Derek Walcott

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Derek Walcott

Derek Walcott OBE, TC (* 23. Januar 1930 in Castries, St. Lucia) ist ein karibischer Dichter und Schriftsteller. 1992 erhielt Walcott den Nobelpreis für Literatur und 2011 den T. S. Eliot Prize für seinen Gedichtband White Egrets. Er wurde außerdem 2004 für sein Lebenswerk mit dem Anisfield-Wolf Book Award ausgezeichnet.

Leben und Schreiben[Bearbeiten]

Walcott verbindet in seiner Arbeit karibische und afrikanische Wurzeln, baut aber auf die Tradition anglo-amerikanischer Dichter. Seine Theaterarbeit ist außerdem stark von Bertolt Brecht beeinflusst. Sein bekanntestes Werk ist das Versepos Omeros (1990), eine Homer-Adaption aus der kulturellen Perspektive der Karibik.

Sein erstes Gedicht veröffentlichte Walcott mit 14 Jahren, und hatte mit 19 Jahren bereits die beiden Gedichtbände 25 Poems (1948) and Epitaph for the Young: XII Cantos (1949) im Selbstverlag herausgebracht. Er studierte an der University of the West Indies in Kingston und zog anschließend nach 1953 nach Trinidad, um als Kritiker, Dozent und Journalist zu arbeiten. Sechs Jahre später gründete Walcott den Trinidad Theatre Workshop, der seine eigenen und andere Dramen produziert und aufführt, in dessen Vorstand er weiterhin arbeitet. An der Boston University Universität Boston in den USA gründete er 1981 das Boston Playwrights' Theatre. Dort lehrte Walcott bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2007 Literatur und Schreiben.

Seine Beschäftigung mit karibischer Geschichte und Kultur während und nach der Kolonialzeit spiegelt sich in der Sammlung In a Green Night: Poems 1948-1960 (1962) wider, die internationales Echo fand. Zuletzt veröffentlichte er Tiepolo’s Hound (2000) sowie The Prodigal (2004) und die mit Großbritanniens und Irlands höchster Auszeichnung für Lyriker bedachten White Egrets (2010), deren emotionale Frische und technische Finesse gelobt wurden.

Seit 2009 hat Walcott eine Gastprofessur an der University of Alberta. Eine enge Freundschaft verbindet Walcott mit dem nigerianischen Schriftsteller Ben Okri.

Preise und Ehrungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Gedichtsammlungen[Bearbeiten]

  • 1948 25 Poems
  • 1949 Epitaph for the Young: Xll Cantos
  • 1951 Poems
  • 1962 In a Green Night: Poems 1948–60
  • 1964 Selected Poems
  • 1965 The Castaway and Other Poems
  • 1969 The Gulf and Other Poems
  • 1973 Another Life
  • 1976 Sea Grapes
  • 1979 The Star-Apple Kingdom
  • 1981 Selected Poetry
  • 1981 The Fortunate Traveller
  • 1983 The Caribbean Poetry of Derek Walcott and the Art of Romare Bearden
  • 1984 Midsummer
  • 1986 Collected Poems, 1948-1984
    • Erzählungen von den Inseln – Gedichte, dt. von Klaus Martens; München: Hanser 1993. ISBN 3-446-17450-8
  • 1987 The Arkansas Testament
  • 1990 Omeros
  • 1997 The Bounty
  • 2000 Tiepolo's Hound
  • 2004 The Prodigal
    • Der verlorene Sohn, zweisprachig englisch/deutsch; dt. von Daniel Göske; München: Hanser 2007. ISBN 3-446-20757-0
  • 2010 White Egrets
    • Weiße Reiher, zweisprachig englisch/deutsch; dt. von Werner von Koppenfels; München: Hanser 2012. ISBN 978-3-446-23867-1

Dramen[Bearbeiten]

  • (1970) Dream on Monkey Mountain
  • (1970) Ti-Jean and His Brothers
  • (1980) Pantomime
  • (1998) The Capeman

Essays[Bearbeiten]

  • (1998) What the Twilight Says
  • "Die Antillen: Fragmente epischen Erinnerns." Nobelpreisrede vor der Schwedischen Akademie. In: Hermann Wallmann (Hg.): "Die Lyrik ist einen Insel, die sich vom Festland ablöst". Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie 2013 an Derek Walcott und Werner von Koppenfels. Münster. Daedalus, 2013, S. 20-41.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Derek Walcott – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien