuchte mit Hilfe der Astrologie in das Gewebe von Analogien einzudringen, das seiner Überzeugung nach die elementarische, die himmlische und die göttliche Welt verbindet. Eine dritte Richtung vertrat Kepler, der vor allem Fludd massiv kritisierte, aber zugleich Platons Auffassung des Kosmos als einem perfekt geordneten Ganzen aufgriff, in dem alles nach harmonischen geometrischen Proportionen geschaffen ist. Auf dieser Grundlage entwickelte er eine Theorie der Aspekte zwischen den Planeten entsprechend den wohlklingenden und missklingenden Akkorden in der Musik.

Ein astrologischer Almanach von 1761

Als sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts die Naturphilosophie zunehmend einer mechanistischen Betrachtung des Universums zuwendete, verloren die philosophischen Grundlagen der Astrologie an Plausibilität.[103] Dies führte zum Niedergang der gelehrten Astrologie, die bald an den Universitäten nicht mehr vertreten war, und hatte auch vermehrte Verbote der Ausübung der Astrologie zur Folge.

Im Zeitalter der Aufklärung distanzierten sich gebildete Kreise noch deutlicher von der Astrologie.[103] So bezeichneten Jean-Baptiste le Rond d’Alembert und Denis Diderot in ihrer Encyclopédie die Astrologie als einer Betrachtung durch vernünftige Menschen unwürdig, und Voltaire schloss sich dieser Auffassung an. Zu dieser Zeit waren Untersuchungen der Astrologie weitgehend auf Geheimgesellschaften beschränkt, in denen im 18. Jahrhundert eine Wiederbelebung der hermetischen Astrologie in Verbindung mit neuplatonischen und gnostischen Elementen erfolgte.

Im 19. Jahrhundert kam es speziell in England erneut zu einer Blüte astrologischer Studien, die sich an der ptolemäischen Richtung orientierten und sich vor allem mit technischen Aspekten und empirischen Überprüfungen befassten.[104] In Frankreich dagegen wurde die Astrologie erst im späten 19. Jahrhundert überwiegend in Geheimgesellschaften wieder gepflegt. Diese esoterische Astrologie wurde dann vor allem durch Eliphas Lévi und Papus popularisiert. Parallel entwickelte sich im englischen Sprachraum im Umfeld der 1875 gegründeten Theosophischen Gesellschaft eine esoterische Spielart der Astrologie, deren wichtigste Vertreter Sepharial und Alan Leo waren. Leos Lehrbücher trugen sehr zur Popularisierung der Astrologie bei.[105]

In Deutschland bewirkte Karl Brandler-Pracht um 1905 ein Wiederaufleben der Astrologie.[105] In den folgenden Jahrzehnten wurden dort diverse neue Ansätze entwickelt, von denen der erfolgreichste die »Theorie der Halbsummen« von Alfred Witte und Reinhold Ebertin war.

Die berühmteste Astrologin des frühen 20. Jahrhunderts war Evangeline Adams. Sie siedelte sich 1900 in New York an und beriet als Astrologin viele Personen, darunter auch Millionäre wie J. P. Morgan, den Sänger Enrico Caruso oder den britischen König Edward VII. 1914 wurde sie wegen Wahrsagerei angeklagt, jedoch freigesprochen.

In seinem 1926 erschienenen Buch Astrologie als Erfahrungswissenschaft legte Herbert von Klöckler eine statistische Untersuchung von Korrelationen zwischen astrologischen Faktoren und Ereignissen wie Unfällen, Morden, Selbstmorden oder Ehescheidungen vor. Zu den Unterstützern einer solchen „wissenschaftlichen“ Astrologie gehörten der Biologe Hans Driesch und der Paläontologe Edgar Dacqué.[106]

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts war die Astrologie vorwiegend ereignisorientiert. Insofern sie sich mit dem Charakter von Personen befasste, geschah dies zumeist auf der Grundlage sehr einfacher Vorstellungen von der Persönlichkeit. Der Exponent der dann folgenden Hinwendung zur neueren Psychologie war Dane Rudhyar mit seinem Buch The Astrology of Personality (1936), in dem er die Astrologie mit Psychologie (Carl Gustav Jung) und Theosophie (Alice Bailey) verband.[105]

Darstellung des Tierkreises auf weißrussischen Briefmarken, 2008

Die an der Psychologie orientierte Astrologie steht Prognosen skeptisch bis ablehnend gegenüber und legt besonderen Wert auf die Willensfreiheit und die Entwicklungsmöglichkeiten des Menschen, während das Individuum teildeterministisch an seine astrologisch deutbaren Veranlagungen, Begabungen und Schwächen gebunden sei.[107] Die meisten Vertreter dieser Richtung beziehen sich auf Jungs Tiefenpsychologie, in der das Synchronizitätsprinzip eine bedeutende Rolle einnimmt. Ereignisse im Leben eines Individuums können „zufällig“ so mit Gestirnskonstellationen zusammenfallen, dass sich in der symbolischen Deutung sinnvolle Aussagen ergeben. Damit hat sich die Astrologie von der Idee einer kausalen Einwirkung astronomischer Faktoren auf den Menschen gelöst. Hans Driesch sprach von der Astrologie als einer Lehre „akausaler Korrelationen“.[108]

Seit den späten 1960er Jahren erlebt die westliche Astrologie einen ausgesprochenen Boom. Ein wesentlicher Auslöser war das Konzept des Wassermannzeitalters, wie es durch das Musical Hair bekannt wurde.[105] Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs findet sie auch zunehmend Anhänger im ehemaligen Ostblock, und im Zuge der Globalisierung verbreitet sie sich weltweit.

Astrologie in anderen Kulturräumen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

China[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Chinesische Astrologie
Tiere des chinesischen Tierkreises, Qingyanggong-Tempel, Chengdu

In China, dem astronomischen „Reich der Mitte“, in dem die Sterne nie untergehen, wurde der Kaiser als Sohn des Himmels verehrt. Mindestens seit dem vierten Jahrhundert v. Chr. beschäftigten sich chinesische Kosmographen mit der Katalogisierung von Sternbildern und der Aufzeichnung der Gestirnsbewegungen. An den fürstlichen Höfen der Kriegsherren hielten Astrologen ständig Ausschau nach zukünftigen Ereignissen, die sich am Himmel abzeichneten. Während der 2. Han-Dynastie (25–225 n. Chr.) entstanden unterschiedliche Schulen, nach welchen das Weltbild zu erklären versucht wurde. Eine der ältesten Auslegungen bezeichnete den Himmel als einen beweglichen Baldachin (t'ien kai) unter welchem die Erde in Gestalt einer viereckigen, geköpften Pyramide bewegungslos ruht.[109] Die chinesische Astrologie schuf einen 28-teiligen, den kaiserlichen Palästen zugeordneten Mondkalender wie auch einen zwölfgeteilten Tierkreis. In der Chinesischen Astrologie nimmt eher der Jupiter als die Sonne eine zentrale Rolle ein, wodurch mittels Abstraktion auch die bekannten und in ganz Ostasien volkstümlichen Begriffe wie „Jahr der Ratte“, „Jahr des Hasen“ zustande kommen. Schon vor Christi Geburt beobachteten chinesische Astrologen den Halleyschen Kometen, ab 28 v. Chr. Sonnenflecken.

