Prath

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Prath
Prath
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Prath hervorgehoben

Koordinaten: 50° 12′ N, 7° 41′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Loreley
Höhe: 280 m ü. NHN
Fläche: 4,33 km2
Einwohner: 292 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56346
Vorwahl: 06771
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 112
Adresse der Verbandsverwaltung: Dolkstraße 3
56346 St. Goarshausen
Website: www.vgloreley.de
Ortsbürgermeister: Stefan Rudolf
Lage der Ortsgemeinde Prath im Rhein-Lahn-Kreis
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Über dieses Bild
Katholische Filialkirche St. Goar

Prath ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Loreley an, die ihren Verwaltungssitz in St. Goarshausen hat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Prath 922. In den nächsten Jahrhunderten war Prath Teil des Bopparder Reiches. Als die Reichsstadt Boppard im Jahr 1327 ihre Reichsunmittelbarkeit verlor und durch König Heinrich VII. an seinen Bruder, den Erzbischof Balduin von Trier, verpfändet wurde, gelangte Prath ebenfalls an das Kurfürstentum, welchem es bis 1803 angehörte. Deswegen wurde dort nie die Reformation eingeführt.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Ort fast gänzlich zerstört, später wieder neu aufgebaut. Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 wurde der Ort dem Herzogtum Nassau zugeschlagen.[2]

Nach dem Ende des Deutschen Krieges 1866 wurden Nassau und somit auch Prath von Preußen annektiert.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde Prath im Rahmen der Alliierten Rheinlandbesetzung bis 1929 von französischen Truppen besetzt.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Ort am 26. März 1945 von amerikanischen Truppen eingenommen. Ab Juni 1945 gehörte er zur französischen Besatzungszone und ab 1946 zum Land Rheinland-Pfalz. Seit 1969 gehört er zum Rhein-Lahn-Kreis.

Seit 1972 ist Prath Teil der Verbandsgemeinde Loreley.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1745 waren zwischen Prath und Ehrenthal Erzgänge entdeckt worden, die 1769 zur Gründung der Sachsenhäuser Hütte führten, welche später mit anderen Gruben, auch auf der anderen Rheinseite, unter dem Namen Grube Gute Hoffnung konsolidiert wurde und bis 1961 Blei- und Zinkerze abbaute.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Prath besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bei den Wahlen bis 2009 wurden die Ratsmitglieder in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD FWG Gesamt
2019[3] per Mehrheitswahl 8 Sitze
2014[4] per Mehrheitswahl 8 Sitze
2009 5 3 8 Sitze
2004 3 5 8 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stefan Rudolf wurde am 23. Juni 2020 Ortsbürgermeister von Prath.[5] Zuvor hatte er schon seit Herbst 2019 als damaliger Beigeordneter die Amtsgeschäfte geführt, da der gewählte Bürgermeister Edgar Rudolf im September 2019 überraschend verstorben war.[6] Da sich für die geplante Direktwahl am 12. Januar 2020 kein Bewerber fand, sah die Gemeindeordnung stattdessen eine Wahl durch den Gemeinderat vor.[7] Dieser entschied sich einstimmig für Stefan Rudolf.[6]

Sein Vorgänger Edgar Rudolf hatte das Amt von 1994 bis 2009, und erneut von 2014 bis zu seinem Tod am 12. September 2019 ausgeübt.[8] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er noch mit einem Stimmenanteil von 73,08 % in seinem Amt bestätigt.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Prath
Blasonierung: „Schild gespalten, vorne in blauem, mit goldenen Schindeln bestreutem Feld ein rotbewehrter und -gezungter goldener Löwe, hinten in Silber ein rotes Balkenkreuz, belegt mit einem goldenen Kelch.“[10]

Das Wappen wurde am 11. April 1978 genehmigt.

Wappenbegründung: Die territoriale Zugehörigkeit von mehr als 500 Jahren findet ihren Niederschlag im Prather Gemeindewappen. Der Löwe des Herzogtums Nassau steht dabei für eine kurze, doch prägende Epoche, denn der Ort war von 1803 bis 1866 nassauisch. Die vorangegangenen 450 Jahre gehörte er zum Kurfürstentum Trier, das weltliche und kirchliche Macht in einer Hand vereinte und mit dem roten Balkenkreuz dargestellt wird. Der goldene Kelch verweist auf den Schutzpatron von Kirche und Gemeinde, den hl. Goar, der mit diesem Attribut in der St. Goarer Stiftskirche dargestellt wird.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mineralien- und Bergbaumuseum
Helmut Kaspar
  • Katholische Filialkirche St. Goar. Dreiachsiger Saalbau, erbaut 1803 von Ludwig Rausch, der Dachreiter wurde nach einem Brand 1889 errichtet. Nach Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Inneneinrichtung in barocker Form wiederhergestellt. Der marmorne Aufsatz des Hochaltars stammt vom Ende des 17. Jahrhunderts, die hölzernen Zutaten aus dem späten 18. Jahrhundert. Die Kanzel ist von 1760.[11]
  • 2001 wurde der Bergbau- und Landschaftspfad Wellmich-Prath-Ehrenthal, ein 5 km langer Bergbaulehrpfad, eingerichtet.[12]
  • Mineralien- und Bergbaumuseum Helmut Kaspar. Kleines Museum mit umfangreicher Mineraliensammlung sowie Objekten zum Bergbau.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Prath – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2020, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Verbandsgemeinde Loreley: Chronik. Abgerufen am 3. Januar 2018.
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2019 Prath. Abgerufen am 2. November 2019.
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Stefan Rudolf: Gemeinderatssitzung. 23. Juni 2020. In: Infos aus der Verbandsgemeinde Loreley, Ausgabe 25/2020. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 20. September 2020.
  6. a b Stefan Rudolf: Bürgermeisterwahl. In: Infos aus der Verbandsgemeinde Loreley, Ausgabe 28/2020. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 20. September 2020.
  7. Stefan Rudolf: Amtliche Bekanntmachung des Wahlleiters für die Wahl der Ortsbürgermeisterin / des Ortsbürgermeisters der Ortsgemeinde Prath. In: Infos aus der Verbandsgemeinde Loreley, Ausgabe 49/2019. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 20. September 2020.
  8. Stefan Rudolf, Werner Groß: Nachruf Edgar Rudolf. In: Infos aus der Verbandsgemeinde Loreley, Ausgabe 39/2019. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 20. September 2020.
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Loreley, Verbandsgemeinde, 15. Ergebniszeile. Abgerufen am 2. November 2019.
  10. Wappenbuch der Verbandsgemeinde Loreley, 1994.
  11. Die Katholische Dorfkirche zu Prath Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz, regionalgeschichte.net
  12. Bergbau- und Landschaftspfad Wellmich-Prath-Ehrental Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz, regionalgeschichte.net
  13. Mineralien- und Bergbaumuseum Helmut Kaspar, Prath Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal