Waldshut-Tiengen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Waldshut-Tiengen
Waldshut-Tiengen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Waldshut-Tiengen hervorgehoben
47.6305555555568.2494444444444356Koordinaten: 47° 38′ N, 8° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 356 m ü. NHN
Fläche: 77,98 km²
Einwohner: 22.808 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 292 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 79741–79761
Vorwahlen: 07751, 07741, 07755 (Oberalpfen, Waldkirch)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 126
Stadtgliederung: 2 Kernstädte und 10 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kaiserstraße 28–32
79761 Waldshut-Tiengen
Webpräsenz: www.waldshut-tiengen.de
Oberbürgermeister: Martin Albers (CDU)
Lage der Stadt Waldshut-Tiengen im Landkreis Waldshut
Aare Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Lörrach Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Schwarzwald-Baar-Kreis Albbruck Bad Säckingen Bernau im Schwarzwald Bonndorf im Schwarzwald Dachsberg (Südschwarzwald) Dettighofen Dogern Eggingen Görwihl Grafenhausen Häusern Herrischried Höchenschwand Hohentengen am Hochrhein Ibach (Schwarzwald) Jestetten Klettgau (Gemeinde) Küssaberg Lauchringen Laufenburg (Baden) Lottstetten Murg (Hochrhein) Rickenbach (Hotzenwald) St. Blasien Stühlingen Todtmoos Ühlingen-Birkendorf Waldshut-Tiengen Wehr (Baden) Weilheim (Baden) Wutach (Gemeinde) Wutöschingen Schweiz RheinKarte
Über dieses Bild

Waldshut-Tiengen?/i (alemannisch: Waldshuet-Düenge) ist eine Doppelstadt im Südwesten Baden-Württembergs unmittelbar an der Schweizer Grenze. Sie ist die Kreisstadt und zugleich größte Stadt des Landkreises Waldshut und ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden.

Geografie[Bearbeiten]

Blick auf den Rhein bei Waldshut, links der Aarberg
Blick nach Westen, links das Fullerfeld, im Hintergrund das Schweizerische Kernkraftwerk Leibstadt
Klimadiagramm Waldshut-Tiengen

Waldshut-Tiengen liegt am Hochrhein, der in diesem Abschnitt durch das Kraftwerk Albbruck-Dogern deutlich aufgestaut ist. Seine nördlichen Ortsteile ragen in den südlichen Schwarzwald hinein. Die Waldshuter Kernstadt liegt etwa zwei Kilometer westlich der Einmündung der Aare, in den Rhein, an der Grenze zum Schweizer Kanton Aargau. Die Aare ist der größte Zufluss des Rheins auf seiner gesamten Strecke. Tiengen liegt nahe der Einmündung der Wutach in den Rhein am Übergang in den Klettgau. Neben der Wutach sind noch die Flüsse Steina und Schlücht zu nennen, die im Stadtgebiet in die Wutach münden. Daher wurde Tiengen früher auch als „Viertälerstadt“ bezeichnet. Waldshut-Tiengen ist Teil des Naturparks Südschwarzwald. Waldshut und Tiengen liegen in naturbedingten Englagen, eine beliebige Stadterweiterung und Neubebauung stößt daher auf natürliche Grenzen, so begann man in Waldshut mit dem Neubau eines Stadtteiles auf dem Aarberg, in Tiengen auf dem Vitibuck.

Topografie und Geologie[Bearbeiten]

Die Landschaft (Südwestdeutsches Stufenland) grenzt mit dem Rhein (Grundwasserrinne) an das Schweizer Mittelland und ist durch die Gletscher und Schmelzwässer der Eiszeit geprägt worden (Urdonau), während das Gebiet des Schwarzwalds (Hotzenwald) ein Grundgebirge des Kambrium ist. Teils treten auch die Schichten des Trias (Geologie) (Muschelkalk, ehemaliger Gipsabbau bei Tiengen) zu Tage. Es fanden auch Bohrungen zur Ergründung von Thermalwasser statt.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag liegt bei 1155 mm und ist damit sehr hoch, da er in das obere Zehntel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 92 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der September, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,5 mal mehr Niederschläge als im September. Die Niederschläge variieren mäßig. An 64 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Blick von Full-Reuenthal (über den Rhein) auf Waldshut und das Schmitzinger Tal

Nachbarstädte und -gemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Waldshut-Tiengen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Westen genannt:

Dogern, Albbruck, Dachsberg, St. Blasien, Weilheim (Baden), Ühlingen-Birkendorf, Wutöschingen, Lauchringen und Küssaberg (alle Landkreis Waldshut) sowie jenseits des Rheins Koblenz, Leuggern und Full-Reuenthal (alle Kanton Aargau/Schweiz).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet von Waldshut-Tiengen besteht aus den beiden Kernstädten Waldshut und Tiengen/Hochrhein und den im Rahmen der Gemeindereform in diese beiden ehemaligen Städte eingegliederten bzw. mit diesen beiden Städten zusammengeschlossenen ehemaligen neun Gemeinden Aichen (mit Gutenburg), Breitenfeld, Detzeln, Eschbach, Gurtweil, Indlekofen, Krenkingen, Oberalpfen und Waldkirch (mit Gaiß und Schmitzingen).
siehe auch abgegangene Burg Blumpenbach.

Zu Waldshut-Tiengen zählt der Stadtteil Homburg und der Hasenhof bei Breitenfeld. (Der Weiler Ettikon mit dem nahen Lauffen gehört zur Gemeinde Kadelburg). Für alle neun ehemals selbständigen Gemeinden sowie zusätzlich für den zur Gemeinde Waldkirch gehörigen Ortsteil Schmitzingen wurden Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung eingerichtet, das heißt, sie haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl neu zu wählenden Ortschaftsrat, mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. Die Namen der Ortschaften sind identisch mit den Namen der früheren Gemeinden. Abweichende Ortschaftsnamen sind Aichen-Gutenberg (für das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Aichen), Gaiß-Waldkirch (für die beiden Wohnbezirke der ehemaligen Gemeinde Waldkirch) und Schmitzingen (ehemals zur Gemeinde Waldkirch gehörend). Die Zahl der Ortschaftsräte beträgt in allen Ortschaften sechs, in Gurtweil jedoch zehn.

Raumplanung[Bearbeiten]

Waldshut-Tiengen bildet ein Mittelzentrum im Bereich des Oberzentrums Lörrach/Weil am Rhein, zu dessen Mittelbereich die meisten Städte und Gemeinden des Landkreises Waldshut (mit Ausnahme von sieben Gemeinden im Raum Bad Säckingen) gehören. Darüber hinaus gibt es grenzüberschreitende Verflechtungen mit den Kantonen Aargau, Schaffhausen und Zürich in der Schweiz.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Waldshut um 1580
Die Kaiserstraße mit dem Oberen Tor in den 1950er Jahren

Waldshut[Bearbeiten]

  • 1256 fand sich die erste mittelbare Erwähnung des Ortes Waldshut in einer 1256 im Kloster St. Blasien ausgestellten Schlichtungsurkunde, in der ein Arnoldo scultheto in Waldishuote aufgeführt wurde.[3] Der Freiburger Historiker Eugen Hillenbrand nahm 2009 eine Gründung im Kontext der Politik der Grafen von Habsburg nahe der Mitte des 13. Jahrhunderts an.[4]
  • 1277 zeigte das erste Siegel der Stadt, mit der Umschrift Sigillum civium in Waldishut, einen Waldhüter, das sogenannte »Waldshuter Männle« welches nach 1468 durch ein Ehrenwappen mit dem Habsburger Löwen ergänzt wurde.[5]
  • 1298 an den Osterfeiertagen 1298 rüstete Herzog Albrecht über zwei Wochen sein Heer vor der Entscheidungsschlacht mit Adolf von Nassau in der Stadt. Der gesamte Proviant des Heeres wird im erstmals erwähnten Waldshuter Rheinhafen auf 30 große Schiffe verladen.[6]
  • 1349 wurde ein Pestpogrom an der jüdischen Gemeinde der Stadt verübt.[7]
  • 1375 fällt die Waldshuter Rheinbrücke einem Teil der in den Aargau ziehenden Gugler zum Opfer.[8] – Das Kloster Königsfelden erhält als Kompensation für die durch die Gugler verursachten Schäden unter anderem den Kirchensatz von Nieder-Waldshut.[9]
  • 1380 erhielt die Stadt von König Wenzel das Privileg eines besonders weitgefassten Asylrechts durch . Unter den zahlreichen bis 1496 erhaltenen und immer wieder bestätigten Privilegien der Stadt gab es zuvor schon 1358, 1361 und 1363 Privilegien zum Asylrecht.[10]
  • 1386 fiel in der Schlacht von Sempach der Waldvogt Rudolf von Schönau mit weiteren Angehörigen des Waldshuter Adels und Knechten aus der Stadt.
  • 1388 beteiligte sich ein Waldshuter Kontingent, das die Schlacht bei Näfels verpasst hatte, an der Verteidigung von Rapperswil.[11]
  • 1411 verließen die letzten Bürger der einst bedeutenden jüdischen Gemeinde im Vorfeld der Wiener Gesera die Stadt.
  • 1415 verlor die Stadt Waldshut ihre südlichen Verwaltungsbezirke infolge der Annexion des Aargaus durch die Eidgenossen. Die Waldshuter Münzprägungen wurden in Zürich verrufen.[12] Hussitisch gesinnte Bürger der Stadt wurden verfolgt und verbrannt.[13]
  • 1444 entstanden Schäden durch eine sechswöchige Einquartierung der Armagnaken zu deren Kompensation die Stadt im Folgejahr das Privileg des nunmehr zweimal jährlich stattfindenden Marktes erhielt.
  • 1468 wurde die Stadt Waldshut im Waldshuter Krieg sechs Wochen lang von den Eidgenossen beschossen und belagert. An dieses Ereignis erinnert das jährlich begangene Stadtfest, die Waldshuter Chilbi.
  • 1469 wurden die Waldstädte, die habsburgischen Besitzungen im südlichen Elsass sowie die Stadt Breisach pfandweise an das Herzogtum Burgund abgetreten
  • 1474 stieg der Hauptmann von Waldshut Wilhelm Herter von Hertneck in den Burgunderkriegen zum politischen und militärischen Führer der Niederen Vereinigung auf.
  • 1492 vernichtete ein großer Stadtbrand 182 Häuser auf etwa 40 % der Stadtfläche
  • 1499 trugen Provokationen in Waldshut stationierter Landsknechte zum Ausbruch des Schwabenkrieges bei.
  • 1524 schloss sich die Stadtbewohner mehrheitlich der Reformation an.
  • 1525 setzte sich unter dem Pfarrer der Oberen Kirche Balthasar Hubmaier die täuferisch gesinnte Richtung durch und versuchte erfolglos mit unterschiedlichen Verbündeten ihren Weg gegen die Provinzregierung in Ensisheim durchzusetzen. Die Stadt verlor auf lange Zeit wichtige Privilegien. Die täuferischen und die reformierten Bürger wurden enteignet und aus der Stadt gewiesen.
  • 1529 verbündete sich Erzherzog Ferdinand von Österreich, in Waldshut vertreten durch Veit Suter und Marx Sittich von Ems, und die eidgenössischen katholischen V Orte im Waldshuter Vertrag gegen die reformierten eidgenössischen Kantone.
  • 1534 verweigerte die Stadt Waldshut die Zahlung des Zehnten an Bern. Auf Berner Kriegsdrohungen hin wurden 900 Vorarlberger Landsknechte in die Stadt verlegt.
  • 1611 forderte eine Pestepidemie 568 Opfer.
  • 1612 besetzten aufständische Hauensteiner die Stadt und plünderten die städtische Waffenkammer.
  • 1633 wurde die Stadt im Dreißigjährigen Krieg dem Rheingrafen Johann Philipp von Salm-Kyrburg-Mörchingen unblutig im Accord übergeben. Der Rückeroberung durch den Herzog von Feria im Oktober des Jahres fielen etliche Bürger zum Opfer.
  • 1634 wurde die verlassene Stadt von Bernhard Schaffalitzky von Muckadell acht Wochen lang für Württemberg bis zur Entsatzung durch den Landsturm besetzt.
  • 1638 leitete die erneute Einnahme der Stadt durch ein Kommando im Auftrag von Bernhard von Weimar eine zwölf Jahre dauernde Unterstellung unter Schwedisch-französisches Besatzungsrecht ein.
  • 1678 wurde Waldshut nach der französischen Besetzung Freiburgs für kurze Zeit Sitz der vorderösterreichischen Regierung.
  • 1688 wurde die, von den Bewohnern auf das andere Rheinufer verlassene, Stadt im Pfälzer Erbfolgekrieg von einer Militärexpedition der französischen Festung Hüningen den Franzosen kurzfristig besetzt.
  • 1701 wurde Waldshut im Spanischen Erbfolgekrieg für neutral erklärt und durch eidgenössische Regimenter gegen Angriffspläne der mit den Franzosen verbündeten Kurbayern unter Johann Baptist von Arco gesichert.[14]
  • 1726 brannten bei einem erneuten Stadtbrand 44 Häuser, darunter das erst 1766 wiedererrichtete Rathaus, ab.
  • 1744 wurde die Stadt im Österreichischen Erbfolgekrieg von den Franzosen unter Armand Fouquet de Belle-Isle besetzt und bis Anfang 1745 dem Kurfürstentum Bayern zugeschlagen.
  • 1745 bestürmten aufständische Salpeterer erfolglos die Stadt.
  • 1796 wurden die Revolutionstruppen unter General Moreau mit einem Freiheitsbaum empfangen. Bei dem Rückzug über Waldshut wurde der französische Tross von österreichischen Chevaulegers und Freicorps angegriffen.
  • 1800 erfolgte ein erneuter Durchzug der Franzosen
  • 1801 wurden der Breisgau und die Ortenau in der Folge der Frieden von Lunéville und des Frieden von Amiens Ercole III. d’Este, dem exilierten Herzog von Modena zugesprochen. Das vor der Stadt liegende Kapuzinerkloster ging in den Besitz des Fürstentums Heitersheim über.
  • 1805 gelangten Waldshut und sein Kapuzinerkloster nach dem Frieden von Pressburg mit dem Breisgau an Baden.
  • 1813 schmiedete das Waldshuter Komitee, ein Zusammenschluss reaktionärer Exilschweizer, ein Komplott gegen die helvetische Republik.
  • 1825 eröffnete Friedrich Frey-Herosé eine Chemische Fabrik zur Erzeugung von Schwefelsäure im ehemaligen Kapuzinerkloster, die bis 1834 Bestand hatte.
  • 1837 wurden die Zünfte aufgehoben. Das eingezogene Vermögen wurde zur Gründung der Waldshuter Gewerbeschule verwendet.
  • 1848 wurde die mit der demokratischen Bewegung sympathisierende Stadt durch Württembergisches Militär besetzt.
  • 1849 wurde der Republikaner Kaspar Stützle zum Bürgermeister gewählt und nach der Besetzung der Stadt durch Preußisches Militär abgesetzt.
  • 1856 wurde die Bahnlinie Basel- Waldshut eröffnet. Sieben Jahre später wurde die Verbindung nach Konstanz eingeweiht.
  • 1873 schlossen sich ein breiter Teil des Bürgertums der Altkatholischen Bewegung an.
  • 1918 bei Kriegsende konstituierte sich ein bürgerlich geführter Arbeiter und Soldatenrat.
  • 1945 entmachtete der Einzug der Franzosen das lokale NS-Regime.
  • 1975 entstand in einer weiteren Phase der ab 1971 begonnenen Gemeindereform die große Kreisstadt Waldshut-Tiengen.

Tiengen[Bearbeiten]

Blick auf Tiengen von Osten in Richtung Waldshut, links der Bürgerwald, rechts der Vitibuck, im Hintergrund die Dampffahne des Kernkraftwerks Leibstadt
Blick auf die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt und das Schloss Tiengen, links die Evangelische Kirche

Tiengen, (bis 2. September 1964 Tiengen (Oberrhein)), wird im Jahr 858 erstmals erwähnt, im Jahr 1146 besuchte Abt Bernhard von Clairvaux die Tiengener Kirche.[15] 1224 ist Tiengen im Eigentum der Freiherren von Krenkingen, die hier einen Wohn- und Wehrturm (das heutige Schloss Tiengen) besitzen, und dem Hochstift Konstanz. Das Münzrecht wird 1275 erstmals genannt.[16] Am 28. März 1388 verlieh König Wenzel dem edlen Johann von Krenkingen, seinem Diener und Hofrichter, für die geleisteten Dienste das Recht newe guldein Muntze zu schlachen.[17]

Im Stadtarchiv befindet sich die Beschreibung der Ursache zu dem jährlich abgehaltenen traditionellen Schwyzertag, das Original-Protokoll des Kaiserlichen Hofgerichts: „Am 1. August 1415 wurde die Stadt durch Herzog Reinold von Urslingen mit seinem Söldnerheer angegriffen. Der Angriff scheiterte am erbitterten Widerstand der Bürger und nach der Überlieferung an der Unterstützung durch die im Gebet angerufene Gottesmutter Maria“. Dessen Organisation obliegt der Bürgerzunft 1503.[18]

Das Hochstift Konstanz gab Tiengen im Jahr 1448 an Ritter Bilgeri von Heudorf zu Lehen, der dann durch zahlreiche Fehden 1468 den Waldshuter Krieg heraufbeschwor. Tiengen wurde durch die Eidgenossen eingenommen, zerstört und mit Schaffhauser Truppen besetzt.

1476 (nach dem Tod Bilgeris) wurde Tiengen von Schaffhausen wieder an das Bistum Konstanz zurückgegeben. 1482 übergab Bischof Otto IV. von Sonnenberg die Stadt Tiengen an die Grafen Alwig und Rudolf, Grafen von Sulz. Tiengen wurde damit Sitz der Landgrafen des Klettgaus. Im Schwabenkrieg 1499 war Maximilian I. gezwungen als Römisch-deutscher Kaiser gegen die Schweizer zu handeln, diese wollten sich vom Reich lösen. Am 18. April 1499 wurde Tiengen vollkommen ausgeplündert und niedergebrannt. Waldshut wurde nicht verwickelt. Mit der Schlacht bei Dornach wurde beendet was mit der Schlacht bei Morgarten begonnen war. Die Schweiz war faktisch unabhängig. Am 22. September 1499 wurde der Frieden zu Basel geschlossen.

Im Bauernkrieg der von Stühlingen aus seinen Anfang nahm wurden die Aufrührer bei Grießen niedergeschlagen. Unter den Opfern war der reformierte Theologe Hans Rebmann. Landesherr war Rudolf V. von Sulz.

Die Küssaburg wurde während des Dreißigjährigen Kriegs von der eigenen Besatzung gesprengt. Als Befehlshaber der Zeit waren der General Gustaf Horn und Bernhard von Weimar (dieser besetzte 1638 Waldshut und Tiengen, Tiengen wird wiederum zerstört), auch der Oberst Graf Villefranche und der Feldherr Feria in kriegerische Auseinandersetzungen in der Umgebung verwickelt. Eine entscheidende Situation entstand durch die Schlacht bei Rheinfelden. Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen beschrieb die Schrecken jener Tage in seinen Büchern.

Die Fürsten zu Schwarzenberg 1703–1806[Bearbeiten]

Am 22. Mai 1674 heiratete die älteste Tochter des letzten männlichen Grafen von Sulz Johann Ludwig II., Maria Anna, den böhmischen Fürsten Ferdinand zu Schwarzenberg auf Schloss Langenargen. Johann Ludwig II. unterzeichnete am 14. November 1676 in Tiengen eine Fideikommiss- und Primogenitur-Disposition nach der ihm im Gesamtbesitz zunächst Maria Anna, dann deren Kinder in der Nachkommenschaft folgten. Am 11. Oktober 1677 wurde die Disposition durch Kaiser Leopold bestätigt. Mit diesem Akt wurden die unterschiedlichen Sulzer Rechte und Besitzungen zu dem einheitlichen aber nicht flächendeckenden landesherrlichen Territorium im Kleggau zusammengefasst. Nach dem Tod Johann Ludwig II. am 21. August 1687 folgte Maria Anna als regierende Landgräfin und nahm am 27. September die Huldigungen ihrer Untertanen in Tiengen entgegen. Nach dem Tod der regierenden Landgräfin und verehelichten Fürstin zu Schwarzenberg im Januar 1698 ging das Erbe und die Rechtsfolge auf ihren unmündigen Sohn Adam Franz über, der unter der Vormundschaft seines Vaters Ferdinand stand. Erst nach dem Tod Fürst Ferdinands I. am 22. Oktober 1703 in Wien vereinte Adam Franz zu Schwarzenberg die Herrschaften seiner Eltern. Nach dem Hausgesetz seines Vaters behielten die kleggauer Untertanen ihre hergekommenen Landesordnungen und Rechte.[19] Mit der Rheinbundakte erfolgte 1806 die Mediatisierung der Herrschaft Schwarzenberg im Klettgau. 1812 verkaufte Fürst Joseph zu Schwarzenberg auch die standes- und grundherrlichen Rechte an das Großherzogtum Baden.

Siehe auch: Herrschaft Schwarzenberg im Klettgau

Übergang an Baden und Heckerzug[Bearbeiten]

Tiengen wurde 1806 badisch und gehörte zum Amt Klettgau und ab 1812 zum Bezirksamt Tiengen, das 1819 aufgelöst wurde. Seither gehörte die Stadt zum Bezirksamt Waldshut. Für den 7. Juni 1848 waren für den Bezirk Tiengen im Tiengener Rathaussaal die Wahlen zur Frankfurter verfassunggebenden Nationalversammlung anberaumt; in diesem Bezirk hatte sich Hecker aufstellen lassen.[20] Er wurde mit großer Mehrheit gewählt, doch seine Wahl für ungültig erklärt, da er nach dem missglückten Heckerzug als Hochverräter galt. Ein zweiter Wahlgang am 16. Oktober 1848 erbrachte wieder eine Mehrheit für Hecker, war damit wieder ungültig und so blieb der Wahlbezirk ohne Vertreter in der Paulskirche. Weiteres unter → Badische Revolution

Es folgte die Zeit des Kulturkampfs. In Tiengen war eine starke Bewegung der Altkatholiken. Sie erhielten für längere Zeit die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt zur Nutzung.

Erster und Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

An die Gefallenen des Ersten Weltkriegs erinnert das Löwendenkmal an der Schlossmauer.

In der Reichskristallnacht wurde die Synagoge aus dem Jahr 1793 und kurz darauf der alte jüdische Friedhof geschändet.[21] Die Steine wurden zum Bau einer Stützmauer verwendet. Die Juden, die in Tiengen seit 1454 urkundlich nachweisbar sind, wurden verfolgt und mussten fliehen. Fünf Männer und 14 Frauen flohen nicht rechtzeitig, sie wurden ins Gefängnis gebracht, ihre Häuser geplündert und enteignet. Die Frauen wurden tags darauf aus dem Gefängnis in Waldshut wieder in das Rathaus nach Tiengen zurückgebracht. Soweit bekannt konnte eine Frau noch fliehen, vier Frauen blieben dagegen in Tiengen und wurden am 22. Oktober 1940 durch die Gestapo abgeholt, sie wurden in das Internierungslager Camp de Gurs verbracht, wo eine Frau verstarb, eine Frau konnte entkommen, zwei der Frauen kamen später vermutlich in das KZ Auschwitz. Die Männer kamen sofort in Konzentrationslager, drei von ihnen kamen 1939 aus dem KZ Dachau frei und konnten fliehen.[22]

Beim Vorrücken der Alliierten noch kurz vor dem Eintreffen der Panzerverbände aus Richtung Waldshut, warfen am 25. April 1945 gegen 13.30 Uhr vier Flugzeuge etwa 60 Splitterbomben auf Tiengen, diese forderten sieben Todesopfer und einige Verletzte. Die weißen Fahnen waren zu spät gehisst worden, sodass am Morgen überfliegende Flugzeuge vermutlich noch mit Widerstand rechneten. Der Volkssturm war mit 100 Mann bis zuletzt mit Badoglioflinten und Panzerfäusten im Einsatz. Mit dem Eintreffen der französischen Panzertruppen am Nachmittag des 25. April 1945 wurde Tiengen der Besatzung übergeben.[23]

Gurtweil/Krenkingen[Bearbeiten]

Gurtweil mit der Gutenburg (Hochrhein) gehörte zunächst der Fürstabtei St. Gallen, später dem Kloster Rheinau, seit dem Dreißigjährigen Krieg dem Kloster St. Blasien. In der Nähe der Gemeinde Weilheim (Baden) befinden sich die Reste der Burg Gut-Krenkingen, einer Turmhügelburg aus dem 12. Jahrhundert.

Eingemeindung[Bearbeiten]

Das Gebiet der Stadt Waldshut-Tiengen hat sich wie folgt entwickelt:

  • Am 1. Januar 1971 wurden die Gemeinden Breitenfeld und Detzeln in die Stadt Tiengen/Hochrhein eingemeindet. Ihnen folgten am 1. Juli 1974 die Gemeinden Aichen und Krenkingen.
  • Am 1. Juli 1971 wurden die Gemeinden Eschbach, Indlekofen, Oberalpfen und Waldkirch (mit den 1935 eingegliederten Gemeinden Gaiß und Schmitzingen) in die Stadt Waldshut eingemeindet.
  • Am 1. Januar 1975 wurden die beiden Städte Waldshut und Tiengen/Hochrhein mit der Gemeinde Gurtweil zur neuen Stadt Waldshut-Tiengen vereinigt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1974 handelt es sich um Zahlen der Stadt Waldshut. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1400 ca. 1.000
1650 ca. 400
1811 1.111
1834 1.263
1852 1.435
1871, 1. Dezember 2.130
1880, 1. Dezember ¹ 2.468
1900, 1. Dezember ¹ 3.587
1910, 1. Dezember ¹ 4.270
1925, 16. Juni ¹ 5.226
1933, 16. Juni ¹ 6.460
Jahr Einwohner
1939, 17. Mai ¹ 6.554
1950, 13. September ¹ 8.255
1961, 6. Juni ¹ 10.883
1970, 27. Mai ¹ 10.669
1975, 31. Dezember 22.046
1980, 31. Dezember 21.410
1987, 27. Mai ¹ 21.264
1990, 31. Dezember 21.913
1995, 31. Dezember 22.140
2000, 31. Dezember ² 22.139
2005, 31. Dezember ² 22.670

¹ Volkszählungsergebnis     ² Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Die im Rahmen der Gemeindereform 1975 neu gebildete Stadt Waldshut-Tiengen überschritt mit dem Datum der Gründung die 20.000-Grenze. Danach stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung vom 1. Juli 1976 beschloss.

Religionen[Bearbeiten]

Waldshut, Stadtpfarrkirche

Waldshut gehörte zunächst zum Bistum Konstanz. Im Jahr 1524 führte der frühere katholische Priester Balthasar Hubmaier, der sich nach 1522 zunehmend an reformatorischem und täuferischem Gedankengut orientierte, in Waldshut die Reformation ein. Doch konnte sich diese nach der Besetzung der Stadt durch habsburgische Truppen nicht auf Dauer halten. Infolge der Zugehörigkeit zu Vorderösterreich blieb Waldshut und sein Umland bis in das 19. Jahrhundert überwiegend katholisch. Die Stadt war schon seit dem 12. Jahrhundert Sitz eines Dekanats. Auch die Nachbarstadt Tiengen und ihr Umland blieb überwiegend katholisch, wenngleich es dort ebenfalls Anhänger von Hubmaier und dessen Lehre der Täufer gab. Seit 1821 gehören die katholischen Gemeinden im heutigen Stadtgebiet Waldshut-Tiengens zum Erzbistum Freiburg und zwar zu den beiden Dekanaten Waldshut und Wutachtal. Sie sind zu drei Seelsorgeeinheiten zusammengeschlossen. Die Seelsorgeeinheit Maria Bronnen umfasst die Gemeinden St. Marien Waldkirch, St. Sebastian Aichen und St. Simon und Judas Gurtweil sowie die Nachbargemeinden St. Peter und Paul Weilheim, St. Stephan Weilheim-Nöggenschwiel, St. Pankratius Berau und St. Laurentius Brenden (beide in der Gemeinde Ühlingen-Birkendorf). Die Seelsorgeeinheit Waldshut umfasst die Liebfrauengemeinde und die Nachbargemeinde St. Klemens in Dogern. Im Dekanat Wutachtal gehören die beiden Gemeinden Mariä Himmelfahrt Tiengen und St. Nikolaus Krenkingen zusammen mit der Nachbargemeinde Herz Jesu Lauchringen-Unterlauchringen zur Seelsorgeeinheit Tiengen.

Mindestens seit dem 19. Jahrhundert waren jüdische Familien in Tiengen ansässig, die in der Fahrgasse 13 eine Synagoge errichteten. Sie wurde beim Novemberpogrom 1938 geschändet. Heute erinnern mehrere Hinweistafeln im Ort an die Geschichte der Tienger Juden. Ihre Verstorbenen begruben sie auf dem Jüdischen Friedhof an der Feldbergstraße, der in der NS-Diktatur entweiht und zum Sportplatz umfunktioniert wurde. Heute ist das Areal als Gedenkstätte eingerichtet, auf dem 50 Namen jüdischer Einwohner verzeichnet sind, die hier begraben wurden.[24]

Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Protestanten nach Waldshut und Tiengen. Die Waldshuter Protestanten wurden zunächst von Säckingen aus betreut. 1870 erhielt Waldshut einen eigenen Pfarrer und 1890 wurde eine Filialkirchengemeinde gegründet. 1921 wurde die Gemeinde eine eigene Pfarrei. Zur Gemeinde Waldshut gehören heute auch die Protestanten der Stadtteile Eschbach, Indlekofen und Waldkirch und einiger Nachbargemeinden. Auch in Tiengen entstand 1871 eine Gemeinde, die zunächst Filiale von Kadelburg war. Die Christuskirche wurde 1905 errichtet. Eine eigene Pfarrei gibt es dort seit 1926. Zur evangelischen Gemeinde Tiengen gehören heute auch die Protestanten der Stadtteile Aichen, Breitenfeld, Detzeln, Gurtweil und Krenkingen sowie einige Nachbargemeinden. Die Protestanten aus dem Stadtteil Oberalpfen gehören zur Nachbargemeinde Albbruck. Die beiden Gemeinden Waldshut und Tiengen gehören zum Kirchenbezirk Hochrhein der Evangelischen Landeskirche in Baden.

Die Entstehung der Waldshuter Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde geht auf das Jahr 1951 zurück. Gemeindegründer waren vor allem baptistische Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, die in Waldshut eine neue Heimat gefunden hatten. Bereits 1953 konnte die Balthasar-Hubmaier-Kirche an der Unteren Haspelstraße eingeweiht werden. Der Name des Gotteshauses erinnert an den bereits erwähnten Waldshuter Reformator und drückt die Verbundenheit der Gemeinde mit dessen täuferischen Anschauungen aus.[25] Innerhalb ihrer Freikirche gehören die Waldshuter Baptisten zum Evangelisch-Freikirchlichen Landesverband Baden-Württemberg.

Zu den Waldshuter Freikirchen zählt auch die Adventistengemeinde, deren Gemeindezentrum sich an der Robert-Bosch-Straße befindet.

Die Altkatholiken in Waldshut-Tiengen gehören zur Katholischen Pfarrei der Alt-Katholiken Hochrhein-Wiesenthal mit Sitz in Säckingen. Für ihre Gottesdienste in Waldshut gewährt ihnen die Römisch-katholische Kirchengemeinde ein Gastrecht in der Alten Spitalkapelle an der Rheinstraße.[26]

In den beiden Stadtteilen Waldshut und Tiengen befindet sich jeweils auch eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche.

Politik[Bearbeiten]

Die im Rahmen der Gemeindereform 1975 neu gebildete Stadt ist seit 1. Juli 1976 Große Kreisstadt. Mit den Gemeinden Dogern, Lauchringen und Weilheim ist die Stadt Waldshut-Tiengen eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.

Kommunalwahl in Waldshut-Tiengen 2014
 %
40
30
20
10
0
38,5 %
20,5 %
10,3 %
13,1 %
10,8 %
3,1 %
3,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,2 %p
-4,2 %p
-3,1 %p
+3,3 %p
+1,4 %p
+3,1 %p
+3,7 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Waldshut-Tiengen besteht aus 26 ehrenamtlichen Stadträtinnen und Stadträten. Zusätzliches stimmberechtigtes Mitglied und Vorsitzender des Gremiums ist der Oberbürgermeister. Die Gemeinderatswahl vom 25. Mai 2014 ergab bei einer Wahlbeteiligung von 42,7 % (2009: 40,8 %) folgende Sitzverteilung:[27]

Partei Stimmenanteil G/V Sitze G/V
CDU 38,5 % − 4,2 10 − 2
SPD 20,5 % − 4,2 5 − 2
FDP 10,3 % − 3,1 3 ± 0
GRÜNE 10,8 % + 1,4 3 + 1
Freie Wähler 13,1 % + 3,3 3 + 1
LINKE 3,1 %* + 3,1 1 + 1
AfD 3,7 %* + 3,7 1 + 1

G/V: Gewinne oder Verluste im Vergleich mit der Wahl 2009

Bürgermeister[Bearbeiten]

An der Spitze der Stadt Waldshut stand ein Schultheiß, dem ein aus acht Mitgliedern bestehender Rat zur Seite stand. Beide wurden gewählt. 1527 wurde der Schultheiß vorübergehend durch den Landesherren eingesetzt. Neben diesem gab es noch Ratsherren („Innerer Rat“) bestehend aus vier „alten“ und vier „neuen“ Räten. Der erste war der Schultheißenamtsstatthalter, also der eigentliche Bürgermeister der Stadt. Als Vertreter der Bürger gab es einen „äußeren Rat“ mit Zunftmeistern. Der innere Rat hat im 16. Jahrhundert eine andere Zusammensetzung: Neben dem Schultheißen gehörten der Schultheißenamtsstatthalter, der Stadtschreiber und fünf Räte dazu. Der äußere Rat hatte dann sechs Mitglieder. Seit 1789 gab es einen Bürgermeister, anstelle des Schultheißenamtsstatthalters.

In Tiengen gab es zunächst einen Schultheißen und sechs Räte, ab 1422 einen gewählten Schultheißen und die Räte sowie einen vom Landesherrn eingesetzten Vogt. Die Statuten wurden dann mehrmals geändert. 1703 trug das Stadtoberhaupt den Titel Stadtvogt.

Seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1976 trägt das Stadtoberhaupt von Waldshut-Tiengen die Amtsbezeichnung „Oberbürgermeister“. Dieser wird heute von den Wahlberechtigten für eine Amtszeit von acht Jahren direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister“.

Bürgermeister von Waldshut
  • –1810: Karl Josef Haitz
  • 1810–1817: Ignaz Straubhaar
  • 1817–1819: Martin Bähr
  • 1819–1830: Johann Jakob Soder
  • 1830–1834: Anton Bähr
  • 1834–1840: Balthasar Merzler
  • 1840–1849: Vinzenz Bürgi
  • 1849: Kaspar Stützle
  • 1849–1865: Vinzenz Bürgi
  • 1865–1878: Gustav Straubhaar
  • 1878–1885: Carl Frowin Mayer
  • 1885–1894: Alois Lang
  • 1894–1910: Leopold Büchele
  • 1910–1923: Leopold Kupferschmid
  • 1924–1931: Dr. Paul Horster
  • 1932–1942: Albert Wild
  • 1942–1945: August Birkenmeier
  • 1945–1957: Hermann Dietsche
  • 1957–1975: Dr. Friedrich Wilhelm Utsch
Bürgermeister von Tiengen
  • –1824: Melchior Rutschmann
  • 1824–1838: Xaver Kaiser
  • 1839–1861: Franz Xaver Rutschmann
  • 1861–1873: Ludwig Thoma
  • 1873–1879: Franz Joseph Seeger
  • 1879–1885: Joseph Bindert
  • 1885–1907: Heinrich Maier
  • 1907–1917: Karl Pfister
  • 1919–1927: Wilhelm Haiß
  • 1927–1934: Dr. Josef Frantzen
  • 1935–1945: Wilhelm Gutmann, NSDAP
  • 1945: Ernst Herion
  • 1945–1946: Alois Multerer
  • 1946–1948: Alfons Kirchgäßner (1947–1948 suspendiert, deshalb führte Josef Hürst die Amtsgeschäfte)
  • 1948–1951: Josef Hürst
  • 1951–1961: Georg Möllmann
  • 1961–1975: Franz Schmidt
Oberbürgermeister von Waldshut-Tiengen seit 1975
  • 1975–1991: Franz-Joseph Dresen, Bürgermeister, ab 1976 Oberbürgermeister
  • seit 1991: Martin Albers, Oberbürgermeister

Bürgermeister (1. Beigeordnete):

  • 1975–1980: Werner Dörflinger, Bürgermeister von Tiengen
  • 1980–2014: Manfred Beck, Bürgermeister
  • 2014 bis heute: Martin Gruner, Bürgermeister

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen von Waldshut-Tiengen zeigt in gespaltenem Schild vorn in Gold einen linksgewendeten blaugekleideten Mann, den Hut an einer über die Schulter gelegten Schnur auf dem Rücken, die Rechte an der Hutschnur, in der Linken einen blauen Knotenstock haltend, hinten in Blau auf einer steigenden goldenen Mondsichel stehend die golden gekleidete, gekrönte und nimbierte Madonna, auf der Linken das golden gekleidete und nimbierte Kind haltend. Die Flagge ist blau-gelb. Wappen und Flagge wurden vom Regierungspräsidium Freiburg am 2. November 1981 verliehen.

Das Wappen ist eine Kombination der beiden bisherigen Wappen von Waldshut und Tiengen. Das Waldshuter Männle ist seit dem 13. Jahrhundert als Siegelabdruck bekannt. Er wird als Waldhüter gedeutet und ist somit ein sogenanntes „redendes Wappen“. Die Madonna mit dem Kind ist schon in den alten Tiengener Siegeln abgedruckt. Die Blasonierung wurde jedoch gegenüber den bisherigen Farben verändert.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Waldshut-Tiengen unterhält seit 30. Juni 1963 eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Blois an der Loire und seit 1973 mit der englischen Stadt Lewes in der Grafschaft East Sussex.

Die Stadt Tiengen unterhält seit 1985 eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Courtenay (Loiret).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Tiengen ist die Villiger Söhne Holding ansässig sowie die ZG Raiffeisen vertreten, es gibt einen Obi sowie ein McDonald’s. Weiter gibt es umfangreichen Groß- und Einzelhandel, Immobilien- und Versicherungsunternehmen und zahlreiche Handwerksunternehmen. Es gibt eine Mercedes Benz, Ford, und Renault Niederlassung. Im Stadtteil Aichen bei Gutenburg befindet sich die Faserplattenfabrik GUTEX[28] sie wurde als Elektrizitätswerk 1902 gegründet und ab 1922 produzierte man Holzschliff, seit 1932 werden Holzfaserdämmplatten gefertigt. In Tiengen war die Firma Hämmerli GmbH lange Jahre in der Sportwaffenfabrikation tätig.

Im Waldshuter Gewerbegebiet Schmittenau wären zu nennen: Glasgroßhandel, Elektronikmarkt, sowie ein Werkzeuggroßmarkt. Die beiden Kernstädte bieten ein breites Spektrum für jeden Konsumenten. Es finden regelmäßig Markttage statt, beliebt auch die Flohmärkte.

Am Bahnhof Waldshut ist ein neues Gewerbegebiet mit Einzelhandelsgeschäften (u. a. einer der größten Lidl-Märkte Deutschlands), Fastfood- Restaurants und einem Ärztehaus entstanden.

Von 1913 bis in die 1990er Jahre war die chemische Industrie ein wichtiges Standbein der Stadt. Auf dem Areal des ehemaligen Lonza-Werkes ist ein Gewerbepark entstanden und eine rückwärtige Verzollungsanlage, hier auch der TÜV. Die Lonza Werke GmbH Werk Waldshut stellten unter anderem Siliziumcarbid, Korund, Carbid sowie Polyvinylchlorid her. Das Werk beschäftigte zu seinen Hochzeiten in den 1950er Jahren bis zu 1600 Mitarbeiter. Die Verwaltung und Geschäftsführung erfolgte von Weil am Rhein aus. Zweigwerke bestanden in Istein (Kalkwerk) und Weil am Rhein.

Im Nord-Westen des Stadtteils Tiengen befindet sich seit 1930 ein großes Umspannwerk für 380/220/110 kV der RWE AG. An dieser Anlage endet der westliche Zweig der von Herbertingen her kommenden Nord-Süd-Leitung. Ein weiteres 380-kV-Umspannwerk befindet sich in Gurtweil nur wenige Kilometer entfernt.

Die Sparkasse Hochrhein wurde zum 23. März 1856 auf Anregung durch die Großherzogliche Staatsbehörde als Waisen- und Sparkasse in Waldshut gegründet.[29]

Verkehr[Bearbeiten]

Rheinbrücken zwischen Waldshut und Koblenz AG (vorne Eisenbahn)

Die Stadt liegt an der Hochrheinbahn zwischen Basel und Schaffhausen und stellt mit ihrem Bahnhof im Stadtteil Waldshut einen wichtigen Knotenpunkt für die Eisenbahn dar. Der Bahnhof in Tiengen ist beliebt als Zwischenstopp und Anbindung für entfernte Ziele und zu der touristisch interessanten Wutachtalbahn. Die Strecke führt am Fuß des Vitibuck über das Steinaviadukt nach Lauchringen.

Die 1859 mit der Rheinbrücke eröffnete grenzüberschreitende Eisenbahnstrecke nach Koblenz im Kanton Aargau ist die älteste rheinquerende Strecke zwischen Deutschland und der Schweiz. Dadurch ist Waldshut auch End-Haltepunkt der S41 (WinterthurBülachBad Zurzach–Waldshut) des Zürcher S-Bahn-Netzes. Die Wutachtalbahn hat ihren südlichen Endpunkt in Waldshut-Tiengen. Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen mehrere Buslinien. Die Stadt gehört dem Waldshuter Tarifverbund an.

Auf der Straße ist Waldshut-Tiengen aus östlicher und westlicher Richtung über die Bundesstraße 34 und aus nördlicher Richtung über die B 500 erreichbar. Die Rheinbrücke nach Koblenz gewährleistet seit 1932 einen Anschluss an das schweizerische Straßennetz.

Mit dem Bau einer Röhre des Bürgerwaldtunnels ist Tiengen an die A 98 angebunden, es gibt eine je eine Auf- und Abfahrt: Waldshut-Tiengen/Ost und Waldshut-Tiengen/West.

Lediglich dem lokalen Personenverkehr dient eine Fährverbindung in die Schweizer Gemeinde Full.

Der Flughafen Zürich befindet sich in einer Distanz von 25 km Luftlinie.

Behörden, Gerichte und Einrichtungen[Bearbeiten]

Waldshut-Tiengen ist Sitz des Landratsamt des Landkreises Waldshut. Landrat war bis zum 31. August 2014 Tilman Bollacher, seit 1. September ist Martin Kistler in diesem Amt.[30] Die Stadt hat ein Amtsgericht und ein Landgericht sowie ein Notariat und ein Finanzamt. Ferner ist die Stadt Sitz des Regionalverbands Hochrhein-Bodensee. Darüber hinaus ist sie Sitz des Kirchenbezirks Hochrhein der Evangelischen Landeskirche in Baden und des Dekanats Waldshut innerhalb der Region Hochrhein des Erzbistums Freiburg. In Tiengen befindet sich seit 1982 die Polizeidirektion Waldshut-Tiengen. Der Tierschutzverein Waldshut-Tiengen leitet das Tierheim Steinatal.[31]

Krankenhaus, Spitalfond, Kliniken[Bearbeiten]

Im Stadtteil Waldshut befindet sich das in der Region größte Krankenhaus zur Grund- und Regelversorgung, das Spital Waldshut, dessen Anfänge im Mittelalter der Stadtgeschichte liegen. Seit 2012 besteht in direkter Nachbarschaft ein neu erbautes Psychiatrisches Behandlungszentrum. Dies ist eine Außenstelle des Zentrum für Psychiatrie Reichenau (zfp). Das ehemalige Krankenhaus im Stadtteil Tiengen aus dem Jahr 1893 war bis 2012 Seniorenresidenz und wurde 2013 von den Spitälern Hochrhein erworben. Vorgesehen ist es als Unterkunfts- und Schulungsort für den steigenden Bedarf in den Pflegeberufen.

Medien[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Verleger und Buchdrucker aus Lörrach Carl Rudolph Gutsch übernahm 1850 die Druckerei der Anna Maier. Das dort bis dahin erschienene Intelligenz-Blatt nannte er Amtliches Verkündigungs-Blatt für die Großherzoglichen Amtsbezirke Waldshut, Säckingen und Jestetten[32] dazu erschien die Beilagenzeitung Alb-Bote, (nicht identisch mit dem Alb Bote). In den Anfangsjahren zunächst nur wöchentlich. Redakteur war Julius Fuchs der später Herausgeber des Trompeter von Säckingen in Säckingen wurde. Nach zehn Jahren am 1. September 1860 übernahm der Buchdrucker und Verleger Heinrich Zimmermann die Redaktion. Er hatte eine Buchdruckerlehre bei Gutsch absolviert und war danach Herausgeber des Seeblatts in Friedrichshafen. Geschäftsführer war ab 1896 sein Bruder Carl Zimmermann, er wurde später Inhaber. Der Eintrag in das Handelsregister erfolgte am 15. Januar 1863. Die Druckerei befand sich zunächst im Haus Nr. 193, im Haus zur Farb. Die dazugehörende Buchhandlung war im Haus Nr. 172 untergebracht. Am 1. Oktober 1875 bezog die Druckerei Zimmermann ein Gebäude in der Vorstadt. Bereits 1874 wurde die Herausgabe einer zusätzlichen Zeitung bekanntgegeben: Die Waldshuter Zeitung mit dem Waldshuter-Erzähler. Der Alb-Bote erschien ab 1901 täglich.

Am 1. September 1905 erschien im Verlag der Druckerei R. Phillipp die: Neue Waldshuter Zeitung – St. Blasier-Zeitung – Anzeiger und freies Verkündigungsblatt für die Bezierke Waldshut und St. Blasien. Sie erschien wie zunächst der Alb-Bote dreimal wöchentlich. Redakteur war Alfred Bopp.[33]

Aktuell[Bearbeiten]

Über das lokale Geschehen in Waldshut-Tiengen berichten als Tageszeitungen der Südkurier (Sitz in Konstanz) und der Alb Bote, der ebenfalls Teil der Südkurier-Gruppe ist. Der Südwestrundfunk ist mit einem Korrespondentenbüro ansässig. Dazu kommen die Anzeigenblätter „WOM“ sowie „Anzeiger Hochrhein“. Bis 2003 berichtete außerdem der „Schwarzwälder Bote“ mit einer eigenen Redaktion aus der Kreisstadt für die Ausgabe St. Blasien, die damals ersatzlos aufgegeben wurde. Er füllte die Lücke, die mit dem Wegzug der Badischen Zeitung entstand. Die Stadt Waldshut-Tiengen gibt ein eigenes Mitteilungsblatt heraus. Es ist auch online auf der Webseite der Stadt Waldshut-Tiengen nachzulesen.[34] Online berichtet die Medienseite Hierzuland.info über das Geschehen im Landkreis Waldshut und darüber hinaus.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Schulgeschichte[Bearbeiten]

Gregor Reisch: Die zweistufige Lateinschule als Fundament des Turmes der Wissenschaften

Eine Lateinschule ist für Waldshut bereits im 13. Jahrhundert berichtet.[35] Die erste Erwähnung eines Schulmeisters erfolgte um das Jahr 1300.[36] Zweistufige Lateinschulen wurden in dieser Zeit zur Unterrichtung der Chorknaben der Stadtkirchen, in Waldshut der Johanniskirche, eingerichtet. Der Unterricht erfolgte durch die Kleriker. Im Keller der Johanniskirche, der unteren Kirche befand im Mittelalter auch das Archiv der Stadt. Im Kleriker Werner dem Schreiber, der nach Martin Gerbert 1335 über einen Bestand von 50 Büchern verfügte, kann man auch den Schulmeister vermuten. Aufgrund der Existenz einer bedeutenden jüdischen Gemeinde bis 1411 kann auch die Existenz einer Judenschule abgeleitet werden, da die Ausübung Glaubens das Lesen der Thora erforderte. Der Leutpriester der oberen Kirche Johannes Schürmeiger vermachte seine Lehrbücher beinhaltende Bibliothek am 8. Mai 1450 seiner Kirche.[37] Möglicherweise war die Lateinschule bereits zu diesem Zeitpunkt auf St. Leodegar, die obere Kirche, übergegangen. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts sind hauptamtliche Schulmeister belegt. 1509 erlangte der Kleriker und Waldshuter Schulmeister Bernharter eine Pfründe im Bernischen Bolligen.

Einen Höhepunkt erlebte das Waldshuter Schulwesen im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts. Die Matrikelbücher der Universitäten von Basel, Freiburg, Tübingen, Straßburg und verzeichnen ab 1500 mehrere Studenten mit dem Vermerk »Waldishutanus«, die nach abgeschlossenem Studium als Priester, Reformatoren in der Person Heinrich Schürers als Lektor bei Johann Amerbach tätig wurden. Der Waldshuter Kürschner und Täufer Jakob Gross war lese- und schreibkundig. Bei seiner Verhaftung in Augsburg 1527 besaß er mehrere Bücher. Eine Deutsche Schule ist für Waldshut erst ab dem 16. Jahrhundert anzunehmen. Erste nähere Angaben zu den Aufgaben des Waldshuter Schulmeisters finden sich im Beeidigungsformular von 1631. Erst während der französisch-schwedischen Besatzung von 1638 bis 1650 scheint der Schulbetrieb eingestellt worden zu sein. Die Schulmeister verdingten sich in dieser Periode in der benachbarten Schweiz. Im 18. Jahrhundert beschwerten sich die Waldshuter Schulmeister, dass sie zum Fron- und Wachtdienst auf den Mauern herangezogen wurden. Durch die Schulreform Maria-Theresias wurde die Unterrichtspflicht in den Elemtarschulen auf sechs Jahre erweitert.[38] Das Waldshuter Schulwesen fiel jedoch durch die josefinischen Schulreformen und vor allem durch den Übergang an Baden für eine lange Zeit zurück. Die weiterhin ausschließlich für männliche Schüler vorgesehene Hochschulreife konnte zu Beginn des 19. Jahrhunderts nur noch extern erworben werden. Das Bürgertum schickte seine Söhne bevorzugt nach Freiburg, Villingen und Konstanz. Syndikus Mathias Föhrenbach vertraute seine Söhne lieber Pestalozzi in Yverdon an. Deren Aufnahme wurde durch den Waldkircher Pfarrverweser Philipp Jakob Nabholz vermittelt.[39]

Im sulz'schen und schwarzenbergischen Tiengen wurde 1585 erstmals mit Lucas Beckh ein Schulmeister und dies aufgrund seines konsequent liederlichen Lebenswandels erwähnt. Der Unterricht erfolgte bis in 19. Jahrhundert fakultativ durch die Kapläne. Ab 1862 wurden die Tienger Schüler an die Waldshuter Höhere Bürgerschule verwiesen.[40] Die große jüdische Gemeinde unterhielt vom 15. bis 1861 in den privaten Häusern eine eigene Schule, die erstmals in einem Aufnahmebrief von 1718 erwähnt ist. Von 1827 bis 1876 bestand in Tiengen eine Israelitische Konfessionsschule die mit der Einführung der allgemeinen Schulpflicht obsolet wurde.[41]

Nach dem Übergang Vorderösterreichs an Baden im Dezember 1805 erarbeitete eine Großherzogliche Badische Studienkommission die Neustrukturierung des übernommenen Schulwesens. Das Gymnasium in Villingen sollte zugunsten von Lateinschulen in kleineren Städten reduziert werden. Unter den vorgeschlagenen Orten stand Waldshut an letzter Stelle.[42] Die mit Erlass des Großherzoglichen Innenministerium vom 28. Dezember 1814 mit einem Schulfond versehene, auf der Elementarschule aufbauende, zweiklassige Bürger- und Realschule in Waldshut entwickelte sich über eine vierklassige Höhere Bürgerschule (1840) und Oberrealschule (1893) erst spät zum Realgymnasium (1906). Mädchen wurden erst ab dem Schuljahr 1901/02 aufgenommen. Das Abitur konnte ab 1924 abgelegt werden, die Umbenennung zum Gymnasium erfolgte erst 1948. Das Berufsschulwesen begann am 16. Januar 1837 mit der Aufnahme des Schulbetriebes der Gewerbeschule.

Ausgehend von 20 Schülern zu Beginn des Jahrhunderts unterrichteten 1870 in Waldhut fünf Lehrer 45 Schüler. Die 1810 gegründete Lehrerbibliothek umfasste zu dieser Zeit 300 Bände, die Schülerbibliothek 200 Bände. Der Lehrer der Waldshuter Bürgerschule Franz Xaver Holzapfel verfasste 1834 ein Geometrielehrbuch: Grundlehren der Elementar-Geometrie : mit Anwendung auf Berechnung der Flächen und Körper für Bürgerschulen, das in der ersten Ausgabe von der Witwe Maier in Waldshut verlegt wurde und mehrere Auflagen erlebte. Raymund Netzhammer, Erzbischof von Bukarest besuchte von 1871 bis 1876 die Höhere Bürgerschule in Waldshut.[43]

Schullandschaft[Bearbeiten]

In Waldshut-Tiengen gibt es zwei allgemeinbildende Gymnasien (Hochrhein-Gymnasium Waldshut und Klettgau-Gymnasium Tiengen), zwei Realschulen (Robert-Schuman-Realschule Waldshut und Realschule Tiengen), vier Sonderschulen: Waldtor-Schule und Langensteinschule (Förderschule) mit Sprachheilschule, eine Schule für Körperbehinderte (Wutachschule) und eine Schule für geistig Behinderte (Carl-Heinrich-Rösch-Schule), drei Grundschulen (Heinrich-Hansjakob-Grundschule Waldshut, Theodor-Heuss-Schule Waldshut und Johann-Peter-Hebel-Grundschule Tiengen) sowie zwei Grund- und Werkrealschulen (Grund- und Werkrealschule Gurtweil und Hans-Thoma-Schule Tiengen). In Tiengen besteht die beliebte Musikschule Südschwarzwald,[44] es können viele Musikinstrumente erlernt werden, die Musikschule veranstaltet regelmäßig Konzerte und nimmt an Wettbewerben wie Jugend musiziert teil.

Der Landkreis Waldshut ist Träger der Gewerbeschule Waldshut (unter anderem mit Technischem Gymnasium), der Justus-von-Liebig-Schule – Hauswirtschaflich-Sozialpädagogische und Sozialpflegerische Schule (unter anderem mit Biotechnologischem und Ernährungswissenschaftlichem Gymnasium), der Kaufmännischen Schule (unter anderem mit Wirtschaftsgymnasium), der Carl-Heinrich-Rösch-Schule für Geistig Behinderte mit Schulkindergarten für Geistig Behinderte und der Wutachschule für Körperbehinderte mit Schulkindergarten für Körperbehinderte sowie zweier Förderschulen, der Langenstein-Schule im Stadtteil Tiengen und der Waldtor-Schule im Stadtteil Waldshut. In Waldshut gibt es die Bildungsakademie Waldshut[45] der Handwerkskammer Konstanz mit Schwerpunkt Holzbearbeitung, Farbe und Wohnen.

Die Volkshochschule Waldshut-Tiengen[46] bietet Kurse aller Art, Schwerpunkte sind Sprachen und Computerkurse, angeboten werden auch vielfältige Freizeitaktivitäten.

Das private Hochrhein- Bildungs- und Beratungszentrum HBBZ,[47] die private Berufsfachschule für Maskenbildner und Make Up Spezialeffekte, die Christliche Schule Hochrhein (Grund- und Realschule), die Fachschule für Landwirtschaft und die Schule für Erziehungshilfe am Heim Küssaberg runden das schulische Angebot Waldshut-Tiengens ab.

Nahe bei Waldshut in der Nachbargemeinde Weilheim gibt es die katholische Gustav-Siewerth-Akademie.[48] Es war dies eine seit 1988 staatlich anerkannte wissenschaftliche Hochschule in privater Trägerschaft. Im Juni 2013 wurde der Hochschule durch die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer die staatliche Anerkennung entzogen, da sie mit ihrem nebenberuflichen wissenschaftlichen Personal, für das jährlich 12.000 bis 26.000 Euro aufgewendet würden, keine nachhaltige Hochschulstruktur vorzuhalten in der Lage sei.[49] Sie wurde gegründet von Alma von Stockhausen, die auch heute noch Dekanin der Akademie ist. Die Akademie lehrt in den Fächern Philosophie, Soziologie, Journalistik, Philosophie der Naturwissenschaften, Katholische Theologie und Pädagogik.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Schwimmbäder in Waldshut und Tiengen, Hallenbad in Waldshut, Tennisplätze, in Tiengen das Langensteinstadion, einen Trimm-Dich-Pfad, eine Reithalle und eine Tennishalle. Auf dem Vitibuck bei Tiengen gibt es einen Aussichtsturm mit Blick über den Klettgau und auf die Alpenkette.

Vereine[Bearbeiten]

Die Stadt Waldshut-Tiengen hat ein reges Vereinsleben mit zahlreichen Vereinen. Der

Nennenswert auch der

Der traditionsreiche Fußballclub

Für Waldshut bedeutend ist die

Die Gruppe der

Beliebt ist der

  • TCS TanzSportClub Blau-Weiß Waldshut-Tiengen e.V.

Für die Fastnacht bedeutend sind die Musik- und Guggemusikgruppen der

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Kino in Waldshut, sowie ein Theater in Tiengen (Lichtspielhaus)

Museen[Bearbeiten]

In Waldshut das Heimatmuseum Alte Metzig, in Tiengen das Klettgau- und Heimatmuseum im Schloss und die Ölmühle in der Altstadt, angetrieben vom Talbach.

Archive und Bibliotheken[Bearbeiten]

Waldshut und Tiengen verfügen über eine eigene öffentliche Bücherei und über ein Stadtarchiv. Seit dem 1. Juli 1991 besteht das Kreisarchiv des Landkreis Waldshut in Albbruck.[50]

Bauwerke[Bearbeiten]

In Waldshut
Waldshut, Unteres Tor

Das Obere Tor, auch Schaffhauser Tor genannt, ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Es ist das östliche Stadttor und wurde auf Fundamenten aus dem 13. Jahrhundert erbaut. Bis 1864 diente es als Stadtgefängnis.

Die Kaiserstraße (Fußgängerzone) ist die Hauptstraße Waldshuts. In ihrer Mitte fließt seit der Einrichtung der Fußgängerzone wieder der Stadtbach. Ferner gibt es hier drei Brunnen mit Brunnenfiguren. Sie orientieren sich an den Standorten historischer Vorbilder, deren Brunnenfiguren heute auf der Seltenbachbrücke aufgestellt sind.

Besondere Gebäude in Waldshut sind das Schultheißsche Haus, das Greiffeneggschlösschen, das Waldvogteiamt, das Untere Tor (auch Basler Tor genannt, westliches Stadttor), die alte Metzig, ein Renaissancebau von 1588, das Roll’sche Haus derer von Roll und das Rathaus. Die Gottesackerkapelle wurde 1683 erbaut. Der Hexenturm ist ein Rundturm der inneren Stadtbefestigung, der zeitweise als Gefängnis für Glaubensabtrünnige diente.

In Tiengen
Panoramaaufnahme vom Beginn der Fußgängerzone in Tiengen
Tiengen – Faksimile nach einem Stich von J.H. Mejer

Ein Menhir bei Tiengen an der Wutach der sogenannte „Lange Stein“ oder auch Chindlistein von Tiengen genannt, zeugt von früher Besiedelung der Gegend. Den Römern war das Land als Dekumatenland und später als Germania superior zugehörig. Wahrzeichen ist das Schloss, das sich in das Alte Schloss, einen ehemaliger Wohnturm der alten Burg Tiengen, und das Neue Schloss gliedert. Es gehörte zunächst den Grafen von Sulz, später war es Residenzschloss der Fürsten zu Schwarzenberg. Das Neue Schloss wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder aufgebaut. Nach dem Verkauf von Schloss und Standesherrschaft am 19. Juli 1812 an das Haus Baden, wurden die Ahnenbilder in das schwarzenbergische Schloss Frauenberg, (Hluboká) und das Archiv der Sulzer nach Wittingau, in das dortige Schloss Třeboň gebracht. Das Herrschaftsarchiv ging mit dem Verkauf an das Badische Landesarchiv, (heute: Generallandesarchiv Karlsruhe).[51]

Storchenturm
Neues Schloss Tiengen
St. Maria Himmelfahrt, Tiengen
St. Maria Himmelfahrt, Innenraum

Eckpfeiler der alten Stadtbefestigung war der Storchenturm, erbaut um 1300. Er diente teilweise als Gefängnis (Diebsturm). Die 1899 aufgesetzte Haube trägt noch heute ein (allerdings ungenutztes) Storchennest, von dem sich sein Name ableitet. Das Rathaus wurde im 16. Jahrhundert erbaut. 1826 wurde die Fassade im Stil der Klassizistik vorgeblendet. Die ehemalige Stadtvogtei, ein spätgotisches Patrizierhaus wurde im Jahr 1568 erbaut. Ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert ist das ehemalige Stadtpfarrhaus und das Schwarzenbergische Rentamt, ein ehemaliges Patrizierhaus aus dem Besitz des Junkers Im Hoff. In der Hauptstraße steht das älteste Gasthaus Tiengens: „Zum Hirschen“. 1790 erhielt der Hirschenwirt 700 Gulden Entschädigung für Einquartierungen des Militärs. An der Fassade befinden sich ein Sgraffito, welches den Hl. Bernhard von Clairvaux darstellt, der hier übernachtet haben soll. Angebracht wurde es in den 1930er-Jahren[52] Ergänzt wird es vom Wappen des Klosters St. Blasien.

In Tiengen gibt es ein offenes »Bächle« durch die Altstadt und einige Brunnen: der Schlossbrunnen, erneuert zwischen 1782–1789 durch Fürst Nepomuk von Schwarzenberg, der Obere Brunnen (Josefsbrunnen) von 1604, der Untere Brunnen (Marienbrunnen) erstmals genannt 1415, beide mit einer Steinskulptur (1735–1745) gefertigt vom Bildhauer Joseph Dietsche, der Marktplatzbrunnen Tiengen, der Osterbrunnen (Brünnele), den Narrenbrunnen auch »Hänsilibrunnen« genannt in der Grünanlage beim Bahnhof mit einer Skulptur die den Hänsili, die Traditionsfigur der Surianer darstellt, gefertigt von dem Künstlerpaar Inge Regnat-Ulner und Alfred Regnat, daneben gibt es noch weitere Brunnen. Erwähnenswert auch die Alte Ölmühle, vorbildlich restauriert durch Bürger der Stadt.

Kirchen[Bearbeiten]

in Waldshut
  • Die Katholische Stadtpfarrkirche Liebfrauen wurde 1804 im klassizistischen Stil erbaut. Der Baumeister Franz Anton Bagnato war teilweise für die Ausführung zuständig. Der gotische Chor aus dem 13. Jahrhundert ist dabei mitverwendet worden. Daneben das katholische Pfarrhaus von 1749.
  • Die evangelische Versöhnungskirche wurde 1977 erbaut.
  • Ehemalige Marienkapelle in der Eschbacherstraße, 1996 neu geweiht dem seligen Karl Leisner
  • Kapelle im Spital Waldshut
  • Alte Spitalkapelle
in Tiengen
in den Stadtteilen
  • Katholische Kirche in Aichen (erbaut 1973)
  • Kapelle in Allmut (erbaut 1886)
  • St. Georg in Breitenfeld (erbaut 1861)
  • St. Oswald in Detzeln (erbaut im 16. Jahrhundert)
  • St. Pankratiuskapelle in Eschbach (erbaut um 1500)
  • St. Konrad in Gurtweil (ursprünglich 1612, jedoch 1740 bis 1747 neu erbaut)
  • St. Josephskapelle in Indlekofen (erbaut 1877)
  • Kirche in Krenkingen (erbaut 1766)
  • Kapelle Johannes der Täufer (erbaut um 1730)
  • Kirche Maria Himmelfahrt in Waldkirch (erbaut 1758)
  • Michaelskapelle in Gaiß (1830)
  • Josephskapelle in Schmitzingen (1953).

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • im Mai alle zwei Jahre: Märchenfest in Tiengen (alle ungeraden Jahre)
  • im Juni:
    • Stadtfest Hallo Nachbar in Waldshut
    • Klettgauer Marschtage
    • Pfingstreitturnier – in Tiengen auf dem Festplatz an der Wutach, immer an Pfingsten, Veranstalter RV Tiengen
  • im Juli: Schwyzertag in Tiengen mit Festumzug und Feuerwerk
  • im Juli: Jazzfest in Tiengen
  • im August: Waldshuter Chilbi mit Festumzug
  • im September/Oktober: Erntefest in Tiengen
  • kleine Weihnachtsmärkte in beiden Städten

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Stadt Waldshut-Tiengen bzw. die beiden früheren Städte haben u. a. folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

  • 1929: Franz Haas (* 1876; † 1953), Oberlehrer
  • 1931: Josef Bieser, kath. Stadtpfarrer 1906–1943
  • 1964: Hermann Dietsche, Bürgermeister a. D.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstige Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

zu Waldshut[Bearbeiten]

  • Stadt Waldshut-Tiengen (Hrsg.): Geschichte der Stadt Waldshut. Bd. 1: Waldshut, die habsburgische und vorderösterreichische Stadt bis zum Übergang an Baden. 1. Auflage. 2009, ISBN 978-3-89870-507-3.
  • Stadt Waldshut-Tiengen (Hrsg.): Geschichte der Stadt Waldshut. Bd. 2: Waldshut im 19. Jahrhundert. Lebensbilder aus einer Großherzoglichen Amtsstadt. 1. Auflage. 1999, ISBN 3-933784-10-7.
  • Stadt Waldshut-Tiengen (Hrsg.): Geschichte der Stadt Waldshut. Bd. 3: Waldshut im 20. Jahrhundert. Konstanten und Umbrüche seit dem Ersten Weltkrieg. 1. Auflage. 2004, ISBN 3-89870-161-1.
  • Waldshut von Besuchern aus aller Welt erlebt und beschrieben. 1. Auflage. Kunstverlag Josef Fink, 2010, ISBN 978-3-89870-662-9.
  • Joseph Ruch: Geschichte der Stadt Waldshut. Waldshut 1966, OCLC 46653810.
  • Franz Xaver Kraus: Die Kunstdenkmäler des Großherzogthums Baden. Band III: Kreis Waldshut. Freiburg i. Br. 1892, S. 157–167. (online auf: digi.ub.uni-heidelberg.de)

zu Tiengen[Bearbeiten]

  • Heinz Voellner: Die alte Klettgauhauptstadt Tiengen. Entwicklung und Gestalt. In: Badische Heimat. 33. Jahrgang 1953, Heft 2, S. 87–100.
  • Heinz Voellner: Tiengen Bilder einer alten Stadt. 1987, OCLC 313312155.
  • Irma Schuster: Wie die Leute früher in Tiengen lebten, liebten, litten und lachten. 1996.
  • Dieter Petri: Die Tiengener Juden, (und die Waldshuter Juden). (Schriften des Arbeitskreises für Regionalgeschichte e. V. Nr. 4). Konstanz / Zell a. H. 1984, ISBN 3-9800740-0-5.
  • Franz Xaver Kraus: Die Kunstdenkmäler des Großherzogthums Baden. Band III: Kreis Waldshut. Freiburg i. Br. 1892, S. 152–156. (online auf: digi.ub.uni-heidelberg.de)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Waldshut-Tiengen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Waldshut-Tiengen – Reiseführer
 Wikisource: Waldshut-Tiengen – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Studienprojekte zur Raumplanung der ETH Zürich
  3. Johann Wilhelm Braun (Bearb.): Urkundenbuch des Klosters Sankt Blasien im Schwarzwald. Von den Anfängen bis zum Jahre 1299. Teil I. 2003, S. 479 ff. Nr. 374.
  4. Eugen Hillenbrand: Die Gründung der Stadt Waldshut in: Waldshut, die habsburgische und vorderösterreichische Stadt. Hrsg. von der Stadt Waldshut-Tiengen, Kunstverlag Josef Fink, 2009, S. 28 ff.
  5. Franz Xaver Kraus: Die Kunstdenkmäler des Kreises Waldshut, S. 163.
  6. Eduard Maria Lichnowsky: Geschichte des Hauses Habsburg, Schaumburg und Compagnie. Wien 1837, Band 2, S. 124.
  7. Nürnberger Memorbuch, Eintrag für 1349.
  8. Die Stadt am Fluss, Südwestdeutscher Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung, Thorbecke, 1978, S. 70f.
  9. Louis Carlen: Forschungen zur Rechtsarchäologie und rechtlichen Volkskunde, Band 17, Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde. Rechtliche Abteilung, Schulthess, Polygraphischer Verlag, 1997, S. 182.
  10. Maria Veronika Miltenberger: Zwischen Treue und Selbstfindung. In: Waldshut, die habsburgische und vorderösterreichische Stadt. Hrsg. von der Stadt Waldshut-Tiengen, Kunstverlag Josef Fink, 2009, S. 52.
  11. Die Berner erobern Nydau im Jahr 1388, Jenni 1828, S. 14
  12. Runge, Heinrich: Eine Kalendertafel aus den fünfzehnten Jahrhundert, in: Mitteilungen der antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Meyer und Zeller, Zürich, 1857, Band XII, S. 98.
  13. Vierordt, Carl Friedrich: Geschichte der Reformation im Großherzogthum Baden. Nach großentheils handschriftlichen Quellen bearbeitet, Braun, Karlsruhe, 1847, S. 60.
  14. Deutsche Vierteljahrs-Schrift, Cotta, Stuttgart, 1857, S. 175.
  15. Abt Bernhard von Clairvaux in Säckingen und Tiengen. MGH.SS: ab S. 121.
  16. Martin Gerbert: Historia Nigra Silva, Band 3, S. 192.
  17. Albert Meyer: Kurzgefaßte münzgeschichtliche Abhandlung der alten Münzstätte Tiengen, (Text der Urkunde S. 261)
  18. Homepage der Bürgerzunft.
  19. Karl von Schwarzenberg: Die Schwarzenbergische Regierung im Klettgau. In: Der Klettgau, im Eigenverlag der Stadt Tiengen, 1971, S. 245 ff.
  20. Heinz Voellner: Tiengen Bilder einer alten Stadt, S. 237.
  21. Dieter Petri Die Tiengener Juden, 1982, S. 147.
  22. Dieter Petri Die Tiengener Juden, 1982, S. 65, und 143 ff.
  23. Andreas Bader: Wehrmacht und Volkssturm standen zur Verteidigung bereit In: Stadt und Landkreis Waldshut im Spiegel ihrer Heimatzeitung 1945–1964, Südkurier 1964, S. 11 ff.
  24. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 101.
  25. Gemeinde auf der Homepage der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde; eingesehen am 31. Januar 2011.
  26. Waldshut / Hochrhein-Wiesenthal auf der offiziellen Homepage des Altkatholischen Bistums in Deutschland; eingesehen am 31. Januar 2011.
  27. Badische Zeitung vom 26. Mai 2014
  28. Webseite der Firma GUTEX
  29. Denkschrift zur Eröffnung des neuen Verwaltungsgebäudes der Bezirkssparkasse Waldshut, 1934.
  30. Autor Manfred Hüfner, Artikel online auf Hierzuland.info
  31. Webseite des Tierschutzvereins Waldshut-Tiengen
  32. Andreas Bader: Daß die Presse eine Macht ist, wird wohl Niemand mehr bestreiten – Das Waldshuter Pressewesen ab 1850. In: Geschichte der Stadt Waldshut 2. Band: Waldshut im 19. Jahrhundert; 1999, S. 171 ff.
  33. Andreas Bader: Daß die Presse eine Macht ist, wird wohl Niemand mehr bestreiten – Das Waldshuter Pressewesen ab 1850. In: Geschichte der Stadt Waldshut 2. Band: Waldshut im 19. Jahrhundert; 1999, S. 173 ff.
  34. Amtliches Mitteilungsblatt. online auf der Webseite der Stadt Waldshut-Tiengen.
  35. Emil Michael: Geschichte des deutschen Volkes seit dem 13. Jahrhundert bis zum Ausgang des Mittelalters, Basel, 1899, Band 2, S. 416.
  36. Monika Escher, Frank G. Hirschmann: Die urbanen Zentren des hohen und späteren Mittelalters: vergleichende Untersuchungen zu Städten und Städtelandschaften im Westen des Reiches und in Ostfrankreich, Band 2, Kliomedia, 2005, S. 665.
  37. Vgl. Paul Lehmann: Mittelalterliche Bibliothekskataloge Deutschlands und Der Schweiz, C.H. Beck, S. 397f.
  38. Vgl. auch: Zustand der Schulen in Waldshut, Akten der Vörderösterreichischen Landesregierung und Kammer 1773-1775, Generallandesarchiv Karlsruhe, Bestand 227 Nr. 256
  39. Rebekka Horlacher, Daniel Tröhler: Empfehlungsschreiben des Philipp Jakob Nabholz an Pestalozzi vom 3. Juni 1816, in: Sämtliche Briefe an Johann Heinrich Pestalozzi, 1814 bis Juli 1818, Walter de Gruyter, 2012, S. 374. [1]
  40. Emil Müller Ettikon: Über das Schulwesen unter den Sulzern und Schwarzenbergern, in: Der Klettgau, im Eigenverlag der Stadt Tiengen, 1971, S. 325-342.
  41. Vgl. Diter Petri: Die israelitische Schule, in: Die Tiengener Juden, Eigenverlag, Konstanz, 1982, S. 93-100.
  42. Vgl. Theodor Hartleben: Allgemeine deutsche Justiz- und Policeifama, Nr. 152 vom 30. Dezember 1807
  43. Raymund Netzhammer, NDB 19 (1999), S. 90-92
  44. Webseite der Musikschule Südschwarzwald
  45. Webseite der Bildungsakademie Waldshut
  46. Webseite der Volkshochschule Waldshut-Tiengen
  47. Webseite des privaten Hochhrein- Bildungs- und Beratungszentrum HBBZ
  48. http://www.kath.net/detail.php?id=1076
  49. "Akademie ohne Anerkennung" Badische Zeitung, 1. Juli 2013.
  50. Anschrift auf der Webseite des Landkreis Waldshut
  51. Karl von Schwarzenberg: Schloss Obermurau. In: Der Klettgau, S. 261.
  52. http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2005/348/pdf/diss_zaunmueller.pdf
  53. Geläut (14 min.) online auf YouTube
  54. Historische Fotos der Stukkaturen und Barockfresken. Digitalisiert unter „Tiengen“ im Marburger Bildindex.