Erna Solberg

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Erna Solberg, 2011

Erna Solberg (* 24. Februar 1961 in Bergen, Hordaland) ist eine norwegische Politikerin, seit 2004 Vorsitzende der konservativen Partei Høyre und seit dem 16. Oktober 2013 Ministerpräsidentin ihres Landes.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Schulabschluss 1979 studierte Erna Solberg Soziologie, Vergleichende Politikwissenschaft, Statistik und Sozialökonomie an der Universität Bergen. 1986 schloss sie mit dem Magisterexamen ab. 1996 heiratete sie Sindre Finnes (* 1964), mit dem sie zwei Kinder hat.

1989 wurde sie Abgeordnete im norwegischen Parlament Storting, gewählt im Wahlkreis Hordaland (Bergen). In den 1990er Jahren engagierte sie sich in der Haushaltspolitik und in Fragen der Gentechnik. Sie nahm Stellung zu künstlicher Befruchtung und Abtreibung. Dabei zeigte sie eine restriktive Grundhaltung, verteidigte jedoch das Selbstbestimmungsrecht der Frau. 1993–1994 war sie Vorsitzende der Frauenorganisation der Konservativen (HKL), nach deren Auflösung von 1994 bis 1998 frauenpolitische Sprecherin der Partei.

Im zweiten Kabinett Bondevik wirkte sie vom 19. Oktober 2001 bis 17. Oktober 2005 als Kommunal- und Regionalministerin. Ihre Amtsführung war von einer gewissen Kompromisslosigkeit geprägt, was ihr den Spitznamen „Eiserne Erna“ (Jern-Erna) eintrug. Sie verschärfte die Einwanderungspolitik und senkte die staatlichen Zuweisungen an die Kommunen. Andererseits trat sie für eine bisher ausgebliebene Kommunalstrukturreform ein, um die Leistungsfähigkeit der kleinsten Verwaltungseinheiten zu stärken. 2004 übernahm sie die Parteiführung der Konservativen und rückte zur stellvertretenden Ministerpräsidentin auf. In der anschließenden Oppositionszeit führte sie von 2005 bis 2013 die Fraktion der Konservativen. Sie gilt im parlamentarischen Betrieb als sachlich, fleißig, gut informiert und loyal.[1]

Da Høyre 2005 das schlechteste Wahlergebnis ihrer Geschichte eingefahren hatte, war Solbergs Führungsanspruch die gesamte Legislaturperiode hindurch umstritten. Mit dem positiven Abschneiden bei der Parlamentswahl 2009 saß Solberg dann fest im Sattel. Sie konnte sich außerdem in Konkurrenz zu Siv Jensen von der rechtspopulistischen Fortschrittspartei immer stärker als Oppositionsführerin durchsetzen. Steigende Umfragewerte seit 2010 machten sie in der Wahl 2013 zur Mitte-rechts-Kandidatin für das Amt der Regierungschefin. Auch die Kommunal- und die Fylkestingswahl im Herbst 2011 hatten starke Stimmengewinne gebracht.

Im Anschluss an den Wahlsieg bei der Stortingswahl 2013 führte sie Koalitionsverhandlungen, die in eine Minderheitsregierung aus Konservativen und Fortschrittspartei mündeten, die Regierung Solberg. Es handelt sich um eine von Christdemokraten und liberaler Venstre unterstützte Minderheitsregierung. Damit trat sie die Nachfolge des Sozialdemokraten Jens Stoltenberg an.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erna Solberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Norsk biografisk leksikon online, abgerufen am 13. Oktober 2013