Pölitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Pölitz
Pölitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pölitz hervorgehoben
Koordinaten: 53° 46′ N, 10° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Stormarn
Amt: Bad Oldesloe-Land
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 12,97 km2
Einwohner: 1180 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km2
Postleitzahl: 23847
Vorwahlen: 04531, 04539
Kfz-Kennzeichen: OD
Gemeindeschlüssel: 01 0 62 056
Adresse der Amtsverwaltung: Mewesstraße 22-24
23843 Bad Oldesloe
Webpräsenz: www.gemeinde-poelitz.de
Bürgermeister: Martin Beck (CDU)
Lage der Gemeinde Pölitz im Kreis Stormarn
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Über dieses Bild

Pölitz ist eine Gemeinde im Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein in der Nähe von Bad Oldesloe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pölitz war seit 1472 ein Lübsches Stadtstiftsdorf und mit seinen dreizehn Voll-, fünf Halb-, sieben Viertelhufen und elf Katen das größte Dorf im Besitz des Lübecker Heiligengeist-Hospitals. Um 1900 gab es hier drei Ziegeleien, die den lehmhaltigen Boden nutzten. Nachdem die alte Schule zu klein geworden war, wurde 1962 ein Schulneubau errichtet, der bereits 1973 durch den Anschluss an die Dörfergemeinschaftsschule in Bad Oldesloe überflüssig wurde und seither als Gemeindezentrum dient.

Am 1. Januar 1976 wurde die Gemeinde Schulenburg mit ihren Ortsteilen Hohenholz (Gut), Schmachthagen und Schwienköben eingemeindet.

Hohenholz

Hohenholz gehörte ursprünglich als Meierhof zum Gut Schulenburg. 1803 wurde es von diesem abgetrennt und selbst zum Adligen Gut erhoben. Nach der Annexion Schleswig-Holsteins durch Preußen 1867 und Einführung der preußischen Kommunalverfassung 1889 kam der Gutsbezirk Hohenholz zum Amtsbezirk Krummbek. Bei der Auflösung der Gutsbezirke 1928 wurde Hohenholz mit dem Gutsbezirk Schulenburg und der Gemeinde Schmachthagen zur neuen Landgemeinde Schulenburg vereinigt. Hohenholz hatte damals 45 Einwohner.

Schmachthagen

Schmachthagen war mit dem Ortsteil Schwienköben das dienstpflichtige Bauerndorf des adligen Gutes Schulenburg. Als der Gutsbezirk Schulenburg und der davon 1803 abgetrennte Gutsbezirk Hohenholz 1928 ihre kommunalpolitische Eigenständigkeit verloren, wurde aus ihnen und der Gemeinde Schmachthagen (mit Schwienköben) die Gemeinde Schulenburg gebildet. 1925 hatte Schmachthagen 247 Einwohner.[2]

Schulenburg

Auf dem Gebiet des adligen Gutes Schulenburg stand noch im 15. Jahrhundert ein Bauerndorf mit Namen Schulendorf. Gutsuntertan waren die Dörfer Schmachthagen und Schwienköben. Es gehörte bis in die frühe Neuzeit zum Gut Altfresenburg und wurde spätestens Anfang des 17. Jahrhunderts davon getrennt. Etwa 1550 gelangte es in den Besitz der Familie von Ahlefeldt, 1641 an die Familie von Plessen. Im Jahre 1738 erwarb es Freiherr von Pechlin, holsteinischer Diplomat am Hof von St. Petersburg, der es aber bereits 1763 an den General Nikolaus von Luckner verkaufte. 1803 teilte dessen Sohn die Meierhöfe Hohenholz und Krummbek vom Gut ab und verkaufte sie als eigenständige adlige Güter. Dadurch verkleinerte sich das Gutsareal von ca. 600 auf 220 Hektar. Das 1912 errichtete Herrenhaus wurde 1968 verkauft und dient heute als Pflegeheim, das Rittergut gehört noch den Grafen Luckner.

Als die Gutsbezirke Schulenburg und Hohenholz 1928 ihre kommunalpolitische Eigenständigkeit verloren, gingen sie zusammen mit der Gemeinde Schmachthagen (mit Schwienköben) in der neu geschaffenen Gemeinde Schulenburg auf. Nachdem die im Ortsteil Schmachthagen gelegene Schule noch 1961 um eine zweite Klasse erweitert und umfassend renoviert worden war, erfolgte 1973 der Anschluss an die Dörfergemeinschaftsschule in Bad Oldesloe. Seitdem dient das Schulgebäude kulturellen Zwecken.

Am 1. Januar 1976 wurde Schulenburg nach Pölitz eingemeindet.[3]

Schwienköben

Schwienköben gehörte ursprünglich gemeinsam mit Schmachthagen als gutsuntertanes Bauerndorf dem Gut Schulenburg und ging 1928 als Ortsteil der Gemeinde Schmachthagen mit den Gütern Hohenholz und Schulenburg in der neu geschaffenen Gemeinde Schulenburg auf.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 neun Sitze und die SPD zwei.

Bürgermeister ist Martin Beck (CDU).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Durch einen silbernen Wellenbalken von Blau und Rot geteilt. Oben vier goldene Weizenähren, unten eine silberne Urne.“[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Granitquaderbrücke über die Barnitz (Lage) ist das einzige in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragene Kulturdenkmal in Pölitz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Lehrer und Biologe Friedrich Junge (1832–1905) wurde in Pölitz geboren.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pölitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Gerhard Schulz, Das Amt Bad Oldesloe-Land, Bad Oldesloe 1987.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 187.
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein