Klettgau (Gemeinde)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Klettgau
Klettgau (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Klettgau hervorgehoben
47.6583333333338.4227777777778409Koordinaten: 47° 39′ N, 8° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 409 m ü. NN
Fläche: 45,87 km²
Einwohner:

7.420 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 162 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79771
Vorwahl: 07742
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 062
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Degernauer Straße 22
79771 Klettgau
Webpräsenz: www.klettgau.de
Bürgermeister: Volker Jungmann (SPD)
Lage der Gemeinde Klettgau im Landkreis Waldshut
Aare Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Lörrach Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Schwarzwald-Baar-Kreis Albbruck Bad Säckingen Bernau im Schwarzwald Bonndorf im Schwarzwald Dachsberg (Südschwarzwald) Dettighofen Dogern Eggingen Görwihl Grafenhausen Häusern Herrischried Höchenschwand Hohentengen am Hochrhein Ibach (Schwarzwald) Jestetten Klettgau (Gemeinde) Küssaberg Lauchringen Laufenburg (Baden) Lottstetten Murg (Hochrhein) Rickenbach (Hotzenwald) St. Blasien Stühlingen Todtmoos Ühlingen-Birkendorf Waldshut-Tiengen Wehr (Baden) Weilheim (Baden) Wutach (Gemeinde) Wutöschingen Schweiz RheinKarte
Über dieses Bild

Klettgau ist eine Gemeinde im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Die Gemeinde Klettgau liegt im unteren Klettgautal entlang der drei Bachläufe Klingengraben, Schwarzbach und Seegraben. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhenlage von 390 bis 670 Meter.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Klettgau grenzt an die Schweizer Gemeinden Trasadingen und Wilchingen im Kanton Schaffhausen und die deutschen Gemeinden Wutöschingen, Lauchringen, Küssaberg, Hohentengen am Hochrhein und Dettighofen.

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Die Gemeinde Klettgau besteht aus den Ortsteilen

Die räumlichen Grenzen der Ortsteile sind identisch mit den früher selbstständigen Gemeinden gleichen Namens, ihre offizielle Benennung erfolgt durch vorangestellten Namen der Gemeinde und durch Beistrich getrennt der Name des jeweiligen Ortsteils. Die Ortsteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung.[2]

Zum Ortsteil Bühl gehören die Weiler Bühl, Mittelhof und Oberhof und die Höfe Berchenhof (Sommerau) und Kaiser(Keppele)hof. Zum Ortsteil Erzingen gehört das Dorf Erzingen. Zum Ortsteil Geißlingen gehören das Dorf Geißlingen und das Gehöft Heideggerhof. Zum Ortsteil Grießen gehören das Dorf Grießen, der Weiler Reutehof, das Gehöft Bergscheuerhof und die Häuser Alte Mühle und Brand, die Bahnstation Grießen und die Ziegelhütte. Zum Ortsteil Rechberg gehört der Weiler Rechberg. Zum Ortsteil Riedern a. S. (ehemalige Gemeinde Riedern am Sand) gehören die Dörfer Oberriedern und Unterriedern. Zum Ortsteil Weisweil gehören das Dorf Weisweil und die Höfe Burgstall(hof) und Nägele(Feld)hof.

Bühl im Klettgau

Im Gemeindegebiet liegen die folgenden Wüstungen und abgegangenen Burgen: die Wüstung Hof Erwis (Ortsteil Bühl), im Ortsteil Erzingen die Wüstungen Harthausen, Schlatt, Stierenhausen und nicht mit Sicherheit im Ortsteil Erzingen Oberwiller; im Ortsteil Grießen die Wüstung Münchingen; im Ortsteil Riedern a. S. die wenigen Überreste der Burg Neukrenkingen und nicht mit Sicherheit im Ortsteil Riedern a. S. die Wüstung Häuserhof; im Ortsteil Weisweil liegt der Burgstall Weißenburg.[3]


[Bearbeiten] Geschichte

Erzingen wird urkundlich erstmals genannt in pago Chleggouve in villa Arcingen im Jahr 876 in einem Cartular des Klosters Rheinau.[4] In Erzingen gab es ein Dorfadelsgeschlecht, die Herren von Erzingen. In Urkunden ab 1353 werden sie erwähnt als Edelknecht oder Junker, sie waren verwandt mit denen von Bettmaringen und von Grießen. Um 1529 werden sie nicht mehr genannt. Die Kirchenrechte gingen im Jahre 1436 vom Bistum Konstanz an das Kloster Rheinau über. Dabei wird erstmals der in Erzingen noch heute verbreitete Familienname Indlekofer genannt. 1486 wurde Erzingen im Waldshuterkrieg von den Eidgenossen eingenommen. Erzingen gehörte zur Landgrafschaft Klettgau, war damit Teil der Herrschaft Schwarzenberg und kam mit dessen Verkauf an das Großherzogtum Baden.

Die Gemeinde Klettgau wurde am 1. August 1971 im Rahmen der baden-württembergischen Gebietsreform aus den bis dahin selbständigen Ortschaften Erzingen, Grießen, Rechberg, Riedern am Sand und Weisweil gebildet. Am 1. Januar 1975 wurden Bühl und Geißlingen eingemeindet.

[Bearbeiten] Wappen der ehemaligen Gemeinden

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte in der Gemeinde Klettgau zu folgender Sitzverteilung:

CDU: 10 Sitze
SPD: 3 Sitze
Grüne: 4 Sitze
FW: 6 Sitze

[Bearbeiten] Bürgermeister

Am 9. November 2008 wurde Volker Jungmann (SPD) mit 98,22 % der abgegebenen Stimmen in seinem Amt bestätigt. Obwohl er als einziger Bewerber antrat, lag die Wahlbeteiligung bei 48,95 %.

[Bearbeiten] Partnerschaften

Klettgau unterhält seit 1976 partnerschaftliche Beziehungen zur Gemeinde Clisson in der Nähe von Nantes in Frankreich. Seit dem Sommer 2006 besteht eine Partnerschaft mit dem italienischen Sanza südlich von Neapel.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Der Anteil des produzierenden Gewerbes liegt bei 67 Prozent, Handel, Gastgewerbe und Verkehr umfassen 18 Prozent, die sonstigen Dienstleistungen betragen 15 Prozent. Die Markttradition in Grießen geht auf das Mittelalter zurück und heute finden noch alljährlich sechs Krämermärkte statt. Einst bestanden hier ein Ziegelei und eine Weberei.

[Bearbeiten] Weinbau

In Erzingen gab es schon immer Weinbau, die Weinberge um Erzingen und Rechberg sind vor allem mit den Reben der Sorte Spätburgunder bepflanzt, daraus wird Rotwein gekeltert. Rebanbau ist außerdem in den Ortsteilen Bühl und Riedern am Sand bekannt. Seit 2002 findet alljährlich im Frühjahr eine Weinmesse statt, die von der Gemeindeverwaltung organisiert wird. Der Großteil der Trauben wird durch die Genossenschaft Badischer Winzerkeller verarbeitet. Alljährlich seit 1959 findet im Herbst das Erzinger Winzerfest statt. Tradition ist dabei die Wahl der Erzinger Weinprinzessin. Oberbadische Weinprinzessin[5] waren:

  • 1970 Monika Stoll
  • 1969 Bärbel Weißenberger
  • 1968 Veronika Netzhammer
  • 1967 Renate Stoll
  • 1966 Paula Indlekofer

[Bearbeiten] Verkehr

Klettgau liegt an der Bundesstraße 34 [Basel–Singen (Hohentwiel)]. Der Ortsteil Erzingen besitzt einen Bahnhof mit IRE- und RB-Halt mit einem geräumigen Parkplatz. Werktags verkehren hier die Züge im Stundentakt. Der Bahnhof im Ortsteil Grießen wird sporadisch bedient, vor allem für den Schülerverkehr. Die beiden Bahnhöfe liegen an der Hochrheinbahn Basel–Singen [-Ulm bzw. Konstanz].

[Bearbeiten] Medien

In Klettgau ist die Monopolzeitung Südkurier mit ihrem Ableger Alb-Bote vertreten. Dazu kommen die Anzeigenblätter "WOM" und "Anzeiger Hochrhein". Für den SWR ist das Korrespondentenbüro in Waldshut zuständig.

[Bearbeiten] Bildung

Es gibt zwei Grundschulen in den Ortsteilen Erzingen und Grießen und eine Hauptschule mit Werkrealschule in Erzingen. Weiterführende Schulen stehen unter anderem in der Kreisstadt Waldshut-Tiengen, Bad Säckingen und in Singen a. H. zur Verfügung. Außerdem besteht die Möglichkeit zum Besuch Schweizer Fachschulen und Universitäten.


[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Ehrenbürger

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde

[Bearbeiten] weitere Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen

  • Notburga von Bühl (um 796 in Edinburgh in Schottland; † 26. Januar 840), eine im Exil lebende schottische Königin, die gleichzeitig neun Kinder zur Welt gebracht haben soll
  • Rudolf I. zerstörte die Burg Weißenburg im Frühjahr 1288
  • Johannes XXIII. (Gegenpapst), hielt sich in Erzingen auf seiner Flucht auf
  • Wilhelm von Grießen ∞ Appolonia von Erzingen (* vor 1488; † nach 1525), Ritter (Miles), Ortsadel
  • Martin von Weißenburg, Abt des Klosters Reichenau, (1492-1508)
  • Hans Rebmann (1499–1568), reformierter Theologe, Prädikant in Grießen
  • Maria Grießer von Bühl ( † 19. Dezember 1682) Opfer der Hexenverfolgung
  • Robert Leiber (1887–1967 in Rom) war ein deutscher Jesuit, Professor an der Päpstlichen Universität Gregoriana und persönlicher Mitarbeiter, später Privatsekretär von Eugenio Pacelli (Papst Pius XII.), (er war der Sohn eines Erzinger Lehrers)[6]
  • Elmar Zimmermann (1930–1998) Lehrer in Stühlingen, Autor und Künstler, sein Elternhaus war in Erzingen

[Bearbeiten] Literatur

  • Hubert Roth, So isch es gsi...das Leben im Klettgau.2000


[Bearbeiten] Vereine

In der Gemeinde bestehen über 100 Vereine. Sie teilen sich in Fasnachts-, Frauen-, Musik-, Gesang-, und Sportvereine auf. Größter Verein ist der Turnverein Erzingen mit über 800 Mitgliedern.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2010 (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Klettgau vom 13. Februar 2006
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 984–988
  4. Albert Krieger, Topographisches Wörterbuch des Großherzogtums Baden, 1904,
  5. Elfhundert Jahre Gemeinde Erzingen, Festschrift 26. - 27. 9. 1970, S. 40 u. 41,
  6. Hermann Stoll in: Elfhundert Jahre Gemeinde Erzingen, Festschrift 26. - 27. 9. 1970, S.29

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Klettgau (Gemeinde) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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