Dettighofen

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Dettighofen im Landkreis Waldshut in Deutschland, für andere Ortschaften mit diesem Namen siehe Dettighofen (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dettighofen
Dettighofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dettighofen hervorgehoben
47.6238888888898.4836111111111488Koordinaten: 47° 37′ N, 8° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 488 m ü. NHN
Fläche: 14,39 km²
Einwohner: 1101 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79802
Vorwahl: 07742
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 030
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Berwanger Straße 5
79802 Dettighofen
Webpräsenz: www.dettighofen.de
Bürgermeister: Gerhard Riedmüller
Lage der Gemeinde Dettighofen im Landkreis Waldshut
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Über dieses Bild

Dettighofen ist eine Gemeinde im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg, Deutschland.

Die Gemeinde ist Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Jestetten mit Sitz in Jestetten.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Dettighofen liegt im Klettgau auf einem Höhenrücken etwa 150 Meter über dem fünf Kilometer entfernten Hochrhein. Die Gemeinde ist von ihrer geographischen Lage her eine Besonderheit, sie liegt zusammen mit den Gemeinden Jestetten und Lottstetten im so genannten Jestetter Zipfel, der auf einer Länge von 55 km von der Schweizer Grenze umschlossen und über eine Straße von Deutschland direkt zu erreichen ist.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Wilchingen im Schweizer Kanton Schaffhausen, im Osten an Jestetten, im Süden an die beiden Schweizer Gemeinden Rafz und Wil im rechtsrheinischen Teil des Kantons Zürich und im Westen an die Gemeinde Klettgau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Rathaus in Dettighofen.

Zur Gemeinde Dettighofen gehören die ehemaligen Gemeinden Baltersweil und Berwangen. Zur ehemaligen Gemeinde Baltersweil gehört das Dorf Baltersweil. Zur ehemaligen Gemeinde Berwangen gehören das Dorf Berwangen und die Häuser Im Moos (Ob den Reben). Zur Gemeinde Dettighofen in den Grenzen von 1973 gehören das Dorf Dettighofen, die Weiler Albführen, Eichberg (Hinter und Vorder) und das Gehöft Häuserhof. Die Ortschaften Reute und Kappel sind in Baltersweil aufgegangen. In der Gemeinde Dettighofen im Gebietsstand von 1973 liegt die Wüstung Haslenmühle.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Dettighofen wurde im Jahre 1272 erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit gehörte der Ort zum Kloster Rheinau, dieses kam aber im 17. Jahrhundert in den Besitz der Stadt Zürich.

Über die Brümsi und die von Endingen kam 1419 das Burglehen der Burg Weißenburg und das Vogtrecht über Erzingen an die Im Thurn, es umfasste Liegenschaften und Einnahmen aus Dettighofen, Eichberg, Berwangen, Bühl und Geißlingen. Die Im Thurn vererbten den Besitz über eine Tochter an die Humpbiß. Die Lehenszinse wurden am 5. Mai 1520 um 240 Gulden an den Ratsherren und späteren Schaffhauser Bürgermeister Conrad Mayer veräußert. Über Junker Johann Stockar erwarb Pfarrer Hans Conrad Hauser 1712 das Gut zurück und brachte es in das von ihm gestiftete Kaplaneilehen ein.[3]Auch Das Kloster St. Blasien besaß ab 1357 einen Kelnhof und Güter in Dettighofen.

Baltersweil wurde schon im Jahre 885 erstmals erwähnt und gehörte ebenso wie Berwangen zum Besitz des Klosters Reichenau. 1806 kamen alle drei Dörfer zu dem neu geschaffenen Großherzogtum Baden.

Wegen des komplizierten Grenzverlaufs in dieser Region wurde das Gebiet des Jestetter Zipfels 1840 zum Zollausschlussgebiet erklärt, was die zu überwachende Grenze von 55 km auf 6 km verkürzte. Diese Regelung, die bis 1935 währte, bescherte den Bewohnern des Gebiets einen bescheidenen Wohlstand, konnten sie ihre Produkte doch in Baden bzw. Deutschland und der Schweiz zollfrei anbieten.

Die Gemeinde in ihrem heutigen Umfang entstand im Rahmen der baden-württembergischen Gebietsreform am 1. Januar 1974 durch Zusammenlegung der bis dahin selbständigen Gemeinden Baltersweil, Berwangen und Dettighofen.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 55,2 %
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
71,8 %
28,2 %
Gewinne/Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   2
   0
  -2
  -4
+0,6 %p
-0,6 %p

Der Gemeinderat setzt sich aus 10 Personen zusammen. Die Sitze verteilen sich seit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 auf die Unabhängige Bürgervereinigung mit sieben Sitzen und Bündnis 90/Die Grünen mit drei Sitzen. Bürgermeister und als Vorsitzender zusätzliches Mitglied des Gemeinderates ist Gerhard Riedmüller (CDU).

Medien[Bearbeiten]

In Dettighofen ist die Monopolzeitung Südkurier mit ihrem Ableger Alb-Bote vertreten. Dazu kommen die Anzeigenblätter "WOM" und "Anzeiger Hochrhein".

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hubert Matt-Willmatt, Dettighofen Baltersweil Berwangen, 1992
  • Georg Jäger: Jestetten und seine Umgebung. Ein Heimatbuch für das badische Zollausschlussgebiet. 1930

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dettighofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 982–983
  3. Gemeinde Dettighofen (Hrsg.), Hubert Matt-Willmatt: Dettighofen Baltersweil Berwangen 1992, S. 113–117