Erl (Tirol)

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Wappen Karte
Wappen von Erl
Erl (Österreich)
DEC
Erl
Basisdaten
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Bundesland Tirol
Politischer Bezirk Kufstein (KU)
Fläche 27,0 km²
Koordinaten 47° 41′ N, 12° 11′ O47.68166666666712.180833333333476Koordinaten: 47° 40′ 54″ N, 12° 10′ 51″ O
Höhe 476 m ü. A.
Einwohner 1470 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte 54 Einwohner je km²
Postleitzahl 6343
Vorwahl 05373
Gemeindekennziffer 7 05 10
AT335
Adresse der
Gemeindeverwaltung
Dorf 39
6343 Erl
Offizielle Website
Politik
Bürgermeister Georg Aicher-Hechenberger (GFE)
Gemeinderat (2004)
(13 Mitglieder)
6 (GFE), 4 (Liste Erl),
2 (ÜWE) 1 (SPÖ)
Lage der Gemeinde Erl
Karte
Erl in Tirol mit Kranzhorn
Erl in Tirol mit Kranzhorn
Erl in Tirol vom Kalvarienberg
Erl in Tirol vom Kalvarienberg

Erl ist eine Gemeinde im Bezirk Kufstein des Bundeslandes Tirol (Österreich).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lage

Erl liegt im Unterinntal, etwa 15 km nördlich von Kufstein, direkt an der Grenze zu Bayern. Im Westen ist die Gemeindegrenze gebildet durch den Inn, im Norden und Osten durch die Staatsgrenze. Somit ist Erl an drei Seiten von Bayern umgeben. Erl ist die nördlichste und zugleich tiefstgelegene Gemeinde in Tirol. 476 m, rund 1450 Einwohner.

Der Inn verläuft zwischen Kufstein und Erl als Grenzfluss und verlässt erst in Erl Tirol komplett. Nicht wie oft fälschlich behauptet in Kufstein.

[Bearbeiten] Ortsteile (von Süden nach Norden)

Zollhaus, Schönau, Mühlgraben, Steigental, Ober- und Unterweidau, Jauch, Baderbühel, Dorf, Winkl, Rainerried, Erlerberg, Ober- und Unterscheiben, Öd und Schwaigen.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Aschau im Chiemgau, Flintsbach am Inn, Niederndorf, Niederndorferberg, Nußdorf am Inn, Oberaudorf, Samerberg.

[Bearbeiten] Geschichte

Erl, in römischer Zeit ein Landgut, wahrscheinlich das Praedium Aurelianum (Besitz des Aurelianus), gehört zu den ältesten Dörfern des Inntales. Die erste römische Besiedlung erfolgte vermutlich im 3. Jahrhundert, was der Mithrasstein in der Pfarrkirche mit der Aufschrift DIM PRO SALUTE ("dem unbesiegbaren Gott Mithras zum Heil") bezeugt.

788 wird Erl im arnonischen Güterverzeichnis des Erzbischofs Arn von Salzburg (ad oriano monte) erstmalig erwähnt.

Die Pfarrkirche St. Andreas wurde wegen ihrer Lage an der Grenze nach Kriegshandlungen mehrmals angezündet. Die heutige Ausstattung des Gotteshauses stammt von Sebastian Anton Defregger (um 1818), dazu zählt das Gnadenbild Mariahilf am Hochaltar (nach Lucas Cranach). Die Deckenbilder (Berufung und Verurteilung des hl. Andreas,1817) werden Franz Altmutter zugeschrieben. Die Kirche wurde 1980 innen generalrenoviert.

1504 kam Erl unter Kaiser Maximilian mit den Gerichten Kufstein, Kitzbühel und Rattenberg zu Tirol und ist seither Grenzort gegen Bayern. An der Engstelle vor der Grenze befand sich die Schanze von Windshausen, an der in den Kriegsjahren 1703/04, 1744, 1800 und 1809 Kämpfe mit bayerischen Truppen stattfanden. Dabei wurde 1704 und 1809 das ganze Dorf niedergebrannt. An der hölzernen Innbrücke (erbaut 1895 - neuerrichtet 1991) zur bayerischen Nachbargemeinde Oberaudorf steht eine überlebensgroße barocke Statue des Wasserheiligen Johannes Nepomuk (1732).

[Bearbeiten] Passionsspiele

Erl ist bekannt durch die Passionsspiele, die vermutlich auf ein Gelübde während der Pestzeit (1633) zurückgehen. Die Tradition, in Erl religiöse Spiele aufzuführen, ist seit 1613 nachweisbar. 1957 bis 1959 wurde für das 1933 abgebrannte alte Gebäude ein neues, hochmodernes Passionsspielhaus nach den Plänen von Robert Schuler aus Innsbruck, eines Schülers von Clemens Holzmeister, erbaut. Hier werden seither alle 6 Jahre die Passionsspiele aufgeführt, an denen fast das ganze Dorf mitwirkt und die tausende Besucher aus dem In- und Ausland anziehen. Erl gehört neben Oberammergau zu den ältesten Passionsspielorten in Europa.

Seit 1998 ist Erl in der sogenannten Zwischenspielzeit mit seinem Passionsspielhaus (anerkannt wegen seiner Akustik) als Heimat der Tiroler Festspiele (gegründet von Maestro Prof. Dr. Gustav Kuhn - eines Karajan-Schülers) weltbekannt, mit Aufführungen großer Opern-, Orchester- und Chorwerke.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

An Sehenswürdigkeiten gibt es in Erl insbesondere die "Blaue Quelle" (700 sec/l Wasserschüttung), den Trockenbachwasserfall, das sagenumwobene "Erler Herz" und den Blick vom Kalvarienberg ins Inntal zu bewundern. Aussichtsberge sind das Kranzhorn (1367 m) mit den zwei Gipfelkreuzen und der Spitzstein (1596 m).

Am ehemaligen Gasthof Zollhaus an der Innbrücke gibt es eine Gedenktafel für Adolf Pichler (1819-1900), Geologe und Heimatschriftsteller (Bronzerelief von Franz Josef Kranewitter).

[Bearbeiten] Weblinks

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