Rheinberg
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| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||
| Regierungsbezirk: | Düsseldorf | ||||
| Kreis: | Wesel | ||||
| Höhe: | 20 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 75,15 km² | ||||
| Einwohner: | 31 982 (31. Dez. 2007)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 426 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 47495 | ||||
| Vorwahlen: | 02843 sowie 02802 (Borth) und 02844 (Orsoy) | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | WES | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 1 70 032
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| Stadtgliederung: | 4 Stadtbezirke | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Postfach 10 14 63 47493 Rheinberg |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Hans-Theo Mennicken (parteilos) | ||||
| Lage der Stadt Rheinberg im Kreis Wesel | |||||
Die Stadt Rheinberg liegt am unteren Niederrhein im Nordwesten des Ruhrgebiets im Bundesland Nordrhein-Westfalen und ist eine "mittlere kreisangehörige Stadt" des Kreises Wesel im Regierungsbezirk Düsseldorf. Sie ist Mitglied der Euregio Rhein-Waal und hat ungefähr 32.000 Einwohner.
[Bearbeiten] Zum Ortsnamen
Rheinberg hieß ursprünglich Berke (frühe Belege stammen aus den Jahren 1003, 1106, 1253) oder Berka (belegt seit 1248). Den erklärenden Zusatz Rhein- erhielt der Ortsname erst im späten 16. Jahrhundert (erstmals 1583 belegt), wohl um Berk als Berk am Rhein von anderen Orten namens Berk oder Berg zu unterscheiden. Die frühen Namensformen und Schreibweisen waren u.a. Rhenberka, Rhinbergue, Rhynberg, Rhynberck, Rhimberg, Rheinberck, Rheinberk, bis sich schließlich Rheinberg durchsetzte. Bis heute kann allerdings der Rhein-Vorsatz im Dialekt fortgelassen werden (man nennt den Ort einfach Bäärk). Der Akzent von Rheinberg liegt bei den Einheimischen entgegen der üblichen Regel oft auf der zweiten Silbe, ein weiterer Hinweis auf die ursprüngliche Namensform.
[Bearbeiten] Keltische Deutung
Die Bedeutung oder Herkunft des eigentlichen Namens Berke oder Berka ist trotz vieler Versuche bisher nicht eindeutig geklärt. Im Wesentlichen gibt es drei Ansätze. Die ältere Deutung von R. Pick (1883) aus dem Keltischen bior "Wasser" und ka "Haus", also "Siedlung am Wasser", ist trotz ihrer weiten Verbreitung eindeutig falsch, da in keiner keltischen Sprache oder Sprachschicht solche Wörter in der angegeben Bedeutung belegbar sind. Allerdings gibt es am Niederrhein durchaus Ortsnamen keltischer (gallischer) Herkunft, wie z.B. Remagen < Rigomagus "Königsfeld", Kessenich < Cassaniacum "Eichenwald", Dormagen < Duromagus "Kiesfeld", Nijmwegen < Noviomagus "Neufeld" u.a.
[Bearbeiten] Von germanisch *birk-ja "Birke"
Nach M. Gysseling (1960) soll der Ortsname vom germanischen Wort für Birke abstammen - genauer von einer Kollektivform *birk-ja. Eine Herleitung von Birke nimmt auch Derks (2007) an. Dagegen spricht die Tatsache, dass fast alle anderen deutschen Ortsnamen, die auf Birke zurückgehen, den Vokal /i/ enthalten und im Gegensatz zu Berke zusammengesetzte Namen sind, wie z.B. Birklar, Birkenau, Birkenholm und viele andere. Auch die beiden Orte namens Berka in Thüringen - hier vermutet Derks ebenfalls eine Beziehung zu Birke - hatten ursprünglich eine zweite Komponente -aha "Gewässer", urkundlich belegt ist Berk-aha. Bahlow 1985 schreibt dazu (S. 34): "Berk-aha" wird gewöhnlich als "Birkenwasser" gedeutet, ohne Erklärung des seltsamen /e/! Die Birke hat im Althochdeutschen wie im Mittelhochdeutschen vielmehr /i/!
Das niederrheinische Berke wäre also der einzige "Birkenort", der lediglich aus dem Grundwort bestünde, und einer der ganz wenigen, die den Stammvokal /e/ besäßen, was die Herleitung insgesamt nicht besonders wahrscheinlich macht. Zudem gibt es keinen besonderen Bezug Rheinbergs zu einem Birkenfeld oder Birkenforst, die Birke ist am Niederrhein allgemein weit verbreitet.
[Bearbeiten] Von germanisch *berg-a "Anhöhe, Berg"
Kaufmann (1958, 1973) und darauf basierend Berger (1999) gehen von einem ursprünglich fränkischen berkheim "Siedlung auf dem (Ufer-) Berg" aus, das später zu berke verschliffen worden sei. Hintergrund ist die frühere Hochuferlage Rheinbergs, die bis zur Stromverlagerung im Jahre 1714 bestand. Allerdings ist das spurlose Verschwinden der heim-Endung nicht unproblematisch. Eine Alternative könnte sein, Berke einfach als Ableitung vom germanisch weit verbreitetem Wort *berg-a "Anhöhe" (deutsch Berg) anzusehen, also ohne ein ursprüngliches Grundwort heim. Dass Berk in der Bedeutung "Anhöhe" ohne Zusatz als Ortsname vorkommen kann, zeigt der Ort namens Wegberg bei Mönchengladbach, der ebenfalls bis zum 16. Jahrhundert einfach Berk oder Berg hieß. Jedenfalls erscheint eine Rückführung von Berke auf Berg "Anhöhe" mit oder ohne heim-Zusatz am wahrscheinlichsten, zumal hierbei ein Bezug zur ursprünglichen Hochuferlage Rheinbergs hergestellt wäre. Vergleichbar ist der Name des nahe gelegenen Homberg, der auf ein mittelalterliches Hohonberg "Hochberg" zurückgeht, was ebenfalls auf eine Hochuferlage hinweist.
[Bearbeiten] Geographie und lokale Mundart
[Bearbeiten] Räumliche Lage
Die Stadt Rheinberg liegt in der Niederrheinischen Tiefebene, 15 km südlich der Kreisstadt Wesel und 11 km nördlich von Moers. Im Nordosten wird das Stadtgebiet durch den Rhein begrenzt, der die Grundlage der Naturschutzgebiete Rheinvorland im Orsoyer Rheinbogen, Rheinvorland nördlich der Ossenberger Schleuse und Rheinvorland östlich von Wallach bildet.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Rheinberg gliedert sich in die vier Stadtbezirke Borth, Budberg, Orsoy und Rheinberg, die 15 sogenannte Wohnplätze umfassen:
- Stadtbezirk Borth: Borth, Wallach, Ossenberg
- Stadtbezirk Rheinberg: Rheinberger Stadtkern mit Lützenhof, Annaberg, Millingen, Alpsray, Xantener Straße mit Binnenfeld, Mühlenhof
- Stadtbezirk Budberg: Budberg, Eversael, Winterswick
- Stadtbezirk Orsoy: Orsoy, Orsoyer Berg, Vierbaum
[Bearbeiten] Lokale Mundart
Hauptartikel Rheinberger Platt
In Rheinberg und den Dörfern der Umgebung wird - natürlich neben dem Hochdeutschen - von älteren Bürgern noch das Rheinberger Platt gesprochen. Dabei handelt es sich um einen niederfränkischen Dialekt.
[Bearbeiten] Geschichte
Das Zentrum des Ortes ist von einem zu über 90 % erhaltenen, ehemaligen Wallgraben umgeben, der in der Zeit zwischen 1290 und 1359 erbaut wurde. Zu jener Zeit hieß der seit 1233 mit Stadtrechten ausgestattete Ort Berka. Der trockengelegte Wallgraben ist in seinem heutigen Aussehen die einzig erhaltene Anlage dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Er war Teil des ersten Befestigungsringes, zu welchem Verteidigungsanlagen wie Stadtmauer, Katzen, die kurkölnische Landesburg und der „Pulverturm“ genannte Zollturm gehörten. Nach der Fertigstellung von Anlagen dieser Art wurde eine Stadt als Feste Stadt bezeichnet, wobei die Katzen und der Zollturm Eigenheiten Rheinbergs waren.
Der Bau des zweiten Befestigungsring erfolgte mit dem Ausbau Rheinbergs zur „Festung Berk am Rhein“ ab dem Jahre 1585. Zu diesem Befestigungsring gehörten die Verteidigungsanlagen außerhalb des Stadtgrabens: Hauptwall (Kurtine) mit neun Bollwerken, Hauptgraben mit zehn Außenwerken (im Wasser des Hauptgrabens liegende Anlagen wie Ravelin, (Festungsbau) „Halber Mond“. Demi-lune Der dritte Befestigungsring, auch außerhalb des Hauptgrabens liegend, umfasste als Verteidigungsanlagen einen gedeckten Weg mit Niederwall und Glacis. Mit der Fertigstellung dieser Anlagen war Rheinberg, etwa gegen 1606,(vermutliches Ende der Bauarbeiten) eine Festung nach „altniederländischer Baumanier“, genau: irregulär altniederländisch. Im Klartext heißt das: alles außerhalb der Stadtmauer war aus Erde.
Die größte Leidenszeit mussten die Rheinberger während des 80 Jahre dauernden niederländischen Befreiungskrieges erdulden. Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges und des 80-jährigen Krieges im Jahre 1648 gingen die Kämpfe in Rheinberg weiter. Es wechselten sich während der gesamten Zeit spanische, französische, niederländische, englische und zuletzt preußische Truppen ab. Die Stadt galt in dieser Zeit als Spielball der Krieg führenden Mächte: „Rheinberg war eine Hure des Krieges“. Ab 1702 wurden die Festungsanlagen niedergelegt. Unter Niederlegung verstand man im Rheinberger Fall eine „Rasur“, das bedeutete: bis auf die Grundmauern. Gleichwohl sind ihre als Erdwerke errichteten Anlagen als Reste heutzutage noch gut im nördlichen und östlichen Teil der Stadt zu erkennen.
[Bearbeiten] Zweiter Weltkrieg
Gedenkstein: „Their Name Liveth For Evermore“
Während des Zweiten Weltkrieges lagen starke Flak-Verbände der Wehrmacht auf dem Gebiet der Gemeinde. Diese waren Teil der Flak-Verbände, die das Ruhrgebiet schützen sollten.
Nach der Kapitulation Deutschlands richteten die Amerikaner nahe Rheinberg ein großes Kriegsgefangenenlager ein. Diese Lager waren auch als Rheinwiesenlager bekannt. In den ersten Nachkriegsmonaten waren im Rheinberger Lager, Schätzungen zufolge, bis zu 200.000 Kriegsgefangene interniert. Da es einige Monate lang im Lager keinerlei Unterkünfte noch sanitäre oder medizinische Einrichtungen gab, gehörte das Rheinberger Lager zu denen mit den höchsten Sterblichkeitsraten. Das Deutsche Rote Kreuz organisierte schon früh Hilfslieferungen für die Gefangenen im Lager. Die Sammelstelle hierfür befand sich damals im Haus Germania am Bahnhof.
[Bearbeiten] Gebietsreform
Rheinberg gehörte in vorrevolutionärer Zeit (etwa seit dem Jahre 1100) zum kurkölnischen Amt Rheinberg, das unter anderem 1815 auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeschlagen wurde. Daraufhin kam Rheinberg im Zuge der Preußischen Verwaltungsorganisation am 23. April 1816 zum Landkreis Rheinberg als einem von über 40 Landkreisen der Provinz Jülich-Kleve-Berg, der aber schon 1823 mit dem Landkreis Geldern vereinigt wurde. Diese Vereinigung wurde bereits 1857 rückgängig gemacht. Von da ab gehörte Rheinberg zum Landkreis Moers. Am 1. Januar 1975 wurden im Zuge des 2. Neugliederungsprogramms die bis dahin selbstständige Stadt Orsoy und die ehemals selbstständigen Gemeinden Borth und Budberg in die Stadt Rheinberg eingegliedert. Seit dem 1. Januar 1975 gehört Rheinberg zum Kreis Wesel, in dem der frühere Kreis Moers aufging.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Stadtrat
Bürgermeister der Stadt Rheinberg ist Hans-Theo Mennicken (parteilos). Die stellvertretenden Bürgermeister sind Sibylle Kisters (SPD) und Peter Maaß (CDU).
Die 42 Sitze im Stadtrat verteilen sich nach dem Ergebnis der Kommunalwahl 2004 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:
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Partei
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Sitze
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| Christlich Demokratische Union | 19 |
| Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 15 |
| Bündnis 90/Die Grünen | 5 |
| Freie Demokratische Partei | 3 |
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Rheinberg unterhält partnerschaftliche Beziehungen zur französischen Gemeinde Montreuil, Frankreich und zur sächsischen Stadt Hohenstein-Ernstthal.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten der Kernstadt Rheinberg
Die Sehenswürdigkeiten der Ortsteile sind in den Ortsteilartikeln aufgeführt.
[Bearbeiten] Spanischer Vallan
Ungefähr 160 m außerhalb der südlichen Stadtumwallung im heutigen Stadtpark gelegen, erbaut nach 1716 vermutlich durch den Baron von Kleist, sechseckig, zwei Stockwerke, ein barocker Helm, 9 Meter hoch, steht auf einem aufgeschütteten Hügel; schriftliche erste Unterlagen tauchen auf mit der sogenannten „Contereskarpenverpachtung“ nach 1705. Der Hügel, auf dem das Turmgebäude steht, ist der Rest eines ca. 10.000 m² großen Ravelins. Am 24. Juli 1634 begann ein Angriff auf diese Ravelin mit dem Schlachtruf Val aen. Der Graf Jan von Nassau-Siegen kämpfte auf Seiten der Spanier. Die angreifenden Spanier waren Wallonen und Flamen. Daher der Schlachtruf. Im Lauf der folgenden Jahrhunderte entstand hieraus Hispanische Fallahn und ähnliche Begriffe bis eben zum heutigen Spanischen Vallan. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das inzwischen verfallene Gebäude umfassend restauriert und bildet einen Blickfang im Stadtpark. Gelegentlich finden im Gebäude und ringsum Kunstausstellungen und Bürgerfeste statt.
[Bearbeiten] Zollturm, genannt Pulverturm
Der 1293-98 im Zusammenhang mit der kölnischen Landesburg erbaute Zollturm befand sich bis zur Verlagerung des Rheinbetts im Jahre 1714 direkt am Rhein. Hier wurden die kurkölnischen Zölle von den Handelsschiffen eingetrieben. Der aus Graubasalt errichtete Turm hatte ursprünglich eine Höhe von etwa 35 und einen Durchmesser von 16 Metern, seine Wandstärke betrug rund 4 Meter. Bei der Zerstörung der Landesburg wurde der Turm ebenfalls schwer beschädigt, jedoch baute man ihn wieder auf. 1636 wurde er wieder zerstört, diesmal durch Blitzschlag. Im Zuge der Besetzung Rheinbergs durch die Preußen (1703 - 1714) fand eine Schleifung der Stadtmauern statt, der Pulverturm wurde bis auf eine Resthöhe von ca. sieben Metern abgetragen, die er heute noch besitzt.
[Bearbeiten] Kellnerei der ehemaligen Landesburg
Das Gebäude der sog. Alten Kellnerei wurde 1573 als Wirtschaftsgebäude der ehemaligen kurkölnischen Landesburg erbaut, es war Pferdestall (Marstall) und Getreidelager. Die Bauzeit des Gebäudes fiel in die Amtszeit des Kölner Erzbischofs Salentin (1567–1577). Die Amtswalter der Erzbischöfe, die „Kellner“, nutzten die Kellnerei nicht nur als Magazin sondern auch als Amtssitz. Mit einer Länge von 55 und einer Breite von rund 12 Metern ist die Kellnerei ein beeindruckendes Gebäude. Die Kellnerei ist im 17. Jh. mit farbigen Decken im Erdgeschoss ausgestattet worden, aus dem 18. Jh. stammen Secco-Wandmalereien.
Im Mai 1911 wurde die Kellnerei zu einer privaten höheren Mädchenschule umfunktioniert, nach 1962 wurden Wohnungen eingerichtet. Im August 1979 wurde die Stadt Rheinberg Eigentümer der Kellnerei, seit 1984 steht sie unter Denkmalsschutz, 1987 wurde mit Renovierungs- und Umbauarbeiten begonnen. Heute beherbergt die Alte Kellnerei eine private Musikschule sowie das Gesamtarchiv der Stadt Rheinberg.
[Bearbeiten] Ehrenmahnmal
Das Ehrenmahnmal symbolisiert zwei betende Hände von ca. 8 Meter Höhe. Bei der Einweihung wurde dem Mahnmal der Name „Tor der Toten“ gegeben. Das Baumaterial stammt aus Rheinbergs Umgebung, es wurde Rheinsand und Rheinkies mit einer groben Körnung verwendet.
[Bearbeiten] Altes Rathaus
Das Alte Rathaus wurde 1449 im gotischen Stil mit spitzer Turmhaube und Zinnenfries erbaut. Umbauten fanden um 1638/42 (Zwiebelturm), 1794 und 1854 (Abbruch des Zinnenfrieses und Umgestaltung der gotischen Fenster, Hinzufügung eines Giebeldreiecks im Stadtwappen) statt.
[Bearbeiten] Katholische Kirche St. Peter
Die katholische Pfarrkirche St. Peter wurde im Jahre 1106 als romanische Basilika eingeweiht, 2006 wurde die 900-Jahr-Feier festlich begangen. Zur Kirche gehört der ca. 53 Meter hohe Westturm mit dem dahinter liegenden Langschiff. Die heutige Höhe und Länge des Langschiffs ist durch Umbauarbeiten entstanden. Die Länge des Schiffs betrug ursprünglich ca. 26 Meter, die Höhe des Turms war um etwas mehr als die Hälfte geringer. 1392 wurde der gotische Hallenchor errichtet, 1427 erfolgte die Erhöhung des Langschiffes (vierjochiges Langhaus, Mittelschiff mit basikalem Querschnitt) auf die heutige Höhe mit einer gotischen Gewölbedecke. Ende 1500 kamen die gotischen Seitenschiffe hinzu. Der Chorumgang ist 1633 erbaut worden.
[Bearbeiten] Katholische Kirche St. Anna
Am Annaberg westlich der Kernstadt steht seit 1983 die moderne Fünfeck-Kirche St. Anna (Architekt Dombaumeister Dr. Heinz Dohmen, Essen). Direkt daneben stehen das Gebäude der ehemaligen Pfarrkirche St. Anna, welche heute als Teil des Pfarrheims als Versammlungs- und Veranstaltungsraum dient, und das vom selben Architekten geplante Pfarrhaus. Die Kirchenglocke der alten Annakirche befindet sich heute in der neuen Kirche neben der zum Innenraum der Kirche führenden Pforte der Sakristei.
[Bearbeiten] Underberg-Stammhaus und Underbergturm
1869 bis 1874 wurde das Stammhaus der Unternehmerfamilie Underberg als Wohn- und Geschäftshaus erbaut. Das Gebäude befindet sich im Zentrum von Rheinberg, direkt gegenüber dem Alten Rathaus. Architektonisch hervorgehoben ist das Vestibül, das mit klassischen Stukkaturen verziert ist. Der Saal im Obergeschoss wurde mit Stukkaturen im Stil der Rokokozeit versehen. Das Underberg-Stammhaus wird noch heute für repräsentative Zwecke der Firma genutzt, sowie zur Herstellung der Stammwürze des Magenbitters "Underberg", hergestellt und abgefüllt wird dieser jedoch inzwischen in Berlin.
Der zugehörige Lagerturm, lokal "Underbergturm" genannt, überragt die Stadt mit 53 Metern als eines ihrer Wahrzeichen. Seit der Auslagerung der Magenbitterproduktion nach Berlin ist dieser Turm funktionslos geworden. Geplant ist hier die Errichtung eines Hotels.
[Bearbeiten] Weitere Sehenswürdigkeiten
- Haus „Im Scheffel“
- Katholisches Pfarrhaus
- Evangelische Kirche
- Ehemalige Synagoge
- Kamper Hof
- Englischer Soldatenfriedhof Rheinberg War Cemetery
- Stadthaus Rheinberg (Rathaus mit Veranstaltungshalle), Architekt Gottfried Böhm
- Stadtpark aus den 1920er Jahren, mit dem teilweise denkmalgeschützten Underberg-Freibad
- Das Reptilium TerraZoo Rheinberg
- Fossa Eugeniana
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
- LaufSpektakel-Rheinberg
- Music Art Project
[Bearbeiten] Pumpennachbarschaften
Ein wichtiger historischer Aspekt des kulturellen Lebens in Rheinberg sind die historischen Pumpennachbarschaften. Hierbei handelt es sich um nachbarschaftliche Zusammenschlüsse einzelner Straßenzüge, die ihren Ursprung in der Sicherung der gemeinsamen Wasserversorgung haben.
[Bearbeiten] Infrastruktur und Wirtschaft
[Bearbeiten] Verkehr
[Bearbeiten] Schienenverkehr
Im Schienenpersonennahverkehr ist die Stadt Rheinberg über zwei Bahnhöfe erreichbar,
- den Bahnhof „Rheinberg (Rheinland)“, der ungefähr 1500 m in westlicher Richtung vom Stadtzentrum entfernt ist, und
- den Bahnhof „Millingen (bei Rheinberg)“.
Beide Stationen liegen an der Niederrheinstrecke (KBS 498), einer zwischen Xanten und Moers-Rheinkamp eingleisigen Nebenbahn, die ab Rheinberg-Millingen in Richtung Duisburg elektrifiziert ist. In Moers-Rheinkamp wird die Strecke zu einer zweigleisigen Hauptstrecke.
Die Strecke wird im Personenverkehr von der Regionalbahn „Der Niederrheiner“ (RB 31) Xanten–Moers–Duisburg bedient.
Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio NRW, die Dieseltriebwagen der DB-Baureihe 643 in Einzel- und Doppeltraktion einsetzt. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009 übernimmt die NordWestBahn (NWB) mit Dieseltriebwagen vom Typ LINT 41 alle Leistungen auf der Strecke.
Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Niederrhein (VGN) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.
[Bearbeiten] Straßen
Rheinberg ist durch die Bundesautobahnen 42 und 57 (E 31) sowie die Bundesstraßen 57 und 510 an das Fernstraßennetz angebunden.
Von Rheinberg-Orsoy nach Duisburg-Walsum verkehrt eine Autofähre (Rheinstrom-km 793).
[Bearbeiten] Wasserstraßen und Häfen
Am Rhein wird im Ortsteil Orsoy der Hafen Orsoy (Rheinkilometer 794) betrieben. Lade- und Löschgut ist hier Kohle und Erz.
Im Ortsteil Ossenberg - bei Rheinkilometer 806 - liegt der Ossenberger Rheinhafen. Dort wird von der Firma ESCO (früher Deutsche Solvay Werke) im großen Umfang Salz verladen, das aus dem Borther Steinsalzbergwerk stammt und auf einer firmeneigenen Gleisverbindung zum Hafen transportiert wird. Der Hafen dient auch zur Anlieferung von Kalksteinen, die die Deutschen Solvay-Werke in Rheinberg zur Sodaherstellung benötigen.
[Bearbeiten] Wirtschaft
Die örtliche Industrie ist unter anderem von den chemischen Produktionsstätten der Deutsche Solvay-Werke geprägt. Außerdem ist die Umgebung durch den Steinsalzbergbau der esco bekannt. Die früher starke Textilindustrie (Firma Herbert Reichel) ist heute nicht mehr existent. Nach einigen Jahren reiner Verwaltungstätigkeiten produziert die Underberg KG wieder ihren bekannten Magenbitter in Rheinberg; die Abfüllung ist allerdings weiterhin in Berlin-Heiligensee.
Die Messe Niederrhein konnte im Jahr 2003 370.000 Besucher verzeichnen. 2004 wurde ein Logistikzentrum des Discounters Aldi eröffnet.
In die Schlagzeilen kommt die Stadt vermehrt seit April 2003 mit dem sogenannten Future Store des Metro-Konzerns, der durch bei Datenschützern nicht immer willkommene technische Neuerungen auffällt und als Testlabor der Metro galt. Nach Übernahme des Marktes durch die Rewe Group wurde das Konzept des Future Stores nicht fortgeführt, sodass der Markt nun wieder ein gewöhnlicher Supermarkt ist.
[Bearbeiten] Unternehmen
In Rheinberg gibt es folgende Unternehmen:
- Solvay Werk Rheinberg
- Hubert Underberg KG
- Aumund (Fördertechnik in Millingen)
- ESCO (Salzbergwerk Borth)
[Bearbeiten] Schulen
Das Amplonius-Gymnasium ist die meistbesuchte Schule der Stadt, ihre Geschichte reicht bis in das Jahr 1337 zurück. Gegenüber dem Amplonius-Gymnasium liegt das Schulzentrum Rheinberg mit der Haupt- und Realschule. Die Stadt Rhenberg hat acht Grundschulen, davon drei in der Kernstadt und fünf in den Ortsteilen Millingen, Orsoy, Budberg, Wallach und Ossenberg. Es gibt eine Maria Montessori Förderschule und insgesamt sechzehn Kindergärten.
[Bearbeiten] Sportvereine
In Rheinberg gibt es sieben Sportvereine. Die Namen der Vereine sind:
- TuS 08 Rheinberg
- TuS Borth
- SV Concordia Ossenberg
- SV Millingen
- SV Orsoy
- SV Budberg
- FC Pulverturm 05
[Bearbeiten] Medien
Ortansässige Zeitungsredaktionen sind die Lokalredaktion der NRZ/WAZ (Tageszeitung) und die Lokalredaktion der Rheinischen Post (Tageszeitung).
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Amplonius Ratingk de Berca (*1363, †1435 in Köln), Gelehrter
- Franz Bücheler (*1837, † 1908 in Bonn), Philologe
- Erich Brautlacht (*1902, †1957 in Kleve), Jurist und Schriftsteller
- Klaus Zumwinkel (*1943), ehem. Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post AG
- Brigitte Mohnhaupt (*1949), Ex-Mitglied der Rote Armee Fraktion
- Kurt Bodewig (*1955), ehem. Bundesminister
- Claudia Schiffer (*1970), Model
- Thomas Baumgärtel (*1960), Künstler
[Bearbeiten] Persönlichkeiten mit Bezug zu Rheinberg
- Jürgen Möllemann (* 1945 in Augsburg, † 2003 in Marl-Loemühle), ehemaliger Bundesminister, besuchte das Amplonius-Gymnasium
- Ernst Kausen (* 1948 in Rheinhausen), Professor für Mathematik, Sprachwissenschaftler; aufgewachsen in Rheinberg, besuchte das Amplonius-Gymnasium
- Isabell Werth (* 1969 in Sevelen), Dressurreiterin und Olympiasiegerin, besuchte das Amplonius-Gymnasium
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Information und Technik Nordrhein-Westfalen: Amtliche Bevölkerungszahlen
[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Geschichte
- Geißler, Ute: Die Stadt Rheinberg am Niederrhein und ihre Befestigungsanlagen. Schriften der Stadt Rheinberg zur Geschichte und Heimatkunde. Band 8. 1995.
- Küsters, Ludwig: Die kurkölnische Festung Rheinberg ein Spielball fremder Nationen. 2. Auflage. 1967.
- Wittrup, Aloys: Aus Rheinbergs vergangenen Tagen. Michael Schiffer, Rheinberg 1955.
- Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Rheinberg (Rheinischer Städteatlas). 1982, ISBN 3-7927-0726-8.
[Bearbeiten] Zum Ortsnamen
- Berger, Dieter: Geographische Namen in Deutschland. Duden Taschenbücher Band 25, Dudenverlag, Mannheim 1999.
- Derks, Paul: Der Siedlungsname Rheinberg. Ein Widerwort. In: Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Brauchtum. Krefeld, Jahrgang 2007.
- Gysseling, Maurits: Toponymisch Wordenboek van Belgie, Nederland, Luxemburg, Noord-Frankrijk en West-Duitsland (vóór 1226). Tongeren 1960.
- Kaufmann, Henning: Westdeutsche Ortsnamen mit unterscheidenden Zusätzen. Mit Einschluß der Ortsnamen des westlich angrenzenden germanischen Sprachgebietes. Teil I. Heidelberg 1958.
- Kaufmann, Henning: Die Namen der rheinischen Städte. München 1973.
- Pick, Richard: Die Stadt und das ehemalige Amt Rheinberg. Bonn 1883.
[Bearbeiten] Weblinks
- Website der Stadt Rheinberg
- Recherche im Stadtarchiv Rheinberg - Zugang via Kommunalarchiv NRW
- Ernst Kausen, Zum Ortsnamen "Rheinberg" (Grundlage für den Abschnitt "Zum Ortsnamen" in diesem Artikel)
- Ernst Kausen, Bemerkungen zu Derks' "Widerwort" 2007
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