Indien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Jyotisha

Die indische oder vedische Astrologie wird Jyotisha genannt. Sie beruht auf bestimmten Schriften aus dem Corpus der Veden (2. Jahrtausend v. Chr.). Sie war fester Bestandteil der höheren Gelehrsamkeit und wird auch heute noch praktiziert. Die indische Astrologie bezieht viele Fixsterne in ihre Deutungen ein und bevorzugt die realen Sternbilder. Die zwölf Tierkreiszeichen, nach den in der heutigen westlichen Astrologie die in jeweils 30° großen Himmelsabschnitte benannt wurden, werden in der indischen Astrologie ebenfalls benutzt und haben sogar ähnliche Namen (Mesha - Widder, Kartaka - Krebs usw.). Da die indische Astrologie viele Gemeinsamkeiten aufweist, aber älter und sehr viel umfangreicher ist, wird oft vermutet, dass die heutige westliche Astrologie ursprünglich von der indischen abstammt. Manchmal wird die indische Astrologie auch „Mondastrologie“ genannt, weil die Position des Mondes das eigentliche „Sternzeichen“ darstellt. Die wichtigsten erhaltenen Werke vedischer bzw. indischer Astrologie sind das Brihat-Jataka von Varaha Mihira und das Hora Shastra von Parashara Muni. Als zeitgenössische Autoren wichtiger astrologischer Abhandlungen sind in Indien besonders B. V. Raman, Ojhas und Shyamasunadara Dasa bekannt geworden. B. V. Raman schrieb über ein Dutzend Werke in englischer Sprache, wie „Graha Bhava Balas“ und „Notable horoscopes“. Im Gegensatz zur heutigen westlichen Astrologie geht die indische Astrologie vom real sichtbaren Sternenhimmel aus, bei dem die jährliche Verschiebung der Polarachse berücksichtigt wird (Ayanamsa). Deshalb gibt es einen Unterschied von etwa 24 Grad zwischen der Position der Planeten in der westlichen und der indischen Astrologie. Es gibt in Indien viele Tempel, in denen von den Astrologen die neun Hauptplaneten (Nava Graha) als Gottheiten verehrt werden. Auch kennt sie neben der Erstellung eines Geburtshoroskopes noch viele andere Techniken der Weissagung, wie Prashna, d. h. die Berechnung des Zeitpunktes einer konkreten Frage. Weltweites Aufsehen erregte in neuerer Zeit die Existenz sogenannter Palmblattbibliotheken, von denen in Indien einige Dutzend existieren, die aber nicht alle von den führenden Astrologen anerkannt sind. Hier wurde angeblich auf Palmblättern vor einigen Jahrtausenden die gesamte Geschichte der Menschheit festgehalten. Einige dieser angeblich antiken Dokumente wurden jedoch inzwischen als plumpe Fälschungen entlarvt.

Maya[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus präkolumbianischer Zeit liegen für Mittelamerika Hinweise auf astrologische Aktivitäten vor, vor allem für die Zivilisation der Maya. Dort wurde neben Sonne und Mond vor allem der Venus große Bedeutung beigemessen. Diese galt als Unglücksbote und Kriegsbringer und wurde daher sehr aufmerksam beobachtet.[110] Insbesondere das Erscheinen der Venus als Morgenstern wurde als unheilvoll betrachtet; dem Morgenstern waren mehrere Kriegsgottheiten zugeordnet. Das durch die Venus verkündete Unheil versuchte man durch Zeremonien abzuwenden. Der Tierkreis der Maya bestand aus dreizehn Zeichen.

Das Horoskop[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Horoskop

In der westlichen Astrologie werden Aussagen und Deutungen gewöhnlich aus einem Horoskop abgeleitet, das die Positionen der Himmelskörper in Bezug auf einen bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt darstellt.[3] Diese Positionen wurden anfangs direkt beobachtet, später mathematisch erfasst und auf der Basis tabellarischer Ephemeriden errechnet. Heutzutage kann das auch mit Hilfe von Computerprogrammen geschehen. Bei der Deutung des Horoskops spielen tradierte Interpretationsmuster eine Rolle, an die der Astrologe aber nicht gebunden ist.

Die Grundelemente des Horoskops sind der Tierkreis, die „Planeten“ und deren Aspekte sowie die sogenannten Horoskop-Häuser. Der Tierkreis ist eine Einteilung der geozentrisch betrachteten Bahn der Sonne (Ekliptik) über den Fixsternhimmel in zwölf gleich große Abschnitte. Die zwölf Abschnitte sind die Tierkreiszeichen. Die Planeten der Astrologie sind die „Wandelsterne“ der früheren geozentrischen Astronomie, also diejenigen sichtbaren Himmelskörper, die sich von der Erde aus betrachtet gegenüber dem Fixsternhimmel bewegen, und das sind neben den Planeten der heutigen Astronomie auch Sonne und Mond. Die Häuser sind ebenfalls eine Teilung der Ekliptik in zwölf Abschnitte, in diesem Fall nach der Sichtbarkeit zum betreffenden Zeitpunkt an dem betreffenden Ort.

Verschiedene Horoskoparten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modernes Horoskop (Radix)

Einige geozentrische Horoskopformen im Überblick:

  1. Geburtshoroskop (Radix): Es soll die Deutungsgrundlage für die Beschreibung der Persönlichkeitsmerkmale und des Schicksals eines Menschen, eines anderen Lebewesens oder auch eines Staates sein. Das Radixhoroskop gibt grafisch die genaue Gestirnstellung zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder. Fügt man diesem ein weiteres, später entstandenes hinzu, spricht man von einem Transithoroskop, aus dem der Astrologe die astrologische Konflikt- oder Harmoniesituation zu diesem Zeitpunkt ablesen kann.
  2. Elektionshoroskop: Es wird auf einen beliebigen Zeitpunkt in der Zukunft erstellt und soll dabei helfen, günstige „Konstellationen“ für geplante Unternehmungen auszuwählen. In der klassischen Astrologie bis in das Mittelalter hinein war diese Art der Astrologie ein wichtiger Zweig, der vor bedeutsamen politischen Ereignissen und auch für den Zeitpunkt einer kriegerischen Handlung als Orakel verwendet wurde.
  3. Partnerschaftshoroskop (auch Beziehungshoroskop, Synastrie): Dieses soll Aufschluss über die Beziehung zwischen Menschen und auch Institutionen (Vergleich von Staatshoroskopen) geben, also auch die Beziehung zwischen Geschäftsfreunden, Arbeitskollegen, zwischen einem Elternteil und einem Kind oder zwischen Geschwistern.

Davon zu unterscheiden ist die Publikationsform des sogenannten Zeitungshoroskops. Als deren Erfinder gilt der Brite R. H. Naylor. Am 24. August 1930 veröffentlichte er im »Sunday Express« ein ausführliches Horoskop der neugeborenen Prinzessin Margaret und sagte im selben Beitrag verschiedene Ereignisse für die laufende Woche voraus. Naylor veröffentlichte am 31. August desselben Jahres einen Folgebeitrag mit geburtstagsabhängigen astrologischen Vorhersagen für Personen, die im September geboren waren. Am 5. Oktober folgte ein entsprechender Artikel für Personen mit Geburtstag im Oktober. Ab dem 12. Oktober 1930 wurde daraus eine wöchentliche Kolumne. Bezüge auf das Tierkreiszeichen enthielt die Kolumne ab 1935. Später teilte Naylor seine Vorhersagen nicht mehr nach Monaten ein, sondern nach dem Datumsbereich des jeweiligen Tierkreiszeichens. Dieses Publikationsformat für „Horoskope“ wurde nach und nach von zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften übernommen und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Mit dem Horoskop im ursprünglichen Sinn hat es aber nichts mehr zu tun.

Planeten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die klassische Astrologie kannte sieben Planeten: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Nach der Entdeckung der mit bloßem Auge nicht sichtbaren Planeten Uranus (1781) und Neptun (1846) und des Zwergplaneten Pluto (1930) wurden diese nachträglich in das astrologische Weltbild integriert, und gelegentlich werden auch weitere Zwergplaneten und Asteroide, zum Beispiel (1) Ceres und (4) Vesta, herangezogen.

Tierkreiszeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Tierkreiszeichen
Tierkreis
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Es gibt zwei unterschiedliche astrologische Auswertungsmethoden, die denselben Messkreis, der Tierkreis heißt, benutzen, ihn aber unterschiedlich aufteilen. Deshalb sind die Positionen der Gestirne in beiden Systemen dieselben, sie werden nur anders beschrieben. In den Ephemeriden sind die jeweiligen Positionen taggenau aufgeführt. Die überwiegend westlich ausgerichtete Methode benutzt den tropischen Tierkreis (deshalb: tropische Astrologie). Sie teilt den Messkreis in zwölf gleich große Abschnitte. Die Abschnitte tragen, neben der Durchnummerierung von 1 bis 12 auch, historisch begründet, die Namen der Sternbilder. Denn als die Namenszuordnung abgeschlossen war (um 500 v. Chr., Griechenland), stand der Frühlingspunkt im Sternbild Widder und wurde als Nullpunkt der 360-Grad-Zählung festgelegt.

Siderischer Tierkreis
Die überwiegend indisch ausgerichtete Methode benutzt den siderischen Tierkreis (deshalb: siderische Astrologie). Sie teilt den Messkreis in zwölf unterschiedlich große Abschnitte, orientiert an der willkürlich festgelegten Größe der jeweiligen Sternbilder. Die Sternbilder verändern aufgrund der Präzession ihre Position im Tierkreis. Wie bei einem Kinderspielkreisel macht die Erde eine Torkelbewegung. Dadurch verändert sich die Achse (um ca. 1° in 72 Jahren) und damit die Sicht auf die Sternbilder. Der Frühlingspunkt (Widderpunkt), mit seinem daran „angehängten“ Tierkreis, wandert im Uhrzeigersinn vor dem Hintergrund der unterschiedlich großen Sternbilder. Gegenwärtig befindet er sich im Übergang vom Sternbild Fische zum Sternbild Wassermann. Wie dem Artikel siderische Astrologie zu entnehmen ist, gibt es verschiedene Einteilungen.
Deutung (tropischer Tierkreis)
Um etwa 300 v. Chr entwickelte sich im Hellenismus die Idee, den einzelnen Tierkreisabschnitten eine bestimmte Deutung zu unterlegen. Unterstützt wurde sie von der bereits seit langem in Ägypten praktizierten Unterteilung des Tierkreises in Dekane und Grade mit ihren Bedeutungen. Später entwickelte sich daraus die Dekan- und Grad-Astrologie. Aufgrund der bereits bekannten Vier-Elemente-Lehre (Wasser, Luft, Feuer, Erde), die sich vom 6. bis 5. Jahrhundert v. Chr. ausgebildet hatte (Thales von Milet, Anaximenes, Heraklit, Empedokles) sowie der Harmonielehre der Pythagoreer, die mit Zählsteinen geometrische Figuren, Dreiecke (Trigone) und Vierecke (Tetraktys), formten und ihnen große Bedeutung beimaßen (ungerade Zahlen: begrenzt, männlich; gerade Zahlen: unbegrenzt, weiblich) entstand zusammen mit dem Tierkreis eine neue Kombination und Zuordnung.

Durch Aristoteles' (384–322 v. Chr.) Lehre wurde die etablierte Vier-Elemente-Lehre in die Astrologie eingeführt. Denn er erweiterte die Vier-Elemente-Lehre mit den Zuordnungen Trockenheit bzw. Feuchtigkeit und Wärme bzw. Kälte. Die sich daraus bildende Zusammenstellung führte zu einer Ordnung, in der sich bilden: Trockenheit und Wärme das Feuer; Feuchtigkeit und Wärme die Luft; Feuchtigkeit und Kälte das Wasser; Trockenheit und Kälte die Erde.

Die vier Elemente, Ausdruck einer grundlegenden Vierheit, und in der Verbindung mit der Dreiheit, der so genannten Beweglichkeit (das Verhalten ist aktiv, passiv oder reaktiv, also handelnd, erleidend oder zuwiderhandelnd), werden den zwölf Zeichen zugeordnet, in denen jeweils ein Element mit einem Tierkreiszeichen kombiniert ist (zum Beispiel bei Löwe: passiv mit Feuer). Die zwölf Zeichen sind zudem noch in zwei Geschlechter eingeteilt, abwechselnd aufeinanderfolgend im Tierkreis. Die einzelnen Tierkreiszeichen werden nach den jeweiligen Elementen Feuerzeichen (Widder, Löwe, Schütze), Erdzeichen (Stier, Jungfrau, Steinbock), Luftzeichen (Zwillinge, Waage, Wassermann) und Wasserzeichen (Krebs, Skorpion, Fische) bezeichnet.[111][112]

Häuser oder Felder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die charakterprägende Zeitqualität am Beispiel des Geburtshoroskopes von Barack Obama, der am 4. August 1961 um 19h24 in Honolulu geboren wurde. Äußerer Ring: 12 Tierkreiszeichen; innerer Ring: zwölf Häuser mit den Symbolen verschiedener Gestirne. Rote Linien ~ disharmonische, grüne und blaue Linien ~ harmonische Winkel (Aspekte).

Der genaue Zeitpunkt und der geographische Ort, für den ein geozentrisches Horoskop berechnet wird, bestimmen die Position der „Häuser“, auch Felder genannt, die sich aus der Momentaufnahme der Erdrotation errechnet. Die Häuser sind die Darstellung des geozentrischen Blickwinkels von einem geographischen Punkt aus auf den Tierkreis. Der Ekliptikgrad, der gerade über den Horizont steigt, wird Aszendent (Asz.) genannt und markiert den Beginn des ersten Hauses. Es folgen drei Häuser bis zum Punkt der unteren Kulmination des Tierkreises, das heißt dem tiefsten Punkt unter dem Horizont, dann drei Häuser bis zum gerade untergehenden Punkt des Tierkreises (Deszendent, DC), drei Häuser zur oberen Kulmination, und schließlich drei Häuser zurück zum Aszendenten. Wegen des Winkels von rund 23° 26' zwischen der Erdbahn-Ebene und dem Äquator sind die Häuser im Allgemeinen auf der Ekliptik unterschiedlich groß.

Der Aszendent markiert die Spitze des ersten Hauses, von welchem aus man nun die übrigen, gegen Osten unter dem Horizont fortgehend, zählt. Die Häuser folgen der Reihe nach aufeinander als 1. bis 12. Haus. In der Spätantike werden z. B. bei Vettius Valens im 2. Jh. n. Chr. folgende Bedeutungen der Horoskop-Häuser bzw. dazugehörige Lebensbereiche angegeben:[113]

  • I Leben, Lebenszeit, Atem der Seele,
  • II Vermögen, Zufluss von Besitz,
  • III Brüder, Ort der Göttin/Königin, Tat,
  • IV Leben der Eltern, Verborgenes, Grundlagen, Besitz, Funde,
  • V Kinder,
  • VI Verletzung, Leiden, schädliche Ursache,
  • VII Ehe,
  • VIII Tod,
  • IX Fremde, König, Seherkunst, Handelsgeschäfte,
  • X Ansehen/Würde, Handeln, Eltern,
  • XI 'Guter Geist', Freunde, Begierde, Erwerb,
  • XII Feinde, Diener, bösartige Anklage.

Im 17. Jh. nennt der Astrologe William Lilly für die Häuser folgende Bedeutungen:[114]

  • I Leben des Menschen, Körperbau und Gestalt,
  • II beweglicher Besitz, Wohlstand, Glück, Gewinn, Verlust, Gehilfen,
  • III Brüder, Schwestern, Verwandtschaft, Nachbarn, kleine Reisen, Briefe, Gerüchte, Botschafter, häufige Umzüge,
  • IV Vater, Häuser, Wohnungen, Landbesitz, versteckte Schätze, Gärten, Felder, Städte,
  • V Kinder, Feste, Spiele, Tavernen, Botschafter,
  • VI Diener, Krankheiten, Haustiere, Bauern und Tagelöhner,
  • VII Ehe, Liebesangelegenheiten, Ehefrau, offene Feinde, Rechtsprozesse, Streitereien,
  • VIII Tod, Vermächtnis, Testament, Erbe,
  • IX große/lange Reisen, Religion, Geistliche, kirchliches Leben, Träume, fremde Länder, Studien, Bücher,
  • X Könige, Prinzen, hoher Adel, Richter, hohe Beamte, Obrigkeit, Auszeichnungen, Beförderung, Ämter, Würde, Beruf.
  • XI Freunde, Hoffnung, Vertrauen, Staatskasse, Ratsversammlungen, Berater des Königs,
  • XII private/geheime Feinde, Hexen, großes Vieh, großes Leid, Gefangennahme, Betrübnis.

Eine typische Häuserdeutung innerhalb des Mainstreams der modernen, psychologisch orientierten Horoskopdeutung bietet der Astrologe Akron:[115]

  • I Durchsetzung, Ego, physische Aggressivität,
  • II Inbesitznahme, Abgrenzung, Ansammlung von Materie,
  • III Ausdruckfähigkeit, Lernprozess, Kommunikation
  • IV Gefühle, Familie, Kindheit,
  • V Kreativität, Selbstpräsentation, Sexualität,
  • VI Pflichtbewusstsein, Analyse, soziale Anpassung,
  • VII Kontaktfähigkeit, Partnerschaft, Harmonieempfinden,
  • VIII Partnerbindung, Du-Fixierung, emotionale Kontrolle,
  • IX Lebensphilosophie, Lebenssinn, geistige Entwicklung,
  • X Anerkennung, Recht und Ordnung, Verantwortung, Elternrolle,
  • XI Brüderlichkeit, Gleichheit, Zerbrechen der Form,
  • XII Versenkung, Auflösung, Einsamkeit, Stille.

Die Bedeutung der einzelnen Häuser wurde vor Jahrhunderten auch durch folgenden lateinischen Hexameter beschrieben:

Víta, lucrúm, fratrés, genitór, natí, valetúdo,
úxor, mórs, sapiéns, regnáns, benefáctaque, daémon.

Bildlich kann man sich die Häuser wie eine in zwölf gleiche Stücke nach der üblichen Art aufgeschnittene Orangenschale vorstellen, wobei Stängelansatz und Blütenrest der Orange genau am Nord- und Südpunkt des Horizonts liegen, eine Schnittlinie von Norden nach Süden den Himmel entlang läuft und unter der Erde wieder zurück nach Norden, eine am Horizont entlang, und auf jeder Seite noch je zwei Schnitte dazwischen liegen. Allerdings wird der Abstand der Planeten zur Ekliptik meist bei der Häuserzuordnung nicht berücksichtigt.

Je nach astrologischer Schule werden die Häuser teilweise nach verschiedenen Systemen berechnet, die zu abweichenden Ergebnissen führen. Das obengenannte ist das System des Campanus. Andere Systeme sind die von Regiomontanus, Placidus de Titis oder Walter Koch. Beim oft eingesetzten äqualen System werden die Häuser vom Aszendenten aus gleich groß in 30°-Abschnitten dargestellt. Bei den anderen Systemen sind die Häuser je nach der verwendeten Projektionsebene (der Schnittebene im Orangenbild) unterschiedlich groß. Die Deutung der Häuser führt daher je nach System oft zu Aussagen, die nicht miteinander übereinstimmen.

So, wie den Tierkreiszeichen in der Deutung verschiedene Charaktereigenschaften und den Himmelslichtern (Planeten, Sonne, Mond) verschiedene Eigenschaften zugesprochen werden, so stellen die Häuser unterschiedliche Lebensbereiche dar (ich bin, ich habe, ich denke, ich fühle u. ä.), in denen sich die dort präsenten Tierkreiszeichen und Planeten entsprechend bemerkbar machen sollen. Diese Lebensbereiche werden der Reihe nach in symbolischer Analogie zu den Eigenschaften der Tierkreiszeichen, beginnend mit Widder, den Häusern zugeordnet.

Aspekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Aspekt (Astrologie)

Der Abstand zwischen zwei Horoskopfaktoren, wie den Planeten, wird durch Winkel ausgedrückt. Einigen Winkel wird eine besondere Bedeutung zugemessen, darunter vorrangig solche, die durch die Teilung der 360 Grad des Kreises durch ganze Zahlen entstehen. Diese Winkel werden als Aspekte bezeichnet und in Horoskopen häufig als Verbindungslinien eingezeichnet. Nach astrologischer Auffassung beschränkt sich die Wirksamkeit der Aspekte nicht auf die exakten Winkelabstände, die praktisch nie gegeben sind. Vielmehr wird um diese herum ein Streubereich, der sogenannte Orbis zugelassen, der je nach astrologischer Schule unterschiedlich groß sein kann. Neuere Auffassungen gehen von einer kontinuierlichen Abnahme der Wirksamkeit mit dem Abstand von exakten Wert aus. Die von Alfred Witte eingeführten Halbsummen berücksichtigen insbesondere die Symmetrieeigenschaften der Aspekte.[116]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Umfragen in einigen westlichen Ländern ist etwa ein Viertel der Bevölkerung davon überzeugt, dass die Astrologie zutreffende Aussagen über Persönlichkeitszüge und/oder über Ereignisse im Leben eines Menschen treffen kann.[117]

Die Kritik an der Astrologie bewegte sich lange Zeit zumeist auf einer abstrakten und philosophischen Ebene.[118] So wurden etwa die unterschiedlichen Schicksale von Menschen diskutiert, die zum selben Zeitpunkt geboren waren, oder das Fehlen plausibler Darlegungen, wie die postulierten astrologischen Einflüsse stattfinden sollten. Heutige Kritik an der Astrologie beruft sich dagegen vor allem auf kontrollierte empirische Studien, in denen die – auch psychologisch begründbare – Fähigkeit von Astrologen geprüft wurde, aus Horoskopen Aussagen über die zugehörige Person abzuleiten.

In der wissenschaftstheoretischen Diskussion zur Abgrenzung zuverlässiger wissenschaftlicher Vorgehensweisen bzw. der Präzisierung von Begriffsinhalt und Begriffsumfang eines plausiblen und handhabbaren Begriffs der Pseudowissenschaften sind heutige Adaptionen astrologischer Hypothesen ein häufiges Standardbeispiel.[119]

Empirische Studien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1979 stellte Kelly[120] in einer Metaanalyse der bis dahin vorliegenden Studien fest, dass

  1. die große Mehrheit der empirischen Studien, die zu dem Zweck durchgeführt wurden, die astrologische Lehre zu überprüfen, deren Behauptungen nicht bestätigen konnte und
  2. „the few studies that are positive need additional clarification.“[122]

Einige wissenschaftliche Studien kamen zu dem Ergebnis, dass es keinen feststellbaren Zusammenhang gebe zwischen Deutungselementen der Astrologie und menschlichen Eigenschaften wie Intelligenz oder Persönlichkeit, wie sie in der Psychologie typischerweise begrifflich operationalisiert werden.[123] Bei der Voraussage künftiger Ereignisse schneiden Astrologen nicht besser ab als bei zufälligem Erraten.[124][125] Eine der bekanntesten Untersuchungen ist der Doppel-Blindtest von Shawn Carlson, der 1985 in der Fachzeitschrift »Nature« publiziert wurde.[126]

David Voas ging der Frage nach, ob der Erfolg in der Beziehung und ein Hingezogenfühlen zum Lebenspartner mit den astrologischen Aussagen, die spezifisch dies konstatieren, korrelieren. Hierfür standen ihm Personendaten von über elf Millionen Menschen aus Wales und England zur Verfügung. Die Studie zeigte aber, dass weder Ehen von unter astrologischen Gesichtspunkten „geeigneteren“ Partnern länger anhalten würden, noch, dass es eine höhere Verteilung an astrologisch „kompatibleren“ Partnern gebe.[127]

Ein dänisch-deutsches Forscherteam um Peter Hartmann wertete in einer großangelegten Studie die Daten von insgesamt mehr als 15.000 Personen statistisch aus: ein Zusammenhang zwischen Geburtsdatum – und damit auch dem so genannten „Sternzeichen“ (dem Tierkreiszeichen, in dem zum Zeitpunkt der Geburt die Sonne steht) – und individuellen Persönlichkeitsmerkmalen konnte nicht nachgewiesen werden.[123] „Damit könne zwar nicht die Astrologie als Ganzes widerlegt werden, doch ein direkter Zusammenhang zwischen der Geburt in einem bestimmten Tierkreiszeichen und der Persönlichkeit existiere höchstwahrscheinlich nicht, schließen die Forscher.“

Darüber hinaus betonen verschiedene Autoren entscheidende methodische Schwächen scheinbar stützender Studien wie selektive Auswahl der Testpersonen, Ungenauigkeiten bei der Geburtszeit oder zu geringe Probandenzahlen. Für die positiven Befunde solcher Studien fanden die Forscher alternative Erklärungen, so tendieren Personen mit astrologischen Kenntnissen dazu, sich gemäß ihren Erwartungen zu ihrem jeweiligen Sternzeichen zu verhalten.[128][129]

Astrologische Zwillinge, das sind Personen, die zum selben Zeitpunkt geboren sind, sollten nach Auffassung vieler Astrologen und Kritiker der Astrologie der beste Test für die Leistungsfähigkeit der Astrologie sein.[124] In einer umfangreichen, wissenschaftlich durchgeführten Studie konnten keine Korrelationen zwischen Geburtsdatum und signifikant höheren Ähnlichkeiten bei astrologischen Zwillingen – im Vergleich zu anderen Personen – festgestellt werden.[124]

Im Jahr 1997 wollte Gunter Sachs in seinem Buch Die Akte Astrologie[130] mittels einer Untersuchungsfallzahl von ca. 300.000 nachweisen, dass statistisch signifikant erscheinende Korrelationen zwischen den Tierkreiszeichen der untersuchten Personen und Alltagsphänomenen, wie Heirat, Unfall, Krankheit, Interessen oder Selbstmord bestünden: so kam er u. a. auf 25 statistisch signifikant häufige und seltene Eheschließungskombinationen, die er glaubte, auch mittels Kontrollexperiment (künstliche Sternzeichen mittels Zufallsauswahl) verifizieren zu können. Allerdings wurden von Statistikern grobe methodische Fehler in Sachs’ Buch aufgezeigt. Eine im März 2011 veröffentlichte Stellungnahme der Statistiker Katharina Schüller und Walter Krämer kam zu dem Schluss, dass die handwerklich-methodischen Fehler, die Statistiker zuvor den Auswertungen von Gunter Sachs nachsagten, nicht vorhanden seien[131] – was allerdings nicht als Beweis für die Richtigkeit von Sachs’ Behauptungen missverstanden werden dürfe.

Psychologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Selbstprojektion finden sich in der Psychologie weitere Theorien, etwa die Fremdprojektion (ähnlich dem Erlernen der Geschlechterrolle) sowie der Bejahungsfaktor bei schwammigen Aussagen (sogenannter Barnum-Effekt), die die Selbstbestätigung über das Horoskop in Frage stellen. Diese Bejahungstendenz ist beispielsweise gegeben bei Persönlichkeitsbeschreibungen, die Gegensätze in einem ausgewogenen Verhältnis gegenüberstellen, „Sie sind ein im Grunde kontaktfreudiger Mensch, aber manchmal ziehen Sie sich zurück und wollen mit niemandem reden.“ Für diese Effekte gibt es jeweils fundierte Studien, die deren teils starke Wirkung beschreiben. Ähnlich wie mit der physikalischen Kritik bleibt für den astrologischen Anteil hier nur ein kaum messbarer Hauch eines äußeren Einflusses übrig. Mögliche Beobachtungen sind vielmehr der Ausdruck des Erlernten als direkte Folge der Prägung der Psyche durch das astrologische Modell. In diesem Zusammenhang hat eine Untersuchung, die im Jahr 1978 von den Psychologen Mayo, White und Eysenck durchgeführt wurde, gezeigt, dass abhängig vom jeweiligen Wissen um Gestirnstände Personen, die dieses Gedankengebäude kennen und für sich auch als wichtig betrachten, auch Stellungen der Planeten widerspiegeln.[132] Diese Auffälligkeiten verschwanden jedoch genau dann, wenn Personen getestet wurden, die keine astrologischen Behauptungen kannten.

Einzig die analytische Psychologie nach C. G. Jung steht der Astrologie offen gegenüber und begreift sie als einen Ausdruck von Synchronizität.[133][134][135] Allerdings stehen einige Theorien der analytischen Psychologie in Widerspruch zu naturwissenschaftlichen Grundannahmen.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) rät ihren Gläubigen zu einem vorsichtigen und distanzierten Umgang mit der Astrologie als Instrument der Vorhersage eines vermeintlich festgelegten Schicksals. Die Zentralstelle für Weltanschauungsfragen der EKD sieht in der Popularität der Astrologie sowie speziell in ihrer Ausprägung als eine Methode der Lebensberatung einen Bedarf geistlicher Orientierung in der modernen Welt. Das Denken in Symbolen, wie es bei der Astrologie der Fall sei, könne dabei durchaus konstruktive Selbsterkenntnis in einem guten Sinne fördern. Gleichzeitig komme bei der astrologischen Deutung einem fremden Menschen eine enorme Deutungshoheit über das eigene Leben zu, woraus Abhängigkeiten und andere negative Konsequenzen entstehen könnten. Aus christlicher Perspektive seien jedoch nicht die Sterne Herrscher über das Leben, sondern nur Gott. Der christliche Glaube basiere auf der grundsätzlichen Freiheit eines Christen, sein Leben in eigener Verantwortung vor Gott zu leben und sein Schicksal selber zu bestimmen. Diese Freiheit und damit auch das eigenverantwortliche Handeln vor Gott sei gefährdet, wenn man den Sternen oder einem Sternendeuter Autorität über das eigene Schicksal zubillige. Martin Luther habe auf die astrologische Warnung davor, die Elbe an einem bestimmten Tag im Boot zu überqueren, mit den Worten „Domini sumus“ (‚Wir sind des Herrn‘) geantwortet und sei in den Kahn gesprungen. Dies sei ein Beispiel dafür, wie als Christ mit dem Thema konstruktiv umzugehen sei.[136]

Die Katholische Kirche lehnt die Astrologie und sämtliche Formen der „Wahrsagerei“ ab. In ihrem Katechismus werden im Abschnitt 2116 mit Bezug auf Bibelstellen alle „Handlungen, von denen man zu Unrecht annimmt, sie könnten die Zukunft ‚entschleiern‘“, abgelehnt. Hinter derartigen Aktivitäten verberge sich der Wille, Macht über die Geschichte und andere Menschen zu erlangen sowie sich „andere Mächte geneigt zu machen“. Dies widerspreche „der mit liebender Ehrfurcht erfüllten Hochachtung“, die man als Katholik „allein Gott“ schulde.[137]

Skeptikerbewegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Skeptikerbewegung lehnt jede Form der Astrologie aufgrund ihrer „unstrittigen Unwissenschaftlichkeit“ ab. Im Jahre 1975 veröffentlichte die amerikanische Zeitschrift The Humanist eine Erklärung mit dem Titel Einwände gegen die Astrologie.[138] Einleitend hieß es: „Wir, die Unterzeichner - Astronomen, Astrophysiker und Naturwissenschaftler anderer Fachrichtungen - möchten die Öffentlichkeit vor einem ungeprüften Vertrauen zu den Vorhersagen und Ratschlägen warnen, die Astrologen privat und öffentlich machen und erteilen. Wer an die Astrologie glauben möchte, sollte sich vor Augen halten, daß es für ihre Lehren keine wissenschaftliche Grundlage gibt.“[139] Unterzeichnet wurde die Erklärung von 186 Wissenschaftlern, darunter 18 Nobelpreisträgern. Im Jahr darauf wurde das Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal (CSICOP) gegründet, was zu großen Teilen eine Antwort auf die enorme Popularität der Astrologie war.[140] Dem folgten bald ähnliche Organisationen der naturalistischen Positionen vertretenden Skeptikerbewegung in anderen Ländern. Diese machten es sich zu einem ihrer Hauptanliegen, dem Glauben an die Astrologie entgegenzuwirken und vor ihrer Anwendung zu warnen.

Rechtliche Situation in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Recht, sich astrologisch zu betätigen, ist in Deutschland durch das Grundrecht der Berufsfreiheit geschützt. Im Jahre 1965 hob das Bundesverwaltungsgericht mit seinem Urteil unter Verweis auf Art. 12 GG Verbote auf, die bis dahin in einigen Bundesländern in Kraft waren, beispielsweise die Bremer Wahrsageverordnung vom 6. Oktober 1934.[141] Da aber das Berufsbild „Astrologe“ gesetzlich nicht näher definiert ist und keiner staatlichen Aufsicht unterliegt, bestehen hinsichtlich des Zugangs und der Ausübung des Astrologenberufs keinerlei Einschränkungen. Lediglich die Anzeigepflicht gemäß § 14 der Gewerbeordnung ist zu beachten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nicholas Campion: A History of Western Astrology. 2 Bde., Continuum, London und New York 2008, 2009.
  • Hans Jürgen Eysenck, David Nias: Astrologie - Wissenschaft oder Aberglaube? List Verlag, 1987, ISBN 3-471-77417-3.
  • Jürgen Hamel: Begriffe der Astrologie. Von Abendstern bis Zwillingsproblem. Harri Deutsch Verlag, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-8171-1785-7.
  • James Herschel Holden: A History of Horoscopic Astrology. American Federation of Astrologers, Tempe (USA) 2006 (2. Auflage).
  • Ivan W. Kelly: Why Astrology Doesn't Work. In: Psychological Reports. 82 (1998), S. 527–546.
  • Gustav-Adolf Schoener: Astrologie in der Europäischen Religionsgeschichte. Kontinuität und Diskontinuität. Peter Lang Verlag, Frankfurt 2016 (= Tübinger Beiträge zur Religionswissenschaft, 8).
  • Christoph Schubert-Weller: Wege der Astrologie - Schulen und Methoden im Vergleich. Chiron Verlag, Mössingen 2000, ISBN 3-925100-22-9
  • Kocku von Stuckrad: Das Ringen um die Astrologie. De Gruyter, Berlin 2000.
  • Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50905-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Astrologie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikiquote: Astrologie – Zitate
 Wikisource: Astrologie – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Astrologie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephan Heilen: 'Hadriani genitura' - die astrologischen Fragmente des Antigonos von Nikaia. Walter de Gruyter, Berlin 2015. S. 15 f.
  2. Wolfgang Hübner: Astrologie. In: Hubert Cancik, Helmuth Schneider (Hrsg.), Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike. Band 2. Stuttgart 1997. S. 123 f.
  3. a b c Annelies van Gijsen: Astrology I: Introduction. In: Dictionary of Gnosis and Western Esotericism, Hrsg. Wouter J. Hanegraaff, Leiden 2006, S. 109 f.
  4. Peter Niehenke: Kritische Astrologie, Freiburg 1987, S. 89–97.
  5. Mark Graubard – Astrology and Alchemy: Two Fossile Sciences, New York: Philosophical Library, 1953, Rezension (PDF), auch Lawrence E. Jerome argumentierte, dass historisch gesehen die Astrologie am besten als Protowissenschaft beschrieben werden könne: Die beobachtungsbasierte Methode habe zu der Astronomie als Wissenschaft geführt und allgemein eine nicht zu überschätzende Rolle in historischen und kulturellen Entwicklung gespielt. Dennoch ständen ihre Axiome tief in der Tradition von Mythologie und Aberglaube und sei daher nicht für moderne Wissenschaft anschlussfähig. Lawrence E. Jerome, Astrology and Modern Science: A Critical Analysis, Leonardo, Bd. 6, 1973, S. 121–130.
  6. Lynnn Thorndike: The True Place of Astrology in the History of Science Isis, Bd. 46, Nr. 3, September 1955, S. 273–278
  7. Ernst Cassirer: Wesen und Wirkung des Symbolbegriffs. Darmstadt 1956, S. 24
  8. Ernst Cassirer: Zur modernen Physik. 7. Auflage. Darmstadt 1994, S. bes. S. 109 f.
  9. Karl Popper: Science: Conjectures and Refutations. Lecture given 1953, published under the title: 'Philosophy of Science: a Personal Report' in British Philosophy in Mid-Century, Hrsg. C. A. Mace, 1957 (PDF)
  10. Popper: Conjecture and Refutation. S. 3).
  11. In diesem Sinne sei die Astrologie in der Vergangenheit aus den falschen Gründen kritisiert worden: Anhänger von Aristoteles und andere Rationalisten, bis hin zu Isaac Newton, hätten vor allem die Annahme der planetarischen Wirkung auf terrestrische Ereignisse angegriffen. Dabei basiere sowohl Newtons Theorie der Schwerkraft als auch die Gezeiten­theorie im Kern auf astrologischen Denktraditionen. Während dieser Umstand bei Newton großen Widerwillen ausgelöst habe, hätte Galileo Galilei die – heute allgemein anerkannte – Gezeitentheorie aufgrund ihrer historischen Wurzeln komplett abgelehnt (Popper, Conjecture and Refutations, S. 16).
  12. „In the absence [of a more articulated theory], however, neither the astrologer nor the doctor could do research. Though they had rules to apply, they had no puzzles to solve and therefore no science to practise.“ Thomas S. Kuhn, Logic of Discovery or Psychology of Research?, in Criticism and the Growth of Knowledge, edited by I. Lakatos and A. Musgrave, Cambridge University Press, London 1970, 23 S. (PDF).
  13. „The remarks should not be interpreted as an attempt to defend astrology as it is practiced now by the great majority of astrologists. Modern astrology is in many respects similar to early mediaeval astronomy: it inherited interesting and profound ideas, but it distorted them, and replaced them by caricatures more adapted to the limited understanding of its practitioners. The caricatures are not used for research; there is no attempt to proceed into new domains and to enlarge our knowledge of extra-terrestrial influences; they simply serve as a reservoir of naive rules and phrases suited to impress the ignorant.“ Paul Feyerabend: The Strange Case Of Astrology. In: Science in a Free Society, Verso, 1978, S. 96. (PDF)
  14. Paul R. Thagard: Why Astrology is a Pseudoscience. PSA: Proceedings of the Biennial Meeting of the Philosophy of Science Association, Jg. 1978, Bd. 1, S. 223–234, (PDF)
  15. Jürgen Hamel: Begriffe der Astrologie. Wissenschaftlicher Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2010. S. 157 ff., Stichwort prähistorische Astrologie und Astronomie.
  16. Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie, C. H. Beck, München 2003, S. 35 f.
  17. Stuckrad 2003, S. 37 f. Siehe auch John David North: Stonehenge. A New Interpretation of Prehistoric Man and the Cosmos. New York 1997.
  18. Stuckrad 2003, S. 42.
  19. Jürgen Hamel: Begriffe der Astrologie. Wissenschaftlicher Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2010. S. 139. Stichwort babylonische Astrologie.
  20. Stefan M. Maul: Die Wahrsagekunst im Alten Orient. C. H. Beck, München 2013. S. 17.
  21. Stefan M. Maul: Die Wahrsagekunst im Alten Orient. C. H. Beck, München 2013. S. 261 f.
  22. Neue Jerusalemer Bibel: Jesaja Kapitel 47, Vers 13. Herder Verlag, Freiburg 1985. S. 1089.
  23. James Herschel Holden: A History of Horoscopic Astrology. American Federation of Astrologers, Tempe (USA) 2006. S. 3.
  24. Mathieu Ossendrijver: Astronomie und Astrologie in Babylonien, in: Joachim Marzahn, Beatrice André-Salvini, Jonathan Taylor, Babylon – Mythos und Wahrheit: Katalog zur Ausstellung in den Staatlichen Museen zu Berlin, Pergamonmuseum, 26.6.2008-5.10.2008. Hirmer Verlag, München 2008. S. 380.
  25. Francesca Rochberg: Babylonian Horoscopes. American Philosophical Society, Philadelphia 1998. S. 45, S. 51 ff.
  26. Stephan Heilen: 'Hadriani genitura' – Die astrologischen Fragmente des Antigonos von Nikaia. Walter de Gruyter, Berlin 2015. S. 207.
  27. Jürgen Hamel: Begriffe der Astrologie. Wissenschaftsverlag Harri Deutsch, Frankfurt/M 2010. S. 211 f.
  28. Stephan Heilen: 'Hadriani genitura' – Die astrologischen Fragmente des Antigonos von Nikaia. Walter de Gruyter, Berlin 2015. S. 237.
  29. Hubert Cancik, Helmuth Schneider (Hrsg.): Der neue Pauly. Enzyklopädie der Antike. Band 2. Metzler Verlag, Stuttgart 1997. S. 130 (Stichwort 'Astronomie').
  30. Bara, S. 111f.
  31. John M. Steele, The 'Astronomical Fragments' of Berossos in Context, in: Johannes Haubold, Giovanni B. Lanfranchi, Robert Rollinger, John M. Steele (Hrsg.): The World of Berossos: Proceedings of the 4th International Colloquium on 'The Ancient Near East between Classical and Ancient Oriental Traditions (Classica et Orientalia, 5). Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2013. S. 101.
  32. Geert Eduard Eveline de Breucker: De Babyloniaca van Berossos van Babylon: inleiding, editie en commentaar. Groningen 2012. S. 27 f., S. 677. Publikation als PDFs abrufbar, abgerufen am 1. März 2017.
  33. James Herschel Holden: A History of Horoscopic Astrology. American Federation of Astrologers, Tempe (USA) 2006. S. 9.
  34. John M. Steele, The 'Astronomical Fragments' of Berossos in Context, in: Johannes Haubold, Giovanni B. Lanfranchi, Robert Rollinger, John M. Steele (Hrsg.): The World of Berossos: Proceedings of the 4th International Colloquium on 'The Ancient Near East between Classical and Ancient Oriental Traditions (Classica et Orientalia, 5). Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2013. S. 110.
  35. James Herschel Holden: A History of Horoscopic Astrology. American Federation of Astrologers, Tempe (USA) 2006. S. 12–15.
  36. Vettius Valens: Blütensträusse. Scripta Mercaturae Verlag, St. Katharinen 2004. S. 204–211.
  37. Alexandra von Lieven, Schweine, Fische, Insekten und Sterne: Über das bemerkenswerte Leben der Dekane nach dem Grundriss des Laufes der Sterne, in: Mark Geller, Klaus Geus (Eds.): Productive Errors: Scientific Concepts in Antiquity, Reprint 430, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin 2012, S. 125. Als als PDF veröffentlicht, abgerufen am 13. März 2017.
  38. Stephan Heilen: 'Hadriani genitura' – die astrologischen Fragmente des Antigonos von Nikaia. Walter de Gruyter, Berlin 2015. S. 694–696.
  39. a b Bara, S. 112
  40. Gerd Mentgen: Astrologie und Öffentlichkeit im Mittelalter. Anton Hiersemann, Stuttgart 2005. S. 161f.
  41. Stephan Heilen: 'Hadriani genitura' – die astrologischen Fragmente des Antigonos von Nikaia. Walter de Gruyter, Berlin 2015. S. 609f.
  42. Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. C. H. Beck, München 2003. S. 115 f.
  43. James Herschel Holden: A History of Horoskopic Astrology. From the Babylonian Period to the Modern Age. Tempe (Arizona, USA) 2006. S. 51.
  44. Stephan Heilen: 'Hadriani genitura' – die astrologischen Fragmente des Antigonos von Nikaia. Walter de Gruyter, Berlin 2015. S. 56, Anm. 277.
  45. Vettius Valens: Blütensträusse. Scripta Mercaturae Verlag, St. Katharinen 2004. S. 234f.
  46. Stephan Heilen: 'Hadriani genitura' – die astrologischen Fragmente des Antigonos von Nikaia. Walter de Gruyter, Berlin 2015. S. 33.
  47. Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. Verlag C. H. Beck, München 2003. S. 113.
  48. Stephan Heilen: 'Hadriani genitura' – die astrologischen Fragmente des Antigonos von Nikaia. Walter de Gruyter, Berlin 2015. S. 528.
  49. Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. Verlag C. H. Beck, München 2003. S. 117.
  50. Paul-Richard Berger: Rabbi Jehoschua ben Chanaja. In: Folker Siegert: Grenzgänge: Menschen und Schicksale zwischen jüdischer, christlicher und deutscher Identität. Lit, Münster 2002, ISBN 3-8258-5856-1, S. 100–101.
  51. Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. Verlag C. H. Beck, München 2003. S. 150 ff.
  52. Marie Theres Fögen: Die Enteignung der Wahrsager. Studien zum kaiserlichen Wissensmonopol in der Spätantike. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993. S. 12f.
  53. Marie Theres Fögen: Die Enteignung der Wahrsager. Studien zum kaiserlichen Wissensmonopol in der Spätantike. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993. S. 20f.
  54. Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. Verlag C. H. Beck, München 2003. S. 122.
  55. Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. Verlag C. H. Beck, München 2003. S. 124.
  56. Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. Verlag C. H. Beck, München 2003. S. 123.
  57. Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. Verlag C. H. Beck, München 2003. S. 121f.
  58. Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. Verlag C. H. Beck, München 2003. S. 119.
  59. Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. Verlag C. H. Beck, München 2003. S. 124.
  60. Rudolf Drössler: Planeten, Tierkreiszeichen, Horoskope: ein Ausflug in Mythologie, Spekulation und Wirklichkeit. Koehler & Amelang, Leipzig 1987. S. 12.
  61. Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. Verlag C. H. Beck, München 2003, S. 141–146.
  62. Finsternisse – ob Sonne oder Mond – galten vor allem im Bereich der Mundanastrologie in der Antike, teils auch noch heute, vielfach als Ereignisse und Zeichen mit außerordentlicher, meist negativer 'Wirkung' und Bedeutung.
  63. Zudem nehmen die Zahlen 7 und 12 in der Offenbarung eine herausragende Position ein, analog zu den klassischen sieben astrologischen Wandelsternen sowie den zwölf Tierkreiszeichen und Horoskop-Häusern.
  64. James Herschel Holden: A History of Horoskopic Astrology. From the Babylonian Period to the Modern Age. Tempe (Arizona, USA) 2006. S. 101.
  65. Gerd Mentgen, Astrologie und Öffentlichkeit im Mittelalter. Anton Hiersemann, Stuttgart 2005. S. 168.
  66. Stephan Heilen: 'Hadriani genitura' – die astrologischen Fragmente des Antigonos von Nikaia. Walter de Gruyter, Berlin 2015. S. 213–311 ('Griechische Horoskope'), S. 304 (Astrologe im Umfeld Justinias I.)
  67. Gerd Mentgen, Astrologie und Öffentlichkeit im Mittelalter. Anton Hiersemann, Stuttgart 2005. S. 169.
  68. Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. Verlag C. H. Beck, München 2003. S. 121.
  69. James Herschel Holden: A History of Horoskopic Astrology. From the Babylonian Period to the Modern Age. Tempe (Arizona, USA) 2006. S. 85 f.
  70. David Pingree: From Alexandria to Baghdad to Byzantium. The Transmission of Astrology., in: International Journal of the Classical Tradition, Bd. 8, Nr. 1, Summer 2001, S. 3–37. S. 6 f.
  71. James Herschel Holden: A History of Horoskopic Astrology. From the Babylonian Period to the Modern Age. Tempe (Arizona, USA) 2006. S. 100.
  72. James Herschel Holden: A History of Horoskopic Astrology. From the Babylonian Period to the Modern Age. Tempe (Arizona, USA) 2006. S. 100, S. 103 f.
  73. James Herschel Holden: A History of Horoskopic Astrology. From the Babylonian Period to the Modern Age. Tempe (Arizona, USA) 2006. S. 145–146.
  74. James Herschel Holden: A History of Horoskopic Astrology. From the Babylonian Period to the Modern Age. Tempe (Arizona, USA) 2006. S. 104.
  75. David Pingree: From Alexandria to Baghdad to Byzantium. The Transmission of Astrology., in: International Journal of the Classical Tradition, Vol. 8, No. 1, Summer 2001, S. 3–37, S. 13ff.
  76. Hildebrand Beck: Vorsehung und Vorherbestimmung in der theologischen Literatur der Byzantiner. Pont. Institutum Orientalium Studiorum, Roma 1937. S. 69f.
  77. James Herschel Holden: A History of Horoskopic Astrology. From the Babylonian Period to the Modern Age. Tempe (Arizona, USA) 2006. S. 107–110.
  78. David Pingree: From Alexandria to Baghdad to Byzantium. The Transmission of Astrology., in: International Journal of the Classical Tradition, Vol. 8, No. 1, Summer 2001, S. 3–37. S. 18.
  79. Kocku von Stuckrad: Astrology III: Middle Ages. In: Dictionary of Gnosis and Western Esotericism. Hrsg. Wouter J. Hanegraaff, Leiden 2006, S. 119–128, hier S. 120
  80. George Saliba: The Role of the Astrologer in the Medieval Islamic Society, in: Bulletin d'études orientales 44, 1992, S. 45 – 67, S. 46f.
  81. Bernd Radtke: Die Stellung der islamischen Theologie und Philosophie zur Astrologie, in Saeculum. Jahrbuch für Universalgeschichte, 1988, Band 39, S. 264f..
  82. Robert G. Morrison: Discussions of Astrology in Early Tafsir, in: Journal of Qur’anic Studies, 11.2 (2009), S. 49–71, S. 49.
  83. Marlene Kurz: Ein osmanischer Almanach für das Jahr 1239/1240 (1824/1825). Klaus Schwarz Verlag, Berlin 2007. S. 15, S. 52.
  84. Marlene Kurz: Ein osmanischer Almanach für das Jahr 1239/1240 (1824/1825). Klaus Schwarz Verlag, Berlin 2007. S. 52.
  85. James Herschel Holden: A History of Horoskopic Astrology. From the Babylonian Period to the Modern Age. Tempe (Arizona, USA) 2006. S.  153.
  86. David Pingree: From Alexandria to Baghdad to Byzantium. The Transmission of Astrology., in: International Journal of the Classical Tradition, Bd.  8, Nr.  1, Summer 2001, S. 3–37. S.  12.
  87. Hildebrand Beck: Vorsehung und Vorherbestimmung in der theologischen Literatur der Byzantiner. Pont. Institutum Orientalium Studiorum, Roma 1937. S.  68f., S. 71
  88. Herbert Hunger: Die hochsprachliche profane Literatur der Byzantiner: 2. Philologie, Profandichtung, Musik, Mathematik und Astronomie, Naturwissenschaften, Medizin, Kriegswissenschaften, Rechtsliteratur. C. H. Beck Verlag, München 1978. S. 237ff.
  89. James Herschel Holden: A History of Horoskopic Astrology. From the Babylonian Period to the Modern Age. Tempe (Arizona, USA) 2006. S. 134.
  90. Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. Verlag C.  H.  Beck, München 2003. S. 183f.
  91. Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. Verlag C.  H.  Beck, München 2003. S. 177ff, S. 181f.
  92. Barış İlhan: The Astrology oft he Ottoman Empire. Veröffentlichung als PDF, Istanbul 2007. S.  6f., S. 8.
  93. Barış İlhan: The Astrology oft he Ottoman Empire. Veröffentlichung als PDF, Istanbul 2007. S. 22., S.  37
  94. Barış İlhan: The Astrology oft he Ottoman Empire. Veröffentlichung als PDF, Istanbul 2007. S. 24ff.
  95. Stuckrad, S. 120 f.
  96. James Herschel Holden: A History of Horoskopic Astrology. From the Babylonian Period to the Modern Age. Tempe (Arizona, USA) 2006. S. 145, S. 146–147, S. 150, S. 154.
  97. Stuckrad, S. 122 f.
  98. Vgl. Arno Borst (Hrsg.): Der karolingische Reichskalender und seine Überlieferung bis ins 12. Jahrhundert. Hannover 2001.
  99. Ornella Pompeo Faracovi: Astrology IV: 15–19th Century. In: Dictionary of Gnosis and Western Esotericism, Hrsg. Wouter J. Hanegraaff, Leiden 2006, S. 128–136, hier S. 128–130.
  100. Faracovi, S. 130.
  101. Faracovi, S. 130 f.
  102. a b Faracovi, S. 131.
  103. a b Faracovi, S. 132.
  104. Faracovi, S. 132 f.
  105. a b c d Olav Hammer: Astrology V: 20th Century. In: Dictionary of Gnosis and Western Esotericism, Hrsg. Wouter J. Hanegraaff, Leiden 2006, S. 136–141, hier S. 138.
  106. Corinna Treitel: A Science for the Soul: Occultism and the Genesis of the German Modern. Johns Hopkins University Press, Baltimore und London 2004, S. 140 f.
  107. Siehe etwa Thomas Ring: Astrologische Menschenkunde. Zürich 1956, 4 Bde.
  108. Driesch: Handbuch der Philosophie, Abt. II. Metaphysik der Natur. R. Oldenbourg, München/Berlin 1926.
  109. Marcel Granet: Das chinesische Denken. München 1980, ISBN 3-423-04362-8 (S. 263 ff.)
  110. Alexander W. Voß: Astronomie und Mathematik. In: Nikolai Grube (Hrsg.): Maya - Gottkönige im Regenwald. Köln 2000, S. 131–141, hier S. 141
  111. Franz Boll, Carl Bezold, Wilhelm Gundel: Sternglaube und Sterndeutung. Die Geschichte und das Wesen der Astrologie. 6. Auflage, Darmstadt 1974, S. 21, 50 f., 54, 57, 92, 134, 157 f.
  112. Elemente, Polarität, Kreuzqualitäten abgerufen am 18. September 2012.
  113. Otto Schönberger, Eberhard Knobloch: Vettius Valens. Blütensträusse. Scripta Marcaturae Verlag, St. Katharinen, 2004. S. 328–329.
  114. William Lilly: Christliche Astrologie. Buch 1 und 2. Chiron Verlag, Tübingen 2007. S. 70–76.
  115. Akron: Das Astrologie-Handbuch. Charakteranalyse und Schicksalsdeutung. Hugendubel, München 1995. Einband-Innenseite vorne.
  116. Alfred Witte: Planetenbilder und sensitive Punkte. In: Der Mensch, eine Empfangsstation kosmischer Suggestionen. Ludwig Rudolph (WITTE-Verlag), Hamburg 1975, 3. Auflage 2012, ISBN 3-920807-11-1, S. 165.
  117. Hammer, S. 137.
  118. Hammer, S. 137 f.
  119. Stanford Encyclopedia of Philosophy Science and Pseudoscience
  120. I. W. Kelly: Astrology and Science: A critical examination. In: Psychological Reports, 1979, Bd. 44, S. 1231–1240.
  121. I. W. Kelly: Why astrology doesn’t work. In: Psychological Reports. 1998, Bd. 82, S. 527–546.
  122. [121], deutsch: „die wenigen stützenden Studien weiterer Klärung bedürfen.“
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  140. Hammer, S. 139
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