Weinähr

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Weinähr
Weinähr
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Weinähr hervorgehoben

Koordinaten: 50° 19′ N, 7° 51′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Bad Ems-Nassau
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 3,41 km2
Einwohner: 438 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 128 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56379
Vorwahl: 02604
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 135
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Adelsheimer Hof 1
56377 Nassau
Website: www.weinaehr.de
Ortsbürgermeister: Christoph Linscheid
Lage der Ortsgemeinde Weinähr im Rhein-Lahn-Kreis
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Über dieses Bild

Weinähr ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau an. Weinähr ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist circa 30 Kilometer südlich von Koblenz und Montabaur, etwa 80 Kilometer nördlich von Frankfurt am Main entfernt. Er liegt somit im Norden von Rheinland-Pfalz und im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland.

Weinähr liegt östlich der Orte Scheuern und Nassau, südlich von Winden, westlich von Dörnberg, nordwestlich von Seelbach und Attenhausen und nördlich von Hollerich und Obernhof.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Weinähr gehört der Ortsteil Eschenau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinähr wurde erstmals im Jahr 1267 in einer Schenkungsurkunde als Anre erwähnt. Zur Gründung trugen die Weinstöcke bei, die als Wein auch noch im Namen erhalten geblieben sind. Schon im 11. Jahrhundert wurde das Kloster Arnstein urkundlich erwähnt, was die erste Ansiedlung im Gebiet gewesen ist. Im 14. Jahrhundert werden urkundlich Mühlen erwähnt, die vom Gelbach durch fünf Mühlräder betrieben worden sind. Zudem entstand 1591 ein Eisenhammer, der Kurtrier abgabenpflichtig war. Zwischen dem Ort und Obernhof war bereits 1589 ein nassau-oranischer Hochofen in Betrieb gegangen, der um 1600 herum stillgelegt und in den 1660er Jahren als Teil der Unternehmungen des wallonischen Hüttenbetreibers Johann Mariot wiedereröffnet wurde.

Weinähr gehörte bis zur Säkularisation 1802 zum Herrschaftsbereich der reichsunmittelbaren Prämonstratenser-Abtei Arnstein. Ab 1806 war der Ort Teil des Herzogtums Nassau, das 1866 von Preußen annektiert wurde.

Am 13. Februar 1945 wurde eine Republic P-47 der US-Streitkräfte über dem Ort abgeschossen. Lieutenant Swope konnte sich mit dem Fallschirm retten. Weinährer Bürger versorgten den Soldaten und retteten ihn vor der Lynchjustiz durch den Ortsgruppenleiter der NSDAP.[3]

Seit 1946 ist der Ort Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Weinähr besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bei den vorhergehenden Wahlen bis 2009 wurden die Ratsmitglieder in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD FWG Gesamt
2019[4] per Mehrheitswahl 8 Sitze
2014[5] per Mehrheitswahl 8 Sitze
2009 2 6 8 Sitze
2004 3 5 8 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister von Weinähr ist Christoph Linscheid. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 91,15 % wiedergewählt.[6]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die 1950er Jahre spielte der Bergbau eine wichtige Rolle. Der Weinbau wurde bereits 1267 erstmals erwähnt. Seit 1971 sind die Lagen unter dem Namen Giebelhöll (1302 „Gyvelhelde“) zu einer Lage zusammengefasst. Die Lahnweine zählen zum Anbaugebiet Mittelrhein. Seit etwa 1920 wurde in großem Stil Erdbeeranbau im „Wein- und Erdbeerdorf“ betrieben. Heute ist auch der Fremdenverkehr ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor der Gemeinde.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weinähr – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Oliver Greifendorf: Kriegsschauplatz Westerwald; ISBN 3-938208-05-8
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2019 Weinähr. Abgerufen am 4. November 2019.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Bad Ems-Nassau, Verbandsgemeinde, 25. Ergebniszeile. Abgerufen am 4. November 2019.