Pressig

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Welitsch ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zur bulgarisch-österreichischen Opernsängerin (Sopran) (1913–1996) siehe Ljuba Welitsch.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Pressig
Pressig
Deutschlandkarte, Position des Marktes Pressig hervorgehoben
Koordinaten: 50° 21′ N, 11° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kronach
Höhe: 372 m ü. NHN
Fläche: 53,19 km2
Einwohner: 3981 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96332
Vorwahl: 09265
Kfz-Kennzeichen: KC, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 164
Marktgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstraße 16
96332 Pressig
Webpräsenz: www.pressig.de
Bürgermeister: Hans Pietz (FW)
Lage des Marktes Pressig im Landkreis Kronach
Langenbacher Forst Birnbaum (gemeindefreies Gebiet) Landkreis Coburg Landkreis Hof Landkreis Kulmbach Landkreis Lichtenfels Thüringen Ludwigsstadt Weißenbrunn Marktrodach Tettau (Oberfranken) Schneckenlohe Mitwitz Küps Nordhalben Wilhelmsthal Tschirn Teuschnitz Steinbach am Wald Reichenbach (Oberfranken) Wallenfels Stockheim (Oberfranken) Steinwiesen Pressig KronachKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Rathaus und Herz-Jesu-Kirche
Blick oberhalb von Brauersdorf auf den Westteil von Pressig
Martin-Luther-Kirche

Pressig ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern. Zusammen mit Stockheim bildet es ein Unterzentrum.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pressig liegt im Naturpark Frankenwald. Im Ort fließen die Flüsse Buchbach und Tettau in die Haßlach.

Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt Pressig setzt sich aus folgenden Gemeindeteilen zusammen (Einwohnerzahl in Klammern, Stand 1. Dezember 2015[3]):

  • Brauersdorf (70)
  • Eila (103)
  • Förtschendorf (343)
  • Friedersdorf (205)
  • Grössau (128)
  • Marienroth (206)
  • Posseck (191)
  • Pressig (1518)
  • Rothenkirchen (1043)
  • Welitsch (328)

Der höchstgelegene Ortsteil des Marktes Pressig ist Marienroth mit 616 m ü. NN.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden aus, im Uhrzeigersinn) Tettau, Steinbach am Wald, Teuschnitz, Wilhelmsthal, Stockheim (alle im Landkreis Kronach) sowie Judenbach (im Thüringer Landkreis Sonneberg).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pressig erhielt das Marktrecht im Jahr 1956.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Grössau in den Markt Pressig eingegliedert. Am 1. Januar 1976 folgten Marienroth und Posseck. Eila kam am 1. Januar 1977 hinzu. Am 1. Mai 1978 erfolgte die Eingemeindung der bisher selbständigen Gemeinden Förtschendorf, Friedersdorf und Welitsch sowie des Marktes Rothenkirchen (mit dem am 1. Januar 1971 eingegliederten Ort Brauersdorf[4]).[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung des Marktes Pressig seit 1840

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung des Marktes Pressig stark an (siehe Graphik). Während 1939 lediglich etwa 4100 Einwohner gezählt wurden, waren es 1950 über 5500. Seit den 1970er Jahren geht die Einwohnerzahl wieder zurück.

Brauersdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das auch heute noch bäuerlich geprägte Brauersdorf wurde 1307 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort ist als Angerdorf mit dem Dorfplatz im Zentrum und strahlenförmig um ihn herum angeordneten Anwesen angelegt.[6]

Posseck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Posseck wurde erstmals 1180 urkundlich erwähnt.[7]

Rothenkirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenkirchen wurde in der Zeit um 1200 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits 1377 wurde dem Ort das Marktrecht verliehen. Im 14./15. Jahrhundert hatte der Ort die niedere und hohe Gerichtsbarkeit inne.[8] Im Spätmittelalter kam er an die Herren von Würtzburg und wurde mit seiner Kirche nach der Reformation evangelisches Pfarrdorf, das auch in den katholischen Orten der Umgebung lebende Protestanten mitpastorisierte. Den Bischöfen von Bamberg und ihrer gegenreformatorischen Politik war der Ort daher ein Dorn im Auge: 1625 gelang es Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim, mit Waffengewalt einen Priester einzusetzen.

Welitsch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Welitsch wurde im Jahre 1325 im ersten Bamberger Urbar erstmals mit sieben Gütern und einer Mühle urkundlich erwähnt. Es ist wahrscheinlich nach der Gründung des Bistums im Jahre 1007 entstanden. Die Franken drangen in dieser Zeit von Kronach aus weiter in den Frankenwald vor.

Welitsch hatte in den frühen Jahren seines Bestehens verschiedene Herrschaften. Unter anderem war es dem Kloster Langheim verpfändet und gehörte den Herren von Würtzburg. Wann Welitsch wieder zum Bistum Bamberg zurückgekommen ist, ist nicht bekannt.

Nach Hans Silbermann[9] hatten die Welitscher die Bauholzgerechtigkeit, aber keine Braugerechtigkeit. Es half auch nichts, dass sie 1558 dagegen protestierten, ihr Bier aus Kronach beziehen zu müssen. Noch 1801 galten diese alten Bestimmungen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Marktgemeinderat 2014‒2020
   
Von 17 Sitzen entfallen auf:

Unter den Sitzen der Freien Wähler des Marktes Pressig befindet sich der des Bürgermeisters.

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 70,58 %
 %
50
40
30
20
10
0
49,88 %
(+4,88 %p)
33,31 %
(-4,81 %p)
16,81 %
(-0,07 %p)
2008

2014


Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aktuelle Marktgemeinderat (2008–2014) hat 17 Mitglieder (16 Gemeinderäte zzgl. Bürgermeister)[10]:

  • CSU: 7 Sitze
  • Freie Wähler des Marktes Pressig: 7 Sitze, darunter der Bürgermeister
  • SPD: 3 Sitze

Für die Wahlperiode 2014‒2020 (ab 1. Mai 2014) ändert sich die Zusammensetzung zu[11]:

  • CSU: 8 Sitze
  • Freie Wähler des Marktes Pressig: 6 Sitze, darunter der Bürgermeister
  • SPD: 3 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Bildung der neuen Großgemeinde Pressig im Jahre 1978 waren Neuwahlen erforderlich. Zum ersten Bürgermeister wurde Josef Wich (CSU) gewählt. Dieser hatte das Amt bis 1987 inne. Sein Nachfolger Georg Konrad (CSU) war von 1987 bis 2008 Erster Bürgermeister des Marktes Pressig. Nachdem dieser wegen seiner Pensionierung nicht mehr zur Wahl gestanden hatte, wurde bei den Kommunalwahlen am 2. März 2008 aus vier Kandidaten sein Nachfolger bestimmt. Hans Pietz (FW) ist seit dem 1. Mai 2008 amtierender Bürgermeister.[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Markt Pressig wurde durch Schreiben der Regierung von Oberfranken vom 3. Mai 1979 die Genehmigung erteilt, das nachstehend beschriebene Wappen zu führen. Wappenbeschreibung

„Unter blauem Schildhaupt, darin nebeneinander drei silberne heraldische Lilien, in Silber ein wachsender Bauer mit blauem Mantel, roter Weste, schwarzer Hose und schwarzem Hut, der in der rechten Hand zwei schräg gekreuzte goldene Ähren hält, daneben links ein sechsstrahliger roter Stern.“[13]

Wappengeschichte

Das Wappen wurde aus den Wappen der ehemaligen selbständigen Gemeinden gebildet, die bei der Gemeindegebietsreform bis 1978 zur neuen Großgemeinde Pressig zusammengeschlossen wurden. Der Bauer mit den schräg gekreuzten Ähren entstammt dem historischen Wappen von Rothenkirchen, der rote Stern dem von Pressig. Letzterer verweist auf die Herren von Würtzburg und deren Familienwappen – sie waren früher im Gemeindegebiet die wichtigsten Grundbesitzer. Die Ähren stehen auch noch für Brauersdorf, Eila, Friedersdorf, Grössau und Posseck sowie den landwirtschaftlichen Charakter der Gemeinde. Die drei silbernen heraldischen Lilien im Schildhaupt sind den Wappen der früheren Gemeinden Förtschendorf, Marienroth und Welitsch entnommen und beziehen sich auf das Kirchenpatronat der heiligen Maria in Förtschendorf, den Ortsnamen Marienroth sowie das Kirchenpatronat der heiligen Anna in Welitsch.[13]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

OsterreichÖsterreich Österreich: Die Marktgemeinde unterhält eine Partnerschaft mit Wallern an der Trattnach in Oberösterreich. Gründer waren neben den Vorsitzenden der Soldatenkameradschaften von Rothenkirchen und Wallern, Franz Hofmann und Alois Petermeier, die Bürgermeister von Pressig und Wallern, Josef Wich und Ernst Ottensamer.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herz-Jesu-Kirche Pressig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Herz-Jesu-Kirche in Pressig wurde 1957 erbaut. Sie ist die Hauptkirche der gleichnamigen Pfarrei. Zuvor hatte es seit 1913 eine Notkirche gegeben. Das Bild der Kirche wird durch eine Vielzahl an Mosaikbildern über den Eingangsportalen sowie im Kircheninnenraum geprägt.

St.-Anna-Kirche Welitsch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Kirche St. Anna im Ortskern von Welitsch ist Filialkirche der Pfarrei Herz Jesu Pressig. Der aktuelle Kirchenbau stammt aus den Jahren 1775‒1777.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1. FC Pressig ist ein Fußballverein in der Kreisklasse 3, Kronach

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Pressig-Rothenkirchen und der Haltepunkt Förtschendorf liegen an der Frankenwaldbahn von Lichtenfels nach Saalfeld. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg zweigte dort die Bahnstrecke Pressig-Rothenkirchen–Tettau ab. Bis 1968 existierte in Pressig ein Bahnbetriebswerk, das einen Teil der auf der Frankenwaldbahn eingesetzten Lokomotiven einsetzte. Zu Zeiten des Dampfbetriebs war in Pressig auch die Baureihe 96 stationiert, die größte deutsche Mallet-Lok.

Bis kurz nach Öffnung der innerdeutschen Grenze hielten in Pressig-Rothenkirchen D-Züge von München nach Berlin und Leipzig. Seitdem wird der Ort nur noch von Regionalzügen bedient. 2012 wurde das Bahnhofsgebäude verkauft.

An den überregionalen Straßenverkehr ist der Markt Pressig über die Bundesstraße 85 angebunden, welche durch Pressig, Rothenkirchen und Förtschendorf verläuft.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Pressig als Stützpunktwehr und die Feuerwehren in den umliegenden Ortschaften der Gemeinde.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Markt Pressig gibt es zwei Kindergärten (in Pressig und Rothenkirchen) sowie eine Grund- und Mittelschule. Der Unterricht findet in Pressig und für einige Klassen in Rothenkirchen statt. Die nächsten Realschulen und Gymnasien befinden sich in Kronach.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tankred Dorsts Film Eisenhans (1983) wurde vor allem in Förtschendorf und im zwischen Rothenkirchen und Förtschendorf gelegenen Block Hessenmühle gedreht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Thomas: Bergwanderungen um Pressig - Rothenkirchen. Geologie - Botanik - Geschichte. Jena 1993.
  • Georg Dinkel, Michael Trebes: 100 Jahre Herz Jesu Pressig – Jubiläumsschrift/Pfarrkronik 1913–2013. Katholische Pfarrei Herz Jesu Pressig, 2013.
  • Hans Silbermann: Urkundliche Geschichte der Gemeinde Welitsch im Landkreis Kronach Handschrift, Bamberg 1962

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pressig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Website des Marktes Pressig: Stockheim und Pressig - ein gemeinsames Unterzentrum, abgerufen am 18. April 2014
  3. Markt Pressig: aktuelle Einwohnerzahlen, abgerufen am 24. Februar 2016.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 501.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 689 und 690.
  6. Website des Marktes Pressig: Geschichtliche Beschreibung von Brauersdorf. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  7. Website des Marktes Pressig: Beschreibung von Posseck. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  8. Website des Marktes Pressig: Beschreibung von Rothenkirchen. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  9. Hans Silbermann: Urkundliche Geschichte der Gemeinde Welitsch im Landkreis Kronach Handschrift, Bamberg 1962
  10. Endergebnis Gemeinderatswahl 2008
  11. Vorläufiges Ergebnis zur Gemeinderatswahl im Markt Pressig am 16. März 2014
  12. Endergebnis der Bürgermeisterwahl 2008
  13. a b Haus der Bayerischen Geschichte: Wappen von Pressig, abgerufen am 5. Oktober 2013.