Oberneisen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Oberneisen
Oberneisen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Oberneisen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 20′ N, 8° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Hahnstätten
Höhe: 135 m ü. NHN
Fläche: 4,54 km2
Einwohner: 764 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 168 Einwohner je km2
Postleitzahl: 65558
Vorwahl: 06430
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 102
Adresse der Verbandsverwaltung: Austraße 4
65623 Hahnstätten
Webpräsenz: www.oberneisen.de
Ortsbürgermeister: Peter Pelk (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Oberneisen im Rhein-Lahn-Kreis
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Über dieses Bild

Oberneisen ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hahnstätten an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberneisen liegt im Taunus am Bach Aar acht Kilometer südlich von Limburg an der Lahn. In Oberneisen münden in die Aar der südöstlich von Kaltenholzhausen entspringende Kaltenbach sowie die kleineren Fließgewässer Welsbach (von Lohrheim her kommend) und der Herbach (von Mensfelden her kommend).

Zu Oberneisen gehören auch die Wohnplätze Herbachmühle, Hof Seiters, Kalkwerk und Wirthmühle.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberneisen wurde 790 erstmals in einer Schenkungsurkunde Karls des Großen als Nasonia urkundlich erwähnt. Diese Urkunde dokumentiert die Schenkung Oberneisens sowie mehrerer umliegender Dörfer an die Abtei Prüm. Der Ort gehörte zunächst dem Lahngau an, später der daraus hervorgehenden Grafschaft Diez. Ab dem 15. Jahrhundert splitterte die Landesherrschaft über Oberneisen zwischen dem Haus Nassau, Eppstein, Katzenelnbogen, der Landgrafschaft Hessen und Kurtrier auf.

Für 1092 ist ein Gericht in Oberneisen nachgewiesen. Am Ende des 13. Jahrhunderts wurde der Ort Sitz eines Kirchspiels, dem mehrere umliegende Dörfer angehörten. Ab 1334 sind Schultheiße in Oberneisen verbürgt, ab 1412 Heimberger.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort vollständig zerstört und später wieder aufgebaut. Im Zuge der napoleonischen Neuordnung durch die Rheinbundakte wurde Oberneisen im Jahre 1806 vom Herzogtum Nassau übernommen. Nach der Annexion durch Preußen war der Ort von 1866 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau und kam danach zum Land Rheinland-Pfalz.

In Oberneisen befindet sich die Ruine der Vogtei Oberneisen. Das Rittergeschlecht hatte die Vogtei des Stifts St. Alban vor Mainz inne. Erhalten geblieben sind nur die Grundmauern des einst vierstöckigen Turms.

Zwischen 1569 und 1620 erteilte der Pfarrer im Ort erstmals Schulunterricht. 1632 wurde das erste Schulhaus erbaut, in das bis 1819 Schüler aus dem gesamten Kirchspiel gingen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

893 ist erstmals eine Mühle bei Oberneisen erwähnt.

In der Gemarkung Oberneisen fand der Abbau von Roteisenstein und Phosphorit statt. Bergbau muss es bereits vor 1648 gegeben haben, da in diesem Jahr erstmals der Flurname "In der Eysengrub" auftaucht. Tatsächlicher Tiefbergbau begann erst deutlich später in der Grube Rothenberg, von der Reste von Betriebsgebäuden und der Halden noch erhalten sind. Fundstücke von Manganspat/Himbeerspat (Rhodochrosit) aus der aktiven Bergbauzeit sind in Wiesbaden im Museum Wiesbaden zu sehen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1529 sind 29 Haushalte in Oberneisen verbürgt, 1588 119 Einwohner und 1684 nach dem Dreißigjährigen Krieg nur noch 15 bewohnte Häuser. 1716 ist die Einwohnerzahl wieder mit 194 angegeben, darunter erstmals auch zwei Juden. 1800 wurden 263 Einwohner gezählt.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Oberneisen besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[3]

Wahl SPD FBL Gesamt
2014 8 4 12 Sitze
2009 8 4 12 Sitze
2004 8 4 12 Sitze
  • FBL;Freie Bürgerliste Oberneisen e.V.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Oberneisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenseite der erhaltenen Wand eines Wohnturmes von Burg Oberneisen.
Die Ev. Kirche in Oberneisen

Das 1288 erstmals erwähnte Bauwerk war der Sitz der Herren von Nesen. Von der Burg ist lediglich die frühere westliche Außenwand, eine etwa 20 Meter lange, ein Meter dicke und vier Stockwerke hohe Mauer, die sich gegenüber der Rundkirche befindet, erhalten.

Evangelische Kirche Oberneisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz vor 881 hat die Abtei Prüm eine Kirche in Oberneisen errichten lassen. Zwischen 1021 und 1031 wurde ein Nachfolgebau geweiht. Auf ihn folgte ein Kirchenbau, von dem ein heute noch vorhandener, spätromanischer Turm stammt. 1525 wurde der Chor der Kirche komplett neu errichtet, 1733 das gesamte Gebäude grundlegend instand gesetzt. 1815 wurde das Gebäude bis auf den alten Turm abgerissen.

Von 1816 bis 1819 wurde eine neue Rundkirche im klassizistischen Stil, geplant von Friedrich Ludwig Schrumpf und finanziert von den Gemeinden Lohrheim, Netzbach und Oberneisen, gebaut. Der romanische Westturm wurde in den Neubau mit einbezogen. Die „Dom des Aartals“ genannte Kirche ist, soweit bekannt, die einzige Rundkirche nördlich der Alpen, in der sich der Altar in der Mitte des Raums befindet. Der runde Altar besteht aus einer Marmorplatte mit 1,75 Metern Durchmesser. Die Kirche hat im Erdgeschoss 230 Sitzplätze und bietet auf der Empore weiteren 350 Menschen Platz.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Oberneisen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westlich des Orts verläuft in Nord-Süd-Richtung die B 54. Die nächstgelegenen Autobahnanschlussstellen sind an der A 3 in Limburg, etwa neun Kilometer nordöstlich von Oberneisen. Oberneisen hat einen Bahnhof an der auf diesem Streckenabschnitt seit 1986 für den Personenverkehr stillgelegten Aartalbahn. Der nächstgelegene Fernbahnhof ist der Bahnhof Limburg Süd. Im Dezember 2014 soll die Aartalbahn auf dem Streckenabschnitt von Limburg nach Zollhaus für den ÖPNV mit einem Stundentakt reaktiviert werden. Oberneisen wird voraussichtlich ein Haltepunkt werden[4].

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Oberneisen befindet sich südlich vom ehemaligen Bahnhof der Aartalbahn in der sogenannten Erbslöhalle der Betriebshof des Arbeitskreises Aartalbahn, von dem aus Draisinenfahrten auf der Aartalbahn angeboten werden, die alljährlich von mehreren Tausend Besuchern genutzt werden [5].

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Becker (* 24. Oktober 1895; † 4. Oktober 1976 in Diez), Politiker, Mitglied des Rheinland-Pfälzischen Landtags

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oberneisen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 42 (PDF; 2,16 MB)
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. Beschluss des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz-Nord (PDF-Datei; 145 kB)
  5. arbeitskreis-aartalbahn.de: Offizielle Internetpräsenz des Arbeitskreises Aartalbahn