Streitkräfte Serbiens

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Flag of Serbia.svg Streitkräfte Serbiens
Војска Србије/Vojska Srbije
Grb 1.svg
Führung
Oberbefehlshaber: Präsident (derzeit Aleksandar Vučić)
Verteidigungsminister: Verteidigungsminister Nebojša Rodić
Militärischer Befehlshaber: Generalleutnant Ljubiša Diković
Sitz des Hauptquartiers: Belgrad
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 52.000 (2016)[1]
Reservisten: 170.000 (2016)[1]
Wehrpflicht: Freiwilligenarmee
Wehrtaugliche Bevölkerung: 2.755.000 (2016)[1]
Wehrtauglichkeitsalter: 18
Haushalt
Militärbudget: 830 Millionen $ (2016)[1]
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 2,1 % (Fiskaljahr 2009; Schätzung)
Geschichte
Gründung: 2006
Faktische Gründung: 1990

Die Streitkräfte Serbiens (serbisch: Војска Србије/Vojska Srbije) (abgekürzt: ВС/VS) sind aus den Streitkräften Serbien-Montenegros hervorgegangen, welche durch das Unabhängigkeitsreferendum von Montenegro aufhörten zu existieren. In Übereinstimmung mit dem Vertrag, der die Staatenunion 2003 gründete, erhielt Serbien das gemeinsame Verteidigungsministerium, wie durch einen Erlass des serbischen Parlaments am 5. Juni bestätigt. Die Mittel und Anlagen, die Montenegro zugesprochen bekam, wurden in die neu entstandenen Streitkräfte Montenegros eingegliedert.

Zu den grundlegenden Aufgaben des Militärs gehören:

  • Verteidigung Serbiens vor bewaffneten, ausländischen Bedrohungen
  • Die Teilnahme am Prozess des Aufbaus und Friedens in der Region und in der Welt
  • Unterstützung im Fall von Natur- und anderen Katastrophen

Seit 2009 wurde der Umbau der Armee zu einer Berufsarmee betrieben. Am 31. Dezember 2010 endete die Wehrpflicht in Serbien[2]. Serbien ist militärisch bündnisfrei.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Präsident Serbiens (Председник Републике Србије) ist der Oberbefehlshaber der Serbischen Streitkräfte (Врховни командант Војске Србије).

Das Verteidigungsministerium (Министарство одбране Републике Србије) ist der zivile Regierungsorgan, der mit der Verteidigungspolitik des Landes beauftragt ist.

Der Generalstab der Serbischen Streitkräfte (Генералштаб Војске Србије) ist die oberste berufliche Führungsbehörde, die den Präsidenten (in Kriegszeiten) und den Verteidigungsminister (in Friedenszeiten) bei der strategischen Führung der Воjска Србиje unterstützt. Der Chef des Generalstabes (Начелник Генералштаба Војске Србије) ist der dienstälteste serbische Militäroffizier in Dienstgrad von Генерал (Vier-Sterne-General). Der Generalstab ist im Verteidigungsministerium integriert.

Die serbische Armee ist auf drei Ebenen strukturiert:

  • 1. Strategisch - Generalstab der Serbischen Streitkräfte (Генералштаб Војске Србије), Teil des Verteidigungsministeriums
  • 2. Operativ - Teilstreitkraftübergreifendes Einsatzführungskommando (Здружена оперативна команда), Teil des Generalstabes
  • 3. Taktisch - Heeresbrigaden, Luftwaffenbrigaden, Garde, selbstständige Einheiten und verschiedene Zentren

und besteht aus den folgenden Strukturen: Generalstab der Serbischen Streitkräfte (Генералштаб Војске Србије, GS VS)

  • dem Generalstab direkt unterstellte Einheiten (Jединице Генералштаба Воjске Србиjе)
  • Kov vs.PNG Landstreitkräfte Serbiens (Копнена воjска Србиjе, KoВ)
  • V i pvo vs.gif Luftstreitkräfte Serbiens (Ваздухопловство и противваздухопловна одбрана Воjске Србиjе, ВиПВО ВС)
  • KzO VS.gif Ausbildungskommando (Команда за обуку)

Serbisches Heer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Serbisches Heer (buchstäblich Landesheer, oder Копнена Воjска) ist die landesgebundene Komponente der Streitkräfte. Das Heereskommando befindet sich in Niš und wird von einem Befehlshaber in Dienstgrad von Generalleutnant (buchstäblich "General-Oberstleutnant" oder генерал-потпуковник) geführt. Hauptkräfte des Heeres bilden die vier mechanisierte Brigaden. Die Erste Brigade ist im Norden Serbiens im autonomischen Gebiet von Vojvodina stationiert. Die Zweite, Dritte und die Vierte Brigaden sind in der Mitte und im Süden Serbiens stationiert. Nach der Kosovo-Krise und die Sezessi­on dieses Gebietes hat die Regierung Serbiens eine Sicherheitszone der Grenze entlang formiert. Jede der drei Brigaden hat ihren eigenen Grenzabschnitt und stellt Einheiten für diese Aufgaben dar. Speziell als Kommandozentrum für diesen Sicherungseinsatz wurde der Stützpunkt Süd (База Jуг) neben der Stadt von Bujanovac gebildet.

Heereskommando (Команда Копнене Воjске) (Niš)

Abzeichen & Dienstgrade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Februar 2007 wurden die neuen Wappen und die Abzeichen der Streitkräfte Serbiens in der Kommandozentrale in Belgrad vorgestellt. Dieser Tag gilt seitdem als der „Tag der Serbischen Armee“ und ist gleichzeitig der Nationalfeiertag Serbiens (Erster Serbischer Aufstand).

Aktuelle Situation der Marine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weil Serbien der größere Teil der Staatenunion war, behielt es den Großteil der Armee und Luftwaffe. Durch den Wegfall Montenegros wurde Serbien zu einem Binnenstaat. Damit wäre der einzige Einsatzbereich einer Marine die Donau. Bis jetzt wurde noch keine Entscheidung über die Zukunft einer größeren serbischen Marine getroffen. Eine Flussflotte ist bereits vorhanden.

Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landstreitkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

modernisierter serbischer T-72
M-84AS
    • T-72 - 13 (61 T-72M in Reserve)

Die Serbische Armee wird nach der Umstellung vier Panzerbataillone (je 53 Panzer) und 8 mechanisierte Bataillone (je 40 Schützenpanzer) umfassen.

BVP М80А
BOV VP
    • M-80/M-80A - 320 - Schützenpanzer (200+ M-80/A in Reserve)
    • BOV - 137 - Transportpanzer
    • BRDM-2 - 36 - Aufklärungsfahrzeug
    • BTR-50 - 12
    • BOV-VP - 58 (Militärpolizei)
    • Humvee - 21
2S1
    • Geschütze
      • 2S1 (122-mm-Haubitze, Selbstfahrlafette) - 72
      • D30J (122-mm-Haubitze) - 72
      • M46 (130-mm-Haubitze) - 36
      • M84 Nora (152-mm-Haubitze) - 36
  • Mörser
    • M69 (81/82-mm Mörser) - 385
    • M74 (120 mm) - 41
    • M75 (120 mm) - 205
M77 Oganj
Strela 10

Wasserfahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2 Transportboote für Ausrüstung oder Soldaten Typ 411
  • 1 Kommandoschiff und Minenleger RPB-30 „Kozara“
  • 4 Minenräumboote Typ RML - Nestin-Klasse

Flugabwehr/Luftwaffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Luftstreitkräfte Serbiens

Modernisierungspläne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Modernisierungspläne der Serbischen Streitkräfte sehen derzeit vor u. a. die Erneuerung des Transportfuhrparks durch Beschaffung neuer Lastkraftfahrzeuge vom Typ FAP-1118, FAP-3240 und ZK NTV, die Anschaffung von Radpanzern sowie unbemannten Aufklärungsdrohnen vom Typ Vrabac und Pegaz, die Ablösung der rückstoßfreien Geschütze durch die Panzerabwehrlenkwaffe Bumbar sowie neue Kampfflugzeuge, Transporthubschrauber und Transportflugzeuge. Erwogen wird auch die Beschaffung neuer modularer Mehrfachraketenwerfer vom Typ LVRSM sowie die Kampfwertsteigerung der Kampfpanzer M-84 auf die M-2001-Version.

Auslandseinsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einheiten der Serbischen Streitkräfte werden zu friedenserhaltenden und -sichernden Maßnahmen im Rahmen der Vereinten Nationen eingesetzt in:

  • UNMIL in Liberia (UNMIL - United Nations Mission in Liberia)
  • MONUC in Kongo (MONUC - United Nations Mission in the Democratic Republic of Congo)

Zukünftige Einsatzgebiete:

  • ISAF in Afghanistan (ISAF - International Security Assistance Force)
  • UNMIS in Sudan (UNMIS - United Nations Mission in Sudan)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Streitkräfte Serbiens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Military power comparison results for Serbia vs. Algeria. 21. Januar 2016, abgerufen am 7. Januar 2017 (englisch).
  2. http://www.srbija.gov.rs/vesti/vest.php?id=145766