Westerau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Westerau
Westerau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Westerau hervorgehoben
Koordinaten: 53° 47′ N, 10° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Stormarn
Amt: Nordstormarn
Höhe: 13 m ü. NHN
Fläche: 15,38 km2
Einwohner: 747 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km2
Postleitzahl: 23847
Vorwahl: 04539
Kfz-Kennzeichen: OD
Gemeindeschlüssel: 01 0 62 083
Adresse der Amtsverwaltung: Am Schiefen Kamp 10
23858 Reinfeld (Holstein)
Website: www.amt-nordstormarn.de
Bürgermeisterin: Petra Jürß (KWV)
Lage der Gemeinde Westerau im Kreis Stormarn
HamburgKreis Herzogtum LauenburgKreis OstholsteinKreis SegebergLübeckAhrensburgAhrensburgAmmersbekBad OldesloeBadendorfBargfeld-StegenBargteheideBarnitzBarsbüttelBraakBrunsbekDelingsdorfElmenhorst (Stormarn)Elmenhorst (Stormarn)FeldhorstGlindeGrabau (Stormarn)GrandeGrönwohldGroßensee (Holstein)GroßhansdorfHambergeHamfelde (Stormarn)HammoorHeidekampHeilshoopHohenfelde (Stormarn)HoisdorfJersbekKlein WesenbergKöthel (Stormarn)LasbekLütjenseeMeddewadeMönkhagenNeritzNienwohldOststeinbekPölitzRausdorf (Holstein)RehhorstReinbekReinfeld (Holstein)Rethwisch (Stormarn)RümpelSiek (Holstein)StapelfeldSteinburg (Stormarn)Tangstedt (Stormarn)TodendorfTravenbrückTremsbüttelTrittauTrittauTrittauWesenberg (Holstein)WesterauWitzhaveZarpenKarte
Über dieses Bild

Westerau ist eine Gemeinde im Norden des schleswig-holsteinischen Kreises Stormarn in Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westerau wurde erstmals 1310 urkundlich genannt.

Der Name der Gemeinde könnte entstanden sein, weil von Westen her eine Au führt, die das Dorf in zwei Hälften teilt. Karten aus dem 17. Jahrhundert zeigen, dass die Au von vielen Teichen umgeben war. Der größte dieser Teiche, der bis heute erhalten geblieben ist, ist der sogenannte Dorfteich. Zusammen mit dem Denkmal, dem Feuerwehrhaus, dem aufwändig restaurierten Resthof (Familie Ahrens/Warnke), sowie dem gemeindeeigenen Kindergarten bildet der Dorfteich den Mittelpunkt von Westerau.

Die Geschichte des Dorfes ist stark mit der Stadt Lübeck verknüpft. 1461 kauften zwei Lübecker Kaufleute, Andreas Geverdes und Gerd von Lenten, das Dorf. Sie vermachten das Dorf einer Stiftung zu ihrem Gedächtnis und zur Unterstützung Bedürftiger. Seit der Reformation wird diese Stiftung von der Stadt Lübeck gemeinsam mit der Korporation der Gewandschneider, seit Mitte des 19. Jahrhunderts gemeinsam mit der Kaufmannschaft zu Lübeck verwaltet; das Dorf wurde so zu einem der Stadtstiftsdörfer. Noch heute gehören etliche Hektar Wald dieser Westerauer Stiftung.

1928 wurden Ahrensfelde und die Gutsbezirke Trenthorst und Wulmenau eingemeindet.

Ahrensfelde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahrensfelde wurde erstmals 1555 als abgabenpflichtiges Dorf des Adligen Gutes Wulmenau urkundlich erwähnt. Die Leibeigenschaft wurde erst 1805 aufgehoben. Mit der endgültigen Einführung der preußischen Kommunalverfassung 1889 kam die Landgemeinde zum Amtsbezirk Klein Wesenberg. Im Jahre 1928 erfolgte die Eingemeindung nach Westerau. Die Gemeinde hatte damals 72 Einwohner. Ahrensfelde liegt südlich von Westerau Mitte und ist ca. 1,6 km vom Zentrum entfernt.

Trenthorst / Wulmenau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gutshaus Trenthorst

Trenthorst und Wulmenau (vormals Wolwenowe) sind zwei Ortschaften eines ehemaligen Herrengutes und zählt zu den sogenannten „Lübschen Gütern“. 1555 wurden die Güter Trenthorst und Wulmenau durch Heirat als Besitz des Lübecker Ratsherrn Franz von Stiten vereint.[2]

Das Gut Trenthorst / Wulmenau hat heute eine Größe von 590 ha, davon sind 70 ha Wald (Söhren, Peerhagen). Ein Großteil der Gebäude und die Ländereien werden seit 2000 durch das Thünen-Institut für Ökologischen Landbau bewirtschaftet.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung und Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl am 6. Mai 2018 besteht die Gemeindevertretung von Westerau aufgrund der gesunkenen Einwohnerzahl nur noch aus neun Sitzen. Hiervon errang die Wählergemeinschaft KWV sechs Sitze und die Wählergemeinschaft BIW drei Sitze.[4] Bürgermeisterin ist Petra Jürß (KWV).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Grün und Blau durch einen leicht gesenkten silbernen Wellenbalken geteilt. Oben vier an den Halmen durch einen Knoten verbundene, nach außen herabhängende goldene Ähren, unten ein goldener Karpfen.“[5]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Westerau stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Sport stehen Beachvolleyball-, Tennis- und Fußballplätze zur Verfügung.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Veräußerung ehemals gemeindeeigener Schulen in Westerau und Wulmenau schloss sich die Gemeinde den Schulverbänden Bad Oldesloe und Reinfeld an.

Für die vier Ortsteile wurde ein gemeindlicher Kindergarten gebaut.

Windpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1997 gibt es in Westerau einen Windpark aus sechs Windrädern, der in der Bevölkerung nicht unumstritten ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lissy Rienhoff: Westerau im Rad der Geschichte. 1993.
  • Karl Soll: Die Geschichte des Stiftungsdorfes Westerau. Lübeck 1915.
  • Gerhard Schneider: Die Westerauer Stiftung. In: Der Wagen 1966, S. 94–98.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Westerau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2018 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Jensen: Trenthorst - Zur Geschichte der Lüb'schen Güter. Karl Wachholtz Verlag, Neumünster 1956
  3. Größer, K. und B. Günther (2015): Trenthorst 1900–2015. FOELT, Trenthorst, 978-3-86576-149-1, 92 Seiten
  4. Gemeinderäte ordnen sich neu. Lübecker Nachrichten, 26. Mai 2018, abgerufen am 14. Oktober 2018.
  5. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein