Ammersbek

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ammersbek
Ammersbek
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ammersbek hervorgehoben
Koordinaten: 53° 41′ N, 10° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Stormarn
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 17,71 km²
Einwohner: 9669 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 546 Einwohner je km²
Postleitzahl: 22949
Vorwahlen: 040, 04102, 04532
Kfz-Kennzeichen: OD
Gemeindeschlüssel: 01 0 62 090
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Gutshof 3
22949 Ammersbek
Webpräsenz: www.ammersbek.de
Bürgermeister: Horst Ansén (SPD)
Lage der Gemeinde Ammersbek im Kreis Stormarn
Hamburg Kreis Herzogtum Lauenburg Kreis Ostholstein Kreis Segeberg Lübeck Ahrensburg Ahrensburg Ammersbek Bad Oldesloe Badendorf Bargfeld-Stegen Bargteheide Barnitz Barsbüttel Braak Brunsbek Delingsdorf Elmenhorst (Stormarn) Elmenhorst (Stormarn) Feldhorst Glinde Grabau (Stormarn) Grande Grönwohld Großensee (Holstein) Großhansdorf Hamberge Hamfelde (Stormarn) Hammoor Heidekamp Heilshoop Hohenfelde (Stormarn) Hoisdorf Jersbek Klein Wesenberg Köthel (Stormarn) Lasbek Lütjensee Meddewade Mönkhagen Neritz Nienwohld Oststeinbek Pölitz Rausdorf (Holstein) Rehhorst Reinbek Reinfeld (Holstein) Rethwisch (Stormarn) Rümpel Siek (Holstein) Stapelfeld Steinburg (Stormarn) Tangstedt (Stormarn) Todendorf Travenbrück Tremsbüttel Trittau Trittau Trittau Wesenberg (Holstein) Westerau Witzhave ZarpenKarte
Über dieses Bild

Ammersbek ist eine Gemeinde am Nordostrand von Hamburg im Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein und gehört zur Metropolregion Hamburg.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Ammersbek wurde nach einem kleinen Fluss benannt, der durch ihr Gebiet fließt. Dieses Gewässer bildet sich nördlich der Lübecker Straße auf halbem Wege zwischen Hoisbüttel und Rehagen/Schäferdresch aus dem Zusammenfluss des aus Bargteheide kommenden Bunsbach und der in Ahrensburg entstehenden Hunnau. Im Hamburger Stadtteil Duvenstedt mündet die Ammersbek in die Alster.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ammersbek besteht aus den fünf Ortsteilen Lottbek, Bünningstedt, Hoisbüttel, Rehagen/Schäferdresch und Daheim/Heimgarten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde entstand am 1. Januar 1978 durch den Zusammenschluss von Bünningstedt und Hoisbüttel,[2] die zuvor das Amt Bünningstedt gebildet hatten.

Lottbek

Lottbek ist ein erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstandener Ortsteil, der nach einem Zufluss der Bredenbek, die in die Alster mündet, benannt ist.

Die Entwicklung zu einer dichteren Ansiedlung ist durch die Einrichtung der U-Bahnhaltestelle Hoisbüttel (für das etwa 1,5 km entfernte, damals preußische Dorf Hoisbüttel), die im Zuge der Verlängerung der 1924 eröffneten Walddörferbahn nach der damaligen Hamburger Exklave Ohlstedt erfolgte, begünstigt worden.

Inzwischen ist dieser Ortsteil der Gemeinde Ammersbek um den U-Bahnhof Hoisbüttel und an der Grenze zu Hamburg-Bergstedt in großstädtischer Manier bebaut und der am dichtesten besiedelte.

Um Plänen für eine Erweiterung der Siedlungsfläche und der Bebauung der letzten Naherholungs- und Grünflächen dieses Ortsteils entgegenzuwirken, hat sich 2007 die Bürgerinitiative „Lebenswertes Lottbek“ (BILL) gebildet.

Bünningstedt

Bünningstedt wurde erstmals 1314 urkundlich erwähnt. 1442 kaufte das Zisterzienserinnen-Kloster Reinbek das Dorf, das es 1567 zusammen mit der Klostervogtei Woldenhorn an die Familie Rantzau verkaufte. Diese gliederte es in das Adlige Gut Ahrensburg ein. 1765 wurde Bünningstedt verkoppelt, die Leibeigenschaft wurde 1788 aufgehoben. Nach Einführung der preußischen Kommunalverfassung kam der Ort 1889 zum Amtsbezirk Ahrensburg und 1931 zum Amtsbezirk Bergstedt. Als dieser 1937 infolge des Groß-Hamburg-Gesetzes aufgelöst wurde, ging Bünningstedt zu Ahrensburg zurück.

In den 1930er Jahren begann der Ort sich vom Bauerndorf zur Hamburger Vorstadt zu wandeln. Die Siedlungen Daheim und Heimgarten entstanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Amtsbezirk in das Amt Ahrensburg umgewandelt, aus dem Bünningstedt aber bereits 1951 ausschied und mit Hoisbüttel das Amt Bünningstedt bildete. In der Folgezeit entstanden die Siedlungen Rehagen, Schäferdresch und Bramkamp, die sich aus Wohnstätten für Heimatvertriebene und ausgebombte Hamburger entwickelten. Zum Zeitpunkt des Zusammenschlusses mit Hoisbüttel hatte Bünningstedt 3386 Einwohner.

Hoisbüttel

Hoisbüttel wurde erstmals 1262 urkundlich genannt. 1396 wurde das Dorf geteilt: In der einen Hälfte entstand das holsteinische Adlige Gut Hoisbüttel. Der andere Teil ging im Jahr 1437 an Hamburg, und er bildete eines der hamburgischen Walddörfer. Seit Ende des 17. Jahrhunderts ist im holsteinischen Teil eine Schule nachgewiesen. Die Verkoppelung fand dort 1792 statt.

1803 kam auch die hamburgische Dorfhälfte zu Holstein und gehörte − wie auch das Gut − zum alten landesherrlichen Amt Tremsbüttel. Beide Dorfteile blieben jedoch verwaltungsmäßig bis 1926 selbständig. Seit der Gründung der preußischen Provinz Schleswig-Holstein im Jahr 1867 gehören beide Teile von Hoisbüttel zum Kreis Stormarn. Sie kamen mit Einführung der preußischen Kommunalverfassung 1889 zum Amtsbezirk Bergstedt. Als dieser aufgrund des Groß-Hamburg-Gesetzes 1937 aufgelöst wurde, kam die nunmehr wiedervereinigte Landgemeinde zum Amtsbezirk Ahrensburg. 1951 schied Hoisbüttel aus dem Amt Ahrensburg aus und bildete mit Bünningstedt das Amt Bünningstedt, aus dem 1978 die Gemeinde Ammersbek entstand. Zum Zeitpunkt des Zusammenschlusses mit Bünningstedt hatte Hoisbüttel 4351 Einwohner.

Der Schüberg in der Gemeinde Ammersbek

Im Ortsteil Hoisbüttel liegt das Naturschutzgebiet Heidkoppelmoor und Umgebung. Das eigentlich Moor ist eine so genannte Zwischenmoorsenke mit angrenzenden Feuchtgrünlandflächen, die vielen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat bieten. Außerdem stehen auch die umgebenden Wiesen-, Wald- und Weideflächen unter Schutz. Das Gebiet steht seit 1995 unter Naturschutz.

Der Schüberg ist eine ca. 63 m hohe Endmoräne der letzten Eiszeit − er steht unter Naturschutz. Die Bedeutung des Schübergs für die Gemeinde Ammersbek und deren Bewohner zeigt sich im Wappen der Gemeinde Ammersbek. Südöstlich vom Schüberg liegt der Bredenbeker Teich.

Zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen hat der Schüberg beschäftigt: Im Sommer 1989 trafen sich auf Anregung von Doris Cordes-Vollert[3] neun Künstler auf dem Schüberg, um miteinander über das Verhältnis Kunst-Natur-Mensch nachzudenken und zu arbeiten. Das Ergebnis wurde unter dem Titel Nunatak Projekt Schüberg: Die Natur sprechen lassen auf Einladung der Kulturstiftung Stormarn (heute Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn) auf dem Schüberg und im Dorfgemeinschaftshaus „Pferdestall“ gezeigt. 1992 traf sich auf dem Schüberg und im Haus am Schüberg ebenfalls unter der Leitung von Doris Cordes-Vollert eine Künstlergruppe aus Norddeutschland mit Künstlern aus Japan und Korea zu einem Internationalen Natur-Kunst-Symposion mit dem Titel Kunst zur Natur, mit der Natur, in der Natur.

Der U-Bahnhof Hoisbüttel ist eine U-Bahn-Station der U1 (Norderstedt MitteOhlstedt), die im benachbarten Ortsteil Lottbek liegt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl 2013[4]
 %
40
30
20
10
0
37,5 %
28,6 %
17,2 %
8,6 %
8,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,4 %p
+2,0 %p
-4,0 %p
+1,8 %p
+4,7 %p
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Die 21 Sitze in der Gemeindevertretung verteilen sich seit der Kommunalwahl am 26. Mai 2013 folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:[5]

Bürgervorsteherin ist Ingeborg Reckling (SPD).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber unter zwei nebeneinander stehenden, giebelständigen roten Häusern auf einem grünen Hügel, der mit einem goldenen Hufeisen belegt ist, drei grüne Bäume.“[6]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl im Ortsteil Hoisbüttel als auch im Ortsteil Bünningstedt gibt es eine Grundschule.

Die Fahrbücherei im Kreis Stormarn fährt im 3-Wochen-Rhythmus 20 Haltepunkte in allen Ortsteilen von Ammersbek an.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ammersbek ist über den U-Bahnhof Hoisbüttel der U1 (Norderstedt-Mitte – Ohlstedt/Großhansdorf) und Busse an den ÖPNV des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) angebunden. Die ehemalige Bundesstraße 434 schließt die Gemeinde an das überregionale Straßennetz an.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ammersbek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2014 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 187.
  3. Doris Cordes-Vollert (Hrsg.): Nunatak die Natur sprechen lassen. Sautter + Lackmann, Hamburg 1989, ISBN 3-88920-010-9, S. 112.
  4. http://www.ammersbek.de/files/rathaus-politik/Wahlen/Kommunalwahl_2013/Vergleich_Ergebnis_Gemeindewahl_2008_2013.pdf
  5. Ergebnis der Gemeindewahl 2013 – Sitzverteilung (PDF; 143 kB), abgerufen am 21. Juni 2013
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  7. http://www.bz-sh.de/prog/fahrplan2014/fahrplan_bib.php?sigel=659