Kreis Kleve

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Kleve Deutschlandkarte, Position des Kreises Kleve hervorgehoben51.7816.1382Koordinaten: 51° 47′ N, 6° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Landschaftsverband: Rheinland
Verwaltungssitz: Kleve
Fläche: 1.232,99 km²
Einwohner: 302.698 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 245 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: KLE, GEL
Kreisschlüssel: 05 1 54
Kreisgliederung: 16 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Nassauerallee 15–23
47533 Kleve
Webpräsenz: www.kreis-kleve.de
Landrat: Wolfgang Spreen (CDU)
Lage des Kreises Kleve in Nordrhein-Westfalen
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Niederlande Krefeld Kreis Borken Kreis Viersen Kreis Wesel Bedburg-Hau Emmerich am Rhein Geldern Goch Issum Kalkar Kerken Kevelaer Kleve Kranenburg (Niederrhein) Rees Rheurdt Straelen Uedem Wachtendonk WeezeKommunen des Kreises
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Schloss Moyland

Der Kreis Kleve liegt am unteren Niederrhein im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Er gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf und ist Mitglied im Landschaftsverband Rheinland. Sitz des Kreises ist die Stadt Kleve.

Geografie[Bearbeiten]

Kreisgebiet[Bearbeiten]

Teile des Kreises gehören zum Naturpark Maas-Schwalm-Nette.
Im Kreisgebiet befindet sich eine Reihe nicht zerstörter Bunkeranlagen des ehemaligen Westwalles.

Kreisangehörige Gemeinden[Bearbeiten]

Der Kreis Kleve gliedert sich in 16 kreisangehörige Gemeinden, von denen fünf Mittlere kreisangehörige Städte sind. Für ihre örtlichen Angelegenheiten sind diese Gemeinden grundsätzlich selbst zuständig, während der Kreis für kleinere Kommunen örtliche und ansonsten überörtliche Aufgaben übernimmt.

(In Klammern die Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2013[2])

Städte
  1. Emmerich am Rhein (30.105)
  2. Geldern (33.064)
  3. Goch (33.063)
  4. Kalkar (13.670)
  5. Kevelaer (27.635)
  6. Kleve (48.172)
  7. Rees (21.303)
  8. Straelen (15.668)
Gemeinden
  1. Bedburg-Hau (12.689)
  2. Issum (11.876)
  3. Kerken (12.401)
  4. Kranenburg (10.234)
  5. Rheurdt (6665)
  6. Uedem (8128)
  7. Wachtendonk (7898)
  8. Weeze (10.127)

Siehe auch: Liste der Orte im Kreis Kleve

Nachbarkreise bzw. -provinzen[Bearbeiten]

Der Kreis Kleve grenzt im Uhrzeigersinn im Nordosten beginnend an die Kreise Borken, Wesel und Viersen. Im Westen grenzt er an die Provinz Limburg, im Norden an die Provinz Gelderland (beide in den Niederlanden).

Geschichte[Bearbeiten]

Am 23. April 1816 wurde im Zuge der Preußischen Verwaltungsorganisation der Kreis Kleve als einer von 29 Kreisen der Provinz Jülich-Kleve-Berg, der späteren Rheinprovinz gebildet. Das Kreisgebiet setzte sich aus den in der Franzosenzeit gebildeten Kantonen Kalkar, Kleve und Kranenburg sowie einem Teil des Kantons Goch zusammen.[3] Vor der Franzosenzeit hatte das Kreisgebiet zum Herzogtum Kleve gehört, das seit 1666 zu Preußen gehörte und 1815 auf dem Wiener Kongress erneut Preußen zugeschlagen wurde.

Der Kreis gehörte bis zu dessen Auflösung 1822 zum Regierungsbezirk Kleve und seitdem zum Regierungsbezirk Düsseldorf. Er umfasste ein Gebiet von Goch im Süden, entlang der deutsch-niederländischen Grenze nach Norden bis zum Rhein im Osten und nach Süden bis Kalkar. Nach dem Inkrafttreten der Gemeindeordnung für die Rheinprovinz von 1845 und der Rheinischen Städteordnung von 1856 für die beiden Städte Goch und Kleve war der Kreis wie folgt gegliedert:[4]

Bürgermeisterei Städte und Gemeinden (1885)
Appeldorn Appeldorn, Hanselaer, Hönnepel, Niedermörmter
Asperden Asperden, Hassum, Hommersum, Hülm
Goch Goch (Stadt)
Grieth Bylerward, Emmericher Eyland, Grieth, Huisberden, Wissel, Wisselward
Griethausen Brienen, Griethausen, Kellen, Salmorth, Schenkenschanz, Warbeyen, Wardhausen
Kalkar Altkalkar, Kalkar, Neulouisendorf
Keeken Keeken, Rindern
Keppeln Keppeln, Uedemerbruch
Kessel Kessel
Kleve Kleve (Stadt)
Kranenburg Kranenburg
Materborn Donsbrüggen, Hau, Materborn
Niel Mehr, Niel, Wyler, Zyfflich
Pfalzdorf Pfalzdorf
Till Louisendorf, Schneppenbaum, Till-Moyland
Uedem Uedem, Uedemerfeld

Die Gemeinde Schenkenschanz wurde 1911 in die Gemeinde Salmorth eingegliedert.[5] Die aus mehreren Gemeinden bestehenden Bürgermeistereien wurden seit 1927 als Ämter bezeichnet. Im Jahre 1952 wurden die beiden neuen Gemeinden Reichswalde und Nierswalde gegründet.[6] Danach besaß der Kreis Kleve bis 1969 die folgende Verwaltungsgliederung:

Amt Städte und Gemeinden (1968)
amtsfrei Goch, Kleve, Materborn, Pfalzdorf
Asperden Asperden, Hassum, Hommersum, Hülm, Kessel, Nierswalde
Griethausen Brienen, Emmericher Eyland, Griethausen, Huisberden, Kellen, Salmorth, Warbeyen
Kalkar Altkalkar, Appeldorn, Bylerward, Grieth, Hanselaer, Hönnepel, Kalkar, Neulouisendorf, Niedermörmter, Wissel, Wisselward
Kranenburg Kranenburg, Wyler, Zyfflich
Rindern Donsbrüggen, Keeken, Mehr, Niel, Rindern, Wardhausen
Till Hau, Louisendorf, Reichswalde, Schneppenbaum, Till-Moyland
Uedem Keppeln, Uedem, Uedemerbruch, Uedemerfeld

Durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Kleve wurden zum 1. Juli 1969 in der ersten Phase der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen alle Ämter aufgelöst sowie die Gemeinden neu gegliedert. Seitdem bestand der Kreis Kleve aus den folgenden Gemeinden:

  • Stadt Kleve, gebildet aus der alten Stadt Kleve sowie Materborn, Donsbrüggen, Keeken, Rindern, Wardhausen, Brienen, Griethausen, Kellen, Salmorth, Warbeyen und Reichswalde
  • Stadt Kalkar, gebildet aus der alten Stadt Kalkar sowie Altkalkar, Appeldorn, Bylerward, Grieth, Hanselaer, Hönnepel, Neulouisendorf, Niedermörmter, Wissel, Wisselward und Emmericher Eyland
  • Stadt Goch, gebildet aus der alten Stadt Goch sowie Asperden, Hassum, Hommersum, Hülm, Kessel, Nierswalde und Pfalzdorf
  • Gemeinde Kranenburg, gebildet aus der alten Gemeinde Kranenburg sowie Wyler, Zyfflich, Mehr und Niel
  • Gemeinde Bedburg-Hau, gebildet aus Hau, Louisendorf, Schneppenbaum, Till-Moyland und Huisberden
  • Gemeinde Uedem, gebildet aus der alten Gemeinde Uedem sowie Keppeln, Uedemerbruch und Uedemerfeld

Am 1. Januar 1975 wurde in der zweiten Neugliederungsphase durch das Niederrhein-Gesetz der alte Kreis Kleve mit dem Kreis Geldern und Teilgebieten der Kreise Moers und Rees zum neuen Kreis Kleve zusammengefügt.[7] Die südlichen acht Gemeinden werden auch als Südkreis Kleve bezeichnet.

Politik[Bearbeiten]

Wahl des Klever Kreistags 2014[8]
in Prozent
 %
50
40
30
20
10
0
46,2
26,7
10,6
6,0
2,9
2,8
2,4
1,9
0,5
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,7
+3,8
-0,2
-4,9
+2,9
-0,7
+2,4
+1,9
+0,5
Sitzverteilung im
Klever Kreistag 2014
        
Von 58 Sitzen entfallen auf:

Kreistag[Bearbeiten]

Die Vertretung des Kreises Kleve, der Kreistag, besteht aus 58 Vertreterinnen und Vertretern. Seit der letzten Kommunalwahl am 25. Mai 2014 sind im Kreistag CDU (46,2 %, 27 Sitze), SPD (26,7 %, 16 Sitze), Grüne (10,6 %, 6 Sitze), FDP (6,0 %, 3 Sitze), AfD (2,9 %, 2 Sitze), Linke (2,8 %, 2 Sitze), FW (2,4 %, 1 Sitz) und Piraten (1,9 %, 1 Sitz) vertreten. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,3 %.[8]

Aktuell gibt es im Kreistag folgende Sitzverteilung nach Fraktionen (Stand November 2014):

CDU SPD GRÜNE FDP DIE LINKE/PIRATEN AfD/MH Gesamt
27 16 6 3 3 3 58
DIE LINKE. 2
PIRATEN 1
AfD 2
Parteilos 1

Nachdem die CDU bei der Kommunalwahl 2014 ihre absolute Mehrheit verloren hatte, haben CDU und FDP eine Koalition gebildet.[9]

Nach einer Unterlassungsverfügung der Freien Wähler musste die neugebildete Fraktion AfD/FW, bestehend aus 2 AfD-Mitgliedern und einem ehemaligen FW-Mitglied, ihren Namen ändern. Sie trägt seitdem die Abkürzung AfD/MH. MH sind dabei die Initialen des ehemaligen FW-Mitglieds.[10]

Der Kreistag tritt durchschnittlich fünf Mal im Jahr zu Sitzungen zusammen. Die nächste Kreistagswahl findet im Jahr 2020 statt.

Landrat[Bearbeiten]

Bei der letzten Landratswahl am 30. August 2009 wurde Wolfgang Spreen (CDU) mit 57,2 % der abgegebenen gültigen Stimmen zum Landrat gewählt. Die anderen Kandidaten waren Bodo Wißen (SPD) (23,1 %), Dietmar Gorißen (FDP) (8,5 %), Ute Sickelmann (GRÜNE) (8,1 %) und Thomas Meschkapowitz (LINKE) (3,2 %). Die nächste Landratswahl findet im Jahr 2015 statt.[11]

Wappen[Bearbeiten]

„Der Kreis führt ein eigenes Wappen. Es zeigt im gespaltenen Schild vorn in Rot einen silbernen Herzschild, das Feld überdeckt von einer goldenen, achtstrahligen Lilienhaspel; hinten in Blau einen zweigeschwänzten, rot bewehrten und bezungten goldenen Löwen.“

Hauptsatzung des Kreises Kleve[12]

Kultur[Bearbeiten]

Jüdische Friedhöfe[Bearbeiten]

Für den Kreis Kleve sind 14 Jüdische Friedhöfe dokumentiert: in Emmerich (3), in Geldern (1), in Goch (3), in Issum (1), in Kalkar (1), in Kleve (1), in Rees (2) und in Uedem (2).[13] Es sind schützenswerte Kulturdenkmäler – steinerne Zeugen für ehemals existierende jüdische Gemeinden und eines regen jüdischen Gemeindelebens bis in die 1930er Jahre.

Verkehr[Bearbeiten]

Flugverkehr[Bearbeiten]

Die nächstgelegenen Flughäfen sind der Flughafen Weeze und der Flughafen Düsseldorf International.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Der Kreis Kleve wird von zwei Eisenbahnstrecken erschlossen, rechtsrheinisch von der Hollandstrecke von Duisburg nach Arnheim, linksrheinisch von der Linksniederrheinischen Strecke von Krefeld nach Kleve.

Die Strecke Kleve – Spyck wurde 1969 stillgelegt. Die Strecken Kleve – Xanten und Kleve – Kranenburg – Nimwegen sind seit 1990 bzw. 1991 außer Betrieb.

Straßen[Bearbeiten]

Der Kreis Kleve wird von drei Bundesautobahnen und acht Bundesstraßen erschlossen:

Rheinüberschreitend existieren im Kreis Kleve die Rheinbrücke Rees-Kalkar im Zuge der B 67 bei Rheinstrom-km 839 und die Rheinbrücke Emmerich im Zuge der B 220 bei Rheinstrom-km 853.

Wasserstraßen und Häfen[Bearbeiten]

Der Rhein und der Spoykanal bei Kleve bilden die Grundlage für die im Kreisgebiet betriebenen Häfen in Emmerich, Rees und Kleve.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis Kleve bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen KLE zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 10. Juni 2014 ist auch das Unterscheidungszeichen GEL (Geldern) erhältlich.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kreis Kleve – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014.
  3. Amtsblatt der Regierung Kleve 1826
  4. Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885
  5. Dieter Echterhoff, Claudia Kressin: Fährgeschichte von Schenkenschanz. In: Schänzer Bötchen Nr.8. Heimatverein Schenkenschanz, Dezember 2013, S. 5, abgerufen am 6. Juni 2014 (pdf).
  6. Amtsblatt der Regierung Düsseldorf 1952
  7.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 296.
  8. a b Wahlergebnisse Kommunalwahl 2014 Kommunales Rechenzentrum Niederrhein
  9. http://www.kurier-am-sonntag.de/lokales-sp-16783/kleverland/7834-kreistag-cdu-fdp-koalition-scheint-zu-stehen
  10. http://www.kreistagsfraktion-kleve.info/presse/
  11. Wahlergebnisse Kommunalwahl 2009 Kommunales Rechenzentrum Niederrhein
  12. Hauptsatzung des Kreises Kleve, §2, Abs. 1, PDF-Datei, ca. 67 kB
  13. KREIS KLEVE. In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Nordrhein-Westfalen. Bearbeiterin: Claudia Pohl. Fassung: Dezember 2002; hier: Nordrhein - Liste nach der heutigen Verwaltungsgliederung - Regierungsbezirk Düsseldorf