Édith Cresson

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Édith Cresson, 2007
Édith Cresson, 2007

Édith Cresson (* 27. Januar 1934 in Boulogne-Billancourt bei Paris) ist eine französische Politikerin. Sie war die erste Frau im Amt des französischen Premierministers und bekleidete dieses Amt knapp elf Monate lang.

Cresson ist bekannt für offen ausgesprochene, kontroverse, gelegentlich undiplomatische Äußerungen. Sie steht den angelsächsischen Nationen kritisch gegenüber und verurteilt die Kultur und Völker der USA, Großbritanniens und Deutschlands. Häufig beschrieb sie Homosexualität als ein großes angelsächsisches Problem mit geringer Relevanz für Frankreich. Ihre scharfe Kritik an japanischen Handelspraktiken brachte ihr den Ruf ein, eine harsche Rhetorik zu benutzen, die hart am Rande des Rassismus stehe (wenn sie soweit ging, Japaner mit Ameisen zu vergleichen).

Ihre politische Karriere, der sie schließlich selbst durch ungeschickt offene Korruption ein Ende setzte, verdankt sie in erster Linie ihrem Mentor, dem Vorsitzenden der Parti socialiste français (PS) und späteren französischen Staatspräsidenten, François Mitterrand, zu dem ihr auch eine außereheliche Affaire nachgesagt wurde. Im Juli 2006 stellte der EuGH fest, dass Cresson als EU-Kommissarin pflichtwidrig gehandelt hatte und bestätigte damit die Korruptionsvorwürfe wegen der Anstellung eines befreundeten Zahnarztes als Berater durch Cresson. Entgegen der Empfehlung des EuGH-Generalanwaltes, der das Gericht üblicherweise folgt, wurde gegen Cresson keine Sanktion in Form einer Pensionskürzung verhängt, da die bloße Feststellung der Schuld in diesem Fall bereits als angemessene Strafe betrachtet wurde. Der EuGH stellte damit im ersten und bisher einzigen Fall gerichtlich bestätigter Korruption durch ein Kommissionsmitglied klar, dass der Rechtsverletzer unter Umständen mit keinen weiteren Konsequenzen zu rechnen hat.

In der letzten Zeit ist Cresson, ansonsten in der Öffentlichkeit seit ihrem Ausscheiden aus der Europäischen Kommission sehr zurückhaltend, wieder vereinzelt aufgetreten, um die Präsidentschaftskandidatur Ségolène Royals im Jahr 2007 zu unterstützen.

Cresson ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Studium

[Bearbeiten] Politische Karriere

[Bearbeiten] Politische Mandate

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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