Alpbach

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Bach in Bayern siehe Alpbach (Tegernsee)
Alpbach
Wappen von Alpbach
Alpbach (Österreich)
Alpbach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kufstein
Kfz-Kennzeichen: KU
Fläche: 58,38 km²
Koordinaten: 47° 24′ N, 11° 57′ O47.39853333333311.943905555556975Koordinaten: 47° 23′ 55″ N, 11° 56′ 38″ O
Höhe: 975 m ü. A.
Einwohner: 2.572 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 6236
Vorwahl: 05336
Gemeindekennziffer: 7 05 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Alpbach 168
6236 Alpbach
Website: www.alpbach.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Markus Bischofer (OLA)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
7 OLA (Offene Liste Alpbach)

6 Alpbacher Liste
1 Bürgerliste Alpbach
1 Unabhängige Alpbacher

Lage der Gemeinde Alpbach im Bezirk Kufstein
Alpbach Angath Angerberg Bad Häring Brandenberg Breitenbach am Inn Brixlegg Ebbs Ellmau Erl Kirchbichl Kramsach Kufstein Kundl Langkampfen Mariastein Münster Niederndorf Niederndorferberg Radfeld Rattenberg Reith im Alpbachtal Rettenschöss Scheffau am Wilden Kaiser Schwoich Söll Thiersee Walchsee Wildschönau Wörgl Tirol (Bundesland)Lage der Gemeinde Alpbach im Bezirk Kufstein (anklickbare Karte)
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Alpbach
Alpbach
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Alpbach (mundartlich Åibåch) ist eine Gemeinde im Bezirk Kufstein in Tirol in Österreich mit 2572 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Rattenberg.

Geografie[Bearbeiten]

Gratlspitze von der Südseite mit der Gemeinde Alpbach im Vordergrund

Alpbach liegt in den Kitzbüheler Alpen im inneren Alpbachtal am Fuß des 1898 Meter hohen Gratlspitz. Der Ortsteil Inneralpbach (mundartlich Innătåi) bildet den Talschluss.

Der Große Galtenberg mit seinen 2424 m ü. A. liegt am südlichen Talschluss von Alpbach und ist vom Ortsteil Inneralpbach aus zu erreichen. Zwischen Alpbach und Reith im Alpbachtal liegt im Südwesten das Wiedersberger Horn mit einer Höhe von 2127 m ü. A., welches touristisch sowohl im Winter als Skigebiet als auch im Sommer genutzt wird. Der Schatzberg im Osten trennt mit seinen 1898 m ü. A. Alpbach von der Wildschönau.

Katholische Pfarrkirche St. Oswald

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind: Brixlegg, Hart im Zillertal, Hopfgarten im Brixental, Reith im Alpbachtal, Stumm, Wildschönau.

Brixlegg
Reith im Alpbachtal Nachbargemeinden Wildschönau
Hart im Zillertal Stumm Hopfgarten im Brixental

Geschichte[Bearbeiten]

Urkundlich erstmals 1240 erwähnt, war das Dorf bis in die 1920er Jahre ohne Straßenverbindung ins Inntal und behielt dadurch lange Traditionen und Brauchtum bei. Jedoch zeugt der Fund einer Bronzeaxt, die auf die mittlere Bronzezeit (1600–1250 v. Chr.) datiert wurde, von einem bereits früheren Aufenthalt von Menschen in Alpbach. Namen von gelegenen Örtlichkeiten wie Greit und Mareit lassen auch auf eine Besiedelung in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt schließen, da auch Funde im Nachbarort Reith im Alpbachtal auf eine römische Besiedelung hinweisen.[1] Eine Rolle spielte die Almwirtschaft und der Bergbau, der im 15. Jahrhundert seinen Höhepunkt erreichte. Besonders Kupfer, aber auch Silber wurden hauptsächlich in Stollen rund um die Gratlspitze abgebaut, wobei die ältesten überlieferten Angaben über den Bergbau in Alpbach im Salbuch von 1416 enthalten sind.[1]

Die Handelsfamilie Fugger aus Augsburg übernahm neben dem Bergbau in Kitzbühel und Schwaz auch den Bergbau in Alpbach. Sitz des Berggerichts sowie der fuggerischen Verwaltung war der Böglerhof. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Bergbau jedoch aufgrund geringer Erträge wieder eingestellt.[2]

In den 1930er Jahren wurde der Ort vom Fremdenverkehr entdeckt. Eine schon 1953 beschlossene Bauordnung schrieb traditionelles Bauen im Holzstil vor, was das Entstehen von großen, das Ortsbild verändernden Hotelbauten verhinderte, wie sie andernorts in Tourismusregionen zu finden sind. Die Gemeinde erhielt für ihre Bemühungen die Auszeichnungen „Schönstes Dorf Österreichs“ und „Schönstes Blumendorf Europas“.
In Alpbach sind circa 22 Bauernhöfe als Erbhöfe geführt, was bedeutet, dass jeder dieser Bauernhöfe für mindestens 200 Jahre hindurch im Besitz derselben Familie war. Dabei wurden hauptsächlich nur Vererbungen in männlicher Linie beachtet, mit einem Landesgesetz von 1957 wurde jedoch auch die weibliche Erbfolge stillschweigend anerkannt.[1][3]

Name und Etymologie[Bearbeiten]

Alpbach [ˈalpax] wird mundartlich als Åibåch (Bairische Umschrift) [ˈɔɪ̯b̥ɔx] und seine Bewohner als Åibékchă [ˈɔɪ̯b̥ɪkxɐ] bezeichnet.

Der Name Alpbach leitet sich von der Alp, nicht jedoch von Bach ab. Vielmehr ist -ach hier ein Kollektivsuffix, sodass Alpbach als „Ansammlung von Almen“ verstanden werden kann. Erstmals genannt wurde der Ort ca. 1150 (fraglich) und 1231-1234, wo er auch Alpach geschrieben wurde. Allerdings wurde schon im Hochmittelalter das Wort „Bach“ eingekreuzt (erstmals 1300 als Alppach, später auch Altpach). Heute ist der Bach auch im Gemeindewappen vertreten. Er ist in Silber gehalten, um den ehemaligen Bergbau in der Region zu symbolisieren, während das Grün die fruchtbaren Almen darstellt.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Alpbach
  • Katholische Pfarrkirche zu Ehren des Hl. Oswalds mit umliegendem Ortsfriedhof. Kennzeichnend für den Ortsfriedhof ist das einheitliche Erscheinungsbild der Grabstätten, wobei schmiedeeiserne Kruzifixe über den Gräbern errichtet worden sind bzw. errichtet werden.
  • Vollholzhäuser: Sehenswert sind die Vollholzhäuser, die im Sommer mit Blumen reichlich geschmückt werden, und weiters die Bauernhöfe an den Hängen
  • Hof Vorderunterberg: als Bergbauernmuseum eingerichtet
  • Congress Centrum Alpbach: 1999 wurde das Congress Centrum Alpbach eröffnet, das sich harmonisch in die Landschaft einfügt. Ein Großteil des Gebäudes wurde in den Hang eingebettet

Europäisches Forum Alpbach[Bearbeiten]

Congresscentrum Alpbach

Das Europäische Forum wurde im August 1945 von Otto Molden und Simon Moser als Europäische Hochschulwochen gegründet und wird seit 1955 als Europäisches Forum Alpbach geführt. Es vereint internationale Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik, darunter auch mehrere Nobelpreisträger jährlich im Spätsommer im Congress Centrum Alpbach beim Europäischen Forum Alpbach.

Tourismus und Sport[Bearbeiten]

Das ganze Jahr über finden im Congress Centrum Tagungen und Kongresse statt.

Der Ort bietet verschiedene Sportmöglichkeiten:

Im Sommer: Wandern, Nordic Walking, Inline-Skating, Mountainbiken, Trekking, Rafting, Angeln, Canyoning, Reiten, Tennis, (Asphalt-)Stockschießen, Bogenschießen, Fitnesstraining, Gleitschirmfliegen, Jagen, Klettern

Im Winter: Skifahren im Skigebiet am Wiedersberger Horn, Langlaufen, Eisstockschießen, Rodeln, Skitourengehen

Musik[Bearbeiten]

Bekannt ist Alpbach auch für seine Volksmusikanten. Erwähnenswert ist hier vor allem Peter Moser, der mit viel Einsatz für den Erhalt von unzähligen Liedern und Weisen im Alpenraum eintrat. Weiteren Bekanntheitsgrad erlangte Alpbach und das Alpbachtal als Drehort der Fernsehserie Wildbach.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Tourismus besetzt in Alpbach eine besondere Position. Neben dem Kongress- und dem Sommertourismus spielt vor allem der Wintertourismus mit dem Schigebiet am Wiedersberger Horn sowie Langlaufloipen und einer Rodelbahn eine wichtige Rolle. Abseits des Tourismus sind auch Kleinbetriebe wie Tischlereien, Zimmereien oder eine Schmiede wichtige Arbeitgeber im Ort.

Grab von Erwin Schrödinger

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Personen mit Bezug zur Gemeinde[Bearbeiten]

  • Erwin Schrödinger (1887–1961), Physiker und Wissenschaftstheoretiker, Nobelpreisträger der Physik 1933. Erwin Schrödinger verbrachte die letzte Zeit seines Lebens in Alpbach und ist auf eigenen Wunsch am Dorffriedhof begraben.
  • Eduard Wallnöfer, ehemaliger Landeshauptmann von Tirol. Ehrenbürger der Gemeinde seit 1974.[5]
  • Wendelin Weingartner, ehemaliger Landeshauptmann von Tirol. Ehrenbürger der Gemeinde seit 1999.[5]
  • Erhard Busek, Ehrenpräsident des Europäischen Forums Alpbach. Ehrenbürger der Gemeinde seit 2012.[5]

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alpbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Wolfgang Pfaundler, Johann Zellner: Alpbach - Das schönste Dorf Österreichs - Kultur und Geschichte einer Tiroler Berggemeinde. 1 Auflage. Gemeinde Alpbach, Alpbach 1994.
  2. Die Geschichte Alpbachs. Abgerufen am 28. April 2014.
  3. Erbhöfe 1932 - 2011. (PDF) . Abgerufen am 28. April 2014.
  4.  Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl: Die Gemeindenamen Tirols. Herkunft und Bedeutung. Universitätsverlag Wagner, 2009, ISBN 978-3-7030-0449-0, S. 275-277.
  5. a b c Ehrenträger. Abgerufen am 30. Mai 2014.