Glött

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Wappen Deutschlandkarte
Glött
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Glött hervorgehoben

Koordinaten: 48° 30′ N, 10° 29′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Dillingen an der Donau
Verwaltungs­gemeinschaft: Holzheim
Höhe: 449 m ü. NHN
Fläche: 10,99 km2
Einwohner: 1121 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 102 Einwohner je km2
Postleitzahl: 89353
Vorwahl: 09075
Kfz-Kennzeichen: DLG, WER
Gemeindeschlüssel: 09 7 73 133
Gemeindegliederung: 5 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hochstiftstr. 2
89438 Holzheim
Website: www.glött.de
Erster Bürgermeister.: Friedrich Käßmeyer (CSU / CWV)
Lage der Gemeinde Glött im Landkreis Dillingen an der Donau
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Über dieses Bild

Glött ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau, die am gleichnamigen Fluss liegt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat fünf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Das ehemalige Dorf Glöttweiler ist mit Glött baulich zusammengewachsen.

Es gibt nur die Gemarkung Glött.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältesten Bodenfunde Glötts entstammen der Bronzezeit, ein früherer an der Vituskirche eingemauerter Votivstein römischen Ursprungs scheint jedoch fremden Ursprungs, also angetragen zu sein.

Das Dorf wurde 1150 zum ersten Mal als „Glette“ erwähnt. Der Name des Dorfs leitet sich vom gleichnamigen Fluss ab, der durch das Dorf fließt. Er ist germanischen Ursprungs und bedeutet so viel wie „die Glatte“, oder „die Glänzende“.

Die älteste Nennung der des heutige Gemeindeteil Glöttweiler stammt aus dem Jahr 1423. Der Gemeindeteil Heudorf wird 1400 erstmals genannt. 1303 erscheint der Weiler der späteren Feldbachmühle und 1356 die Breitwiesmühle.

Das Dorf war zunächst der Sitz eines niederen Adelsgeschlechtes. Im 14. Jahrhundert hielten die Herren von Burgau die Herrschaft inne. Deren Nachfolger waren unter anderem die Güsse von Güssenburg, die Schloss und Herrschaft 1537 an Anton Fugger verkauften. Unter Johann Ernst Fugger (1590 bis 1639) entstand dann die Linie Fugger-Glött.

Die Herrschaft der Fugger ist für die geschichtliche Entwicklung der Gemeinde Glött von ausschlaggebender Bedeutung geworden. Zeitweilig gehörten auch die Ortschaften Dürrlauingen, Winterbach, Windhausen, Hafenhofen[4] und Baumgarten zur Herrschaft. Das Oberamt Glött war außerdem Sitz eines fürstlichen Herrschaftsgerichtes. 1848 ist es völlig erloschen. 1786 und ebenso 1818 wird Glött als Markt bezeichnet, ein Beleg dafür, dass es damals eine wirtschaftliche Vorrangstellung in der Region eingenommen hat. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern, die Fugger-Glött unterwarfen sich 1806 freiwillig. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

1869 wurde das einstige Wasserschloss in eine Versorgungs- und Pflegeanstalt umgewandelt. Welches heute zur Regens-Wagner-Stiftung gehört.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1970: 0956 Einwohner
  • 1987: 1099 Einwohner
  • 1991: 1173 Einwohner
  • 1995: 1144 Einwohner
  • 2000: 1130 Einwohner
  • 2005: 1125 Einwohner
  • 2010: 1098 Einwohner
  • 2015: 1101 Einwohner

Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 1129 auf 1105 um 24 Einwohner bzw. um 2,1 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Holzheim.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Gemeinderatswahlen 2002, 2008, 2014 und 2020 entfielen alle zwölf Sitze auf die Einheitsliste CSU/CWV.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit Mai 1990 Friedrich Käßmeyer (CSU/Christliche Wählervereinigung);[6] dieser wurde am 15. März 2020 mit 83,5 % für weitere sechs Jahre bestätigt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Glött
Blasonierung: „In Blau ein mit drei gestürzten roten Sparren belegter goldener Pfahl, beseitet von je einer goldenen heraldischen Lilie.“[7]
Wappenbegründung: Im Jahr 1537 erwarb Anton Fugger Schloss und Ort Glött. Unter Johann Ernst Fugger (1590 bis 1639) entstand die Linie Fugger-Glött. Diese führte neben den Fuggerschen Lilien auch einen goldenen Pfahl mit drei gestürzten roten Sparren im Wappen. Diese Wappenfigur stammt aus dem Wappen der Herren von Bollweiler, deren Besitz durch Erbgang 1655 ebenfalls an die Fugger überging. Glött wurde Sitz eines Ober- oder Pflegamtes. Unter der Herrschaft der Fugger sind Marktrechte für 1786 und 1818 nachweisbar.

Dieses Wappen wird seit 1966 geführt.

Bau- und Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 77 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 406. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 32 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 919 ha, davon waren 678 ha Ackerfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortskern von Glött befindet sich eine Kinderkrippe und ein Kindergarten. In der Kinderkrippe werden 10 Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren betreut und den Kindergarten besuchen 22 Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahre (Stand Juli 2020).[8]

Zusammen mit dem Markt Aislingen und der Gemeinde Holzheim bildet Glött den Schulverband „Am Aschberg“. Dieser trägt die im Holzheimer Gemeindeteil Weisingen gelegene Grund- und Mittelschule am Aschberg (auch Aschbergschule genannt). Insgesamt werden dort 291 Schüler in 15 Klassen unterrichtet (Stand September 2020).[9]

Erneuerbare Energien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2007 wurde in Glött die erste Windkraftanlage im Landkreis Dillingen errichtet. Es handelt sich dabei um eine Enercon E-53 mit Nabenhöhe 73 m, Rotordurchmesser 53 m und einer Leistung von 800 kW.[10]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nächstgelegene Bahnhöfe sind Dillingen (Donau) und Lauingen an der Bahnstrecke Ingolstadt–Neuoffingen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siggi Schwarz (* 1958 in Glött), Gitarrist, Musikproduzent und Konzertveranstalter

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Glött – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-003r Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtag (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Glött in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 31. August 2019.
  3. Gemeinde Glött, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 10. Dezember 2021.
  4. Schieche, Thomas: Geschichte von Hafenhofen, haldenwang-hw.de, https://www.haldenwang-hw.de/geschichte/hafenhofen.html, abgerufen am 13. Februar 2021.
  5. Geschichte der Gemeinde Glött, Artikel auf www.gloett.eu, Stand vom 29. Juli 2015, abgerufen am 10. Februar 2021.
  6. Bürgermeister. Gemeinde Glött, abgerufen am 28. März 2021.
  7. Eintrag zum Wappen von Glött in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  8. Kindergarten und Kinderkrippe Glött: Volles Haus und neue Gesichter. In: Augsburger Allgemeine, erschienen am 1. Juli 2020, abgerufen am 12. September 2020.
  9. Fakten zur Grund- und Mittelschule am Aschberg in Weisingen, abgerufen am 12. September 2020.
  10. Archivlink (Memento des Originals vom 28. Juni 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.windkraft-gloett.de