Marienfels

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Marienfels
Marienfels
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Marienfels hervorgehoben
Koordinaten: 50° 14′ N, 7° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Nastätten
Höhe: 210 m ü. NHN
Fläche: 3,84 km2
Einwohner: 295 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56357
Vorwahl: 06772
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 084
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 1
56355 Nastätten
Webpräsenz: www.marienfels.de
Ortsbürgermeister: Daniel Kupp
Lage der Ortsgemeinde Marienfels im Rhein-Lahn-Kreis
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Marienfels ist eine Ortsgemeinde im Taunus im (Rhein-Lahn-Kreis) in Rheinland-Pfalz am früheren Obergermanischen Limes gelegen. Hier befand sich ein römisches Kleinkastell mit Badeanlagen. Marienfels gehört der Verbandsgemeinde Nastätten an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marienfels liegt im Miehlener Grund im westlichen Hintertaunus im Tal des Mühlbach. Zu Marienfels gehören auch die Wohnplätze Fasanenhof, Haus im Seien, Käsmühle und Kaltenbornermühle.[2]

Nachbarorte sind Hunzel (nordöstlich), Miehlen (südlich), Ehr (westlich), Geisig (nordwestlich) und Berg (nördlich).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde bereits im Jahr 915 erstmals urkundlich als comitatus Marvels (Grafschaft Marienfels) erwähnt und gehörte zum Vierherrengebiet auf dem Einrich, dessen Richtstätte er auch war.[3] 1538 wurde im Vierherrischen die Reformation eingeführt. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges zogen verschiedene Truppen durch das Vierherrische und den gesamten Einrich, also auch durch Marienfels. Als es 1626 zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt kam, wurde auch Marienfels in Mitleidenschaft gezogen, ebenso, als die Schweden in den 1630er Jahren durch den Einrich zogen und die Ehrenbreitstein bei Koblenz belagerten. Marienfels kam im 2. Nastätter Rezeß vom 9. Dezember 1775 zum „Dreiherrischen“, also zu Nassau. Während des ersten Koalitionskrieges quartierten sich abwechselnd französische, österreichische und preußische Truppen in Marienfels ein, wobei es auch zu Plünderungen kam. Marienfels wurde im Zuge der napoleonischen Neuordnung durch die Rheinbundakte im Jahre 1806 vom Herzogtum Nassau übernommen. In die Jahre zwischen 1806 und den Befreiungskriegen 1813/1814 fallen bedeutende wirtschaftliche und politische Reformen: Eine eingeführte allgemeine Besteuerung beseitigte alte Privilegien, 1809 wurde die körperliche Züchtigung als Strafe (bei Erwachsenen) abgeschafft, 1808 war schon die Leibeigenschaft abgeschafft worden. Auch kam es zu Schulreformen.[4] Bei der Schlacht von Waterloo (1815) kämpften folgende Marienfelser in einem nassauischen Regiment auf preußischer Seite: Johann Heinrich Ludwig, Johann Gottfried Weis und Phil. Adam Kaiser.

Nachdem Nastätten und einige, in der napoleonischen Zeit zu Frankreich gehörende Orte, an Nassau gefallen waren, wurde Marienfels Teil des neu geschaffenen Amtes Nastätten. Infolge des Deutsch-deutschen Krieges fiel 1866 Nassau an Preußen, nach der Annexion durch Preußen war der Ort von 1866 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau. 1885 kam Marienfels zum Kreis St. Goarshausen. Infolge des Ersten Weltkrieges besetzten französische Truppen den Ort in den Jahren 1918/1919. Am 27. März 1945 wurde der Ort von amerikanischen Truppen befreit.[4] Er kam 1946 zum Land Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Marienfels, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[5][1]

Jahr Einwohner
1815 263
1835 287
1871 311
1905 304
1939 304
1950 325
Jahr Einwohner
1961 310
1970 294
1987 304
1997 368
2005 352
2016 295

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Marienfels besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[6]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dorfkirche steht auf einem Felsen, der neben dem Mühlbach emporragt. In der kleinen ehemals katholischen und heute evangelischen Kirche befinden sich zahlreiche mittelalterliche Holztafelgemälde und die bekannte Maria mit dem Steinpilz, den sie in der Hand trägt und der als Symbol der Fruchtbarkeit galt.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Marienfels

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marienfels liegt an der L 335 Lahnstein – Nastätten – Hessen.

Der Rhein- Lahn Kreis ist Mitglied im Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM), dessen ÖPNV-Tarifgebiet einen großen Teil des nördlichen Rheinland-Pfalz umfasst.

Durch Marienfels führt der Deutsche Limes-Radweg. Er folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Marienfels stand ein 1971 errichtetes und 2004 von Unbekannten zerstörtes Denkmal für die Waffen-SS, das seit 2003 Zielort mehrerer rechtsextremer Kundgebungen und Aufmärsche ist. Anfang 2006 geriet das eingelagerte Denkmal erneut in die Schlagzeilen, als ein geplanter Wiederaufbau auf dem Privatgrundstück des Neonazis Thorsten Heise in Fretterode bekannt wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimann, Richard (2006): Marienfels – der Mythos eines Ortes: vom Altertum bis in unsere Tage. Marienfels. 140 S.
  • Heimann, Richard (2005): Marienfels, der Römerort hinter dem Limes. In: Rhein-Lahn-Kreis (Hrsg.): Heimatjahrbuch 2005. Rhein-Lahn-Kreis, Bad Ems, S. 56ff.
  • Menche, Robert und Heimann, Richard (1990): Marienfels Geschichte des Dorfes, Marienfels 1990, hrsg. Ortsgemeinde Marienfels

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marienfels – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017[Version 2018 liegt vor.], S. 44 (PDF; 1,9 MB).
  3. Johann Martin Cremer: Origines Nassoicae. II, Schirmer, Wiesbaden 1779, S. 56.
  4. a b Alfred Menche, Richard Heimann: Marienfels Geschichte des Dorfes. Hrsg.: Ortsgemeinde Marienfels. 1. Auflage. Marienfels 1990, S. 210.
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen