Villegouge

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Villegouge
Vila Goja
Villegouge (Frankreich)
Villegouge
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Gironde
Arrondissement Libourne
Kanton Le Libournais-Fronsadais
Gemeindeverband Fronsadais
Koordinaten 44° 58′ N, 0° 18′ WKoordinaten: 44° 58′ N, 0° 18′ W
Höhe 11–81 m
Fläche 13,84 km2
Einwohner 1.259 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 91 Einw./km2
Postleitzahl 33141
INSEE-Code
Website http://www.villegouge.fr/

Villegouge – Kirche Saint-Pierre

Villegouge (okzitanisch Vila Goja) ist eine südwestfranzösische Gemeinde mit 1259 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Gironde in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Villegouge ist etwa zehn Kilometer in nordwestlicher Richtung von Libourne und etwa 18 Kilometer von Saint-Émilion entfernt; er liegt in einer Höhe von etwa 50 Metern ü. d. M. Die Großstadt Bordeaux befindet sich ca. 36 Kilometer (Fahrtstrecke) südwestlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 709 715 773 968 1.100 1.107 1.155

Im 19. Jahrhundert hatte die Gemeinde konstant zwischen 800 und 900 Einwohner. Die Reblauskrise sowie die zunehmende Mechanisierung der Landwirtschaft führten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem kontinuierlichen Absinken der Einwohnerzahlen bis auf die Tiefststände in den 1960er Jahren. Wegen der relativen Nähe zur Großstadt Bordeaux und den auf dem Lande deutlich niedrigeren Immobilienpreisen ist in den letzten Jahrzehnten ein spürbarer Anstieg der Bevölkerungszahlen zu verzeichnen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villegouge lebte jahrhundertelang von der Landwirtschaft, zu der auch der Weinbau gehörte, der heute die größten Anbauflächen der Gemeinde einnimmt und über die Appellationen Bordeaux (AOC) und Bordeaux Supérieur (AOC) vermarktet wird. Aber auch der Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) trägt zu den Einnahmen der Gemeinde bei.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der mittelalterliche Ortsname lautete Villagosia (‚Stadt der Goten‘), was auf einen möglicherweise westgotischen Ursprung des Ortes hinweist. Spätere Dokumente lassen darauf schließen, dass der Ort während des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Von der ursprünglich spätromanischen Pfarrkirche Saint-Pierre ist nur noch das mehrfach zurückgestufte und im Scheitelpunkt leicht angespitzte Archivoltenportal erhalten, dessen Kapitellschmuck besonders hervorzuheben ist. Im 15. Jahrhundert wurde der Kirchenbau grundlegend erneuert, eingewölbt und durch Strebepfeiler auf der Südseite stabilisiert. Im 19. Jahrhundert ergänzte man ein Querhaus mit seitlichen Apsiden und einen Turm auf der Nordseite. Das Portal ist seit 1908 als Monument Historique anerkannt.[1]
  • Das im Wesentlichen aus dem 18. Jahrhundert stammende, jedoch insgesamt eher schlicht wirkende Château de Pommiers (44° 59′ 16″ N, 0° 19′ 18″ W) befindet sich teilweise auf dem Gebiet der Gemeinde Villegouge und teilweise auf dem der Nachbargemeinde Vérac. Es dient heute als Gestüt und Reiterhof.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes de la Gironde. Flohic Éditions, Band 1, Paris 2001, ISBN 2-84234-125-2, S. 724.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Villegouge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Villegouge, Église Saint-Pierre in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)