Reitzenhain (Taunus)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Reitzenhain
Reitzenhain (Taunus)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Reitzenhain hervorgehoben
Koordinaten: 50° 9′ N, 7° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Loreley
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 5,66 km2
Einwohner: 331 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56357
Vorwahl: 06771
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 115
Adresse der Verbandsverwaltung: Dolkstraße 3
56346 St. Goarshausen
Webpräsenz: www.vgloreley.de
Ortsbürgermeister: Rüdiger Geisel
Lage der Ortsgemeinde Reitzenhain im Rhein-Lahn-Kreis
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Über dieses Bild

Reitzenhain ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Loreley an, die ihren Verwaltungssitz in St. Goarshausen hat.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Reitzenhain gehören auch die Wohnplätze Bogeler Mühle und Heppenhofmühle.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort gehörte zur Niedergrafschaft Katzenelnbogen und war damit Teil des Besitzes der Grafen von Katzenelnbogen. Nach deren Aussterben 1479 fiel das Gebiet an die Landgrafschaft Hessen. 1527 führte Landgraf Philipp I. die Reformation ein. Nach seinem Tod 1567 zerfiel das Haus Hessen in mehrere Linien. Ruppertshofen wurde Hessen-Rheinfels zugeschlagen, fiel aber 1583 an Hessen-Kassel. Während des Dreißigjährigen Krieges kurzfristig von Hessen-Darmstadt besetzt, fiel es 1648 wieder an Hessen-Kassel.

Zwischen 1806 und 1813 war die Niedergrafschaft und somit Reitzenhain von Frankreich besetzt und verwaltet (pays réservé de Catzenellenbogen). Nach dem Wiener Kongress wurde es infolge eines Tauschgeschäftes 1816 dem Herzogtum Nassau zugeschlagen. Infolge des Deutschen Krieges 1866 wurde das Herzogtum und somit auch Reitzenhain von Preußen annektiert. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Gebiet bis 1929 von Frankreich besetzt.

Am 26. und 27. März 1945 wurde der Ort von amerikanischen Truppen eingenommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte der Ort zur französischen Besatzungszone. Seit 1946 gehört er zum Bundesland Rheinland-Pfalz, seit 1969 zum Rhein-Lahn-Kreis, seit 1972 zur Verbandsgemeinde Loreley.

Am 24. August 2012 mussten alle 324 Einwohner des Ortes wegen des Fundes einer Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg evakuiert werden.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Reitzenhain besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[4]

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 2009: Klaus Itzel
  • ab 2009: Rüdiger Geisel

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Reitzenhain (Taunus)
Blasonierung: „Unter einem durch Zinnenschnitt rot-silbernen geteilten Schildhaupt in Grün zwischen zwei goldenen Eichblättern mit einer goldenen Eichel ein goldener Kuckuck.“[5]

Das Wappen wurde am 8. April 1991 genehmigt.

Wappenbegründung: Der rot-silberne Zinnenschnitt im Wappen der Gemeinde Reitzenhain stellt den historischen Bezug zur hessischen Landesherrschaft her, besonders zur Linie Rheinfels-Rotenburg, die von 1648 bis 1794 bestand. Das Grün des Wappengrundes symbolisiert als Farbe des Waldes die Ortsnamenssilbe Hain, während die Darstellung des Vogels in der volkstümlichen Bezeichnung Reitzenhainer Kuckuck begründet ist.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reitzenhain (Taunus) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017[veraltet], S. 45 (PDF; 1,9 MB).
  3. Michael Stoll: Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg in Reitzenhain gefunden – Eine Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist vom Kampfmittelräumdienst auf einem Acker in Reitzenhain gefunden worden. in Rhein-Zeitung vom 24. August 2012
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Wappenbuch der Verbandsgemeinde Loreley, 1994