Armin Rohde

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Armin Rohde auf der Berlinale 2009

Armin Rohde, eigentlich Armin Kurt Rohde-Baron von Schilling[1] (* 4. April 1955 in Gladbeck), ist ein deutscher Schauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Rohde ist das älteste von vier Kindern des Bergmanns Kurt Rohde und einer Fabrikarbeiterin. Da er es einmal besser haben sollte als seine Eltern, durfte er das Gymnasium besuchen. In seiner Klasse war Rohde einer der wenigen Schüler aus einer Arbeiterfamilie. Er verließ die Schule zwei Monate vor dem Abitur.[2][3] Die Familie wohnte in Wuppertal, und als er dort, mit etwa 19 Jahren, eine Aufführung eines Tanztheater-Stücks von Pina Bausch erlebte, soll seine Begeisterung für das Theater geweckt worden sein.[4][5]

Rohde ist Buddhist und trägt den buddhistischen Namen Karma Geleg Palsang.[6]

2011 übernahm er die Schirmherrschaft für die Aktion Gemeinsam für Greta der Deutschen Knochenmarkspenderdatei.[7]

Karriere[Bearbeiten]

Nach seiner Ausbildung an der Essener Folkwang Schule und an Pierre Bylands Clown-Schule war Rohde ab 1984 an diversen Theatern in Bielefeld und Bochum beschäftigt. Erste Rollen hatte er in Bertolt Brechts Dreigroschenoper, in SophoklesOedipus und in Warten auf Godot von Samuel Beckett.

1991 war er im letzten Schimanski-Tatort als Gegenspieler von Götz George zu sehen. 1992 spielte er eine kleine Rolle in Helmut Dietls Schtonk! Im selben Jahr hatte er mit Sönke Wortmanns Film Kleine Haie seinen Durchbruch. Mit seiner Darstellung des Sportwagenfahrers „Bierchen“ wurde Rohde einem größeren Publikum bekannt. Der Film enthält eine autobiographische Episode, in der jemand in einer Schauspielschule etwas abgeben soll, durch Zufall in eine laufende Aufnahmeprüfung gerät und angenommen wird. Wortmann besetzte Rohde, ohne sich daran zu erinnern, dass dieser der studentische Betreuer bei der Aufnahmeprüfung war.

Armin Rohde, 2005

In den folgenden sechs Jahren wurde er mit Filmen wie Der bewegte Mann, Das Superweib, Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief, Das Leben ist eine Baustelle und Lola rennt zu einem der beliebtesten Schauspieler Deutschlands. 1995 beerbte er Manfred Krug als Fernfahrer in der Neuauflage der Fernsehserie Auf Achse. Seit 2003 ist Rohde als Kommissar Erichsen eine der Hauptfiguren in Lars Beckers ZDF-Krimireihe Nachtschicht.

Bei den Dreharbeiten zu dem Film Verrückt nach Emma kam 2006 der Stuntman Michael Gast ums Leben, als er Rohde in einer Action-Szene doubelte, bei der ein Auto in einem Kanal untergehen sollte.[8] Armin Rohde schrieb dazu: Ein Spaziergang auf der Straße, ein Besuch in einem Lokal war mir fast zwei Jahre lang unmöglich.[9]

Im Rowohlt-Verlag erschien 2009 Rohdes Autobiografie, ein humorvolles Vademecum des Schauspielerberufes, Größenwahn und Lampenfieber.

Seit 1995 ist Rohde mit Angela Freifrau von Schilling aus dem baltischen Adelsgeschlecht von Schilling verheiratet.[10][11] Sein drei Jahre jüngerer Bruder Uwe Rohde ist ebenfalls Schauspieler.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Rohde auf der Berlinale 2010

Literatur[Bearbeiten]

  • Tobias Haucke und Timo Rieg (Hrsg.): Bochumer Bekannte 2. biblioviel Verlag, Bochum 2003, ISBN 3-928781-82-0 (Andrea Donat, Armin Rohde und 9 weitere Bochumer im Porträt).
  • Armin Rohde: Größenwahn und Lampenfieber – Die Wahrheit über Schauspieler. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2009, ISBN 978-3-499-62501-5[13]

Dokumentation[Bearbeiten]

  • Armin Rohde – Das Geheimnis meiner Familie. Dokumentarfilm, Deutschland 2008, 45 Min., Buch und Regie: Wolfgang Klauser, Produktion: NDR, Erstsendung: 7. April 2008

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Armin Rohde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Baron Armin Rohde will seinen Adelstitel loswerden“. In: Neue Osnabrücker Zeitung, 6. Juli 2010
  2. „Mein_Leben_als_Schüler“. In: Welt online, 1. September 2007
  3. „Ich wär' gern kalt, leise und gefährlich“. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 24. April 2005, Nr. 16, S. 61, Interview
  4. „Schwergewichter reizen mich“. In: Focus, Nr. 46/1999, Interview
  5. „Ich wär' gern kalt, leise und gefährlich“. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 24. April 2005, Nr. 16, S. 61, Interview
  6. „Ich fügte mir Stammesnarben zu“. In: Der Tagesspiegel, 10. Januar 2010
  7. [1]
  8. Rohdes Stuntman beim Dreh ertrunken. In: Stern.de, 21. Juli 2006
  9. Armin Rohde: Größenwahn und Lampenfieber, S. 222
  10. Ich kann alles, nur nichts Elegantes
  11. VIP LOUNGE BIKERTREFFEN IN HAMBURG: „Seit ‚Easy Rider‘ liebe ich Harleys!“
  12. Grimme-Preis: Preisträger 2004, abgerufen am 3. Juni 2012
  13. Verlagsnotiz 2009