Sauerthal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Sauerthal
Sauerthal
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Sauerthal hervorgehoben
50.0859257.8215833333333208Koordinaten: 50° 5′ N, 7° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Loreley
Höhe: 208 m ü. NHN
Fläche: 3,57 km²
Einwohner: 163 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65391
Vorwahl: 06726
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 122
Adresse der Verbandsverwaltung: Dolkstraße 3
56346 St. Goarshausen
Webpräsenz: www.vgloreley.de
Ortsbürgermeister: Stefan Vohs
Lage der Ortsgemeinde Sauerthal im Rhein-Lahn-Kreis
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Über dieses Bild

Sauerthal ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Loreley an, die ihren Verwaltungssitz in St. Goarshausen hat.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt im Tiefenbachtal im Taunus direkt an der hessischen Grenze. Zu Sauerthal gehören auch die Wohnplätze Grube Nordstern, Hof Oders, Hof Sauerberg und die Sauerburg.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

1291 wurde der Ort „Surenburn“ beim Verkauf von Rechten und Gütern der Grafen von Sponheim an die Pfalzgrafen erstmals erwähnt. Um 1355 erbaute Pfalzgraf Ruprecht die Sauerburg, die 1689 von Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. zerstört wurde.

Schieferprobe des Bergwerkes Nordstern & Marcellus

In mehreren Gruben in Ortsnähe fand Schieferbergbau statt. Abgebaut wurden die Lagerstätten des Kauber Zuges z.B. in den Gruben Hundsberg (bis 1926), Stirn, Leda, Fortuna und Jakobine & Beharrlichkeit (alle bis 1950), Nordstern & Marcellus sowie Wilhelmine (beide bis 1953). Mit Schließung der Grube Heppenberg (1975) endete der Schieferbergbau in Sauerthal.[3][4]

Die Reichsfreiherrn von Sickingen erbten im Jahr 1692 die Herrschaft, die nach kurzer französischer Besatzung 1806 durch die Rheinbundakte in den Besitz des Herzogtums Nassau kam. Im Herzogtum Nassau wurde es dem Amt Caub zugeordnet, das 1816 im Amt St. Goarshausen aufging. Mit Schreiben vom 25. Oktober 1808 hob Nassau auch die Patrionmonialgerichtsbarkeit des Grafen von Sickingen auf. Dies wurde jedoch nicht durchgesetzt. Faktisch übte der Gerichtshalter des Grafen bis zu seinem Tode im Jahr 1818 die Gerichtsbarkeit erster Instanz aus. Über die Entschädigungssumme und die Übernahme der Schulden des Grafen von Sickingen durch das Herzogtum kam es am 15. Dezember 1815 zu einem Vergleich. Nach weiteren Verhandlungen wurde am 17. Dezember 1825 einseitig durch Nassau eine Entschädigungsrente von 267,33 Gulden festgesetzt. Der hoch verschuldete Graf lehnte dies ab. Nachdem Franz von Sickingen als letzter seines Geschlechtes am 25. November 1834 starb wurde die Summe an dessen Gläubiger, den Freiherren Karl von Gemmingen am 1. Mai 1841 ausgezahlt.[5]

Nach der Annexion des Herzogtums Nassau 1866 durch das Königreich Preußen wurde der Ort preußisch.

Nach dem Ersten Weltkrieg befand sich der Ort während der alliierten Rheinlandbesetzung in einem schmalen Korridor zwischen den rechtsrheinischen Brückenköpfen der Amerikaner um Koblenz und der Franzosen um Mainz. Das Gebiet bestand bis zur militärischen Besetzung durch Frankreich im Jahr 1923 als Freistaat Flaschenhals.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Ort in der Französischen Besatzungszone direkt an der Zonengrenze zu dem von den Amerikanern besetzten Hessen und ist seit 1946 Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Sauerthal besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Anna Sauerthal
Grabmal des Reichsgrafen Franz von Sickingen († 1834)
  • Kath. Pfarrkirche St. Anna. Barocke Saalkirche von 1748 mit dreiseitigem Chorschluss und achteckigem Dachreiter.
  • Neugotisches Grabmal des Reichsgrafen Franz von Sickingen († 1834) auf dem Friedhof von Sauerthal, errichtet vom Historiker und Lehrer Karl Rossel
  • Sauerbrunnen in der Ortsmitte
  • Nahe dem Ort steht die Sauerburg.

Siehe auch:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sauerthal – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 46 (PDF; 2,3 MB)
  3. Frank und Ralf Staudt Schieferbergbau um Kaub in: Bergbau im Rhein-Lahn-Kreis, Herausgeber: Kreisverwaltung Rhein-Lahn, 1994
  4. Dachschieferbergbau im Westtaunus Uwe Nohl
  5. Harry Münzing: Die Mediatisierung der ehemaligen reichsunmittelbaren Standesherren und Reichsritter im Herzogtum Nassau. Diss, 1980, S. 118–119, 161–162
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen