Gänserndorf

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Gänserndorf
Wappen von Gänserndorf
Gänserndorf (Österreich)
Gänserndorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Gänserndorf
Kfz-Kennzeichen: GF
Fläche: 30,57 km²
Koordinaten: 48° 20′ N, 16° 43′ O48.34055555555616.7175167Koordinaten: 48° 20′ 26″ N, 16° 43′ 3″ O
Höhe: 167 m ü. A.
Einwohner: 10.537 (1. Jän. 2013)
Bevölkerungsdichte: 345 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2230
Vorwahl: 02282
Gemeindekennziffer: 3 08 17
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
2230 Gänserndorf
Website: www.gaenserndorf.at
Politik
Bürgermeister Kurt Burghardt (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(33 Mitglieder)
15
10
5
3
15 10 
Von 33 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Gänserndorf im Bezirk Gänserndorf
Aderklaa Andlersdorf Angern an der March Auersthal Bad Pirawarth Deutsch-Wagram Drösing Dürnkrut Ebenthal Eckartsau Engelhartstetten Gänserndorf Glinzendorf Groß-Enzersdorf Groß-Schweinbarth Großhofen Haringsee Hauskirchen Hohenau an der March Hohenruppersdorf Jedenspeigen Lassee Leopoldsdorf im Marchfelde Mannsdorf an der Donau Marchegg Markgrafneusiedl Matzen-Raggendorf Neusiedl an der Zaya Obersiebenbrunn Orth an der Donau Palterndorf-Dobermannsdorf Parbasdorf Prottes Raasdorf Ringelsdorf-Niederabsdorf Schönkirchen-Reyersdorf Spannberg Strasshof an der Nordbahn Sulz im Weinviertel Untersiebenbrunn Velm-Götzendorf Weiden an der March Weikendorf Zistersdorf NiederösterreichLage der Gemeinde Gänserndorf im Bezirk Gänserndorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Das Rathaus von Gänserndorf
Das Rathaus von Gänserndorf
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Kirche
Durch zahlreiche Wohnungsneubauten hat sich die Bevölkerung in Gänserndorf in den letzten 30 Jahren mehr als verdoppelt.
Für die zahlreichen Pendler wurde am Bahnhof eine Park&Ride-Anlage errichtet, die den Umstieg auf die S-Bahn erleichtert.

Gänserndorf ist eine Stadt mit 10.537 Einwohnern (Stand: 1. Jänner 2013) im Marchfeld, Niederösterreich und Bezirkshauptstadt des gleichnamigen Bezirkes.

Allgemeines[Bearbeiten]

Gänserndorf hat sich in den letzten Jahrzehnten zur Schul- und Einkaufsstadt, aber auch zu einem kulturellen Zentrum entwickelt. Fachmarktzentren haben sich angesiedelt, das Weinviertel Klinikum (Medizinisches Zentrum Gänserndorf) ist seit 15. Juli 2002 geöffnet und ein Windpark wurde in Betrieb genommen.

Die Stadt ist Ausgangspunkt für Ausflüge in das kulturell sehr interessante Weinviertel mit unzähligen Museen sowie zu den March-Donau-Auen und den wunderschönen Schlössern des Marchfeldes.

Seit Beginn des Jahres 2004 ist Gänserndorf in die Aktion Stadterneuerung des Landes Niederösterreich aufgenommen.

Geografie[Bearbeiten]

Gänserndorf liegt etwa 20 km nordöstlich von Wien im nördlichen Marchfeld. Mit Wien ist es sowohl durch die Angerner Straße B 8 als auch durch die Nordbahn verbunden.

Die Stadt umfasst eine einzige namensgleiche Katastralgemeinde.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Schönkirchen-Reyersdorf Prottes
Strasshof an der Nordbahn Nachbargemeinden Weikendorf
Markgrafneusiedl Obersiebenbrunn

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Geschichte[Bearbeiten]

1115 wird „Genstribindorf“ erstmals am 10. Februar in einer Urkunde erwähnt. In dieser Urkunde werden auch die Grenzen des Pfarr- und Zehentbezirkes festgelegt. Der Name Genstribindorf – Gänsetreiberdorf dürfte darauf zurückzuführen sein, dass hier erstmals Gänse in großen Scharen gehalten wurden – die sumpfige Weidenbachniederung war dafür ideal -, doch könnte der Name auch auf einen Personen- oder Spitznamen „Gänsetreiber“ hinweisen.

Der Name des Ortes wurde zwischen dem 12. und 18. Jahrhundert in den verschiedensten Schreibweisen erwähnt, da nach dem Gehör die angesagten Namen eingetragen wurden. Unter Maria Theresia wurde der Ort 1741 urkundlich als „Großgänserndorf“ bezeichnet. Ab etwa 1750 wurde der Ort als Unter-Gänserndorf im Marchfeld (im Unterschied zu Ober-Gänserndorf bei Korneuburg) bezeichnet. Nach Einrichtung der Bezirkshauptmannschaft stellte Unter-Gänserndorf den Antrag auf Namensänderung und am 21. März 1904 wurde der Name „Gänserndorf“ kundgemacht.

Der Aufschwung Gänserndorfs begann mit dem Anschluss an die Nordbahn im Jahr 1838. 1853 wurde der Gemeinde das Marktrecht verliehen; zur Stadt erhoben wurde sie durch Beschluss der Niederösterreichischen Landesregierung vom 19. Dezember 1958.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Religionen[Bearbeiten]

Größte Religionsgemeinschaft ist die Römisch-katholische Kirche, der 69,1 % der Bevölkerung angehören. Dem Islam gehören 3,6 % an, evangelisch sind 3,3 %, orthodox 1,4 %. 20,1 % der Bevölkerung sind ohne religiöses Bekenntnis.

Gänserndorf ist Sitz einer römisch-katholischen Pfarre und einer Moschee.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Stadtgemeinde ist seit dem 11. Juni 2012 Kurt Burghardt (SPÖ), Vizebürgermeister ist Josef Daubeck (SPÖ) und der Amtsleiter ist Anton Wildmann.

In einer Aussendung vom 9. April 2010 gab die vorher amtierende Bürgermeisterin Annemarie Burghardt bekannt, dass sie in der kommenden Gemeinderatsperiode für das Amt des Bürgermeisters nicht mehr zur Verfügung stehen werde. Von 14. März 2010 bis zu seinem Rücktritt am 31. Mai 2012 war Robert Michl, BA, Bürgermeister.

Im Stadtgemeinderat gibt es bei insgesamt 33 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 folgende Mandatsverteilung: SPÖ 15, ÖVP 10, GRÜNE-Liste 3, FPÖ 5, andere keine Sitze.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gänserndorf versteht sich unter anderem auch als Stadt der Säulen. Es gibt verschiedene Säulenstandorte, die paarweise stehend als Tor bezeichnet werden. Beispiele dafür sind das Schönkirchener Tor, das Protteser Tor oder die Safaripark Säulen. Im ganzen Stadtgebiet verteilt findet man Säulenkunstwerke wie zum Beispiel die Säulenreihe vor dem Wirtschaftsförderungsinstitut und den Säulenwald bei der Volksschule Gänserndorf.

Ein bekanntes Kulturevent in Gänserndorf ist die Sommerszene. Diese an 8 Wochenenden im Juli und im August stattfindende Freiluftveranstaltung bietet Musikdarbietungen und Kulinarisches aus den Gastronomiebetrieben der Stadt. Ein weiteres Highlight sind die Martinifeiern um den 11. November. Am Wochenende um den 8. Dezember findet jeweils von Freitag bis Sonntag der "Advent im und um das Rathaus" statt. Im Frühling und im Herbst haben die Geschäfte jeweils an einem Freitag im Rahmen der "Langen Einkaufsnacht" bis spät in die Nacht geöffnet.

Das Piefkedenkmal, eine „Klangskulptur aus COR-TEN-Stahl" vor der Stadtbücherei, ähnelt einer Schallplatte und gibt bei Bewegung ein Kratzgeräusch von sich. Es wurde im September 2009 zu Ehren von Johann Gottfried Piefke aufgestellt, der im Juli 1866 zusammen mit seinem Bruder Rudolf in Gänserndorf ein Konzert gegeben hatte. Die Stadt erinnert mit der Skulptur zum einen an die Schlacht bei Königgrätz, die für die Preußen siegreich zu Ende gegangen war und an der Piefke als Musiker teilgenommen hatte, und zum anderen daran, dass Piefke im 19. Jahrhundert ein durchaus sogar in Österreich bekannter und beliebter Militärmusiker war.[1]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Gänserndorf

Partnerstadt[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 428, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 29. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 3808. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 49,62 Prozent.

Es gibt in Gänserndorf 3 größere Ansammlungen von Verkaufslokalen und Betrieben: Die zentral gelegenen Geschäfte in der Bahnstraße und Hauptstrasse Gänserndorfs und Geschäftslokale auf der Bodenzeile im Südwesten der Stadt. Im Norden gelegen findet man eine größere Anzahl von Betrieben wie ÖMV und Novoferm.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

  • Volksschule
  • Neue Mittelschule (seit 1. September 2013 - vorher Hauptschule I und II)
  • Polytechnische Schule
  • BHAS – Handelsschule
  • BHAK – Handelsakademie
  • AHS – Konrad Lorenz Gymnasium
  • ASO - Allgem. Sonderschule

Ämter und Behörden[Bearbeiten]

Gesundheitseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Medizinisches Zentrum Gänserndorf
  • niedergelassene Ärzte (praktischer Arzt, Hautarzt, Frauenarzt, Kinderarzt, Zahnarzt, Orthopäde, Urologe, Lungenfacharzt, Augenarzt, Radiologe, diverse Alternativmediziner, Tierarzt)
  • Bezirksapotheke
  • Stadtapotheke
  • Rotes Kreuz Bezirksstelle Gänserndorf

Brandschutz[Bearbeiten]

Freizeit[Bearbeiten]

Stadtbücherei und Musikschule Gänserndorf

Stadtbücherei[Bearbeiten]

In der modern ausgestatteten und benutzerorientierten Stadtbücherei stehen fast 35.000 Bücher, Zeitschriften, Comics, Tonkassetten, CDs, Videos, DVDs und CD-ROMs für alle Interessierten zur Verfügung. Jeder Nutzer kann im Bestand eigenständig recherchieren. Auch ein PC mit Internetzugang steht den Lesern zur Verfügung. Zusätzlich sind im literatur_network_marchfeld sieben Büchereien des Bezirkes Gänserndorf zusammengeschlossen. Dieses Netzwerk ermöglicht einen direkten und raschen Zugriff auf ca. 60.000 Medien.

Hallenbad und Freibad[Bearbeiten]

Das Hallenbad ist seit Dezember 1979 in Betrieb. In seinem Keller ist eine Sauna bestehend aus 2 Kabinen, einer Dampfkammer und einer Infrarotkabine untergebracht. Während der Sommermonate ist das am Hallenbadgelände befindliche Freibad geöffnet, wobei Freibadbesucher das Hallenbad mitbenützen können.

Stadthalle[Bearbeiten]

Die Stadthalle besteht im Wesentlichen aus einer großen Sporthalle mit rund 300 Tribünenplätzen, einem kleineren Veranstaltungssaal im Untergeschoß und dem Restaurant Gambrinus.

Erlebnispark[Bearbeiten]

Der ehemalige Safaripark ist seit seinem Konkurs im Jahr 2004 geschlossen. Einen Teil dieses Geländes hat die AWA-Erlebnispark GmbH gepachtet und betreibt dort einen Hochseilklettergarten mit Streichelzoo und Bogenschießparcour.

Gut Aiderbichl[Bearbeiten]

Einen weiteren Teil dieses Geländes hat das "Gut Aiderbichl" gepachtet und dort in den bereits vom Safaripark errichteten Affenhäusern ein "Affenrefugium" eingerichtet, in welchem ehemalige Laboraffen der Firma Baxter betreut werden. Ferner wurden Auffangstationen für Hunde, Ziegen und Tauben eingerichtet. Das Gelände des Gut Aiderbichl ist nicht öffentlich zugängig.

Sport[Bearbeiten]

Neben Fußball ist in Gänserndorf vor allem Handball ein großer Blickfang, denn der Verein UHC Gänserndorf spielte bis 2009 in der höchsten österreichischen Spielklasse, der Handball Liga Austria.

Kunstturnen ist eine weitere Sportart, in der Gänserndorf eine österreichweite Vormachtstellung innehat. Als die erfolgreichsten können die Geschwister Florian und Tina Ramharter (beide Staatsmeister) genannt werden. Niederösterreichweit sind die Turnerinnen und Turner des SV OMV Volksbank Gymnastics Gänserndorf eine Klasse für sich, national sind Platzierungen unter den ersten 5 seit Jahren Standard.

Weiters sind die Tänzer des UTSS Raika Gänserndorf sehr erfolgreich. Auch sie haben den Niederösterreichischen Titel geholt. Seit 2004 gibt es in Gänserndorf auch einen Beachvolleyballverein der diese junge Sportart verbreitet.

Außerdem befinden sich im Gesamtverein SV OMV Gänserndorf noch weitere sportliche Sektionen wie z. B. Kegeln, Tennis, Judo, Minigolf, Tischtennis oder Schwimmen.

Neben den sportlichen Vereinen, gibt es auch noch zwei weitere für die Liebhaber der Fotografie sowie der Philatelie.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Franz Müller: Gänserndorf: Vom Bauerndorf zur Stadt; Beiträge zur Geschichte der Stadt Gänserndorf. Stadtgemeinde Gänserndorf, 1989, S. 334.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gänserndorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Piefkedenkmal in Gänserndorf